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Prüfbericht  /  Sport & Freizeit

Softshelljacke im Test: Wassersäule, Atmung, Größenausfall

Eine Softshelljacke ist ein Kompromiss zwischen Wärme, Winddichte und Wasserdichte, und alle drei Größen lassen sich prüfen. Die Wassersäule wurde mit einem selbstgebauten Rohraufbau bestimmt, die Beregnungsfestigkeit unter der Dusche, die Winddichte mit einem Anemometer und der Größenausfall mit dem Maßband gegen die Herstellertabelle.

Geprüft4.200 mm Wassersäule und 41 Minuten unter Beregnung. Für Dauerregen zu wenig, für Wind und Nieselregen genau richtig.

Wassersäule mit einem Rohr von 40 mm Durchmesser auf dem Gewebe, Wasserstand bis zum Durchtritt am dritten Tropfen
StelleWassersäuleNach 5 WäschenBewertungBefund
Vorderseite, Fläche4.200 mm3.100 mmwasserabweisend
Schulterpartie3.400 mm2.400 mmBeanspruchung
Nahtbereich, nicht verklebt600 mm400 mmSchwachstelle
Regenjacke zum Vergleich18.000 mm16.000 mmwasserdicht
Baumwolljacke zum Vergleich80 mm60 mmnicht wasserabweisend

Viertausendzweihundert Millimeter Wassersäule

Die Wassersäule wurde mit einem senkrecht auf das flach gespannte Gewebe gesetzten Rohr von 40 Millimetern Durchmesser bestimmt: Wasser wird eingefüllt, und die Höhe bei Durchtritt des dritten Tropfens auf der Unterseite ist der Messwert. Auf der Vorderseite waren es 4.200 Millimeter, an der Schulter 3.400 und im nicht verklebten Nahtbereich 600.

Als wasserdicht gilt ein Gewebe üblicherweise ab 1.300 Millimetern Wassersäule, was der Belastung durch einen sitzenden Menschen entspricht; Regenjacken liegen bei 10.000 bis 20.000. Die 4.200 Millimeter der Fläche sind damit weit über der Definitionsgrenze, und trotzdem ist die Jacke nicht regendicht. Der Grund steht in derselben Tabelle: die Nähte.

Die Naht ist die Schwachstelle

Sechshundert Millimeter Wassersäule im Nahtbereich sind weniger als ein Siebtel des Flächenwerts. Ursache ist die Nadel: jeder Stich erzeugt ein Loch, und ohne verklebtes Nahtband bleibt es offen. Eine Regenjacke mit verklebten Nähten erreichte im Nahtbereich 17.000 Millimeter, also praktisch den Flächenwert.

Nachgeprüft unter der Beregnung zeigte sich derselbe Befund in der Reihenfolge des Versagens: nach 20 Minuten waren die Nähte innen feucht, während die Fläche trocken blieb, und nach 41 Minuten alles. Wer eine Jacke im Regen tragen will, achtet deshalb nicht auf die Wassersäulenangabe, sondern darauf, ob die Nähte verklebt sind, und das ist an der Innenseite als Band von 10 bis 12 Millimetern Breite zu sehen.

Einundvierzig Minuten unter der Dusche

Für die Beregnung stand die Jacke auf einer Puppe unter einer Dusche mit 6 Litern je Minute, was einem starken Regen entspricht. Die Innenseite wurde alle 10 Minuten mit trockenem Papier abgetupft und auf Feuchte geprüft.

Nach 10 Minuten war alles trocken, nach 20 die Nähte feucht, nach 30 die Schulter und nach 41 Minuten die Fläche. Eine Regenjacke blieb über 60 Minuten trocken. Für die Praxis heißt das eine klare Einordnung: für den Weg zum Bäcker im Nieselregen, für Wind und für einen zwanzigminütigen Schauer ist die Jacke geeignet, für eine Wanderung im Dauerregen nicht. Genau in dieser Nutzung wird Softshell auch angeboten.

Winddichte und Atmung

Mit einem Anemometer hinter dem gespannten Gewebe und einem Ventilator davor wurde die Winddurchlässigkeit gemessen: bei 6 Metern je Sekunde vor dem Gewebe kamen 0,4 Meter je Sekunde hindurch, also 7 Prozent. Ein Fleecepullover ließ 3,1 Meter je Sekunde durch, eine Regenjacke 0,05.

Die Atmungsaktivität wurde über einen Becherversuch bestimmt: ein Becher mit 100 Millilitern Wasser wurde mit dem Gewebe verschlossen und über 24 Stunden bei 22 Grad gewogen. Durch die Softshelljacke verdampften 6,4 Gramm, durch die Regenjacke 4,1 und durch eine Kunststofffolie 0,1. Softshell ist damit deutlich atmungsaktiver als eine Regenjacke, und das ist der Zweck der Bauart: sie tauscht Wasserdichte gegen Feuchtetransport.

Zwei Zentimeter kleiner als die Tabelle

Die häufigste Frage zu dieser Marke betrifft den Größenausfall, und sie lässt sich mit dem Maßband beantworten. Die Herstellertabelle nennt für Größe M einen Brustumfang von 92 bis 96 Zentimetern; die flach ausgelegte Jacke hatte einen Brustumfang von 100 Zentimetern, also 2 Zentimeter Bewegungsfreiheit auf einen Körper mit 96.

Zwei Zentimeter sind für eine Softshelljacke knapp: übliche Jacken dieser Art haben 8 bis 12 Zentimeter Zugabe, damit ein Pullover darunter passt. Nachgeprüft an einer Person mit 96 Zentimetern Brustumfang: über einem T-Shirt saß die Jacke gut, über einem Pullover von 1,5 Zentimetern Materialstärke spannte sie an den Schultern und die Armbewegung war eingeschränkt. Wer die Jacke über einem Pullover tragen will, nimmt eine Größe mehr, und dieses eine Maß erklärt die verbreitete Aussage, dass die Größen klein ausfallen.

Die Ärmellänge und die Kapuze

Weitere Maße wurden flach abgenommen: Ärmellänge von der Schulternaht 63 Zentimeter, Jackenlänge hinten 72, Schulterbreite 43. Für eine Körpergröße von 1,72 Metern, für die Größe M üblicherweise gedacht ist, sind 63 Zentimeter Ärmellänge passend; bei 1,80 Metern fehlen etwa 3 Zentimeter, und der Ärmel rutscht beim Armheben aus dem Handschuh.

Die Kapuze ist abnehmbar und mit einem Reißverschluss befestigt. Nachgemessen beträgt der Gesichtsausschnitt 26 Zentimeter in der Höhe, was ohne Zug am Kordelzug für Sichtfreiheit reicht; mit einer Fahrradhelm-Attrappe passte sie nicht darüber, weil der Umfang mit 62 Zentimetern zu klein ist. Für Radfahrer ist die Kapuze damit eine Kapuze für den Fußweg.

Was fünf Wäschen ändern

Die Jacke wurde fünfmal bei 30 Grad gewaschen und an der Luft getrocknet. Die Wassersäule fiel von 4.200 auf 3.100 Millimeter, an der Schulter von 3.400 auf 2.400. Unter der Beregnung war die Fläche nach 28 statt 41 Minuten feucht.

Verantwortlich ist die Ausrüstung auf der Außenseite, eine dünne wasserabweisende Schicht, die bei jeder Wäsche abgetragen wird. Erkennbar ist der Verlust ohne Messgerät: ein Wassertropfen perlte auf der neuen Jacke ab und blieb auf der gewaschenen liegen und zog ein. Ein Imprägnierspray zum Aufsprühen brachte die Wassersäule auf 3.900 Millimeter zurück, kostete 9 Euro je 400 Milliliter und reichte für zwei Jacken; das Nachtrocknen bei 40 Grad im Wäschetrockner, wie es die Anleitung nennt, war für die Wirkung nötig.

Wärme und die Grenze nach unten

Die Materialstärke beträgt 1,8 Millimeter, gemessen mit dem Messschieber, mit einer angerauten Innenseite. Für die Wärmeleistung wurde ein Becher mit 300 Millilitern Wasser von 60 Grad in die Jacke gewickelt und die Abkühlung über eine Stunde verfolgt: 12,4 Grad Verlust gegen 21,8 Grad ohne Jacke und 9,1 Grad in einer Winterjacke mit Daunenfüllung.

Übertragen heißt das eine brauchbare Wärmeleistung für Temperaturen zwischen etwa 5 und 15 Grad, mit Pullover darunter auch tiefer. Für minus 5 Grad im Stehen ist die Jacke zu dünn, was zur Bauart gehört: Softshell ist eine Bewegungsjacke, deren Wärme aus der eigenen Aktivität kommt. Nachgeprüft beim Spazierengehen bei 4 Grad und leichtem Wind war die Jacke über einem langärmeligen Shirt nach 10 Minuten ausreichend, im Stehen nach 20 Minuten nicht mehr.

Was ein Rohr auf dem Gewebe nicht ist

Die Wassersäulenmessung mit einem aufgesetzten Rohr ist ein Nachbau des genormten Verfahrens und liefert Werte in der richtigen Größenordnung, aber keine Prüfwerte: die Norm arbeitet mit definiertem Druckanstieg und einer festgelegten Prüffläche. Die Rangfolge zwischen Fläche, Schulter, Naht und den beiden Vergleichsjacken ist davon unberührt.

Ebenso außen vor blieb die Beurteilung der Verarbeitung über Jahre. Prüfbar bleibt ein Maß, das jeder selbst nehmen kann: der Wassertropfen auf dem Ärmel.

Perlt er ab, ist die Ausrüstung in Ordnung; zieht er ein, ist eine Imprägnierung fällig, und dieser Test dauert fünf Sekunden und ersetzt jede Messung mit einem Rohr.

Beregnung unter der Dusche mit 6 l/min über die Jacke auf einer Puppe, Innenseite auf Feuchte geprüft
Zeit unter BeregnungFläche innenSchulter innenNähteBefund
10 mintrockentrockentrocken
20 mintrockentrockenfeucht
30 mintrockenfeuchtdurchgefeuchtet
41 minfeuchtdurchgefeuchtetdurchgefeuchtet
Regenjacke, 60 mintrockentrockentrocken

Häufige Fragen

Ist eine Softshelljacke wasserdicht?

Auf der Fläche mit 4.200 Millimetern Wassersäule ja, im Nahtbereich mit 600 Millimetern nicht. Als wasserdicht gilt ein Gewebe ab 1.300 Millimetern; Regenjacken liegen bei 10.000 bis 20.000 und haben verklebte Nähte.

Wie lange hält sie Regen ab?

Unter einer Dusche mit 6 Litern je Minute blieb alles 10 Minuten trocken, nach 20 Minuten waren die Nähte feucht, nach 30 die Schulter und nach 41 Minuten die Fläche. Eine Regenjacke blieb über 60 Minuten trocken.

Worauf achtet man statt auf die Wassersäule?

Auf verklebte Nähte, erkennbar an der Innenseite als Band von 10 bis 12 Millimetern Breite. Im Nahtbereich lag die Wassersäule bei 600 gegen 4.200 Millimeter auf der Fläche; eine Regenjacke mit verklebten Nähten erreichte dort 17.000.

Wie winddicht ist Softshell?

Bei 6 Metern je Sekunde vor dem Gewebe kamen 0,4 Meter je Sekunde durch, also 7 Prozent; ein Fleecepullover ließ 3,1 durch, eine Regenjacke 0,05. Dafür ist Softshell atmungsaktiver: 6,4 gegen 4,1 Gramm Wasserdampf je 24 Stunden im Becherversuch.

Fallen die Größen kleiner aus?

Sie sind knapp geschnitten. Die Tabelle nennt für Größe M 92 bis 96 Zentimeter Brustumfang, die flach ausgelegte Jacke hatte 100, also nur 2 Zentimeter Zugabe; übliche Softshelljacken haben 8 bis 12. Über einem Pullover spannte sie an den Schultern.

Passt die Kapuze über einen Helm?

Nein. Ihr Umfang beträgt 62 Zentimeter, und über eine Fahrradhelm-Attrappe ließ sie sich nicht ziehen. Der Gesichtsausschnitt von 26 Zentimetern Höhe reicht ohne Zug am Kordelzug für Sichtfreiheit.

Was passiert nach mehreren Wäschen?

Die Wassersäule fiel nach fünf Wäschen bei 30 Grad von 4.200 auf 3.100 Millimeter und die Zeit bis zur Durchfeuchtung von 41 auf 28 Minuten. Ein Imprägnierspray für 9 Euro je 400 Milliliter brachte 3.900 Millimeter zurück; das Nachtrocknen bei 40 Grad war dafür nötig.

Für welche Temperaturen reicht die Jacke?

Etwa 5 bis 15 Grad in Bewegung, mit Pullover darunter tiefer. Ein Becher mit 60 Grad warmem Wasser kühlte in der Jacke über eine Stunde um 12,4 Grad ab, ohne Jacke um 21,8 und in einer Daunenjacke um 9,1. Beim Stehen bei 4 Grad war sie nach 20 Minuten zu dünn.

Geprüft im August 2026