Prüfbericht / Sport & Freizeit
E-Bike mit Fatbike-Reifen in 28 Zoll: Rollwiderstand und Reichweite
Ein E-Bike mit sehr breiten Reifen fährt auf Sand und Schnee, wo ein normales Rad einsinkt, und es zahlt dafür mit Rollwiderstand. Wie hoch dieser Preis ist, lässt sich über den Energieverbrauch je Kilometer bestimmen, und er hängt stärker vom Luftdruck ab als von der Reifenbreite. Auf einer dreimal gefahrenen Runde von 18 Kilometern wurden Verbrauch und Reichweite bei drei Luftdrücken und im Vergleich zu einem Rad mit Standardreifen gemessen, dazu Gewicht, Bremsweg, Einsinktiefe auf Sand und der Rollwiderstand im Ausrollversuch.
GeprüftBreite Reifen kosten 34 Prozent Reichweite. Der Luftdruck holt davon die Hälfte zurück.
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| Bereifung und Druck | Verbrauch | Reichweite aus 630 Wh | Durchschnitt | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Breitreifen 4,0 Zoll bei 0,6 bar | 21,4 Wh/km | 29 km | 18,9 km/h | |
| Breitreifen 4,0 Zoll bei 1,0 bar | 17,1 Wh/km | 37 km | 20,4 km/h | |
| Breitreifen 4,0 Zoll bei 1,4 bar | 15,2 Wh/km | 41 km | 21,2 km/h | |
| Standardreifen 2,0 Zoll bei 3,5 bar | 12,8 Wh/km | 49 km | 22,6 km/h | |
| Unterschied breit zu schmal bei 1,0 bar | plus 34 % | minus 24 Prozent | entfällt | |
| Ausrollweg aus 25 km/h, ebene Strecke | 112 m bei 0,6 bar | 168 m bei 1,4 bar | 214 m Standardreifen |
Vier Komma zwei Wattstunden je Kilometer durch Luftdruck
Auf derselben Runde von 18 Kilometern lag der Verbrauch bei 21,4 Wattstunden je Kilometer mit 0,6 bar Reifendruck, bei 17,1 mit 1,0 bar und bei 15,2 mit 1,4 bar. Ein Rad mit Standardreifen von 2,0 Zoll bei 3,5 bar kam auf 12,8.
Der Luftdruck verändert den Verbrauch damit um 6,2 Wattstunden je Kilometer, während der Unterschied zwischen breitem und schmalem Reifen bei gleichem sinnvollem Druck 4,3 Wattstunden beträgt. Der Druck ist also der stärkere Hebel, und er ist kostenlos. Aus 630 Wattstunden Akkukapazität folgen 29, 37, 41 und 49 Kilometer Reichweite. Wer im Alltag auf Asphalt fährt und nur gelegentlich in den Sand, pumpt für die Straße auf 1,4 bar auf und lässt für den Strand ab, und das kostet zwei Minuten mit einer Standpumpe.
Warum niedriger Druck so viel kostet
Der Rollwiderstand wurde zusätzlich im Ausrollversuch bestimmt: aus 25 Kilometern je Stunde ohne Antrieb auf ebener Strecke rollte das Rad 112 Meter bei 0,6 bar, 168 bei 1,4 bar und mit Standardreifen 214 Meter.
Ein weicher Reifen verformt sich an der Aufstandsfläche stärker, und diese Verformung kostet Energie, die als Wärme im Gummi bleibt. Über einen Abdruck auf Papier ergab die Aufstandsfläche bei 0,6 bar 168 Quadratzentimeter, bei 1,4 bar 96 und beim Standardreifen 42. Der Zusammenhang ist damit sichtbar: viermal mehr Fläche bedeutet viermal mehr Walkarbeit im Gummi. Genau diese Fläche ist auf Sand der Vorteil, und auf Asphalt der Nachteil, und ein Reifen kann nicht beides gleichzeitig.
Drei Komma vier gegen 11,8 Zentimeter im Sand
Auf trockenem Sand sank das Rad mit Breitreifen bei 0,6 bar 3,4 Zentimeter ein und war fahrbar; mit Standardreifen sank es 11,8 Zentimeter ein und ließ sich nur schieben.
Die Erklärung ist die Flächenpressung: 84 Kilogramm Fahrergewicht plus 32 Kilogramm Rad verteilen sich beim Breitreifen auf 336 Quadratzentimeter an zwei Rädern, also 0,34 Kilogramm je Quadratzentimeter, beim Standardreifen auf 84 Quadratzentimeter, also 1,38. Ab etwa 0,5 Kilogramm je Quadratzentimeter sank das Rad im Prüfaufbau so tief ein, dass die Vortriebskraft nicht mehr reichte. Das ist der Zweck der Bauart, und für Strandwege, Waldboden nach Regen und Schnee ist er real; auf jedem befestigten Weg zahlt man ihn ohne Gegenwert.
Einunddreißig Komma sechs Kilogramm
Fahrbereit wog das Rad 31,6 Kilogramm, ein vergleichbares E-Bike mit Standardreifen 27,8. Ein Breitreifen allein wog 1,42 Kilogramm, ein Standardreifen 0,61.
Vier Kilogramm mehr wirken doppelt: als Masse beim Anfahren und an der Steigung und als rotierende Masse an den Rädern, die beim Beschleunigen zusätzlich in Drehung gebracht werden muss. Nachgemessen brauchte das Rad mit Breitreifen für die Beschleunigung von 0 auf 20 Kilometer je Stunde 6,4 Sekunden, mit Standardreifen 5,1. Beim Tragen ist der Unterschied ebenfalls spürbar: 31,6 Kilogramm sind über eine Kellertreppe zu zweit zu bewegen und allein kaum. Für einen Heckträger am Auto sind die üblichen 30 Kilogramm je Schiene damit überschritten, sofern der Akku nicht abgenommen wird.
Vierundvierzig Zentimeter weniger Bremsweg
Aus 25 Kilometern je Stunde auf trockenem Asphalt lag der Bremsweg bei 4,4 Metern mit Breitreifen und 4,9 mit Standardreifen; nass bei 5,8 und 6,2 Metern.
Die größere Aufstandsfläche bringt hier einen Vorteil, weil mehr Gummi Kontakt hat und die Flächenpressung sinkt. Ein halber Meter aus 25 Kilometern je Stunde ist kein großer Wert, aber er zeigt, dass breite Reifen nicht in jeder Hinsicht schlechter sind. Nachgeprüft auf losem Schotter war der Unterschied größer: 6,1 gegen 8,4 Meter, weil der schmale Reifen einsinkt und die Bremse blockiert. Wer viel auf unbefestigten Wegen unterwegs ist, gewinnt damit zusätzlich zur Fahrbarkeit auch beim Bremsen.
Achtundzwanzig Zoll und die Felgenbreite
Die Bezeichnung 28 Zoll bezeichnet den Laufradsatz, und ein Reifen von 4,0 Zoll Breite braucht dafür eine Felge mit mindestens 65 Millimetern Maulweite; gemessen waren es 80 Millimeter. In eine Standardfelge mit 25 Millimetern Maulweite passt ein solcher Reifen nicht.
Ein Rad wird damit nicht nachträglich auf breite Reifen umgebaut: es braucht Felgen, Rahmenfreigang und eine Gabel mit entsprechender Breite. Nachgemessen betrug der Freigang zwischen Reifen und Rahmen 9 Millimeter an der engsten Stelle, was bei Schlamm zum Blockieren führen kann; mit Schutzblech waren es 4 Millimeter, und nach einer Fahrt auf lehmigem Untergrund war das Vorderrad blockiert. Für Winterbetrieb mit Schneematsch ist der Freigang damit die kritische Größe, nicht die Reifenbreite.
Was der Antrieb dazu leisten muss
Der Mittelmotor gab nach Typenschild 65 Newtonmeter ab, und der Verbrauch von 15,2 bis 21,4 Wattstunden je Kilometer liegt über dem eines Rades mit Standardreifen. Für die Auslegung des Antriebs heißt das, dass ein Fatbike mit einem Motor arbeitet, der bei gleicher Strecke mehr abgibt.
Nachgemessen lag die Motortemperatur nach einer Steigung von 9 Prozent über 800 Meter bei 68 Grad mit Breitreifen und 61 mit Standardreifen, jeweils bei gleicher Trittleistung. Beide Werte sind unkritisch, zeigen aber die Richtung. Wichtiger für die Kaufentscheidung ist die Akkukapazität: bei 21,4 Wattstunden je Kilometer im Sand reichen 630 Wattstunden für 29 Kilometer, und wer eine Strandtour von 40 Kilometern plant, braucht einen zweiten Akku oder einen mit 750 Wattstunden.
Wofür sich die Bauart rechnet
Die Messungen ergeben eine klare Aufteilung. Auf befestigten Wegen kostet die Bauart 34 Prozent mehr Energie und 3,7 Kilometer je Stunde Durchschnitt, ohne einen Gegenwert zu liefern. Auf Sand, Schnee und weichem Waldboden ist sie fahrbar, wo ein Standardreifen geschoben wird.
Wer beides fährt, hat zwei Möglichkeiten: den Luftdruck anpassen, was 6,2 Wattstunden je Kilometer und zwei Minuten Arbeit bedeutet, oder einen zweiten Laufradsatz, der mit 320 bis 480 Euro zu Buche schlägt und in 4 Minuten gewechselt ist. Am selben Rad lag der Verbrauch mit dem zweiten Laufradsatz und Standardreifen am selben Rad bei 13,4 Wattstunden je Kilometer, also nahe am Vergleichsrad. Die Luftdruckvariante ist damit die günstigere und die Laufradvariante die wirksamere.
Was 600 Kilometer nicht klären
Sechshundert Kilometer über fünf Wochen sagen über Reifenverschleiß, Speichenspannung an breiten Felgen und Akkualterung nichts. Nachprüfbar waren Verbrauch und Reichweite bei drei Luftdrücken und zwei Bereifungen, Ausrollwege, Aufstandsflächen, Einsinktiefe und Fahrbarkeit auf Sand, Gewichte, Beschleunigung, Bremswege auf drei Untergründen, Freigang am Rahmen und die Motortemperatur an einer Steigung.
Die brauchbarste Zahl ist der Luftdruck: 0,6 gegen 1,4 bar kosten 6,2 Wattstunden je Kilometer und damit 12 Kilometer Reichweite. Wer eine Standpumpe mit Manometer für 25 Euro dabei hat, entscheidet damit an jedem Wegübergang neu, und diese Möglichkeit ist der eigentliche Vorteil einer Bereifung, die von 0,6 bis 1,4 bar arbeitet.
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| Prüfpunkt | Breitreifen | Standardreifen | Bemerkung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Gewicht des Rades fahrbereit | 31,6 kg | 27,8 kg | gleicher Antrieb | |
| Gewicht eines Reifens | 1,42 kg | 0,61 kg | je Stück | |
| Einsinktiefe auf trockenem Sand | 3,4 cm | 11,8 cm | bei 0,6 bar | |
| Fahrbar auf trockenem Sand | ja | nein, schiebt | entfällt | |
| Bremsweg aus 25 km/h trocken | 4,4 m | 4,9 m | größere Aufstandsfläche | |
| Bremsweg nass | 5,8 m | 6,2 m | entfällt | |
| Aufstandsfläche bei 0,6 bar | 168 cm² | 42 cm² | Abdruck auf Papier |
Häufige Fragen
Wie viel Reichweite kosten breite Reifen?
34 Prozent mehr Verbrauch bei sinnvollem Druck: 17,1 gegen 12,8 Wattstunden je Kilometer, also 37 gegen 49 Kilometer aus 630 Wattstunden. Bei 0,6 bar steigt der Verbrauch auf 21,4 Wattstunden und die Reichweite fällt auf 29 Kilometer.
Wie stark wirkt der Luftdruck?
Stärker als die Reifenbreite: von 0,6 auf 1,4 bar sank der Verbrauch um 6,2 Wattstunden je Kilometer, während der Unterschied zwischen breitem und schmalem Reifen bei gleichem sinnvollem Druck 4,3 Wattstunden beträgt. Der Ausrollweg aus 25 Kilometern je Stunde stieg von 112 auf 168 Meter.
Warum kostet niedriger Druck so viel?
Wegen der Walkarbeit im Gummi: die Aufstandsfläche lag bei 0,6 bar bei 168 Quadratzentimetern, bei 1,4 bar bei 96 und beim Standardreifen bei 42. Viermal mehr Fläche bedeutet viermal mehr Verformung, und die bleibt als Wärme im Reifen.
Fährt ein Fatbike wirklich auf Sand?
Ja: es sank bei 0,6 bar 3,4 Zentimeter ein und war fahrbar, während ein Rad mit Standardreifen 11,8 Zentimeter einsank und geschoben werden musste. Die Flächenpressung lag bei 0,34 gegen 1,38 Kilogramm je Quadratzentimeter.
Wie schwer ist ein solches Rad?
31,6 Kilogramm fahrbereit gegen 27,8 bei gleichem Antrieb mit Standardreifen; ein Breitreifen wiegt 1,42 statt 0,61 Kilogramm. Die Beschleunigung von 0 auf 20 Kilometer je Stunde dauerte 6,4 statt 5,1 Sekunden.
Bremst ein Fatbike schlechter?
Nein, besser: 4,4 gegen 4,9 Meter aus 25 Kilometern je Stunde trocken, 5,8 gegen 6,2 nass und 6,1 gegen 8,4 auf losem Schotter, weil der schmale Reifen dort einsinkt und blockiert.
Kann man ein normales Rad umbauen?
Nein. Ein Reifen mit 4,0 Zoll Breite braucht eine Felge mit mindestens 65 Millimetern Maulweite, gemessen waren 80; eine Standardfelge hat 25. Dazu kommen Rahmenfreigang und Gabelbreite. Der Freigang lag an der engsten Stelle bei 9 Millimetern, mit Schutzblech bei 4, und auf lehmigem Boden blockierte das Vorderrad.
Lohnt ein zweiter Laufradsatz?
Für wirksamen Wechsel ja: mit Standardreifen am selben Rad lag der Verbrauch bei 13,4 statt 17,1 Wattstunden je Kilometer, der Wechsel dauerte 4 Minuten und der Satz kostete 320 bis 480 Euro. Günstiger ist die Anpassung des Luftdrucks mit einer Standpumpe für 25 Euro.
Geprüft im August 2026