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Prüfbericht  /  Elektronik

Canon Pixma TS5151 im Test: Patronen, Seitenpreis und Scanleistung

Bei einem Tintendrucker für unter 90 Euro entscheidet nicht der Kaufpreis, sondern der Seitenpreis. Für den Canon Pixma TS5151 wurde er nicht aus dem Datenblatt übernommen, sondern durch Wiegen der Patronen und Auszählen der gedruckten Seiten ermittelt, zusammen mit dem Tintenverbrauch, den die Reinigungsvorgänge kosten.

Geprüft5,5 Cent je Textseite mit XL-Patronen, 12,2 Cent mit Standardpatronen. Jede Reinigung kostet 40 Seiten.

Canon Pixma TS5151, Seitenpreis aus Wiegeversuch, Textvorlage mit 4,2 % Schwarzdeckung auf 80-g-Papier
PatronePreisGedruckte SeitenSeitenpreisBefund
PG-560 schwarz, Standard15,90 €13012,2 ct
PG-560XL schwarz21,90 €3127,0 ct
PG-560XL im Doppelpack34,80 €312 je Patrone5,5 ct
CL-561XL Farbe, Mischtext27,90 €24611,3 ct
CL-561XL, Fotos 10 × 1527,90 €78 Fotos35,8 ct je Foto

312 Seiten aus einer XL-Patrone

Für den Wiegeversuch wurde eine Textvorlage mit 4,2 Prozent Schwarzdeckung so lange gedruckt, bis der Drucker die Patrone als leer meldete und der Ausdruck sichtbar Lücken zeigte. Bei der PG-560XL waren das 312 Seiten, bei der Standardpatrone PG-560 nur 130. Die Herstellerangabe lautet 400 beziehungsweise 180 Seiten und bezieht sich auf eine Normvorlage mit 5 Prozent Deckung, die weniger Text enthält als eine übliche Briefseite.

Zwischen den beiden Patronen liegt der eigentliche Unterschied dieses Modells. Die Standardpatrone kostet 15,90 € und druckt 130 Seiten, das sind 12,2 Cent je Seite. Die XL-Variante kostet 21,90 € für 312 Seiten, also 7,0 Cent, im Doppelpack 5,5 Cent. Wer Standardpatronen nachkauft, zahlt mehr als das Doppelte je Seite.

Eine Reinigung kostet 40 Textseiten

Die Patronen wurden vor und nach jedem Wartungsvorgang auf einer Waage mit 0,01-Gramm-Teilung gewogen. Eine Standardreinigung verbraucht 1,10 g schwarze Tinte, das entspricht bei diesem Verbrauch 40 Textseiten. Eine Intensivreinigung kostet 2,80 g oder rund 100 Seiten, das Einsetzen einer neuen Patrone 0,42 g.

Auffällig war der Vorgang nach längerer Pause: nach sechs Wochen ohne Druckauftrag führte das Gerät beim Einschalten selbstständig eine Reinigung durch, mit demselben Verbrauch wie die manuell angestoßene. Wer im Monat fünf Seiten druckt und den Drucker dazwischen ruhen lässt, verbraucht auf diesem Weg mehr Tinte als durch die Ausdrucke selbst. Ein Tintendrucker will regelmäßig benutzt werden, und diese Zahl belegt es.

Was der Scanner tatsächlich auflöst

Der Scanner ist mit 1.200 dpi angegeben. Geprüft wurde mit einer gedruckten Vorlage aus Linienpaaren abnehmender Dichte: bei der Einstellung 600 dpi waren Linien mit 0,08 mm Abstand noch getrennt erkennbar, bei 1.200 dpi verbesserte sich das nicht mehr. Der optische Grenzwert liegt damit bei etwa 700 dpi, alles darüber ist rechnerische Vergrößerung.

Für den üblichen Zweck genügt das vollständig. Ein A4-Dokument bei 300 dpi ergibt eine Datei mit 2.480 mal 3.508 Bildpunkten, und Text ist darin bis zur Schriftgröße 6 lesbar. Wer alte Papierfotos zur Vergrößerung digitalisieren will, stößt an diese Grenze: aus einem 10 mal 15 Zentimeter großen Bild lässt sich bei 700 effektiven dpi ein A4-Abzug machen, mehr nicht.

Neun Seiten in der Minute

Mit der Stoppuhr über einen Auftrag von 20 Seiten Text ergaben sich 9,2 Seiten je Minute, gerechnet ab dem Einzug des ersten Blattes. Die erste Seite lag nach 14 Sekunden im Ausgabefach, gemessen ab dem Klick auf Drucken bei bereits eingeschaltetem Gerät. Aus dem Ruhezustand kommen 9 Sekunden Aufwachzeit hinzu.

Ein Foto im Format 10 mal 15 auf Fotopapier brauchte 52 Sekunden in der Standardqualität und 1:48 Minuten in der höchsten Stufe. Ein A4-Foto mit Rand dauerte 3:10 Minuten. Diese Werte liegen im üblichen Rahmen dieser Geräteklasse, in der der Druckkopf mit einer festen Zahl von Düsen über das Blatt fährt.

Schriftkanten unter der Lupe

Unter einer Lupe mit zehnfacher Vergrößerung zeigt eine 10-Punkt-Serifenschrift auf 80-g-Kopierpapier eine Kantenunschärfe von etwa 0,04 mm, sichtbar als feiner Ausläufer der Tinte in die Papierfaser. Auf 100-g-Papier halbiert sich dieser Wert, weil die Faser dichter liegt.

Für Briefe, Formulare und Hausaufgaben ist das Ergebnis sauber. Bei Schriftgrößen unter 7 Punkt beginnen die Innenräume von Buchstaben wie e und a zuzulaufen, was bei einem Tintendrucker mit pigmentierter Schwarztinte etwas später einsetzt als bei einem mit Farbstofftinte. Der TS5151 nutzt für Schwarz auf Normalpapier eine pigmentierte Tinte, und genau das ist der Grund für den brauchbaren Textdruck.

Zwei Papierwege, zwei Aufgaben

Vorne sitzt eine Kassette für 100 Blatt Normalpapier, hinten ein Einzug für Spezialpapier. Diese Trennung ist der praktische Vorteil des Modells gegenüber den kleineren Geräten der Reihe: Fotopapier bleibt hinten liegen, Kopierpapier vorne, und für einen Fotodruck muss nichts umgestapelt werden.

Der hintere Einzug nimmt bis zu 20 Blatt Fotopapier auf und arbeitete im Test ohne Fehleinzug, solange die Blätter mit der glänzenden Seite nach oben eingelegt waren. Die Kassette vorne zog bei einem randlos angelegten Auftrag zweimal von 200 Blättern ein Blatt schief ein, was einer Fehlerquote von einem Prozent entspricht.

Randlos drucken kostet drei Millimeter Bild

Beim randlosen Foto vergrößert der Treiber die Vorlage über das Papierformat hinaus, damit keine weiße Kante entsteht. Nachgemessen an einem Testbild mit Maßraster beträgt diese Überdehnung 2,5 Prozent: auf einem Blatt von 100 mal 150 mm verschwinden an der langen Seite 3,8 mm und an der kurzen 2,5 mm, verteilt auf beide Ränder.

Bei einem Landschaftsbild fällt das nicht auf, bei einem Gruppenfoto mit Personen am Bildrand schon. Der Treiber erlaubt die Überdehnung in drei Stufen, und die kleinste reduziert den Verlust auf 1,2 Prozent. Wer auf Nummer sicher gehen will, druckt mit Rand und schneidet selbst: der bedruckbare Bereich reichte bis 3 mm an die Blattkante, und die letzten 3 mm zeigten einen um etwa 15 Prozent geringeren Farbauftrag.

Strom im Betrieb und im Ruhezustand

Am Steckdosenmessgerät zieht der Drucker während eines Textauftrags 14 W, im Ruhezustand mit eingeschaltetem Funknetz 1,3 W und ausgeschaltet 0,3 W. Ein Reinigungsvorgang kostet kurzzeitig 18 W.

Über ein Jahr mit 500 gedruckten Seiten sind das etwa 1 kWh für die Aufträge und 11 kWh für die Bereitschaft, weil das Gerät die meiste Zeit wartet. Bei 32 Cent je Kilowattstunde bedeutet der Ruhestrom knapp vier Euro im Jahr. Über eine schaltbare Steckdose wäre das vermeidbar, kostet dann aber bei jedem Einschalten eine Reinigung und damit 40 Seiten Tinte, was teurer ist als der gesparte Strom.

Die Rechnung über drei Jahre

Ein Haushalt mit 500 Textseiten und 60 Fotos im Jahr braucht rechnerisch 1,6 schwarze XL-Patronen und 0,8 Farbpatronen jährlich. Bei den gemessenen Reichweiten und den Preisen im Doppelpack sind das 28 € Schwarz und 22 € Farbe, dazu vier Euro Strom und etwa acht Euro Papier.

Über drei Jahre summiert sich das auf 186 € Verbrauchskosten bei 87 € Kaufpreis. Der Drucker kostet also im Betrieb mehr als doppelt so viel wie in der Anschaffung, und dieses Verhältnis ist bei Tintendruckern dieser Klasse die Regel. Wer mehr als etwa 1.500 Seiten im Jahr druckt, fährt mit einem Laserdrucker günstiger, und wer weniger als 200 Seiten druckt, verliert überproportional viel Tinte an die Wartungsvorgänge.

Was der Wiegeversuch nicht beantwortet

Alle Reichweiten stammen von je einem Patronensatz. Die Serienstreuung bei Füllmenge und Düsenverhalten lässt sich damit nicht erfassen, und Abweichungen von zehn Prozent nach oben oder unten sind in dieser Produktklasse normal. Die Größenordnung des Unterschieds zwischen Standard- und XL-Patrone ist davon unberührt, weil er auf der Füllmenge beruht.

Fremdpatronen und nachgefüllte Patronen wurden nicht geprüft. Sie verändern die Rechnung deutlich, bringen aber eigene Fragen zu Druckkopfverschleiß und Farbtreue mit, die ein Wiegeversuch nicht klärt. Ebenfalls offen bleibt die Lebensdauer des Druckkopfs, der bei diesem Gerät fest eingebaut ist und im Schadensfall den Drucker wirtschaftlich beendet.

Tintenverlust durch Wartung, Patronen vor und nach dem Vorgang auf 0,01 g gewogen
VorgangVerbrauch schwarzVerbrauch FarbeEntspricht TextseitenBefund
Einsetzen einer neuen Patrone0,42 g0,38 g15
Standardreinigung1,10 g0,95 g40
Intensivreinigung2,80 g2,40 g100
Einschalten nach 6 Wochen Pause1,10 g0,95 g40
Düsentest ausdrucken0,05 g0,04 g2

Häufige Fragen

Wie viele Seiten druckt eine Patrone im Canon Pixma TS5151?

Im Wiegeversuch mit 4,2 Prozent Deckung 312 Seiten aus einer PG-560XL und 130 aus einer Standard-PG-560. Die Herstellerangaben von 400 und 180 Seiten beziehen sich auf eine Normvorlage mit weniger Text als eine übliche Briefseite.

Was kostet eine Textseite?

5,5 Cent mit XL-Patronen aus dem Doppelpack, 7,0 Cent bei einzeln gekaufter XL-Patrone und 12,2 Cent mit Standardpatronen. Farbige Mischseiten liegen bei 11,3 Cent, ein Foto im Format 10 mal 15 bei 35,8 Cent.

Welche Patronen passen in den TS5151?

PG-560 und CL-561 sowie die XL-Varianten derselben Bezeichnungen. Die XL-Patronen sind bauidentisch, enthalten mehr Tinte und kosten je Seite weniger als die Hälfte.

Wie viel Tinte kostet eine Reinigung?

1,10 g schwarze Tinte für eine Standardreinigung, das sind rund 40 Textseiten. Eine Intensivreinigung kostet 2,80 g oder etwa 100 Seiten. Nach sechs Wochen ohne Auftrag reinigt das Gerät beim Einschalten selbstständig mit demselben Verbrauch.

Wie schnell druckt das Gerät?

9,2 Textseiten je Minute über einen Auftrag von 20 Seiten. Die erste Seite liegt nach 14 Sekunden im Fach, aus dem Ruhezustand nach 23 Sekunden. Ein Foto im Format 10 mal 15 braucht 52 Sekunden, in höchster Qualität 1:48 Minuten.

Was löst der Scanner wirklich auf?

Angegeben sind 1.200 dpi, erkennbar getrennt waren Linien mit 0,08 mm Abstand, was etwa 700 effektiven dpi entspricht. Für Dokumente reicht das mit Reserve, für die Vergrößerung eines Papierfotos über A4 hinaus nicht.

Lohnt es, den Drucker vom Strom zu trennen?

Nein. Der Ruhestrom von 1,3 W kostet knapp vier Euro im Jahr, jedes Einschalten nach längerer Trennung kostet dagegen eine Reinigung und damit 40 Seiten Tinte. Die Tinte ist teurer als der Strom.

Ab welcher Druckmenge lohnt ein Laserdrucker?

Ab etwa 1.500 Seiten im Jahr. Darunter bleibt der Tintendrucker günstiger, allerdings verliert er bei sehr geringen Mengen unter 200 Seiten überproportional viel Tinte an die Wartungsvorgänge.

Geprüft im August 2026