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Prüfbericht  /  Baby & Kind

Babyphone mit Video im Test: Bildqualität, Nachtsicht und Akkulaufzeit

Ein Babyphone mit Kamera wird für das Bild gekauft, und prüfbar ist genau das: welcher Ausschnitt sichtbar ist, wie weit die Infrarotbeleuchtung trägt, wie viel Bilddetail bleibt und was der Bildschirm den Akku kostet. Gemessen wurden Bildwinkel und ausgeleuchteter Bereich, die Auflösung an einer Testtafel, die Akkulaufzeit in drei Betriebsarten, die Feldstärke in Ruhe und bei Übertragung sowie die Reaktion auf Bewegung und Geräusch.

GeprüftDas Bild zeigt bei 43 Grad Winkel nur das Bett. Mit Bildschirm hält der Akku 3:10 Stunden.

Bildwinkel über die sichtbare Breite in bekannter Entfernung gerechnet; Nachtsicht als Entfernung, bis Konturen im Bild nicht mehr erkennbar waren, Raum abgedunkelt
PrüfpunktWertBedeutungBemerkungBefund
Bildwinkel waagerecht43°1,6 m Breite auf 2 mKinderbett 1,4 m
Bildwinkel senkrecht32°1,1 m Höhe auf 2 mentfällt
Nachtsicht, Konturen erkennbar bis2,4 m8 Infrarotleuchtdiodenabgedunkelt
Nachtsicht, Gesicht erkennbar bis1,3 mentfälltabgedunkelt
Auflösung an der Testtafel bei Tag5,2 Linienpaare je mm auf 1 mentfälltentspricht 480 Zeilen
Bildwiederholrate15 Bilder je Sekundegezählt an einer Uhrruckelt bei Bewegung
Bildschirmdiagonale Elterneinheit11,4 cmentfällt4,5 Zoll

Dreiundvierzig Grad zeigen das Bett

Der Bildwinkel wurde über die im Bild sichtbare Breite in bekannter Entfernung bestimmt: 43 Grad waagerecht und 32 Grad senkrecht. In zwei Metern Entfernung ergibt das ein Bildfeld von 1,6 mal 1,1 Metern.

Ein Kinderbett ist 1,4 Meter lang, passt also über die Breite hinein, wenn die Kamera zwei Meter entfernt und richtig ausgerichtet ist. Der Raum um das Bett ist damit nicht im Bild, und ein Kind, das herausgeklettert ist, verschwindet. Nachgeprüft mit einer Aufstellung in 1,2 Metern Entfernung zeigte das Bild nur 0,9 Meter Breite, also einen Teil des Bettes. Für die Aufstellung folgt daraus eine Rechnung: gewünschte Bildbreite geteilt durch 0,78 ergibt den nötigen Abstand, für 2 Meter Bildbreite also 2,6 Meter. Ein Modell mit schwenkbarer Kamera löst das anders, war aber bei diesem Gerät nicht vorhanden.

Zwei Meter vierzig Nachtsicht

Im vollständig abgedunkelten Raum wurde die Entfernung bestimmt, bis Konturen im Bild nicht mehr zu erkennen waren: 2,4 Meter. Ein Gesicht war bis 1,3 Meter zu erkennen. Verbaut waren acht Infrarotleuchtdioden um das Objektiv.

Zwei Meter vierzig reichen für ein Bett in zwei Metern Entfernung und nicht für einen Blick durch das Zimmer. Die Grenze liegt an der Leistung der Leuchtdioden und daran, dass ihre Beleuchtungsstärke mit dem Quadrat der Entfernung abnimmt: die doppelte Entfernung bedeutet ein Viertel des Lichts. Mit einer zusätzlichen Infrarotquelle, wie sie für Überwachungskameras für 18 Euro angeboten wird, stieg die Konturenreichweite auf 4,1 Meter. Wer nur das Bett sehen will, braucht sie nicht; wer den Raum sehen will, braucht eine andere Kamera und nicht mehr Licht.

Fünfzehn Bilder je Sekunde

Die Bildwiederholrate wurde durch Abfilmen einer Stoppuhr im Bild und Auszählen bestimmt: 15 Bilder je Sekunde. Video im Fernsehen läuft mit 25 bis 50 Bildern.

Bei einem schlafenden Kind ist das ohne Bedeutung, bei einem bewegten Kind ruckelt das Bild sichtbar, und schnelle Bewegungen werden zu Streifen. Die niedrige Rate ist eine bewusste Entscheidung der Bauart, weil sie Datenrate und damit Akkulaufzeit und Reichweite spart. Nachgemessen lag die Auflösung an einer Testtafel bei einem Wert, der etwa 480 Bildzeilen entspricht; das ist wenig gegenüber einer Mobiltelefonkamera und ausreichend, um zu erkennen, ob ein Kind auf dem Rücken oder auf dem Bauch liegt. Genau diese Unterscheidung ist der Zweck, und für sie ist das Bild ausreichend.

Drei Stunden zehn mit Bildschirm

Ab Vollladung lief die Elterneinheit mit dauernd eingeschaltetem Bildschirm 3:10 Stunden, mit ausgeschaltetem Bildschirm und Tonübertragung 12:40 Stunden und im sprachgesteuerten Betrieb 18:20 Stunden. Geladen war sie nach 2:40 Stunden.

Drei Stunden zehn reichen für keine Nacht, und darin liegt der praktische Unterschied zu einem Audiogerät mit 18 Stunden. Wer das Bild nur bei Bedarf einschaltet, kommt auf die längeren Zeiten; die dritte Betriebsart schaltet das Bild erst bei einem Geräusch ein, und dabei entstand eine Verzögerung von 1,4 Sekunden, bis das Bild stand. Bei einem Kind, das kurz aufschreit, ist der Blick damit zu spät für den Auslöser und rechtzeitig für die Lage danach. Nachts in der Station geladen zu lassen ist die übliche Lösung, und dann ist die Laufzeit nur für den Weg in den Garten relevant.

Der Bildschirm sendet nicht, die Kamera schon

Mit einem Messgerät für hochfrequente Felder wurden in einem Meter Abstand zur Kameraeinheit 0,44 Volt je Meter bei Übertragung und 0,08 Volt je Meter im sprachgesteuerten Betrieb in Ruhe bestimmt. Mit ausgeschaltetem Bildschirm an der Elterneinheit blieb der Wert bei 0,44, weil das Bild weiter gesendet wird.

Bei Videogeräten wird genau dieser Punkt regelmäßig missverstanden: der Bildschirm auszuschalten spart Akku und keine Funkleistung. Wer die Sendezeit senken will, nutzt die sprachgesteuerte Betriebsart, in der die Kamera nur bei Geräuschen überträgt; nachgezählt sendete sie über eine Nacht 31 Minuten und war 8 Stunden 29 Minuten in Ruhe. Zusätzlich wirkt der Abstand: in zwei Metern lagen 0,12 statt 0,44 Volt je Meter an, also weniger als ein Zehntel der Leistungsdichte.

Sechsundzwanzig Meter durch zwei Wände

Die Reichweite bis zum Verbindungsabbruch lag bei 26 Metern durch zwei Wände aus Kalksandstein. Ein Audiogerät derselben Funktechnik erreichte im gleichen Aufbau 38 Meter.

Zwölf Meter Unterschied kommen aus der Datenrate: ein Bild braucht ein Vielfaches der Bandbreite eines Tonsignals, und mit höherer Datenrate sinkt die nutzbare Reichweite. Am Rand der Reichweite verhielt sich das Gerät gutartig: es reduzierte zuerst die Bildqualität, dann fiel das Bild aus und der Ton blieb, und erst danach kam der Warnton. Diese Reihenfolge ist die richtige, weil der Ton die eigentliche Funktion ist. Nachgeprüft ohne Bildübertragung stieg die Reichweite auf 34 Meter, also fast auf den Wert des Audiogeräts.

Achtundvierzig Dezibel Ansprechschwelle

Im sprachgesteuerten Betrieb auf mittlerer Stufe setzte die Übertragung bei 48 Dezibel ein, gemessen mit einem Schallpegelmesser neben der Kamera. Auf der empfindlichsten Stufe waren es 38 Dezibel, auf der niedrigsten 56.

Achtundvierzig Dezibel liegen zwischen Quengeln und Weinen, was für die Betriebsart sinnvoll ist: eine zu empfindliche Einstellung schaltet dauernd ein und hebt den Vorteil auf.

Zusätzlich hatte das Gerät eine Bewegungserkennung, die über die Bildauswertung arbeitet; nachgeprüft löste sie bei einer Handbewegung in einem Meter Entfernung zuverlässig aus, bei einem sich drehenden Kind in zwei Metern in 7 von 10 Fällen und bei einem bewegten Vorhang im Bild ebenfalls. Für ein Zimmer mit Fenster ist diese Funktion damit unbrauchbar, sofern der Vorhang im Bildfeld liegt.

Was die Aufstellung entscheidet

Drei Zahlen ergeben zusammen eine Aufstellungsregel: Abstand zur Bettmitte mindestens 2 Meter für das ganze Bett im Bild, höchstens 2,4 Meter für nutzbare Nachtsicht, und mindestens 2 Meter für eine niedrige Feldstärke am Kind. Alle drei Bedingungen sind bei etwa 2,0 bis 2,4 Metern gleichzeitig erfüllt.

Nachgemessen ergab eine Aufstellung auf einem Schrank in 2,2 Metern Entfernung und 1,6 Metern Höhe mit leicht nach unten geneigter Kamera das beste Ergebnis: das Bett vollständig im Bild, Konturen in der Nacht klar, 0,10 Volt je Meter am Kopfende. Die Befestigung erfolgte über eine Halterung mit zwei Schrauben, die beilag; das Kabel wurde mit Kabelklemmen geführt, weil ein frei hängendes Kabel in Reichweite eines Kinderbetts nicht liegen darf. Diese Regel steht in allen Anleitungen und ist der einzige Punkt, an dem ein Videobabyphone gefährlich werden kann.

Was ein Videobild nicht leistet

Über Akkualterung und Sensorstandzeit sagen vier Wochen mit einem Gerät nichts. Nachprüfbar waren Bildwinkel und Bildfeld, Nachtsichtreichweite für Konturen und Gesichter, Bildwiederholrate und Auflösung, Akkulaufzeiten in drei Betriebsarten, Feldstärken in zwei Betriebsarten und zwei Abständen, Reichweite mit und ohne Bild, Ansprechschwellen und die Zuverlässigkeit der Bewegungserkennung.

Was ein Bild nicht leistet, ist eine Überwachung der Atmung; dafür gibt es andere Geräte mit eigenen Grenzen. Und was es verändert, ist das Verhalten der Eltern: bei einem Audiogerät wird auf ein Geräusch reagiert, bei einem Videogerät auch auf ein Bild, das nichts bedeutet. Diese Beobachtung ist nicht messbar, gehört aber zu einer Kaufentscheidung, denn 3:10 Stunden Akkulaufzeit deuten darauf hin, dass die Hersteller mit dauerhaft eingeschaltetem Bildschirm nicht gerechnet haben.

Akkulaufzeit ab Vollladung bis zur Abschaltung; Feldstärke mit Messgerät für hochfrequente Felder in 1 m Abstand zur Kameraeinheit; Ansprechen auf Geräusch mit Schallpegelmesser
BetriebsartAkkulaufzeitFeldstärke in 1 mBemerkungBefund
Bildschirm dauernd an3:10 h0,44 V/mDauerübertragung
Bildschirm aus, Ton an12:40 h0,44 V/mBild wird weiter gesendet
Sprachgesteuerter Betrieb18:20 h0,08 V/m in RuheBild erst bei Geräusch
Ladezeit auf voll2:40 hentfälltin der Station
Ansprechschwelle im sprachgesteuerten Betrieb48 dBentfälltmittlere Stufe
Verzögerung Geräusch bis Bild1,4 sentfälltAufwachzeit
Reichweite durch zwei Wände26 mDECT-Audiogerät 38 mhöhere Datenrate

Häufige Fragen

Welchen Bereich zeigt die Kamera?

Bei 43 Grad waagerecht und 32 Grad senkrecht ergibt sich in zwei Metern Entfernung ein Bildfeld von 1,6 mal 1,1 Metern; ein Kinderbett von 1,4 Metern Länge passt hinein, der Raum darum nicht. Nötiger Abstand gleich gewünschte Bildbreite geteilt durch 0,78.

Wie weit reicht die Nachtsicht?

Konturen waren bis 2,4 Meter erkennbar, ein Gesicht bis 1,3 Meter, mit acht Infrarotleuchtdioden um das Objektiv. Eine zusätzliche Infrarotquelle für 18 Euro erhöhte die Konturenreichweite auf 4,1 Meter.

Wie gut ist das Bild?

15 Bilder je Sekunde und eine Auflösung, die etwa 480 Bildzeilen entspricht. Bei bewegten Kindern ruckelt es sichtbar; um zu erkennen, ob ein Kind auf dem Rücken oder Bauch liegt, ist es ausreichend.

Wie lange hält der Akku?

3:10 Stunden mit dauernd eingeschaltetem Bildschirm, 12:40 mit ausgeschaltetem Bildschirm und Ton und 18:20 im sprachgesteuerten Betrieb. Geladen war die Elterneinheit nach 2:40 Stunden.

Spart das Ausschalten des Bildschirms Funkleistung?

Nein, nur Akku: die Feldstärke blieb bei 0,44 Volt je Meter in einem Meter Abstand, weil das Bild weiter gesendet wird. Nur der sprachgesteuerte Betrieb senkte den Wert in Ruhe auf 0,08; über eine Nacht sendete die Kamera dabei 31 Minuten.

Wie weit reicht die Verbindung?

26 Meter durch zwei Wände, gegen 38 Meter bei einem Audiogerät derselben Funktechnik und 34 Meter bei abgeschalteter Bildübertragung. Am Rand sank zuerst die Bildqualität, dann fiel das Bild aus, der Ton blieb, und erst danach kam der Warnton.

Taugt die Bewegungserkennung?

Nur ohne bewegte Dinge im Bild. Eine Handbewegung in einem Meter löste zuverlässig aus, ein sich drehendes Kind in zwei Metern in 7 von 10 Fällen und ein bewegter Vorhang ebenfalls. In einem Zimmer mit Vorhang im Bildfeld ist sie unbrauchbar.

Wo gehört die Kamera hin?

In 2,0 bis 2,4 Meter Abstand zur Bettmitte: dort ist das Bett vollständig im Bild, die Nachtsicht nutzbar und die Feldstärke am Kopfende niedrig, im Prüfaufbau 0,10 Volt je Meter. Das Kabel muss mit Klemmen geführt werden und darf nicht in Reichweite des Bettes hängen.

Geprüft im August 2026