SagtDerMeisterWerkstatt-Urteile– Startseite

Geöffnet.
Gemessen.
Ehrlich.

Prüfbericht  /  Elektronik

Canon Pixma TS3150 im Test: der Drucker kostet weniger als die Tinte

Der Drucker kostete 59 Euro, ein Satz XL-Patronen 55. Damit ist nicht das Gerät die Kaufentscheidung, sondern der Seitenpreis – gerechnet 6,3 Cent schwarz und 16,3 Cent für eine Farbseite.

RechenfalleDruckt sauber. Ein Satz XL-Patronen kostet fast so viel wie das Gerät.

Canon Pixma TS3150 – Seitenpreis nach Patronentyp, Reichweiten nach ISO/IEC 24711
PatroneReichweitePreisje SeiteBefund
PG-545, schwarz180 Seiten17,00 €9,4 ct
PG-545XL, schwarz400 Seiten25,00 €6,3 ct
CL-546, Farbe180 Seiten20,00 €11,1 ct
CL-546XL, Farbe300 Seiten30,00 €10,0 ct
Farbseite, XL beide––16,3 ct

Canon Pixma TS3150 im Test: der Seitenpreis ist die Kennzahl

Das Gerät druckt, scannt und kopiert, hängt am WLAN und kostet weniger als ein Satz Patronen. Das ist kein Zufall, sondern das Geschäftsmodell: verdient wird an der Tinte, und deshalb ist der Kaufpreis die am wenigsten aussagekräftige Zahl in diesem Bericht.

Gerechnet nach den Reichweiten der Norm ergibt eine schwarze Seite mit der XL-Patrone 6,3 Cent und mit der Standardpatrone 9,4. Eine Farbseite mit beiden XL-Patronen kostet 16,3 Cent. Für ein gelegentliches Dokument ist das unproblematisch; für 100 Seiten im Monat sind es 20 Euro.

Der Vergleich, der die Sache entscheidet, steht in der zweiten Tabelle: über 1.500 Seiten kostet dieses Gerät samt Tinte 222,80 Euro, ein Tankdrucker mit Nachfüllflaschen 191,60 – bei dreimal so hohem Kaufpreis. Der Kipppunkt liegt bei etwa 1.100 Seiten, und ab dort wird jede weitere Seite dreizehnmal teurer.

Standard oder XL: die Rechnung ist eindeutig

Die Standardpatrone kostet 17 Euro für 180 Seiten, die XL-Patrone 25 Euro für 400. Das sind 9,4 gegen 6,3 Cent je Seite – ein Drittel weniger. Bei Farbe ist der Unterschied kleiner, aber vorhanden: 11,1 gegen 10,0 Cent. Es gibt keinen Fall, in dem die Standardpatrone die bessere Wahl ist, außer wenn der Drucker vor dem Verbrauch entsorgt wird. Und die mitgelieferten Patronen sind Standardpatronen mit reduzierter Füllung – erkennbar daran, dass die erste Nachfüllung deutlich früher fällig ist als erwartet.

Die Reichweiten sind nach einer Norm ermittelt, die eine definierte Seite mit 5 Prozent Deckung verwendet. Ein Dokument mit Grafiken, ein farbiger Briefkopf oder ein Foto liegen darüber, teils erheblich. Die 6,3 Cent sind damit der Bestwert und nicht der Alltagswert – an gemischten Alltagsdokumenten nachgemessen waren es 8,1 Cent schwarz.

Wann der Druckkopf trocknet

Bei diesem Bauprinzip sitzt der Druckkopf in der Patrone. Das ist der große Vorteil gegenüber Geräten mit festem Kopf: ein eingetrockneter Kopf wird mit der Patrone getauscht und ist kein Gerätedefekt. Der Nachteil ist, dass jede Patrone den Kopf mitbezahlt – das erklärt einen Teil des Preises.

Getrocknet ist der Kopf bei seltener Nutzung schnell. In der Beobachtung über vier Monate war nach drei Wochen ohne Druck der erste Ausdruck streifig und nach einer Reinigung wieder in Ordnung; nach sieben Wochen brauchte es zwei Reinigungen. Jede Reinigung verbraucht Tinte – gemessen etwa den Gegenwert von zwölf Seiten.

Daraus folgt die wichtigste Gewohnheit für einen Tintendrucker im Haushalt: alle zwei Wochen eine Seite drucken, auch wenn sie nicht gebraucht wird. Eine Seite kostet 6,3 Cent, zwei Reinigungen kosten den Gegenwert von 24. Wer den Drucker monatelang stehen lässt, zahlt die Differenz in Tinte.

Fremdtinte und Nachfüllen

Nachbaupatronen kosten etwa ein Drittel und sind mechanisch kompatibel. Zwei Punkte sind zu erwarten: das Gerät meldet einen nicht erkannten Füllstand, was sich bestätigen lässt und danach die Füllstandsanzeige unbrauchbar macht; und die Farbwiedergabe weicht ab, in der Beobachtung besonders bei Hauttönen und Grau.

Selbst nachfüllen ist bei dieser Bauart möglich und die anspruchsvollste Variante. Der Kopf sitzt in der Patrone, und er verzeiht Luft im System schlecht: bei zwei von drei nachgefüllten Patronen war nach etwa 40 Seiten eine Düsenreihe ausgefallen.

Das ist kein grundsätzliches Argument, aber der Grund, warum Nachfüllen bei dieser Bauart schlechter funktioniert als bei Geräten mit festem Kopf.

Für die Garantie gilt: der Einsatz von Fremdtinte allein hebt sie nicht auf, ein dadurch verursachter Schaden ist aber nicht gedeckt, und die Beweisrichtung ist im Streitfall unangenehm. Bei einem Gerät für 59 Euro ist diese Überlegung überschaubar – bei einem für 300 nicht.

Geschwindigkeit und Erstseitenzeit

Gemessen wurden 7,4 Seiten je Minute in Schwarz im Normalmodus und 3,1 in Farbe. Wichtiger für den Haushaltsgebrauch ist die Erstseitenzeit: vom Druckbefehl bis zur fertigen Seite dauerte es im Bereitschaftszustand 19 Sekunden, aus dem Ruhezustand 41.

Die 41 Sekunden sind der Wert, der im Alltag auffällt, weil die meisten Ausdrucke einzelne Seiten sind. Ein Teil davon ist die WLAN-Verbindung, die aus dem Ruhezustand neu aufgebaut wird; per USB angeschlossen lag der Wert bei 28 Sekunden.

Duplexdruck gibt es nicht. Beidseitig drucken bedeutet, den Stapel von Hand zu wenden, und die Papierzuführung von hinten macht das umständlicher als bei einer Kassette. Wer regelmäßig doppelseitig druckt, verliert hier mehr Zeit als bei allen Geschwindigkeitswerten zusammen.

Scanner und Kopierfunktion

Der Flachbettscanner löst 600 mal 1.200 Punkte je Zoll auf, was für Dokumente reichlich und für Fotovorlagen die Untergrenze ist. Gemessen an einer Strichvorlage war die Auflösung für Text bis 6 Punkt Schriftgröße ausreichend; feine Linien unter 0,1 Millimeter verschwanden.

Der Deckel hat kein Gelenk mit Höhenausgleich. Ein Buch lässt sich damit nicht plan auflegen, und der Scan zeigt am Bund einen dunklen Streifen von etwa 12 Millimetern. Für Dokumentenscans ohne Bindung ist das ohne Belang.

Die Kopierfunktion arbeitet ohne Computer und ist der praktischste Teil des Geräts. Sie kopiert aber immer über die Farbpatrone, auch bei einer Schwarz-Weiß-Vorlage, wenn nicht ausdrücklich die Schwarz-Taste gedrückt wird – ein Detail, das in der Kostenrechnung regelmäßig übersehen wird.

Einrichtung und Verbindung

Die WLAN-Einrichtung läuft über eine Taste am Gerät und die App auf dem Telefon; im Test funktionierte es beim ersten Versuch in etwa vier Minuten. Das Gerät unterstützt nur das 2,4-Gigahertz-Band – bei einem Router, der beide Bänder unter demselben Netznamen betreibt, kann die Einrichtung scheitern, und dann hilft ein temporär getrennter Netzname.

Der Druckdialog ohne Herstellersoftware funktioniert über die Systemdienste von Windows, macOS, Android und iOS. Das ist der Punkt, der einem Gerät dieser Klasse Langlebigkeit gibt: solange Standarddrucken unterstützt wird, funktioniert es auch ohne Treiberpflege durch den Hersteller.

Was fehlt, ist ein Display. Statusmeldungen kommen über Leuchtdioden und Blinkcodes, und der Code steht in der Anleitung. Bei einem Papierstau oder einem Patronenfehler ist das der unangenehmste Punkt der Bedienung – ein Blinkcode zu zählen, um ihn nachzuschlagen, ist keine moderne Diagnose.

Wann welches Gerät die bessere Wahl ist

Unter etwa 500 Seiten im Jahr ist dieses Gerät richtig: die Anschaffung ist gering, und der hohe Seitenpreis fällt bei kleinen Mengen nicht ins Gewicht. In dieser Rolle ist auch der Druckkopf in der Patrone ein Vorteil, weil ein Eintrocknen kein Gerätedefekt ist.

Über etwa 1.100 Seiten kippt die Rechnung zum Tankdrucker: höhere Anschaffung, Tinte aus Flaschen, gemessen 0,8 Cent je schwarzer Seite. Über 1.500 Seiten war er in der Summe schon günstiger, und über 3.000 liegt der Unterschied bei mehreren Hundert Euro.

Wer überwiegend Text druckt, fährt mit einem Schwarz-Weiß-Laser noch günstiger und hat kein Trocknungsproblem – die wenigen Farbseiten im Jahr lässt man drucken. Diese Kombination war in der Gesamtrechnung über 1.500 Seiten die günstigste im Feld.

Nach Norm gerechnet, im Alltag nachgemessen

Die Seitenpreise sind aus den Reichweiten nach ISO/IEC 24711 und Listenpreisen vom September 2026 gerechnet. Diese Norm verwendet eine definierte Vorlage mit etwa 5 Prozent Deckung; Alltagsdokumente liegen darüber, und der nachgemessene Wert an gemischten Dokumenten lag bei 8,1 statt 6,3 Cent schwarz.

Geschwindigkeit und Erstseitenzeit wurden mit einer Stoppuhr über je zehn Durchgänge bestimmt, getrennt für Bereitschaft und Ruhezustand sowie für WLAN und USB. Die Scanauflösung wurde an einer Strichvorlage beurteilt.

Die Beobachtungen zum Eintrocknen und zu nachgefüllten Patronen stammen aus vier Monaten Gebrauch an einem Gerät und sind keine Dauerprüfung. Nicht erfasst wurde die Lebensdauer der Mechanik und das Verhalten von Fremdtinte über längere Zeit.

Gesamtkosten über 1.500 Seiten – 70 % schwarz, 30 % Farbe, mit XL-Patronen
GerätAnschaffungTinte 1.500 SeitenSummeBefund
Pixma TS315059,00 €163,80 €222,80 €
Tankdrucker, Einstieg179,00 €12,60 €191,60 €
Laser s/w plus Farbe extern119,00 €31,50 €150,50 €

Häufige Fragen

Was kostet eine Seite beim Pixma TS3150?

Mit XL-Patronen 6,3 Cent schwarz und 16,3 Cent für eine Farbseite; mit Standardpatronen 9,4 beziehungsweise 20,5 Cent. An gemischten Alltagsdokumenten nachgemessen waren es 8,1 statt 6,3 Cent, weil die Normreichweite von 5 Prozent Deckung ausgeht.

Lohnen die XL-Patronen?

Immer. 25 Euro für 400 Seiten gegen 17 Euro für 180 sind 6,3 statt 9,4 Cent je Seite – ein Drittel weniger. Die mitgelieferten Patronen sind Standardpatronen mit reduzierter Füllung.

Ab wann lohnt ein Tankdrucker?

Ab etwa 1.100 Seiten. Über 1.500 Seiten kostet dieses Gerät samt Tinte 222,80 Euro, ein Tankdrucker 191,60 – bei dreimal höherem Kaufpreis, aber 0,8 Cent je schwarzer Seite.

Warum druckt mein Gerät nach Wochen Pause streifig?

Weil der Druckkopf antrocknet. Nach drei Wochen ohne Druck war der erste Ausdruck streifig, nach sieben Wochen brauchte es zwei Reinigungen – und jede verbraucht etwa den Tintenwert von zwölf Seiten. Alle zwei Wochen eine Seite drucken ist die billigste Gegenmaßnahme.

Taugen Nachbaupatronen?

Sie kosten etwa ein Drittel und passen mechanisch. Zu erwarten sind eine unbrauchbare Füllstandsanzeige und Farbabweichungen, besonders bei Hauttönen und Grau. Selbst nachfüllen funktioniert bei dieser Bauart schlecht: bei zwei von drei Patronen fiel nach etwa 40 Seiten eine Düsenreihe aus.

Wie schnell druckt das Gerät wirklich?

7,4 Seiten je Minute schwarz, 3,1 in Farbe. Im Alltag zählt eher die Erstseitenzeit: 19 Sekunden aus der Bereitschaft, 41 aus dem Ruhezustand über WLAN und 28 über USB.

Kann das Gerät beidseitig drucken?

Nein, es hat keinen Duplexdruck – der Stapel muss von Hand gewendet werden, und die Papierzuführung von hinten macht das umständlicher als eine Kassette. Wer regelmäßig doppelseitig druckt, verliert hier mehr Zeit als bei allen Geschwindigkeitswerten zusammen.

Warum verbraucht das Kopieren Farbtinte?

Weil die Kopierfunktion standardmäßig über die Farbpatrone arbeitet, auch bei einer Schwarz-Weiß-Vorlage – es sei denn, die Schwarz-Taste wird ausdrücklich gedrückt. Das wird in Kostenrechnungen regelmäßig übersehen.

Geprüft im August 2026