Prüfbericht / Elektronik
Tintendrucker ohne Scanner im Test: Seitenpreis, Duplex, Laser-Vergleich
Ein Drucker kostet in der Anschaffung wenig und im Betrieb viel oder umgekehrt, und die Grenze lässt sich rechnen. Nötig sind zwei Zahlen: die Reichweite einer Patrone und ihr Preis, beide für dasselbe Deckungsmaß.
Geprüft9,4 Cent je Seite mit Standardpatrone. Ein Laser liegt bei 2,8.
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| Verbrauchsmaterial | Reichweite | Preis | Je Seite schwarz | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Standardpatrone schwarz | 180 Seiten | 16,90 € | 9,4 ct | |
| XL-Patrone schwarz | 400 Seiten | 24,90 € | 6,2 ct | |
| XXL-Patrone schwarz | 830 Seiten | 36,90 € | 4,4 ct | |
| Lasertoner zum Vergleich | 1.500 Seiten | 42,00 € | 2,8 ct |
Neunkommavier Cent oder viervier
Der Seitenpreis folgt aus Patronenpreis geteilt durch Reichweite. Bei einer Standardpatrone mit 180 Seiten für 16,90 € sind das 9,4 Cent je schwarzer Seite, bei der größten Patrone mit 830 Seiten für 36,90 € nur 4,4.
Die größere Patrone ist damit nicht ein bisschen günstiger, sondern halbiert den Seitenpreis. Wer die mitgelieferte Standardpatrone nachkauft, zahlt für dieselbe Seite mehr als das Doppelte.
Bezugsgröße ist bei allen Angaben eine Deckung von 5 Prozent der Seitenfläche, also ein normaler Brief. Eine Seite mit Tabelle und Rahmen liegt bei 10 bis 15 Prozent, und dann halbiert sich die Reichweite entsprechend.
Der Laser liegt bei zweikommaacht
Ein einfacher Schwarzweiß-Laserdrucker mit einem Toner für 1.500 Seiten zu 42 € kommt auf 2,8 Cent je Seite. Gegenüber 4,4 Cent bei der größten Tintenpatrone ist das ein Drittel weniger, gegenüber 9,4 Cent zwei Drittel.
Die Anschaffung liegt dafür höher: ein Tintendrucker dieser Klasse kostet 70 bis 90 €, ein Laser 110 bis 150. Aus Differenz und Seitenpreisersparnis folgt der Umschlagpunkt.
Gerechnet mit 50 € Preisunterschied und 1,6 Cent Ersparnis je Seite liegt er bei 3.125 Seiten. Wer im Jahr 500 Seiten druckt, erreicht ihn nach sechs Jahren; wer 2.000 druckt, nach eineinhalb.
Was der Tintendrucker dafür kann
Zwei Dinge kann ein Laser dieser Preisklasse nicht. Er druckt kein Farbfoto, und er druckt nicht auf beschichtetem Fotopapier; ein Farblaser in derselben Klasse kostet ein Mehrfaches und liefert auf Fotopapier weiterhin kein Fotoergebnis.
Zweitens ist der Tintendrucker deutlich kleiner und leiser: gemessen 51 dB(A) gegen 63 beim Laser in einem Meter Abstand, und die Aufwärmphase des Lasers entfällt.
Wer regelmäßig Fotos druckt, hat damit keine Wahl. Wer Text druckt und Fotos beim Dienstleister bestellt, zahlt beim Tintendrucker jede Seite drei- bis dreifach teurer für eine Fähigkeit, die er nicht nutzt.
Der Reinigungsvorgang kostet einundzwanzig Seiten
Ein Tintendrucker spült seine Düsen, und dieser Vorgang verbraucht Tinte, ohne dass Papier bedruckt wird. Ausgewogen über die Gewichtsdifferenz der Patrone verbrauchte ein Reinigungsvorgang 1,4 Milliliter, was der Tintenmenge von 21 Seiten entspricht.
Ausgelöst wird er beim Einschalten nach längerem Stillstand und von Hand über das Menü. In einem Haushalt, der zweimal im Monat druckt und das Gerät jeweils vom Netz nimmt, summiert sich das auf 24 Reinigungsvorgänge im Jahr, also 500 Seiten Tinte.
Wirksam ist deshalb eine einfache Gewohnheit: das Gerät am Netz lassen, damit es selbst entscheidet, wann eine Reinigung nötig ist. Der Ruhezustand kostet 1,1 Watt, also 3,40 € im Jahr, und ist damit deutlich günstiger als der eingesparte Tintenverbrauch.
Eingetrocknet nach vier Wochen
Nach vier Wochen ohne Druckauftrag zeigte der erste Ausdruck Streifen und brauchte einen Reinigungsvorgang. Nach acht Wochen waren zwei Vorgänge nötig, und eine Farbe kam erst nach dem dritten vollständig zurück.
Die Ursache ist Verdunstung an den Düsen. Tinte auf Wasserbasis trocknet, und der eingetrocknete Rest verschließt die feinen Öffnungen. Bei Pigmenttinte tritt das stärker auf als bei Farbstofftinte.
Praktikabel ist ein Testausdruck alle zwei Wochen, eine halbe Seite mit allen Farben. Er kostet weniger Tinte als ein Reinigungsvorgang und verhindert genau den Zustand, den die Reinigung anschließend teuer behebt.
Duplex kostet zwei Drittel der Geschwindigkeit
Zehn Seiten einseitig brauchten 48 Sekunden, also 12,5 Seiten je Minute. Dieselben zehn Seiten beidseitig brauchten 2 Minuten 12, also 4,5 Seiten je Minute.
Der Unterschied entsteht durch die Trockenpause: das Blatt muss zwischen den beiden Seiten antrocknen, sonst schmiert die erste Seite beim Wenden. Ein Laser hat diese Pause nicht, weil Toner sofort fixiert ist.
Gerechnet spart Duplex trotzdem: bei 500 Seiten Text im Jahr sind das 250 Blatt statt 500, also etwa 2,50 € Papier und ein halbes Paket weniger im Schrank. Wer viel doppelseitig druckt und dabei auf Zeit achtet, ist beim Laser besser bedient.
Fremdtinte und was sie ändert
Patronen von Drittanbietern kosten häufig ein Drittel des Originalpreises, was den Seitenpreis von 4,4 auf 1,8 Cent senken würde. Zwei Punkte gehören in diese Rechnung.
Erstens die Reichweite, die bei Fremdpatronen selten geprüft ausgewiesen wird: eine Patrone mit weniger Füllmenge senkt den Seitenpreis nicht so stark, wie der Preis vermuten lässt. Zweitens die Erkennung durch das Gerät, die bei neueren Modellen über einen Chip läuft und nach einem Firmware-Update ausfallen kann.
Rechtlich ist der Einsatz zulässig und führt nicht zum Verlust der gesetzlichen Rechte. Praktisch bleibt das Risiko, dass ein Update die Patrone nicht mehr annimmt, und dagegen hilft nur, automatische Updates abzuschalten.
Ohne Scanner: was fehlt und was nicht
Ein Gerät ohne Scanner ist flacher, günstiger und hat ein Bauteil weniger, das ausfallen kann. Wer scannen will, hat heute eine Alternative, die es vor zehn Jahren nicht gab: die Telefonkamera mit einer Anwendung, die Ränder erkennt und Perspektive korrigiert.
Gegenübergestellt an einem Textdokument war die Datei aus dem Telefon für Ablage und Versand gleichwertig; unterlegen war sie bei mehrseitigen Dokumenten mit Einzug und bei Vorlagen, die exakt farbtreu erfasst werden müssen.
Wer regelmäßig Stapel scannt, braucht einen Einzug und damit ein Kombigerät oder einen Dokumentenscanner. Wer zweimal im Monat eine Rechnung digitalisiert, braucht keinen Scanner im Drucker, und dann ist das Gerät ohne Scanner die passendere Wahl.
Stoppuhr, Waage an der Patrone, Testseite
Die Geschwindigkeiten wurden mit Stoppuhr genommen, vom Absenden des Auftrags bis zum vollständigen Auswurf der letzten Seite, drei Durchläufe je Betriebsart mit derselben zehnseitigen Textvorlage.
Der Tintenverbrauch eines Reinigungsvorgangs entstand aus Wiegungen der Patrone auf 0,01 Gramm vor und nach dem Vorgang, dreimal wiederholt; die Umrechnung in Seiten benutzt die ausgewiesene Reichweite und Füllmenge.
Die Seitenpreise sind aus Herstellerangaben zur Reichweite bei 5 Prozent Deckung und Angebotspreisen gerechnet. Über Druckqualität auf Fotopapier und über Haltbarkeit des Druckkopfs steht hier nichts.
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| Prüfpunkt | Messwert | Umrechnung | Befund |
|---|---|---|---|
| Erste Seite aus dem Ruhezustand | 14 s | davon 9 s Vorbereitung | |
| Zehn Seiten einseitig | 48 s | 12,5 Seiten je Minute | |
| Zehn Seiten beidseitig | 2 min 12 | 4,5 Seiten je Minute | |
| Tinte je Reinigungsvorgang | 1,4 ml | entspricht 21 Seiten | |
| Stromaufnahme im Ruhezustand | 1,1 W | 9,6 kWh im Jahr, 3,40 € |
Häufige Fragen
Was kostet eine gedruckte Seite?
9,4 Cent mit der Standardpatrone, 6,2 mit der XL- und 4,4 mit der XXL-Patrone, jeweils bei 5 Prozent Deckung. Wer die mitgelieferte Standardpatrone nachkauft, zahlt mehr als das Doppelte je Seite.
Ab wann ist ein Laserdrucker günstiger?
Ab etwa 3.125 Seiten, gerechnet mit 50 € höherem Kaufpreis und 1,6 Cent Ersparnis je Seite. Bei 500 Seiten im Jahr sind das sechs Jahre, bei 2.000 Seiten eineinhalb.
Wofür lohnt der Tintendrucker trotzdem?
Für Farbfotos und Fotopapier, die ein Laser dieser Preisklasse nicht kann. Außerdem ist er leiser: 51 gegen 63 dB(A) in einem Meter, und die Aufwärmphase entfällt.
Wie viel Tinte kostet ein Reinigungsvorgang?
1,4 Milliliter, also die Tintenmenge von 21 Seiten. Wer zweimal im Monat druckt und das Gerät jeweils vom Netz nimmt, kommt auf 24 Vorgänge im Jahr, also 500 Seiten Tinte.
Soll der Drucker am Netz bleiben?
Ja. Der Ruhezustand kostet 1,1 Watt, also 3,40 € im Jahr, und ist damit deutlich günstiger als die Tinte für zusätzliche Reinigungsvorgänge nach jedem Trennen vom Netz.
Was passiert bei längerer Nichtnutzung?
Nach vier Wochen zeigte der erste Ausdruck Streifen und brauchte einen Reinigungsvorgang, nach acht Wochen zwei, und eine Farbe kam erst nach dem dritten zurück. Ein halbseitiger Testausdruck alle zwei Wochen verhindert das günstiger.
Warum ist beidseitiger Druck so langsam?
Wegen der Trockenpause zwischen den Seiten: zehn Seiten brauchten beidseitig 2 Minuten 12 gegen 48 Sekunden einseitig. Ein Laser hat diese Pause nicht, weil Toner sofort fixiert ist.
Fehlt ohne Scanner etwas Wichtiges?
Bei Stapeln ja, sonst kaum: für Ablage und Versand war eine Aufnahme mit der Telefonkamera und Randerkennung gleichwertig. Unterlegen ist sie bei mehrseitigen Dokumenten mit Einzug und bei farbtreuen Vorlagen.
Geprüft im August 2026