Prüfbericht / Elektronik
Canon Pixma TR4550 im Test: Vorlageneinzug, Duplex, Kopiertempo
Der Unterschied zwischen diesem Gerät und den kleineren Modellen derselben Familie sind nicht Druckqualität oder Tempo, sondern drei Bauteile: ein Vorlageneinzug über dem Scanner, ein Wendemechanismus für beidseitigen Druck und ein Faxmodul. Geprüft wurde deshalb genau das, mit Stoppuhr, Messschieber und hundert Blatt Prüfpapier.
GeprüftDer Einzug zieht 98 von 100 Seiten sauber, Duplex kostet 42 Prozent Tempo. Die Patronen sind kleiner als in der TS-Reihe.
Tabelle scrollen
| Messung | Wert | Angabe | Bemerkung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Fassungsvermögen Einzug | 20 Blatt | 20 Blatt | 80-g-Papier | |
| Fehleinzüge auf 100 Blatt | 2 | keine Angabe | beide bei über 15 Blatt Stapel | |
| Schräglauf über 297 mm | 0,8 mm | keine Angabe | 0,15 Grad | |
| 20 Kopien über den Einzug | 4:12 min | keine Angabe | 4,8 Seiten je Minute | |
| 20 Seiten scannen, 300 dpi | 2:40 min | keine Angabe | als eine PDF-Datei | |
| Faxübertragung je Seite | 22 s | 3 s bei 33,6 kbit/s | über analoge Leitung |
98 von 100 Blatt durch den Einzug
Für die Prüfung wurden hundert Blatt Kopierpapier zu 80 Gramm in Stapeln von 5, 10, 15 und 20 Blatt durch den Vorlageneinzug gefahren. Zwei Blatt wurden nicht eingezogen, beide aus einem Stapel von 20, und in beiden Fällen half ein Aufstoßen des Stapels auf der Tischkante. Bei Stapeln bis 15 Blatt trat kein Fehler auf.
Der Schräglauf wurde am Scanergebnis gemessen, indem eine Vorlage mit einem gedruckten Rahmen eingezogen und die Abweichung der Rahmenkante über 297 Millimeter Länge bestimmt wurde: 0,8 Millimeter, also 0,15 Grad. Für ein Textdokument ist das nicht sichtbar, für eine Vorlage mit Tabellenlinien am Blattrand fällt es bei genauem Hinsehen auf.
Zwanzig Kopien in vier Minuten
Ein zwanzigseitiges Dokument über den Einzug kopiert dauerte 4:12 Minuten, was 4,8 Seiten je Minute entspricht. Vom Flachbett einzeln kopiert brauchte dasselbe Dokument 11:30 Minuten, weil jedes Blatt gewendet und der Deckel geschlossen werden muss. Der Einzug spart also rund sieben Minuten und die ganze Aufmerksamkeit.
Genau darin liegt der Sinn dieses Geräts. Wer im Jahr zwanzig Mal ein mehrseitiges Dokument kopiert oder einscannt, spart über zwei Stunden Standzeit vor dem Drucker. Wer ausschließlich einzelne Blätter kopiert, zahlt für einen Mechanismus, der nichts beiträgt, und für ein Gerät, das 4 Zentimeter höher baut.
Beidseitig drucken kostet 42 Prozent Tempo
Einseitig druckt das Gerät 8,8 Textseiten je Minute, beidseitig mit dem eingebauten Wendemechanismus 5,1. Der Verlust von 42 Prozent entsteht durch die Wartezeit für das Antrocknen der ersten Seite, bevor das Blatt zurückgezogen wird; ohne diese Pause würde die Tinte an der Wendewalze verschmieren.
Papier kostet 0,7 Cent je Blatt, ein zwanzigseitiges Dokument also 14 Cent einseitig und 7 Cent beidseitig. Über tausend Seiten im Jahr sind das 3,50 € Ersparnis, was den Aufpreis des Modells nicht trägt. Der Grund für beidseitigen Druck ist der halbe Papierstapel im Ordner, nicht die Rechnung.
Die Patronen sind kleiner als in der TS-Reihe
Verbaut werden die Patronen PG-545 und CL-546, in den größeren Modellen der Familie sitzen PG-560 und CL-561. Im Wiegeversuch mit einer Textvorlage von 4,2 Prozent Deckung erreichte eine PG-545XL 288 Seiten, die größere PG-560XL desselben Herstellers 312. Bei einem Preis von 23,90 € gegen 21,90 € kostet die Seite hier 8,3 statt 7,0 Cent. Über tausend Textseiten im Jahr sind das 13 € Unterschied, und damit ist der Rechnungsposten größer als die Papierersparnis durch den Duplexdruck. Wer viel druckt und den Vorlageneinzug nicht braucht, fährt mit einem Modell der TS-Reihe günstiger; wer den Einzug braucht, zahlt den Aufschlag bei jeder Patrone mit.
Scannen als eine einzige Datei
Zwanzig Seiten über den Einzug bei 300 dpi in eine PDF-Datei zu scannen dauerte 2:40 Minuten und ergab eine Datei von 3,4 Megabyte. Bei 600 dpi waren es 6:10 Minuten und 11,8 Megabyte, ohne dass Text dadurch besser lesbar wurde: bereits bei 300 dpi war Schriftgröße 6 in der Datei zu entziffern.
Der praktische Wert liegt in der einen Datei. Über das Flachbett entstehen zwanzig Einzeldateien, die zusammengefügt werden müssen, und dieser Schritt dauert am Rechner länger als der Scan selbst.
Der Einzug scannt einseitig; für beidseitige Vorlagen muss der Stapel gewendet und ein zweiter Durchlauf gestartet werden, und die Reihenfolge stimmt danach nicht ohne Nachsortieren.
Das Faxmodul und was es heute leistet
Das Gerät hat eine Buchse für eine analoge Telefonleitung und ein vollständiges Faxmodul mit 100 Kurzwahlplätzen. Über eine analoge Leitung dauerte die Übertragung einer Textseite 22 Sekunden, deutlich länger als die theoretischen 3 Sekunden bei 33,6 Kilobit je Sekunde, weil Aushandlung und Bildaufbau den größten Teil der Zeit ausmachen.
An einem Anschluss über Internettelefonie funktionierte der Versand in vier von fünf Versuchen, der fünfte brach nach zwei Seiten ab. Faxübertragung über solche Anschlüsse gilt als unzuverlässig, weil die Sprachkompression die Tonfolgen verfälscht; wer regelmäßig faxen muss, braucht einen Anschluss, der das ausdrücklich unterstützt. Für Behörden und Arztpraxen ist das Modul noch relevant, für Privathaushalte kaum, und es kostet in diesem Gerät keinen Aufpreis, weil es zur Bauart gehört.
Papierweg und Stapelhöhe
Das Papier kommt aus einer hinteren Kassette mit 100 Blatt Nennkapazität. Nachgemessen passen 100 Blatt zu 80 Gramm mit 10 Millimetern Stapelhöhe hinein, 120 Blatt gehen physisch auch, führten aber in zwei von zehn Versuchen zum Doppeleinzug. Fotopapier mit 260 Gramm ließ sich nur bis 10 Blatt zuverlässig verarbeiten.
Der Papierweg macht eine 180-Grad-Wendung von der hinteren Kassette zur vorderen Ausgabe. Das ist der Grund, warum dickeres Material Probleme macht: Karton ab etwa 200 Gramm knickte an der Umlenkung, und Briefumschläge zog das Gerät in drei von fünf Versuchen schief ein. Ein Gerät mit gerader Papierführung von vorn nach hinten ist dafür die richtige Bauart, und diese gibt es in dieser Preisklasse nicht.
Einrichten über das Funknetz
Vom Auspacken bis zur ersten gedruckten Testseite vergingen 14 Minuten, davon 4 Minuten für das Einlegen der Patronen und den Kopfabgleich und 6 Minuten für die Verbindung mit dem Funknetz über die Tastenmethode am Router. Der Kopfabgleich druckt zwei Blatt und verbraucht dabei laut Wiegeversuch 0,9 Gramm Tinte, also etwa 30 Textseiten.
Das einzeilige Display mit 16 Zeichen ist dabei die Engstelle: ein Netzwerkschlüssel mit 20 Zeichen ließ sich über die Pfeiltasten in 3:40 Minuten eintippen, und ein Tippfehler kostet den ganzen Vorgang. Die Tastenmethode am Router umgeht das und dauerte 40 Sekunden. Nach einem Routerwechsel muss das wiederholt werden, und dann ist die Tastenmethode wieder der schnellere Weg.
Strom, Größe und Geräusch
Am Steckdosenmessgerät nimmt das Gerät beim Drucken 15 W auf, im Ruhezustand mit Funknetz 1,4 W und ausgeschaltet 0,3 W. Über ein Jahr mit 500 Seiten sind das etwa 12 kWh, davon 11 für die Bereitschaft, also rund 4 € bei 32 Cent je Kilowattstunde.
Der Schallpegelmesser zeigt in einem Meter Abstand 52 dB beim Textdruck und 58 dB beim Papiereinzug über den Vorlageneinzug, dessen Antrieb hörbar rattert. Mit 44 Zentimetern Breite, 33 Zentimetern Tiefe bei geschlossenen Fächern und 20 Zentimetern Höhe braucht das Gerät mehr Platz als die Modelle ohne Einzug, und mit ausgeklapptem Papierauflagefach wächst die Tiefe auf 55 Zentimeter.
Was in vier Wochen nicht sichtbar wird
Der Vorlageneinzug ist das Bauteil mit dem höchsten Verschleiß, weil eine Gummirolle das Papier über eine Trennfläche zieht. Hundert Blatt sind dafür kein Prüfumfang; solche Rollen verlieren nach einigen tausend Seiten ihre Griffigkeit, und dann steigt die Zahl der Fehleinzüge deutlich. Reinigen mit einem feuchten, fusselfreien Tuch stellt einen Teil davon wieder her, ein Austausch ist bei diesem Gerät nicht als Ersatzteil vorgesehen.
Der Druckkopf ist fest eingebaut und im Schadensfall nicht wirtschaftlich zu ersetzen, was für die ganze Baureihe gilt. Wie viele Jahre er hält, entscheidet vor allem die Regelmäßigkeit der Nutzung, weil eintrocknende Düsen die häufigste Ausfallursache sind. Diese Prüfung sagt darüber nichts, und ein Gerät, das vier Wochen lang jeden Tag gedruckt hat, ist dafür sogar der günstigste Fall.
Tabelle scrollen
| Betriebsart | Tempo | Blatt je 20 Seiten | Papierkosten | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Einseitig | 8,8 Seiten/min | 20 | 14,0 ct | |
| Beidseitig, automatisch | 5,1 Seiten/min | 10 | 7,0 ct | |
| Beidseitig, von Hand gewendet | 8,8 Seiten/min plus Wendezeit | 10 | 7,0 ct | |
| Erste Seite ab Tastendruck | 16 s | entfällt | entfällt | |
| Erste Seite aus dem Ruhezustand | 27 s | entfällt | entfällt |
Häufige Fragen
Wie zuverlässig arbeitet der Vorlageneinzug?
98 von 100 Blatt Kopierpapier zu 80 Gramm liefen sauber durch. Die beiden Fehleinzüge traten bei Stapeln von 20 Blatt auf, bis 15 Blatt gab es keinen. Der Schräglauf betrug 0,8 mm über 297 mm, also 0,15 Grad.
Wie schnell kopiert der Canon Pixma TR4550?
20 Seiten über den Einzug in 4:12 Minuten, also 4,8 Seiten je Minute. Dasselbe Dokument einzeln vom Flachbett kopiert dauerte 11:30 Minuten.
Wie schnell druckt er beidseitig?
5,1 Seiten je Minute gegen 8,8 einseitig, also 42 Prozent langsamer. Der Verlust entsteht durch die Wartezeit für das Antrocknen der ersten Seite vor dem Wenden.
Welche Patronen braucht das Gerät?
PG-545 und CL-546 sowie deren XL-Varianten. Eine PG-545XL erreichte im Wiegeversuch 288 Seiten bei 4,2 Prozent Deckung, was 8,3 Cent je Seite ergibt. Die größeren Modelle derselben Familie nutzen PG-560 mit 312 Seiten und 7,0 Cent.
Lohnt sich das Gerät gegenüber einem Modell ohne Einzug?
Wenn mehrseitige Vorlagen regelmäßig kopiert oder gescannt werden. Bei zwanzig solchen Vorgängen im Jahr spart der Einzug über zwei Stunden. Wer nur Einzelblätter kopiert, zahlt bei jeder Patrone rund 1,3 Cent je Seite mehr für einen Mechanismus, der nichts beiträgt.
Kann man beidseitige Vorlagen scannen?
Nicht in einem Durchgang. Der Einzug scannt einseitig, für die Rückseiten muss der Stapel gewendet und ein zweiter Durchlauf gestartet werden, und die Seitenreihenfolge stimmt danach nicht ohne Nachsortieren.
Funktioniert das Fax noch?
Über eine analoge Leitung ja, mit 22 Sekunden je Textseite. An einem Anschluss über Internettelefonie brach einer von fünf Versuchen ab, weil die Sprachkompression die Tonfolgen verfälscht. Wer regelmäßig faxt, braucht einen Anschluss, der das ausdrücklich unterstützt.
Welches Papier verarbeitet er?
100 Blatt Kopierpapier zu 80 Gramm in der hinteren Kassette, Fotopapier zu 260 Gramm bis etwa 10 Blatt. Karton ab 200 Gramm knickte an der 180-Grad-Umlenkung, Briefumschläge zog das Gerät in drei von fünf Versuchen schief ein.
Geprüft im September 2026