Prüfbericht / Baby & Kind
Babyphone im Test: Funkleistung, Bauarten und der Betrieb für zwei Kinder
Bei einem Babyphone werden vier Bauarten angeboten, und sie unterscheiden sich in der Funktechnik: analoge Geräte auf 446 Megahertz, digitale Geräte im DECT-Bereich, Geräte über das heimische Funknetz und Geräte, die über einen Dienst im Internet arbeiten. Gemessen wurden die Feldstärke in verschiedenen Abständen und Betriebsarten, die Reichweite, die Reaktion auf Störungen durch andere Geräte, der Stromverbrauch und die Frage, wie ein Betrieb für zwei Kinder aussieht.
GeprüftDer Abstand entscheidet, nicht die Bauart: 2 Meter statt 30 Zentimeter senken die Feldstärke auf ein Fünfzigstel.
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| Bauart | In 30 cm | In 1 m | In 2 m | Befund |
|---|---|---|---|---|
| DECT, dauernd sendend | 1,84 V/m | 0,41 V/m | 0,11 V/m | |
| DECT, bedarfsgesteuert, Ruhe | 0,09 V/m | 0,02 V/m | unter 0,01 V/m | |
| DECT, bedarfsgesteuert, Übertragung | 1,79 V/m | 0,39 V/m | 0,10 V/m | |
| Gerät im heimischen Funknetz | 2,12 V/m | 0,48 V/m | 0,13 V/m | |
| Analog auf 446 MHz | 0,96 V/m | 0,22 V/m | 0,06 V/m | |
| Zum Vergleich: Mobiltelefon im Gespräch | 3,4 V/m | 0,8 V/m | 0,21 V/m |
Ein Fünfzigstel durch zwei Meter Abstand
Mit einem Messgerät für hochfrequente Felder wurde die Feldstärke neben der Babyeinheit bestimmt. Bei einem dauernd sendenden DECT-Gerät lagen in 30 Zentimetern Abstand 1,84 Volt je Meter an, in einem Meter 0,41 und in zwei Metern 0,11.
Der Abstand wirkt also stärker als jede Bauartentscheidung: von 30 Zentimetern auf 2 Meter fällt der Wert auf ein Sechzehntel der Feldstärke und damit auf etwa ein Fünfzigstel der Leistungsdichte, weil diese mit dem Quadrat abnimmt. Für die Aufstellung folgt daraus die einfachste Maßnahme, die es gibt: die Babyeinheit nicht ans Bett, sondern mindestens zwei Meter entfernt aufstellen. Die Empfindlichkeit reicht dafür aus, wie die Messung im nächsten Abschnitt zeigt.
Zwei Meter Abstand kosten sechs Dezibel
Um zu prüfen, ob der größere Abstand die Empfindlichkeit unbrauchbar macht, wurde die Ansprechschwelle in 30 Zentimetern und in zwei Metern Entfernung von der Schallquelle bestimmt: 46 gegen 52 Dezibel bei gleicher Einstellung.
Sechs Dezibel entsprechen dem Unterschied zwischen Quengeln und Weinen, und sie sind mit einer Stufe höherer Empfindlichkeit auszugleichen; nachgemessen lag die Schwelle in zwei Metern auf der nächsthöheren Stufe bei 47 Dezibel und damit praktisch beim Ausgangswert. Die verbreitete Aufstellung dicht am Bett bringt also keinen Gewinn an Empfindlichkeit, der nicht anders zu erreichen wäre. Ein zweiter Punkt kommt hinzu: in zwei Metern Entfernung nimmt das Gerät auch Geräusche aus dem Raum auf, was bei einem Kind, das aus dem Bett steigt, ein Vorteil ist.
Bedarfsgesteuert statt dauernd
Zwei der vier geprüften Geräte senden nur, wenn ein Geräusch die Schwelle überschreitet; dazwischen halten sie die Verbindung mit kurzen Kontrollimpulsen. Gemessen lagen in Ruhe 0,09 Volt je Meter in 30 Zentimetern an, gegen 1,84 bei einem dauernd sendenden Gerät.
Das ist ein Unterschied um den Faktor 20 in der Feldstärke und rund 400 in der Leistungsdichte, und er betrifft die überwiegende Zeit, weil ein Kind die meiste Zeit still schläft. Nachgezählt über eine Nacht sendete das bedarfsgesteuerte Gerät 24 Minuten und war 8 Stunden 36 Minuten in Ruhe. Wer eine solche Betriebsart nutzen will, prüft die Bezeichnung im Datenblatt und schaltet sie im Menü ein; bei einem der beiden Geräte war sie werkseitig ausgeschaltet, was in der Anleitung stand und beim Einrichten übersehen wird.
Was die Bauarten unterscheidet
Analoge Geräte auf 446 Megahertz hatten die niedrigste Feldstärke mit 0,96 Volt je Meter in 30 Zentimetern, sind aber unverschlüsselt: mit einem handelsüblichen Funkgerät desselben Bands war die Übertragung im Prüfaufbau aus 40 Metern Entfernung mitzuhören. Dazu kam Übersprechen, als ein zweites analoges Gerät in Betrieb ging.
Digitale Geräte im DECT-Bereich sind verschlüsselt und arbeiteten ohne Störung, als ein zweites Gerät im gleichen Band lief. Geräte über das heimische Funknetz hatten die höchste Feldstärke mit 2,12 Volt je Meter und zeigten Aussetzer, als im Netz parallel ein Film übertragen wurde; zudem brauchen sie ein funktionierendes Heimnetz und bei Diensten über das Internet einen Zugang und ein Konto. Nachgeprüft im Flugmodus des Routers arbeitete das DECT-Gerät weiter und das Netzgerät nicht.
Zwei Kinder, zwei Wege
Für zwei Kinder in getrennten Zimmern wurden zwei Wege geprüft. Bei zwei der vier Modelle ließ sich eine zweite Babyeinheit an derselben Elterneinheit anmelden; sie kostete 39 bis 69 Euro, und die Elterneinheit schaltete zwischen den Räumen um oder zeigte beide Kanäle an.
Der zweite Weg sind zwei vollständige Geräte, was zwei Elterneinheiten und damit zwei Signaltöne bedeutet; im Prüfbetrieb über eine Woche war das unübersichtlich, weil sich nicht sofort zuordnen ließ, welches Kind gemeint war. Bei der Umschaltlösung war die Zuordnung eindeutig, dafür ließen sich beide Räume nur abwechselnd hören: bei aktivierter automatischer Umschaltung wechselte das Gerät alle 30 Sekunden, sodass ein kurzes Geräusch im anderen Raum verpasst werden kann. Bei Geräten über das Heimnetz ist der Betrieb mit zwei Kameras die einfachere Lösung, weil beide Bilder in einer Anwendung liegen.
Achtunddreißig Meter durch zwei Wände
Die Reichweite wurde bis zum Verbindungsabbruch bestimmt: 38 Meter durch zwei Wände aus Kalksandstein beim DECT-Gerät, 31 beim analogen und 24 beim Gerät im heimischen Funknetz.
Beim Netzgerät hängt die Reichweite nicht am Gerät, sondern am Funknetz des Hauses, und ein zusätzlicher Zugangspunkt verbesserte den Wert im Prüfaufbau auf 34 Meter. Bemerkenswert war das Verhalten am Rand der Reichweite: das DECT-Gerät gab einen Warnton, das analoge rauschte und das Netzgerät zeigte das Bild eingefroren, ohne zu warnen. Ein Gerät, das den Verbindungsverlust nicht meldet, ist in dieser Anwendung der ungünstigste Fall, weil Stille als Ruhe gelesen wird; bei zwei der vier Geräte war ein solcher Warnton einstellbar und werkseitig aktiv.
Was ein Prüfurteil misst und wann es galt
Zu Babyphonen liegen Untersuchungen von Verbraucherorganisationen vor, und die älteren davon haben besonders die Funkbelastung und die Schadstoffe in den Gehäusen betrachtet, die neueren zusätzlich Übertragungsqualität, Bedienung, Datensicherheit bei netzgebundenen Geräten und Akkulaufzeit.
Für die Bewertung wichtig ist der Zeitpunkt: ein Urteil aus dem Jahr 2013 bezieht sich auf Geräte, die es überwiegend nicht mehr gibt, und auf einen Stand der Technik, in dem bedarfsgesteuerte Übertragung selten war. Nachgemessen hat sich genau dieser Punkt geändert, und er ist der wichtigste. Wer nach Urteilen sucht, sucht daher mit Jahresangabe und prüft, ob das Modell noch angeboten wird; die Messgrößen aus einem älteren Urteil bleiben nützlich, die Modellnamen nicht.
Ein Komma vier Watt im Dauerbetrieb
Die Babyeinheiten zogen 1,1 bis 2,8 Watt, die Elterneinheiten in der Ladestation 0,6 bis 1,1 Watt. Zusammen ergibt das 1,7 bis 3,9 Watt im Dauerbetrieb, also 15 bis 34 Kilowattstunden im Jahr.
Bei 30 Cent je Kilowattstunde sind das 4,50 bis 10,20 Euro, was keine Kaufentscheidung trägt. Aussagekräftiger ist die Frage, was bei Stromausfall passiert: keine der vier Babyeinheiten hatte einen Akku, drei ließen sich über eine Powerbank mit 5 Volt betreiben, was die Anleitungen nicht vorsehen. Wer in einer Gegend mit häufigen Ausfällen wohnt, prüft das vor dem Kauf, und bei einem netzgebundenen Gerät fällt zusätzlich der Router aus, was die Übertragung ohnehin beendet.
Was ein Feldstärkemessgerät nicht beantwortet
Vier Geräte über zwei Wochen sagen über gesundheitliche Wirkungen von Funkfeldern nichts, und das ist auch nicht die Frage, die ein Messgerät beantworten kann; dafür gibt es Grenzwerte, Fachbehörden und eine umfangreiche Forschung. Nachprüfbar waren Feldstärken in drei Abständen und drei Betriebsarten, Ansprechschwellen bei zwei Aufstellungen, Reichweiten, Verhalten bei Störungen und ohne Heimnetz, Mithörbarkeit, Leistungsaufnahme und die Möglichkeiten für zwei Kinder.
Die praktische Folgerung ist unabhängig von jeder Bewertung dieselbe: der Abstand wirkt am stärksten, und zwei Meter kosten nur eine Stufe Empfindlichkeit. Eine bedarfsgesteuerte Übertragung senkt die Sendezeit auf 24 von 540 Minuten je Nacht. Beides ist ohne Aufpreis zu haben, wenn man beim Kauf darauf sieht und beim Einrichten nachschaut, ob die Betriebsart eingeschaltet ist.
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| Prüfpunkt | DECT | Funknetz | Analog | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Reichweite durch zwei Wände | 38 m | 24 m | 31 m | |
| Verbindung ohne Heimnetz | ja | nein | ja | |
| Mithören durch Dritte möglich | nein, verschlüsselt | nein, verschlüsselt | ja, mit Funkgerät | |
| Störung durch zweites Gerät im Band | keine | Aussetzer bei Videostreaming | Übersprechen | |
| Leistung Babyeinheit | 1,4 W | 2,8 W | 1,1 W | |
| Zwei Kinder an einer Elterneinheit | bei 2 von 4 Modellen | ja, je Kamera | nein | |
| Preis je zusätzliche Babyeinheit | 39 bis 69 € | 49 bis 99 € | kein Angebot |
Häufige Fragen
Wie stark ist das Funkfeld eines Babyphones?
In 30 Zentimetern Abstand 0,96 bis 2,12 Volt je Meter, in einem Meter 0,22 bis 0,48 und in zwei Metern 0,06 bis 0,13. Ein Mobiltelefon im Gespräch lag bei 3,4 Volt je Meter in 30 Zentimetern.
Was ist die wirksamste Maßnahme?
Der Abstand: von 30 Zentimetern auf 2 Meter fällt die Feldstärke auf ein Sechzehntel und die Leistungsdichte auf etwa ein Fünfzigstel. Die Ansprechschwelle verschlechtert sich dabei nur von 46 auf 52 Dezibel und liegt mit einer Stufe höherer Empfindlichkeit wieder bei 47.
Was bedeutet bedarfsgesteuerte Übertragung?
Das Gerät sendet nur bei Geräuschen und hält dazwischen mit kurzen Impulsen Verbindung: 0,09 statt 1,84 Volt je Meter in 30 Zentimetern. Über eine Nacht sendete es 24 Minuten und war 8 Stunden 36 Minuten in Ruhe. Bei einem Gerät war die Betriebsart werkseitig ausgeschaltet.
Welche Bauart ist die richtige?
Digital im DECT-Bereich für den Regelfall: verschlüsselt, 38 Meter durch zwei Wände, ohne Heimnetz nutzbar und störungsfrei neben einem zweiten Gerät. Analoge Geräte sind unverschlüsselt und waren aus 40 Metern mit einem Funkgerät mitzuhören; Geräte über das Heimnetz hatten die höchste Feldstärke und fielen ohne Router aus.
Wie löst man den Betrieb für zwei Kinder?
Mit einer zweiten Babyeinheit an derselben Elterneinheit, möglich bei zwei von vier Modellen für 39 bis 69 Euro. Die automatische Umschaltung wechselte alle 30 Sekunden, sodass ein kurzes Geräusch im anderen Raum verpasst werden kann. Zwei vollständige Geräte bedeuten zwei Signaltöne und unklare Zuordnung.
Was passiert am Rand der Reichweite?
Das DECT-Gerät gab einen Warnton, das analoge rauschte, und das netzgebundene zeigte das Bild eingefroren ohne Warnung. Ein Gerät, das den Verbindungsverlust nicht meldet, ist hier der ungünstigste Fall, weil Stille als Ruhe gelesen wird.
Wie sind älteren Testurteile zu lesen?
Mit Jahresangabe. Ein Urteil von 2013 betrifft Geräte, die es überwiegend nicht mehr gibt, und einen Stand, in dem bedarfsgesteuerte Übertragung selten war; genau dieser Punkt hat sich geändert. Die Messgrößen aus einem alten Urteil bleiben nützlich, die Modellnamen nicht.
Wie viel Strom braucht ein Babyphone?
1,1 bis 2,8 Watt für die Babyeinheit und 0,6 bis 1,1 Watt für die Ladestation, zusammen 15 bis 34 Kilowattstunden im Jahr oder 4,50 bis 10,20 Euro. Keine der vier Babyeinheiten hatte einen Akku; drei liefen über eine Powerbank mit 5 Volt, was die Anleitungen nicht vorsehen.
Geprüft im August 2026