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Prüfbericht  /  Elektronik

Navigation für Wohnmobile im Test: Maßrouting, Vorwarnzeit, Kartenupdate

Ein Navi für Wohnmobile unterscheidet sich von einem Autonavi in einem Punkt: es kennt Höhe, Breite, Länge und Gewicht des Fahrzeugs und soll Strecken meiden, die dafür zu klein sind. Ob das trägt, wurde an zwölf bekannten Engstellen geprüft.

BedingtZehn von zwölf Engstellen umfahren. Zwei bleiben, und beide standen im Kartenmaterial.

Zwölf bekannte Engstellen, Fahrzeugmaße eingetragen mit 3,10 m Höhe, 2,30 m Breite, 7,40 m Länge, 3,5 t
Art der EngstelleAnzahlKorrekt umfahrenVorwarnungBefund
Unterführung unter 3,10 m55ja, 400 m
Gewichtsbeschränkung33ja, 400 m
Breitenbeschränkung Ortsdurchfahrt21einmal keine
Längenbeschränkung Serpentine21einmal keine

Das Maßrouting ist der ganze Unterschied

Ein Camper-Navi speichert Höhe, Breite, Länge und Gewicht und bewertet damit jede Kante im Straßennetz. Ein Autonavi kennt diese Werte nicht und schickt ein Wohnmobil ohne Rückfrage unter eine Unterführung mit 2,90 Metern.

An zwölf bekannten Engstellen, eingetragen mit 3,10 Metern Höhe und 3,5 Tonnen, wurden zehn korrekt umfahren. Alle fünf Höhenbeschränkungen und alle drei Gewichtsbeschränkungen stimmten, dazu je eine von zwei Breiten- und Längenbeschränkungen.

Die Funktion ist damit belastbar, aber nicht vollständig, und das ist die entscheidende Aussage für die Praxis. Ein Fahrer, der sich vollständig darauf verlässt, wird an zwei von zwölf Stellen überrascht.

Wo die zwei Fehler herkamen

Beide nicht erkannten Beschränkungen waren Breiten- und Längenbegrenzungen in Ortsdurchfahrten und an einer Bergstraße. In beiden Fällen war die Beschränkung durch ein Verkehrszeichen vor Ort ausgewiesen, im Kartenmaterial aber nicht als Attribut hinterlegt.

Das ist der wiederkehrende Grund für Fehler dieser Art: das Gerät rechnet richtig mit den Daten, die es hat. Höhenbeschränkungen sind im Kartenmaterial gut erfasst, weil sie an Brücken und Tunneln hängen; Breiten- und Längenbeschränkungen hängen an Ortsbeschlüssen und wandern langsamer in die Karte.

Praktisch folgt daraus eine Arbeitsteilung. Die Höhe darf man dem Gerät überlassen, Breite und Länge nicht. Bei einer Ortsdurchfahrt mit alter Bebauung und bei einer Bergstraße mit engen Kehren ist der Blick auf die Beschilderung die einzige verlässliche Quelle.

Vierhundert Meter sind bei 80 km/h achtzehn Sekunden

Wo eine Beschränkung erkannt wurde, warnte das Gerät 400 Meter vorher. Bei 80 Kilometern je Stunde entspricht das 18 Sekunden, bei 50 Kilometern je Stunde 29.

Achtzehn Sekunden reichen für eine Reaktion, aber nicht immer für eine Abfahrt: liegt die letzte Ausfahrt 200 Meter vor der Unterführung, ist sie beim Warnton bereits in Sicht und die Entscheidung fällt in wenigen Sekunden.

Deshalb ist die zweite Funktion die wichtigere: die Warnung vorab beim Aufbau der Route, nicht während der Fahrt. Das Gerät zeigte vor Fahrtbeginn eine Liste der Beschränkungen entlang der Strecke, und diese Liste durchzusehen dauert eine Minute und ersetzt die Hälfte der Überraschungen.

Wenn keine Route gefunden wird

Bei eingetragenen 3,60 Metern Höhe fand das Gerät in einem Test in eine Ortsmitte keine Route. Die Meldung war korrekt, weil alle Zufahrten unter diesem Maß lagen, und sie war zugleich unbrauchbar, weil kein Alternativvorschlag folgte.

In dieser Situation hilft ein Vorgehen in zwei Stufen: die Zielangabe auf einen Parkplatz am Ortsrand verlegen und die letzten Meter ohne Navigation fahren. Das ist bei Wohnmobilen in Altstädten ohnehin die üblichere Lösung.

Die Alternative, die Fahrzeughöhe kleiner einzutragen, damit eine Route entsteht, ist der Fehler, der teuer wird. Ein einmal eingetragener falscher Wert bleibt gespeichert und gilt für alle künftigen Routen, und daran erinnert das Gerät nicht.

Neuberechnung in 4,2 Sekunden

Nach einer verpassten Abbiegung auf einer 480 Kilometer langen Route brauchte das Gerät 4,2 Sekunden bis zur neuen Anweisung. Das ist schnell genug, um auf einer Kreuzung nicht ohne Anweisung zu stehen.

Der Wert hängt an der Routenlänge und am Maßrouting: dieselbe Neuberechnung ohne eingetragene Fahrzeugmaße lief in 2,1 Sekunden. Die zusätzliche Zeit geht in die Prüfung der Kanten gegen die Fahrzeugdaten.

Bei sehr langen Routen über mehrere Länder stieg die Zeit auf 7 bis 9 Sekunden. Wer eine Reise über 2.000 Kilometer plant, sollte sie deshalb in Etappen anlegen, was die Neuberechnungen kurz hält und außerdem die Übernachtungsplanung abbildet.

Das Kartenupdate ist die eigentliche Wartung

Ein vollständiges Kartenupdate umfasste 24 Gigabyte und lief über drei Stunden. Über ein Mobilfunknetz ist das keine Option, über ein Campingplatz-WLAN in der Praxis auch nicht, weshalb das Update zu Hause vor der Reise gehört.

Die Datenmenge ist der Grund für den häufigsten Ärger mit diesen Geräten: ein Update, das unterwegs begonnen und abgebrochen wird, hinterlässt eine unvollständige Karte, und dann fehlt die Navigation genau dort, wo sie gebraucht wird.

Für die Praxis heißt das: Update einmal vor der Saison, mit Netzteil und stabiler Verbindung, und danach das Gerät nicht mehr anfassen. Eine Karte, die ein halbes Jahr alt ist, ist für Höhenbeschränkungen ausreichend genau, weil Brücken selten niedriger werden.

Stromaufnahme und Befestigung

Im Betrieb zog das Gerät 0,7 Ampere bei 12 Volt, also 8,4 Watt. Über acht Stunden Fahrt sind das 5,6 Amperestunden, was bei einer 100-Amperestunden-Aufbaubatterie ohne Bedeutung ist.

Relevanter ist die Befestigung. Ein 8-Zoll-Gerät hat eine Masse von etwa 400 Gramm, und ein Saugnapf an einer Frontscheibe, die im Sommer 60 Grad erreicht, hält diese Masse nicht dauerhaft. In der Reihe löste sich die Halterung zweimal auf einer schlechten Straße.

Die stabilere Lösung ist eine Schraubhalterung am Armaturenbrett oder eine Klemme an der A-Säule. Beide kosten wenig, und beide verhindern den Fall, in dem das Gerät während einer Kehre in den Fußraum fällt und die Anweisung genau dort fehlt.

Navi, Telefon oder beides

Eine Telefon-App mit Wohnmobilprofil leistet das Maßrouting inzwischen ebenfalls, hat aber zwei praktische Nachteile: sie braucht Datenverbindung für die Neuberechnung, und der Bildschirm ist kleiner.

In einem Alpental ohne Netz kam die App in der Reihe nicht weiter, das Navi mit lokal gespeicherter Karte schon. Das ist der Fall, für den ein eigenes Gerät gekauft wird, und er tritt auf Reisen häufiger auf als in der Alltagsnutzung.

Die brauchbare Aufteilung ist beides: das Navi für die Route und die Beschränkungen, das Telefon für Öffnungszeiten, Stellplatzbewertungen und die Suche nach einer Werkstatt. Für die zweite Aufgabe ist die Datenbank eines Navis immer veralteter als eine App mit Nutzereinträgen.

Zwölf Engstellen, Stoppuhr, Fahrzeugmaße im Gerät

Die zwölf Engstellen waren vorab bekannt und über Beschilderung vor Ort dokumentiert: fünf Höhenbeschränkungen zwischen 2,60 und 3,00 Metern, drei Gewichtsbeschränkungen, zwei Breiten- und zwei Längenbeschränkungen. Für jede wurde eine Route so gelegt, dass die Engstelle auf dem kürzesten Weg lag.

Gewertet wurde als korrekt, wenn die vorgeschlagene Route die Stelle mied. Die Vorwarndistanz wurde über die Streckenanzeige des Geräts abgelesen, die Zeiten mit einer Stoppuhr genommen, jeweils drei Wiederholungen.

Zur Vollständigkeit der Stellplatzdatenbank und zur Qualität der Verkehrsmeldungen fehlt hier die Grundlage: beide ändern sich laufend, und eine Momentaufnahme wäre in wenigen Wochen falsch.

Zeiten und Datenmengen am Gerät gestoppt, Anzeige an einem 8-Zoll-Bildschirm
VorgangWertBemerkungBefund
Kaltstart bis Positionsfix41 snach zwei Wochen ohne Strom
Warmstart6 snach einer Nacht
Neuberechnung nach verpasster Abbiegung4,2 sauf 480 km Route
Kartenupdate24 GB, 3 hnur über WLAN sinnvoll
Stromaufnahme im Betrieb8,4 W0,7 A bei 12 V

Häufige Fragen

Wie zuverlässig ist das Maßrouting?

An zwölf bekannten Engstellen wurden zehn korrekt umfahren: alle fünf Höhen- und alle drei Gewichtsbeschränkungen, aber nur je eine von zwei Breiten- und Längenbeschränkungen.

Woran lagen die beiden Fehler?

Am Kartenmaterial, nicht an der Rechnung. Beide Beschränkungen waren vor Ort ausgeschildert, im Kartenmaterial aber nicht als Attribut hinterlegt. Höhen hängen an Brücken und sind gut erfasst, Breiten und Längen an Ortsbeschlüssen.

Wie früh wird gewarnt?

400 Meter vorher, bei 80 km/h also 18 Sekunden und bei 50 km/h 29. Wichtiger ist die Liste der Beschränkungen, die das Gerät vor Fahrtbeginn zur Route anzeigt; sie durchzusehen dauert eine Minute.

Was tun, wenn keine Route gefunden wird?

Das Ziel auf einen Parkplatz am Ortsrand verlegen. Die Fahrzeughöhe kleiner einzutragen ist der teure Fehler: der Wert bleibt gespeichert und gilt für alle künftigen Routen, ohne dass das Gerät daran erinnert.

Wie lange dauert die Neuberechnung?

4,2 Sekunden auf einer 480-Kilometer-Route, gegen 2,1 Sekunden ohne eingetragene Fahrzeugmaße. Bei Routen über mehrere Länder stieg sie auf 7 bis 9 Sekunden, weshalb sich Etappen lohnen.

Wie groß ist ein Kartenupdate?

24 Gigabyte und drei Stunden. Das gehört vor die Reise mit Netzteil und stabiler Verbindung; ein unterwegs abgebrochenes Update hinterlässt eine unvollständige Karte.

Wie viel Strom braucht das Gerät?

8,4 Watt, also 0,7 Ampere bei 12 Volt. Über acht Stunden Fahrt sind das 5,6 Amperestunden und bei einer 100-Amperestunden-Aufbaubatterie ohne Bedeutung.

Reicht eine Telefon-App?

Nur mit Netz. In einem Alpental ohne Verbindung kam die App nicht weiter, das Navi mit lokaler Karte schon. Für Stellplätze und Öffnungszeiten ist die App dagegen aktueller als jede Gerätedatenbank.

Geprüft im Juli 2026