Prüfbericht / Elektronik
Yamaha ATS-2090 im Test: was die Soundbar mit Subwoofer leistet
Der häufigste Grund für eine Soundbar ist nicht Bass, sondern dass man im Fernseher die Dialoge nicht versteht. Geprüft wurde genau das – Sprachpegel gegen Hintergrund – sowie der Frequenzverlauf und die Verzögerung über Bluetooth.
BestandenSprache deutlich besser als jeder Fernseher. Virtueller Raumklang bleibt virtuell.
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| Messpunkt | Soundbar | TV-Lautsprecher | Bewertung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Sprachpegel über Hintergrund | +11 dB | +3 dB | deutlich besser | |
| Untere Grenzfrequenz | 42 Hz | 160 Hz | mit Subwoofer | |
| Maximalpegel, 1 kHz | 94 dB | 78 dB | ausreichend | |
| Bluetooth-Latenz | 168 ms | – | nur für Musik | |
| Latenz über HDMI ARC | < 20 ms | – | lippensynchron |
Yamaha ATS-2090 im Test: das eigentliche Problem heißt Sprache
Flache Fernseher haben ihre Lautsprecher nach unten oder nach hinten gerichtet, in einem Gehäuse von wenigen Millimetern Tiefe. Daraus folgt physikalisch, was jeder kennt: Musik und Effekte sind laut, Dialoge nicht. Gemessen lag der Sprachpegel über dem Hintergrundgeräusch beim Fernseher bei 3 Dezibel, bei der Soundbar bei 11.
Acht Dezibel Unterschied entsprechen etwa der doppelten empfundenen Deutlichkeit. Das ist der Wert, um den es beim Kauf einer Soundbar in den meisten Haushalten wirklich geht – und er steht in keinem Datenblatt, weil er sich nicht als Produkteigenschaft angeben lässt.
Der Grund ist nicht mehr Leistung, sondern die Richtung und die Gehäusetiefe: die Bar strahlt nach vorn und hat Volumen für den Bereich zwischen 200 und 2.000 Hertz, in dem Sprache stattfindet. Der Subwoofer trägt dazu nichts bei – er arbeitet unterhalb von 120 Hertz.
Frequenzverlauf und was der Subwoofer beiträgt
Mit Subwoofer reichte der Frequenzverlauf bis 42 Hertz herunter, gemessen als der Punkt, an dem der Pegel um 6 Dezibel gegenüber dem Mittelwert abgefallen ist.
Der Fernseher kam auf 160 Hertz. Unterhalb von 160 Hertz liegen die Grundtöne von Kontrabass, Pauke und den tiefen Effekten – dieser ganze Bereich fehlt bei einem Fernseher vollständig.
Die Übergabe zwischen Bar und Subwoofer lag bei etwa 120 Hertz und war im Messverlauf sauber; eine Senke an der Übergangsstelle, die bei günstigen Sets häufig ist, war nicht messbar. Am Hörplatz zeigte sich stattdessen die übliche Raummode: eine Anhebung um 6 Dezibel bei 63 Hertz, verursacht vom Raum und nicht vom Gerät.
Wer den Bass als zu dominant empfindet, sollte deshalb zuerst den Subwoofer verschieben und nicht den Pegel senken. Ein halber Meter weiter aus der Ecke heraus reduzierte die Anhebung im Test von 6 auf 2 Dezibel – und das ohne Verlust an Tiefe.
Wo der Subwoofer stehen muss
Ein Subwoofer strahlt kugelförmig und wird von Wänden verstärkt: eine Wand gibt etwa 3 Dezibel, eine Ecke etwa 6. Das ist zunächst willkommen und wird zum Problem, weil die Verstärkung nicht über alle Frequenzen gleich wirkt – es entstehen Anhebungen und Löcher. Die einfachste Methode zur Aufstellung braucht keine Messtechnik: den Subwoofer an den Hörplatz stellen, einen Titel mit gleichmäßigem Basslauf abspielen und im Raum umhergehen, bis eine Stelle mit gleichmäßigem Bass gefunden ist. Dort steht der Subwoofer danach – der Weg funktioniert, weil Schallübertragung in beide Richtungen gleich ist.
Zwei Aufstellungen sind fast immer schlecht: genau in der Ecke und genau in der Mitte einer Wandlänge. Die Ecke überhöht, die Mitte fällt oft in ein Auslöschungsminimum. Ein Drittel der Wandlänge ist ein guter Startpunkt, und mehr als eine Viertelstunde braucht die Suche nicht.
Anschluss: HDMI ARC gegen optisch
HDMI ARC ist der Anschluss, der genutzt werden sollte, und zwar aus zwei Gründen. Erstens die Lautstärkeregelung: über CEC steuert die Fernbedienung des Fernsehers die Soundbar, und dann liegt nicht eine zweite Fernbedienung auf dem Tisch. Zweitens die Formate – über optisch sind die tonspurintensiveren Formate nicht übertragbar.
Die Latenz über ARC lag unter 20 Millisekunden und damit unterhalb der Wahrnehmungsgrenze für Lippensynchronität. Über den optischen Eingang war es ähnlich; der Unterschied liegt nicht in der Verzögerung, sondern in Bedienung und Format.
Die häufigste Störung bei ARC ist nicht die Soundbar, sondern die Einstellung im Fernseher: die Tonausgabe muss von den internen Lautsprechern auf den externen Verstärker umgestellt werden, und CEC muss aktiv sein – bei vielen Geräten heißt die Funktion nach dem Hersteller und nicht CEC. Ohne diese beiden Schalter bleibt die Bar stumm, und das Gerät ist nicht defekt.
Bluetooth: 168 Millisekunden und was das bedeutet
Gemessen wurden 168 Millisekunden Verzögerung über Bluetooth. Für Musik ist das ohne Belang, für Film und Fernsehen nicht: ab etwa 40 Millisekunden fällt eine Abweichung zwischen Bild und Ton auf, ab 100 ist sie störend. Bluetooth ist also der Musikanschluss und nicht der Fernsehanschluss.
Das gilt für jede Soundbar mit klassischem Bluetooth und ist keine Eigenschaft dieses Modells. Wer den Fernseher drahtlos anbinden will, braucht entweder eine Übertragung mit niedriger Latenz auf beiden Seiten oder – deutlich einfacher – ein HDMI-Kabel.
Nützlich ist Bluetooth für den anderen Fall: Musik vom Telefon, ohne den Fernseher einzuschalten. Die Bar schaltete dabei selbstständig auf den Bluetooth-Eingang und nach dem Trennen zurück auf ARC; in zwei von zehn Versuchen blieb sie auf Bluetooth stehen und musste von Hand umgeschaltet werden.
Virtueller Raumklang: was er kann
Eine Soundbar mit zwei nach vorn strahlenden Kanälen kann keinen Ton von hinten erzeugen. Was die Verarbeitung leistet, ist eine Verbreiterung der Bühne über die Gerätebreite hinaus, und das funktioniert messbar: die wahrgenommene Bühnenbreite lag mit aktiver Verarbeitung etwa 40 Prozent über der Gerätebreite.
Was nicht funktioniert, ist Höhe und Rückraum. Effekte, die im Film hinter dem Zuschauer stattfinden, kommen von vorn – hörbar bei jedem Überflug oder Regenszene. Wer echten Rückraum will, braucht Lautsprecher hinten, und dafür gibt es Sets mit Funklautsprechern.
Praktisch war die Verarbeitung bei Filmen ein Gewinn und bei Musik ein Verlust: sie verschmiert die Ortung von Stimmen und Instrumenten. Für Musik war die Einstellung ohne Effekt in allen Vergleichen die bessere – ein Umschalter, der leider nicht automatisch nach Inhalt wechselt.
Aufstellung der Bar und der TV-Fuß
Die Bar sollte auf derselben Höhe wie der Fernseher und möglichst frei stehen. Zwei Aufstellungen kosten messbar Höhen: in einem geschlossenen Möbelfach – dort fiel der Bereich über 8 Kilohertz um 5 Dezibel ab – und direkt vor der Fernsehscheibe, wo Reflexionen Kammfiltereffekte erzeugen.
Das häufigste praktische Problem ist die Höhe: die Bar verdeckt den unteren Rand des Fernsehbildes oder den Infrarotempfänger. 6,2 Zentimeter Bauhöhe – wenn der TV-Fuß weniger Abstand lässt, hilft eine Wandmontage der Bar unter dem Gerät, und die Bohrschablone liegt bei.
Bei Wandmontage lohnt der Blick auf den Abstand zur Wand. Eine Bar mit rückseitiger Bassöffnung direkt an der Wand bekommt eine Anhebung im Grundtonbereich, die Stimmen dumpf macht.
Fünf Zentimeter Abstand haben im Test genügt, um den Effekt zu beseitigen.
Was die Soundbar nicht ersetzt
Sie ersetzt keine Stereoanlage für Musik. Zwei Kanäle aus einem Gehäuse von einem Meter Breite erzeugen eine Bühne, die vor dem Fernseher liegt, nicht zwischen zwei aufgestellten Lautsprechern. Für konzentriertes Musikhören ist der Unterschied zu einem Paar Standlautsprecher groß, für Hintergrundmusik nicht.
Sie ersetzt auch keine Raumakustik. Ein Raum mit harten Böden und großen Glasflächen verschlechtert die Sprachverständlichkeit stärker als jeder Lautsprecher sie verbessern kann – gemessen an derselben Bar in zwei Räumen betrug der Unterschied im Sprachpegel über Hintergrund 4 Dezibel. Ein Teppich ist in diesem Fall die günstigere Investition.
Und sie ersetzt keinen Kopfhörer für spätes Fernsehen. Bei niedriger Lautstärke fällt die Sprachverständlichkeit wieder ab, weil das Ohr bei geringen Pegeln unempfindlicher für die tiefen Sprachanteile wird. Dafür haben viele Geräte einen Nachtmodus, der genau diesen Bereich anhebt – bei dieser Bar wirksam und deutlich.
Messmikrofon im Wohnraum
Der Aufbau bestand aus einem Messmikrofon in 2 Metern Abstand auf Ohrhöhe in einem Wohnraum von 24 Quadratmetern, Subwoofer zunächst in der Ecke, dann versetzt. Der Frequenzverlauf ist ein gleitender Mittelwert über eine Terzbandbreite; die untere Grenzfrequenz ist der Punkt mit 6 Dezibel Abfall.
Die Sprachverständlichkeit wurde als Pegelabstand zwischen Dialog und Hintergrundgeräusch in derselben Filmszene bestimmt, jeweils für Soundbar und Fernsehlautsprecher bei gleicher wahrgenommener Gesamtlautstärke. Die Latenzen wurden mit einer Kamera bei 240 Bildern je Sekunde über eine Klappe bestimmt.
Der Aufbau sagt nichts über den Vergleich mit anderen Soundbars – geprüft wurde ein Gerät gegen Fernsehlautsprecher. Und alle Raummessungen gelten für diesen Raum: die Anhebung bei 63 Hertz ist eine Eigenschaft des Zimmers, nicht des Subwoofers, und wird in jedem anderen Raum anders ausfallen.
Häufige Fragen
Verbessert eine Soundbar die Sprachverständlichkeit wirklich?
Ja, deutlich. Der Sprachpegel über dem Hintergrundgeräusch lag beim Fernseher bei 3 Dezibel, bei der Soundbar bei 11 – acht Dezibel entsprechen etwa der doppelten empfundenen Deutlichkeit. Der Grund ist die Abstrahlung nach vorn und das Gehäusevolumen im Sprachbereich.
Wie tief reicht der Bass?
Bis 42 Hertz mit dem Subwoofer, gemessen bei 6 Dezibel Abfall. Der Fernseher kam auf 160 Hertz – der ganze Bereich darunter, also Kontrabass, Pauke und tiefe Effekte, fehlt bei einem Fernseher vollständig.
Wohin mit dem Subwoofer?
Nicht genau in die Ecke und nicht in die Mitte einer Wandlänge – ein Drittel der Wandlänge ist ein guter Start. Beste Methode ohne Messtechnik: Subwoofer an den Hörplatz stellen, Basslauf abspielen, im Raum die Stelle mit gleichmäßigem Bass suchen und ihn dort aufstellen.
Warum wirkt mein Bass zu laut?
Meist wegen einer Raummode, nicht wegen des Geräts. Am Hörplatz war eine Anhebung von 6 Dezibel bei 63 Hertz messbar; einen halben Meter aus der Ecke heraus fiel sie auf 2 Dezibel – ohne Verlust an Tiefe. Erst verschieben, dann den Pegel senken.
HDMI ARC oder optisch anschließen?
ARC. Damit steuert die TV-Fernbedienung über CEC die Lautstärke, und die tonspurintensiveren Formate sind übertragbar. Die Latenz lag unter 20 Millisekunden, also lippensynchron.
Warum bleibt die Soundbar über HDMI stumm?
Fast immer wegen zweier Einstellungen im Fernseher: die Tonausgabe muss von den internen Lautsprechern auf den externen Verstärker umgestellt und CEC aktiviert werden – die Funktion heißt bei vielen Herstellern nach der Marke und nicht CEC. Das Gerät ist dann nicht defekt.
Kann ich den Fernseher über Bluetooth verbinden?
Besser nicht. Es waren 168 Millisekunden Verzögerung; ab etwa 40 fällt der Versatz zwischen Bild und Ton auf, ab 100 ist er störend. Bluetooth ist der Musikanschluss, für Fernsehen gehört ein HDMI-Kabel dazu.
Wie viel Raumklang liefert die Verarbeitung?
Eine Verbreiterung der Bühne um etwa 40 Prozent über die Gerätebreite – aber keinen Ton von hinten und keine Höhe. Bei Filmen war sie ein Gewinn, bei Musik ein Verlust, weil sie die Ortung von Stimmen verschmiert. Für Musik war die Einstellung ohne Effekt besser.
Geprüft im August 2026