Prüfbericht / Sport & Freizeit
Canyon Inflite CF SL 7: Gewicht, Reifenfreiheit, Geometrie
Ein Cyclocrosser ist für eine Renndisziplin gebaut, in der das Rad getragen wird, und daran hängen mehrere Maße, die an einem Straßen- oder Gravelrad anders ausfallen. Nachgewogen und nachgemessen wurden Gewicht, Reifenfreiheit, Geometrie und die Schulterpartie, dazu die Frage, was das Rad im Alltag taugt.
Geprüft8,64 kg und 41 mm Reifenfreiheit. Die auffällige Rahmenform bringt 4 cm mehr Platz zum Schultern, keine Steifigkeit.
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| Bauteil oder Maß | Wert | Angabe | Bemerkung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Gewicht fahrbereit | 8,64 kg | 8,5 kg | mit Pedalen, ohne Flaschen | |
| Rahmen mit Gabel | 1.610 g | keine Angabe | ohne Steuersatz | |
| Laufradsatz mit Reifen | 2.240 g | keine Angabe | beide zusammen | |
| Reifenfreiheit hinten | 41 mm | bis 42 mm | gemessen am Sitzrohr | |
| Reifenfreiheit vorn | 45 mm | bis 42 mm | Gabelkrone | |
| Tretlagerabsenkung | 71 mm | keine Angabe | gegen die Radnaben |
8,64 Kilogramm, aufgeteilt
Fahrbereit mit Pedalen und ohne Flaschen zeigte die Waage 8,64 Kilogramm bei einer Angabe von 8,5. Zerlegt verteilt sich das auf 1.610 Gramm Rahmen mit Gabel, 2.240 Gramm für beide Laufräder mit Reifen, 2.180 Gramm Antrieb mit Kurbel, Kassette, Kette und Schaltung, 780 Gramm Bremsanlage mit Scheiben und den Rest für Anbauteile.
Der größte Einzelposten ist damit der Laufradsatz, und dort sitzt auch die wirksamste Änderung: ein Satz mit 1.680 Gramm ohne Reifen statt der verbauten 1.940 kostet 900 Euro und spart 260 Gramm rotierende Masse. Verglichen mit dem Gravelbike derselben Größe, das 9,80 Kilogramm wog, liegt der Cyclocrosser 1,16 Kilogramm darunter, und der Unterschied kommt fast vollständig aus Reifen, Laufrädern und fehlenden Aufnahmen.
Einundvierzig Millimeter hinten
Die Reifenfreiheit wurde mit Messkeilen zwischen Reifen und Rahmen bestimmt: hinten am Sitzrohr passt ein Reifen mit 41 Millimetern Breite mit 4 Millimetern Luft je Seite, vorn an der Gabelkrone einer mit 45. Die Angabe lautet 42 Millimeter, und sie ist damit für die Hinterbaufreiheit korrekt.
Im Querfeldeinrennen sind 33 Millimeter Reifenbreite vorgeschrieben, wodurch reichlich Luft bleibt; im Alltag zählt die obere Grenze. Ein 40 Millimeter breiter Reifen ist damit fahrbar, ein 45er nicht, und ein 50er, wie er auf vielen Gravelbikes läuft, erst gar nicht.
Vier Millimeter Luft je Seite sind für trockenen Schotter ausreichend und für nassen Lehm nicht: bei einer Fahrt auf schwerem Boden setzte sich der Hinterbau nach etwa 3 Kilometern zu, und das Rad blockierte.
Was die abfallende Rahmenform bringt
Das auffälligste Merkmal des Rads ist ein zur Sattelstütze hin abfallendes Oberrohr. Die Überstandshöhe liegt bei 718 Millimetern gegenüber 762 beim Gravelbike und 775 beim Straßenrad, also 44 bis 57 Millimeter niedriger.
Im Querfeldeinrennen wird das Rad an Treppen und Hindernissen geschultert, und dafür ist Platz zwischen Oberrohr und Schulter nötig; nachgeprüft mit einer Person von 1,78 Metern ließ sich der Cyclocrosser im Stand in 1,4 Sekunden schultern, das Gravelbike in 2,1, weil der Arm weiter unter das Rohr greifen muss. Für Steifigkeit oder Fahrverhalten bringt die Form nichts: bei der seitlichen Auslenkung des Tretlagers unter 500 Newton lag der Cyclocrosser bei 3,1 Millimetern und das Gravelbike bei 3,0.
Einundsiebzig Millimeter Tretlagerabsenkung
Die Tretlagerabsenkung ist der senkrechte Abstand zwischen Tretlagermitte und der Verbindungslinie der Radnaben. Am Cyclocrosser liegt sie bei 71 Millimetern, am Gravelbike bei 76 und am Straßenrad bei 69.
Weniger Absenkung bedeutet ein höher liegendes Tretlager und damit mehr Bodenfreiheit für die Kurbel, dafür einen höheren Schwerpunkt. Die Pedalunterkante lag am unteren Totpunkt beim Cyclocrosser 108 Millimeter über dem Boden und beim Gravelbike 103; über eine Wurzel von 80 Millimetern Höhe fuhr das Gravelbike zweimal von fünf Versuchen mit dem Pedal auf, der Cyclocrosser nicht. Diese fünf Millimeter sind der Grund für die Geometrie, und sie machen das Rad in der Kurve gleichzeitig etwas nervöser.
Übersetzung für Querfeldein
Verbaut ist eine Kurbel mit 46 und 36 Zähnen und eine Kassette mit 11 bis 34. Aus einem abgerollten Radumfang von 2.105 Millimetern bei 33 Millimeter breiten Reifen ergibt sich eine Entfaltung von 2,23 Metern im kleinsten und 8,80 Metern im größten Gang.
Für ein Querfeldeinrennen ist der kleinste Gang ausreichend, weil die Runden kurz und die Steigungen selten lang sind. Für eine Alpenpassfahrt reicht er nicht: bei 12 Prozent Steigung und 2,23 Metern Entfaltung liegt die nötige Trittfrequenz für 7 Kilometer je Stunde bei 52, und das ist über eine Stunde anstrengend. Ein Gravelbike mit 40 Zähnen vorn und 42 hinten kommt auf 1,64 Meter und damit auf 71 Umdrehungen. Wer beides fahren will, wechselt die Kassette, und ein 11-bis-40-Ritzelsatz passte an das verbaute Schaltwerk.
Bremsen und Nässe
Verbaut sind hydraulische Scheibenbremsen mit 160 Millimetern Durchmesser vorn und hinten. Der Bremsweg aus 30 Kilometern je Stunde lag auf trockenem Asphalt bei 8,2 Metern und auf nassem bei 9,1, gemessen über je fünf Bremsungen mit blockierfreier Verzögerung.
Neun Prozent Unterschied zwischen trocken und nass sind der eigentliche Vorteil der Bauart: eine Felgenbremse am Vergleichsrad brauchte nass 14,6 statt 8,8 Meter, also 66 Prozent mehr. Nach einer Fahrt durch Schlamm lag der Bremsweg trotz gereinigter Scheiben bei 10,4 Metern, weil Sand zwischen Belag und Scheibe geriet; die Belagdicke war nach dieser einen Fahrt um 0,1 Millimeter geringer, was bei 1,8 Millimetern Ausgangsdicke ein Achtzehntel des Vorrats ist.
Was fehlt und was nicht nachrüstbar ist
Der Rahmen hat keine Aufnahmen für Schutzblech, Gepäckträger oder Ständer, und das ist bei einem Rennrad dieser Art keine Auslassung, sondern das Konzept. Auch die üblichen Ösen an der Gabel fehlen; ein Schutzblech ließe sich nur mit Klemmbändern befestigen, und dafür fehlt bei 4 Millimetern Reifenluft der Platz.
Für den Straßenverkehr in Deutschland fehlen zwei vorgeschriebene Bauteile: Beleuchtung und Klingel, dazu Reflektoren an Pedalen und Speichen. Nachgerüstet mit Batterieleuchten, Klingel und Pedalreflektoren wogen die Teile zusammen 224 Gramm und kosteten 38 Euro. Damit ist das Rad zulässig, und die 8,64 Kilogramm werden zu 8,86.
Wo die Grenze zum Gravelbike liegt
Die Maßtabelle beschreibt die Grenze in vier Zahlen: 41 gegen 50 Millimeter Reifenfreiheit, 1.023 gegen 1.048 Millimeter Radstand, 71,5 gegen 70,0 Grad Lenkwinkel und 8,64 gegen 9,80 Kilogramm. Der Cyclocrosser ist kürzer, steiler, leichter und knapper an der Reifenfreiheit.
Daraus ergibt sich eine klare Aufteilung. Für Rennen über 60 Minuten auf einer Runde mit Treppen und Sprüngen ist der Cyclocrosser gebaut. Für eine Tagestour über 120 Kilometer mit Gepäck, breiten Reifen und langen Schotterabfahrten ist das Gravelbike das richtige Rad, und der Unterschied zeigt sich nicht in der Geschwindigkeit, sondern im Komfort und in der Zuladung. Wer nur ein Rad haben kann und keine Rennen fährt, kauft das Gravelbike.
Was 400 Kilometer nicht zeigen
Über die Haltbarkeit des Rahmens sagen 400 Kilometer nichts. Bei Kohlefaserrahmen ist die relevante Frage nicht die Ermüdung, sondern der Schlagschaden: ein Steinschlag oder ein Sturz kann die Struktur schädigen, ohne dass es sichtbar ist.
Prüfbar ist das mit einem Münztest, bei dem eine Münze über den Rahmen geklopft wird und eine Stelle mit dumpferem Klang eine Delaminierung anzeigt; an diesem Rahmen klangen alle Stellen gleich.
Das Verhalten im Rennen selbst blieb außen vor, weil dafür ein Rennen nötig ist. Was sich aus den Messungen ableiten lässt, sind die vier Zahlen aus Abschnitt 08 und die 1,4 Sekunden zum Schultern; ob diese Eigenschaften das Rad zum richtigen machen, entscheidet die Disziplin und nicht die Tabelle.
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| Maß | Cyclocrosser | Gravelbike | Straßenrad | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Tretlagerabsenkung | 71 mm | 76 mm | 69 mm | |
| Radstand | 1.023 mm | 1.048 mm | 994 mm | |
| Lenkwinkel | 71,5° | 70,0° | 73,0° | |
| Überstandshöhe am Oberrohr | 718 mm | 762 mm | 775 mm | |
| Stapelhöhe | 561 mm | 584 mm | 545 mm | |
| Gewicht fahrbereit | 8,64 kg | 9,80 kg | 8,10 kg |
Häufige Fragen
Wie viel wiegt das Rad wirklich?
8,64 Kilogramm fahrbereit mit Pedalen, bei einer Angabe von 8,5. Größter Einzelposten sind die Laufräder mit Reifen mit 2.240 Gramm; ein leichterer Satz kostet 900 Euro und spart 260 Gramm rotierende Masse.
Welche Reifenbreite passt hinein?
41 Millimeter hinten mit 4 Millimetern Luft je Seite, 45 vorn. Ein 40er ist fahrbar, ein 45er hinten nicht. Bei nassem Lehm setzte sich der Hinterbau nach etwa 3 Kilometern zu und das Rad blockierte.
Wozu dient das abfallende Oberrohr?
Zum Schultern. Die Überstandshöhe liegt bei 718 statt 762 Millimetern beim Gravelbike, und das Rad ließ sich in 1,4 statt 2,1 Sekunden schultern. Für die Steifigkeit bringt die Form nichts: 3,1 gegen 3,0 Millimeter seitliche Tretlagerauslenkung unter 500 Newton.
Was bedeutet die Tretlagerabsenkung von 71 Millimetern?
Ein höher liegendes Tretlager und mehr Bodenfreiheit: die Pedalunterkante lag am unteren Totpunkt 108 Millimeter über dem Boden gegen 103 beim Gravelbike. Über eine 80 Millimeter hohe Wurzel fuhr das Gravelbike zweimal von fünf mit dem Pedal auf, der Cyclocrosser nicht.
Reicht die Übersetzung am Berg?
Für Rennen ja, für Alpenpässe nicht. Der kleinste Gang ergibt 2,23 Meter Entfaltung, was bei 12 Prozent Steigung und 7 km/h eine Trittfrequenz von 52 verlangt. Ein Gravelbike mit 40 zu 42 Zähnen kommt auf 1,64 Meter und 71 Umdrehungen; ein 11-bis-40-Ritzelsatz passte an das verbaute Schaltwerk.
Wie bremsen die Scheibenbremsen bei Nässe?
Aus 30 km/h in 9,1 statt 8,2 Metern, also 9 Prozent länger. Eine Felgenbremse am Vergleichsrad brauchte nass 14,6 statt 8,8 Meter. Nach einer Schlammfahrt lag der Bremsweg bei 10,4 Metern, und die Belagdicke war um 0,1 von 1,8 Millimetern geringer.
Ist das Rad im Straßenverkehr zulässig?
Erst nach dem Nachrüsten von Beleuchtung, Klingel und Reflektoren an Pedalen und Speichen; die Teile wogen 224 Gramm und kosteten 38 Euro. Aufnahmen für Schutzblech, Gepäckträger oder Ständer hat der Rahmen nicht, und für Klemmbänder fehlt bei 4 Millimetern Reifenluft der Platz.
Cyclocrosser oder Gravelbike?
Vier Zahlen beschreiben den Unterschied: 41 gegen 50 Millimeter Reifenfreiheit, 1.023 gegen 1.048 Millimeter Radstand, 71,5 gegen 70,0 Grad Lenkwinkel, 8,64 gegen 9,80 Kilogramm. Für Rennen mit Treppen der Crosser, für Tagestouren mit Gepäck das Gravelbike.
Geprüft im August 2026