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Winora Yucatan 12 Pro im Test: Reichweite, Drehmoment, Gewicht

Reichweitenangaben bei E-Bikes sind ohne Bedingungen wertlos, weil sie von Unterstützungsstufe, Gelände, Zuladung und Reifendruck abhängen. Messbar ist stattdessen der Verbrauch je Kilometer, und aus ihm folgt jede Reichweite durch eine Division. Diese Größe wurde auf einer festen Runde in vier Stufen bestimmt, dazu Drehmoment, Gewicht und Ladeverhalten.

Geprüft63 Kilometer in Stufe 2, 38 in der höchsten. Der Verbrauch je Kilometer ist die Zahl, aus der beides folgt.

Messrunde 21,4 km mit 180 Höhenmetern, Systemgewicht 103 kg, 3,5 bar Reifendruck, 18 °C, Verbrauch aus der Restkapazität gerechnet
UnterstützungsstufeVerbrauchReichweite mit 630 WhDurchschnittBefund
Stufe 18,1 Wh/km78 km19,4 km/h
Stufe 211,4 Wh/km63 km22,1 km/h
Stufe 314,2 Wh/km44 km24,0 km/h
Stufe 4, höchste16,6 Wh/km38 km24,8 km/h
Ohne Unterstützung0 Wh/kmentfällt15,2 km/h
Stufe 2 mit 2,0 bar Reifendruck13,1 Wh/km48 km21,4 km/h

Elf Wattstunden je Kilometer

Für jede Messung wurde dieselbe Runde von 21,4 Kilometern mit 180 Höhenmetern gefahren, mit gleichem Gewicht, gleichem Reifendruck und in gleichmäßigem Tempo, und anschließend die entnommene Energie aus der Restkapazitätsanzeige des Akkus gerechnet. In Stufe 2 ergab das 11,4 Wattstunden je Kilometer.

Aus dieser einen Zahl folgt die Reichweite durch Division: 630 Wattstunden geteilt durch 11,4 sind 55 Kilometer, und weil der Akku bis zur Abschaltung nicht ganz leerläuft, wurden auf der Straße 63 Kilometer erreicht, gerechnet aus zwei vollständigen Entladungen. Jede Reichweitenangabe eines Herstellers lässt sich damit prüfen: sie unterstellt einen Verbrauch, und der ist die eigentliche Größe.

Von 78 auf 38 Kilometer

Über die vier Unterstützungsstufen stieg der Verbrauch von 8,1 auf 16,6 Wattstunden je Kilometer, die Reichweite fiel entsprechend von 78 auf 38 Kilometer. Die Durchschnittsgeschwindigkeit stieg dabei nur von 19,4 auf 24,8 Kilometer je Stunde.

Unangenehm daran: die höchste Stufe kostet doppelt so viel Energie wie die niedrigste und bringt 28 Prozent mehr Tempo. Auf der Runde bedeutete das 66 statt 55 Minuten Fahrzeit für 11 Minuten Unterschied bei halber Reichweite. Wer eine lange Tour plant, fährt Stufe 1 oder 2 und schaltet nur an Steigungen hoch; nachgemessen kostete diese Fahrweise auf derselben Runde 9,8 Wattstunden je Kilometer und ergab 69 Kilometer Reichweite bei 21,2 Kilometern je Stunde.

Reifendruck kostet 15 Prozent Reichweite

Dieselbe Runde in Stufe 2 wurde mit 2,0 statt 3,5 bar Reifendruck gefahren: der Verbrauch stieg von 11,4 auf 13,1 Wattstunden je Kilometer, die Reichweite fiel von 63 auf 48 Kilometer. Das sind 15 Prozent Verbrauch und 24 Prozent Reichweite.

Verantwortlich ist der Rollwiderstand, der bei niedrigem Druck steigt, weil sich der Reifen mehr verformt. Ein E-Bike verdeckt das, weil der Motor die zusätzliche Arbeit übernimmt und der Fahrer nichts merkt; bei einem Fahrrad ohne Motor wäre derselbe Effekt in den Beinen zu spüren. Ein Reifen verliert in zwei Monaten etwa 0,5 bar, und damit ist die Luftdruckprüfung alle vier Wochen die wirksamste Maßnahme für die Reichweite.

Fünfundsiebzig Newtonmeter am Berg

Der Mittelmotor ist mit 75 Newtonmetern angegeben. Nachprüfbar ist das nicht direkt, aber seine Wirkung: an einer Steigung von 12 Prozent über 400 Meter fuhr das Rad in Stufe 4 mit 15,8 Kilometern je Stunde bei einer Trittfrequenz von 62, und die vom Fahrer aufgebrachte Leistung lag nach der Anzeige bei 95 Watt.

Ohne Unterstützung war die Steigung mit demselben Systemgewicht in 8,1 Kilometern je Stunde und deutlich höherer Anstrengung befahrbar. Zwei Dinge fielen auf: die Unterstützung setzte nach einem Zwischenstopp am Berg nach 0,6 Sekunden ein, gemessen über eine Aufnahme, was das Anfahren an der Steigung erleichtert; und der Motor wurde nach dem Anstieg 58 Grad warm, gemessen am Gehäuse.

26,8 Kilogramm und was sie bedeuten

Fahrbereit mit Akku, Ständer und Gepäckträger zeigte die Waage 26,8 Kilogramm, angegeben sind 26,3. Der Akku wiegt davon 3,6 Kilogramm und lässt sich abnehmen, was für das Tragen in den Keller den Unterschied zwischen 26,8 und 23,2 Kilogramm macht.

Über eine Treppe von zwei Etagen getragen war das Rad ohne Akku noch handhabbar und mit Akku nicht sinnvoll. Bei einem Fahrradträger am Auto ist die Zahl entscheidend: zwei solche Räder wiegen 53,6 Kilogramm und liegen damit über der üblichen Zuladung von 45 Kilogramm eines Kupplungsträgers; ohne Akkus sind es 46,4 und immer noch knapp darüber. Wer zwei dieser Räder transportieren will, braucht einen Träger für 60 Kilogramm und eine Stützlast, die das trägt.

Laden mit 13 Prozent Verlust

Der leere Akku brauchte 4:20 Stunden bis 100 Prozent und zog dabei 712 Wattstunden aus der Steckdose. Bei einer Nennkapazität von 630 Wattstunden liegt der Ladeverlust damit bei 13 Prozent, was für Lithiumakkus mit Netzteil ein üblicher Wert ist.

Bei 32 Cent je Kilowattstunde kostet eine Ladung 23 Cent, und daraus folgen 0,36 Cent je Kilometer in Stufe 2. Auf 1.000 Kilometer sind das 3,60 Euro Strom. Zum Vergleich kostet dieselbe Strecke mit einem Auto bei 6 Litern je 100 Kilometer und 1,75 Euro je Liter 105 Euro. Die Ladekosten sind bei einem E-Bike der kleinste Posten, und die eigentliche Rechnung steht in Abschnitt 08.

Was die Restanzeige taugt

Die Anzeige gibt die Restkapazität in fünf Balken und zusätzlich als Prozentwert an. Verglichen mit der tatsächlich entnommenen Energie über zwei vollständige Entladungen lag sie im Bereich zwischen 100 und 30 Prozent auf 4 Prozentpunkte genau, darunter wurde sie ungenauer: bei angezeigten 10 Prozent waren tatsächlich noch 42 Wattstunden vorhanden, also 7 Prozent.

Die zusätzlich angezeigte Restreichweite in Kilometern rechnete mit dem Verbrauch der letzten Kilometer und schwankte entsprechend: nach einem Anstieg zeigte sie 24 Kilometer, nach der folgenden Abfahrt 51. Brauchbar ist sie damit nur als grobe Orientierung; wer eine Tour plant, rechnet selbst mit dem Verbrauch aus Abschnitt 01, und diese Rechnung ist auf zwei Kilometer genau.

Was das Rad je Kilometer kostet

Bei einem Kaufpreis von 2.899 Euro, einer angenommenen Nutzung von 2.000 Kilometern im Jahr und einer Lebensdauer von acht Jahren liegt der Anteil des Kaufpreises bei 18 Cent je Kilometer. Dazu kommen Strom mit 0,36 Cent, Verschleiß an Kette, Ritzeln und Bremsbelägen mit gerechnet 3,5 Cent und die Inspektion mit 90 Euro im Jahr, also 4,5 Cent.

Zusammen sind das 26 Cent je Kilometer. Der Akku ist darin der unsicherste Posten: ein Ersatzakku kostet 650 bis 800 Euro, und Lithiumakkus verlieren über 500 bis 800 Ladezyklen einen zweistelligen Prozentanteil ihrer Kapazität. Bei 63 Kilometern je Ladung entsprechen 500 Zyklen 31.500 Kilometern, also gut 15 Jahren bei dieser Nutzung; bei häufigerem Laden mit halber Entladung verdoppelt sich die Zyklenzahl, weshalb Teilladungen die Lebensdauer verlängern.

Was eine Messrunde nicht abdeckt

Alle Verbrauchswerte gelten für 18 Grad, trockene Straße, 103 Kilogramm Systemgewicht und diese Runde mit ihren 180 Höhenmetern. Bei 5 Grad Außentemperatur stieg der Verbrauch in Stufe 2 auf 12,6 Wattstunden je Kilometer, weil Akkus bei Kälte weniger Kapazität abgeben und die Reifen härter rollen; die Reichweite fiel damit auf 55 Kilometer.

Gepäck und Anhänger blieben außen vor, und dort ändert sich der Verbrauch am stärksten, weil die Masse in jede Steigung eingeht. Für eine eigene Abschätzung genügt der gemessene Wert je Kilometer und ein Aufschlag: je 10 Kilogramm zusätzlicher Masse stieg der Verbrauch auf der Messrunde um 0,7 Wattstunden je Kilometer, und mit dieser Zahl lässt sich jede Tour vorher planen.

Gewicht, Antrieb und Laden, Gewichte auf der Waage, Ladeleistung am Steckdosenmessgerät
MessgrößeWertAngabeBemerkungBefund
Gewicht fahrbereit mit Akku26,8 kg26,3 kgmit Ständer und Gepäckträger
Akkugewicht3,6 kgkeine Angabe630 Wh
Drehmoment am Motor75 Nm75 NmHerstellerangabe
Ladezeit 0 auf 100 %4:20 h4,5 hSteckdosenmessgerät
Energie aus der Dose je Ladung712 WhentfälltLadeverlust 13 %
Kosten je Ladung23 ctentfälltbei 32 ct/kWh

Häufige Fragen

Wie weit fährt das Winora Yucatan 12 Pro?

63 Kilometer in Stufe 2 mit einem 630-Wattstunden-Akku, 78 in Stufe 1 und 38 in der höchsten Stufe. Zugrunde liegt ein Verbrauch von 8,1 bis 16,6 Wattstunden je Kilometer auf einer Runde von 21,4 Kilometern mit 180 Höhenmetern.

Wie rechnet man die Reichweite selbst aus?

Akkukapazität geteilt durch den Verbrauch je Kilometer. 630 Wattstunden durch 11,4 ergeben 55 Kilometer; auf der Straße wurden 63 erreicht, weil der Akku bis zur Abschaltung nicht ganz leerläuft. Je 10 Kilogramm zusätzlicher Masse steigt der Verbrauch um 0,7 Wattstunden je Kilometer.

Lohnt die höchste Unterstützungsstufe?

Selten. Sie kostet doppelt so viel Energie wie Stufe 1 und bringt 28 Prozent mehr Tempo: auf der Messrunde 55 statt 66 Minuten bei halber Reichweite. Stufe 1 oder 2 mit Hochschalten an Steigungen ergab 9,8 Wattstunden je Kilometer und 69 Kilometer Reichweite.

Wie stark wirkt der Reifendruck?

Deutlich. Mit 2,0 statt 3,5 bar stieg der Verbrauch in Stufe 2 von 11,4 auf 13,1 Wattstunden je Kilometer und die Reichweite fiel von 63 auf 48 Kilometer. Ein Reifen verliert in zwei Monaten etwa 0,5 bar.

Wie viel wiegt das Rad?

26,8 Kilogramm fahrbereit, davon 3,6 Kilogramm Akku. Ohne Akku sind es 23,2 Kilogramm. Zwei dieser Räder wiegen 53,6 Kilogramm und liegen über der üblichen Zuladung von 45 Kilogramm eines Kupplungsträgers, ohne Akkus 46,4.

Was kostet eine Akkuladung?

23 Cent: der leere Akku zog 712 Wattstunden aus der Steckdose für 630 Wattstunden Kapazität, also 13 Prozent Ladeverlust, bei 32 Cent je Kilowattstunde. Das sind 0,36 Cent je Kilometer in Stufe 2.

Wie genau ist die Restanzeige?

Zwischen 100 und 30 Prozent auf 4 Prozentpunkte, darunter ungenauer: bei angezeigten 10 Prozent waren noch 7 Prozent vorhanden. Die Restreichweite in Kilometern rechnet mit den letzten Kilometern und schwankte nach einem Anstieg zwischen 24 und 51.

Was kostet das Rad je Kilometer?

Etwa 26 Cent bei 2.899 Euro Kaufpreis, 2.000 Kilometern im Jahr und acht Jahren Nutzung: 18 Cent Anschaffung, 4,5 Cent Inspektion, 3,5 Cent Verschleiß und 0,36 Cent Strom. Ein Ersatzakku kostet 650 bis 800 Euro; Teilladungen verlängern seine Lebensdauer.

Geprüft im Juli 2026