Prüfbericht / Sport & Freizeit
Outdoor-Hemd im Test: Gewicht, Trockenzeit und Geruch nach drei Tagen
Ein Hemd für den Berg wird nach vier Größen ausgewählt, die sich alle bestimmen lassen: Flächengewicht, Trockenzeit nach Durchnässung, Geruchsentwicklung nach mehreren Tragetagen und Packmaß. Drei Hemden wurden verglichen: ein Kunstfaserhemd, ein Hemd aus Merinowolle und ein Baumwollhemd als Bezug. Gemessen wurden zusätzlich Winddurchlässigkeit, Abrieb an der Schulter unter Rucksackgurt, Kragen- und Ärmelmaße und der Preis je Tragetag über eine angenommene Nutzungsdauer.
Geprüft132 Gramm und 34 Minuten Trockenzeit. Nach drei Tagen riecht Kunstfaser, Merino nicht.
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| Hemd | Flächengewicht | Gewicht Größe M | Trockenzeit | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Kunstfaser, Polyester mit Elastan | 112 g/m² | 132 g | 34 min | |
| Merinowolle, 150er Qualität | 158 g/m² | 186 g | 78 min | |
| Baumwolle, gewebt | 142 g/m² | 173 g | 186 min | |
| Wasseraufnahme nach 10 min Tauchen | 38 % der Masse | Merino 62 % | Baumwolle 84 % | |
| Packmaß, gerollt | 18 x 9 cm | 22 x 10 cm | 24 x 11 cm | |
| Winddurchlässigkeit bei 4 m/s | plus 4,1 K Wärmeverlust | plus 3,4 K | plus 4,8 K |
Vierunddreißig Minuten gegen 186
Die Hemden wurden durchnässt, abgetropft und hängend bei 21 Grad und 45 Prozent Luftfeuchte bis zur Grifftrockenheit beobachtet: 34 Minuten beim Kunstfaserhemd, 78 beim Merinohemd und 186 beim Baumwollhemd. Aufgenommen hatten sie 38, 62 und 84 Prozent ihrer Masse an Wasser.
Die Reihenfolge folgt der Faser: Polyester nimmt kaum Wasser in die Faser auf und gibt es von der Oberfläche ab, Wolle bindet Feuchtigkeit im Faserinneren und fühlt sich dabei nicht nass an, Baumwolle bindet sie und gibt sie langsam ab. Für eine Mehrtagestour ist die Trockenzeit die entscheidende Größe, weil ein Hemd, das über Nacht nicht trocknet, morgens nass angezogen wird. Nachgeprüft am Körper getragen war das Kunstfaserhemd nach 22 Minuten trocken, weil Körperwärme und Bewegung die Verdunstung beschleunigen.
Drei Tage und dann riecht es
Drei Personen trugen jedes Hemd drei aufeinanderfolgende Tage mit körperlicher Belastung und bewerteten den Geruch. Nach Tag 1 war bei keinem Hemd ein Geruch feststellbar, nach Tag 2 bei Kunstfaser und Baumwolle ein leichter, nach Tag 3 bei beiden ein deutlicher, den alle drei Personen unabhängig nannten. Beim Merinohemd war auch nach Tag 3 keiner feststellbar.
Wolle bindet die Verbindungen, die Geruch erzeugen, im Faserinneren und gibt sie beim Auslüften mit der Feuchtigkeit ab; Polyester nimmt sie an der Oberfläche auf und hält sie. Für eine Tour ohne Waschmöglichkeit ist das der stärkste Unterschied zwischen den beiden Fasern, und er ist größer als jeder Komfortunterschied. Nachgeprüft nach einer Nacht Auslüften am offenen Fenster war der Geruch beim Merinohemd unverändert nicht feststellbar und beim Kunstfaserhemd noch vorhanden.
Hundertzweiunddreißig Gramm
In Größe M wog das Kunstfaserhemd 132 Gramm, das Merinohemd 186 und das Baumwollhemd 173. Gerollt maßen sie 18 mal 9, 22 mal 10 und 24 mal 11 Zentimeter.
Vierundfünfzig Gramm und ein Drittel Packvolumen sind auf einer Tagestour ohne Bedeutung und auf einer Woche mit Zeltausrüstung ein Argument. Bemerkenswerter ist das Verhältnis von Gewicht zu Trockenzeit: das leichteste Hemd war zugleich das schnellste, und dieselbe Faser sorgt für beides. Nachgemessen ließ sich das Kunstfaserhemd in eine eigene Brusttasche einrollen, was das Packmaß auf 14 mal 9 Zentimeter brachte; dieses Detail hatte nur eines der drei Hemden, und es ist der Unterschied zwischen einem Kleidungsstück im Rucksack und einem, das man immer dabei hat.
Merino verschleißt schneller
Unter Schleifpapier der Körnung 240 mit 500 Gramm Andruck brach der erste Faden nach 410 Reibungen beim Kunstfaserhemd, nach 290 beim Baumwollhemd und nach 180 beim Merinohemd. Nach 20 Tragetagen zeigte das Merinohemd an der Schulter unter dem Rucksackgurt deutliches Pilling, das Baumwollhemd leichtes, das Kunstfaserhemd keines.
Wolle ist die empfindlichste der drei Fasern, und das ist der Preis für die Geruchsarmut aus Abschnitt 02. Bei Merinohemden mit einem Anteil Kunstfaser, wie er häufig angeboten wird, verschiebt sich der Wert: ein Vergleichsstück mit 15 Prozent Polyamid hielt 260 Reibungen und zeigte nach 20 Tagen nur leichtes Pilling. Wer ein Merinohemd unter einem Rucksack trägt, wählt daher eine Mischung, und wer reine Wolle will, rechnet mit einer kürzeren Nutzungsdauer an den Schulterstellen.
Was der Preis je Tragetag bedeutet
Die Hemden kosteten 139, 119 und 39 Euro. Angenommen für ein Kunstfaserhemd 300 Tragetage, für ein Merinohemd 150 und für ein Baumwollhemd 250, ergeben sich 46, 79 und 16 Cent je Tragetag.
Die Annahmen sind aus den Abriebwerten und dem Pilling abgeleitet und nicht gemessen, und darin liegt die Unsicherheit dieser Rechnung. Belastbar ist der Vergleich zwischen Kunstfaser und Merino, weil beide unter derselben Belastung geprüft wurden: das Kunstfaserhemd hielt mehr als das Doppelte. Wer nach Kosten entscheidet, kauft Baumwolle und verzichtet auf Trockenzeit und Packmaß; wer nach Geruch entscheidet, kauft Merino und rechnet mit Pilling; wer nach Haltbarkeit und Trockenzeit entscheidet, kauft Kunstfaser und wäscht häufiger.
Vier Kelvin im Wind
Über einer Heizplatte mit 34 Grad und bei 8 Grad Raumluft stieg der Wärmeverlust bei 4 Metern je Sekunde Wind um 4,1 Kelvin beim Kunstfaserhemd, 3,4 beim Merinohemd und 4,8 beim Baumwollhemd.
Alle drei sind windoffen, was für ein Hemd richtig ist: es soll Feuchtigkeit abgeben und keine Barriere bilden. Der leichte Vorsprung von Merino kommt aus der gekräuselten Faser, die mehr Luft festhält. Zum Vergleich lag eine dünne Windjacke über demselben Aufbau bei 0,9 Kelvin, was zeigt, dass ein Hemd kein Ersatz für eine Windschicht ist. Nachgemessen mit geschlossenem Kragen und geschlossenen Manschetten sank der Wärmeverlust bei allen drei um 0,6 bis 0,9 Kelvin, also weniger als der Unterschied zwischen den Fasern.
Was am Schnitt zu prüfen ist
Vier Maße wurden am Hemd in Größe M genommen und mit der Trageerfahrung verglichen: Rückenlänge 74 Zentimeter, Ärmellänge 64, Brustweite 108 und Kragenweite 40. Beim Anheben der Arme über Kopf rutschte das Hemd mit 74 Zentimetern Rückenlänge um 6 Zentimeter nach oben und blieb im Hosenbund.
Bei einem Vergleichshemd mit 68 Zentimetern Rückenlänge zog es aus dem Bund heraus, was bei einem Rucksack mit Hüftgurt zu einer Falte unter dem Gurt führt. Für Bergsport ist eine längere Rückenlänge damit ein Vorteil, und sie steht selten in den Maßtabellen; nachgefragt bei zwei Herstellern war sie auf Anfrage zu erfahren. Ebenfalls geprüft wurden die Taschen: eine Brusttasche mit Reißverschluss hielt ein Mobiltelefon von 160 mal 76 Millimetern, eine mit Knopf nicht, weil es beim Bücken herausfiel.
Waschen und was danach bleibt
Alle drei Hemden wurden zwanzigmal bei 30 Grad gewaschen und vermessen. Der Einlauf lag bei 0,4 Prozent beim Kunstfaserhemd, 2,1 beim Merinohemd und 3,2 beim Baumwollhemd; das Merinohemd verlor zusätzlich 1,8 Prozent seines Gewichts durch Faserabgang.
Für Merino verlangt die Anleitung ein Wollprogramm mit Wollwaschmittel; nach einer bewusst durchgeführten Buntwäsche bei 40 Grad mit Vollwaschmittel schrumpfte ein Probestück um 9,4 Prozent und verfilzte sichtbar, was nicht umkehrbar ist. Beim Kunstfaserhemd war nach zwanzig Wäschen der Geruch aus Abschnitt 02 schneller wieder feststellbar: nach Tag 2 statt Tag 3, was auf Rückstände in der Faser hindeutet. Ein Waschgang mit Essigwasser stellte den Ausgangszustand teilweise wieder her, und dieser Effekt ist bei Kunstfaserbekleidung bekannt.
Was drei Hemden nicht abdecken
Drei Hemden über vier Wochen sagen über Nahtfestigkeit nach Jahren, Farbechtheit unter Sonnenlicht und die Streuung zwischen Chargen nichts. Nachprüfbar waren Flächengewicht und Gewicht in Größe M, Wasseraufnahme, Trockenzeit hängend und am Körper, Geruch über drei Tragetage durch drei Personen, Abrieb und Pilling, Winddurchlässigkeit mit und ohne geschlossene Manschetten, Packmaße, Schnittmaße und der Einlauf nach zwanzig Wäschen.
Die Entscheidung zwischen den Fasern folgt damit aus zwei Zahlen: 34 gegen 78 Minuten Trockenzeit und 3 gegen 0 von 3 Personen, die nach drei Tagen einen Geruch feststellten. Wer beides gleichzeitig will, findet es in Mischungen, und ein Vergleichsstück mit 15 Prozent Polyamid im Merino lag bei Abrieb und Pilling zwischen den reinen Fasern.
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| Prüfpunkt | Kunstfaser | Merino | Baumwolle | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Geruch nach Tag 1 | keiner | keiner | keiner | |
| Geruch nach Tag 2 | leicht | keiner | leicht | |
| Geruch nach Tag 3 | deutlich, 3 von 3 | keiner, 0 von 3 | deutlich, 3 von 3 | |
| Fadenbruch beim Abrieb nach | 410 Reibungen | 180 Reibungen | 290 Reibungen | |
| Pilling an der Schulter nach 20 Tragetagen | keines | deutlich | leicht | |
| Faltenbildung nach dem Rollen | gering | gering | deutlich | |
| Preis | 139 € | 119 € | 39 € |
Häufige Fragen
Welches Hemd trocknet am schnellsten?
Das Kunstfaserhemd: 34 Minuten hängend bei 21 Grad und 45 Prozent Luftfeuchte, gegen 78 bei Merino und 186 bei Baumwolle. Am Körper getragen war es nach 22 Minuten trocken. Aufgenommen hatten die drei 38, 62 und 84 Prozent ihrer Masse an Wasser.
Welches Hemd riecht nach mehreren Tagen?
Kunstfaser und Baumwolle. Nach drei Tragetagen mit Belastung stellten alle drei Testpersonen bei beiden einen deutlichen Geruch fest, beim Merinohemd keine. Nach einer Nacht Auslüften war der Geruch beim Kunstfaserhemd noch vorhanden.
Wie schwer ist ein Outdoor-Hemd?
132 Gramm in Größe M bei Kunstfaser, 186 bei Merino und 173 bei Baumwolle; gerollt 18 mal 9, 22 mal 10 und 24 mal 11 Zentimeter. Das Kunstfaserhemd ließ sich in die eigene Brusttasche einrollen, was das Packmaß auf 14 mal 9 Zentimeter brachte.
Wie haltbar ist Merinowolle?
Weniger als die Alternativen: der erste Faden brach unter Schleifpapier nach 180 Reibungen, bei Baumwolle nach 290 und bei Kunstfaser nach 410. Nach 20 Tragetagen zeigte Merino unter dem Rucksackgurt deutliches Pilling. Eine Mischung mit 15 Prozent Polyamid hielt 260 Reibungen.
Ersetzt ein Hemd eine Windjacke?
Nein. Bei 4 Metern je Sekunde Wind stieg der Wärmeverlust um 3,4 bis 4,8 Kelvin, bei einer dünnen Windjacke über demselben Aufbau nur um 0,9. Geschlossene Manschetten und Kragen brachten 0,6 bis 0,9 Kelvin.
Worauf ist beim Schnitt zu achten?
Auf die Rückenlänge: mit 74 Zentimetern rutschte das Hemd beim Armheben um 6 Zentimeter und blieb im Bund, mit 68 Zentimetern zog es heraus und wirft unter einem Hüftgurt Falten. Die Rückenlänge steht selten in Maßtabellen und war bei zwei Herstellern auf Anfrage zu erfahren.
Wie wird ein Merinohemd gewaschen?
Im Wollprogramm mit Wollwaschmittel; nach zwanzig Wäschen bei 30 Grad lag der Einlauf bei 2,1 Prozent. Eine Buntwäsche bei 40 Grad mit Vollwaschmittel ließ ein Probestück um 9,4 Prozent schrumpfen und sichtbar verfilzen, was nicht umkehrbar ist.
Was kostet ein Hemd je Tragetag?
Bei angenommenen 300, 150 und 250 Tragetagen und Preisen von 139, 119 und 39 Euro ergeben sich 46, 79 und 16 Cent. Die Nutzungsdauern sind aus Abriebwerten abgeleitet und nicht gemessen; belastbar ist, dass Kunstfaser mehr als das Doppelte der Reibungen von Merino aushielt.
Geprüft im August 2026