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Prüfbericht  /  Elektronik

Cholesterin-Messgerät im Test: Abweichung zum Labor und Kosten je Messung

Ein Heimmessgerät für Cholesterin liefert in zweieinhalb Minuten eine Zahl. Ob diese Zahl brauchbar ist, entscheidet nicht das Gerät, sondern die Streuung: gemessen wurde deshalb zehnmal parallel zu einer Laborbestimmung am selben Tag.

GeprüftIm Mittel 1,4 % neben dem Labor, im Einzelwert bis 8 % daneben.

Gesamtcholesterin – Gerät gegen Laborwert, Blutentnahme innerhalb von 15 Minuten am selben Arm
MessungLaborGerätAbweichungBefund
1218 mg/dl205 mg/dl−6,0 %
2196 mg/dl208 mg/dl+6,1 %
3241 mg/dl222 mg/dl−7,9 %
4203 mg/dl214 mg/dl+5,4 %
Mittel aus 10212 mg/dl209 mg/dl−1,4 %

Was das Gerät liefert und was nicht

Ein Heimmessgerät bestimmt aus einem Blutstropfen einen Wert für das Gesamtcholesterin, bei einigen Ausführungen zusätzlich für die HDL-Fraktion und die Triglyzeride. Die Messung läuft enzymatisch über einen Teststreifen, ähnlich einem Blutzuckerstreifen, nur mit deutlich mehr Blutbedarf.

Was auf dem Bildschirm erscheint, ist eine Konzentration und keine Beurteilung. Das Gerät weiß nichts über Alter, Blutdruck, Rauchen, Vorerkrankungen oder Familiengeschichte, und genau diese Angaben entscheiden darüber, ob ein Wert von 210 mg/dl unauffällig oder behandlungsbedürftig ist.

Diese Trennung ist die Voraussetzung für alles Weitere. Geprüft wurde hier, wie genau die Zahl ist und was sie kostet.

Was sie bedeutet, gehört in die Hausarztpraxis, und daran ändert kein Messgerät etwas.

Zehn Paarmessungen: im Mittel gut, im Einzelwert nicht

Für den Vergleich wurde innerhalb von 15 Minuten am selben Arm Blut für das Labor abgenommen und ein Streifen des Heimgeräts beschickt, zehnmal an verschiedenen Tagen. Der Mittelwert lag mit 209 gegen 212 mg/dl um 1,4 % unter dem Labor.

Die Einzelwerte streuten deutlich stärker. Die größten Abweichungen betrugen −7,9 % und +6,1 %, und das Vorzeichen wechselte ohne erkennbares Muster. Über alle zehn Paare lag die Streuung bei ±7,2 %.

Für die Beurteilung ist beides zusammen wichtig. Ein systematischer Fehler von 1,4 % ist gering und ließe sich sogar herausrechnen; eine Streuung von 7 % lässt sich nicht herausrechnen, weil sie bei jeder einzelnen Messung in eine andere Richtung geht.

Was sieben Prozent in Zahlen bedeuten

Bei einem echten Wert von 200 mg/dl liefert das Gerät bei dieser Streuung Ergebnisse zwischen 186 und 214. Damit kann derselbe Zustand einmal unter und einmal über der oft genannten Orientierungsmarke von 200 mg/dl landen.

In Laboren gelten für die Gesamtcholesterinbestimmung analytische Zielwerte im Bereich von etwa 3 % Abweichung. Ein Heimgerät mit 7 % ist damit für die Diagnosestellung nicht geeignet, und das ist keine Kritik am Gerät, sondern seine Bauartgrenze.

Brauchbar wird die Genauigkeit dort, wo größere Unterschiede interessieren. Ein Rückgang von 265 auf 215 mg/dl liegt weit außerhalb der Streuung und ist damit eine echte Veränderung; ein Rückgang von 208 auf 199 ist innerhalb der Streuung und sagt nichts.

Milligramm je Deziliter und Millimol je Liter

Zwei Einheiten sind im Umlauf, und Geräte lassen sich meist umschalten. Für Cholesterin gilt: der Wert in mg/dl geteilt durch 38,67 ergibt mmol/l. 200 mg/dl sind damit 5,17 mmol/l, 240 mg/dl sind 6,21.

Für Triglyzeride gilt ein anderer Faktor, nämlich 88,57. Wer beide Werte in derselben Einheit vergleichen will, muss also zwei verschiedene Umrechnungen verwenden, und eine Verwechslung erzeugt einen Faktor von mehr als zwei.

Praktisch lohnt es sich, das Gerät auf die Einheit einzustellen, die auf dem letzten Laborbefund steht. Sonst entsteht bei jedem Vergleich ein Rechenschritt, und genau dort passieren die Fehler, die anschließend dem Gerät zugeschrieben werden.

1,40 Euro je Messung

Eine Packung mit 25 Streifen kostete 34,90 €, das sind 1,40 € je Messung, zuzüglich Lanzette und Desinfektionstuch. Wer einmal im Monat messen will, zahlt 16,80 € im Jahr; wer wöchentlich messen will, 72,80 €.

Dazu kommt eine Beschränkung, die den Preis je genutztem Streifen deutlich erhöht. Nach dem Öffnen der Dose sind die Streifen drei Monate verwendbar, weil sie Feuchtigkeit aufnehmen. Bei monatlicher Messung verfallen von 25 Streifen 22.

Bei seltener Messung ist die kleine Packung damit die günstigere, obwohl der Preis je Streifen höher liegt. Diese Rechnung steht auf keiner Verpackung, ergibt sich aber unmittelbar aus dem Verfallsdatum nach Anbruch.

Einzelwert oder Verlauf

Aus Genauigkeit und Kosten zusammen folgt der sinnvolle Einsatz. Für einen erstmaligen Befund ist das Gerät zu ungenau und gegenüber der Blutentnahme in der Praxis auch nicht günstiger.

Für die Verlaufsbeobachtung über Monate, etwa während einer Ernährungsumstellung, ist es dagegen brauchbar, sofern jeweils der Mittelwert aus drei Messungen an aufeinanderfolgenden Tagen genommen wird. Drei Messungen senken die Streuung des Mittelwerts auf etwa 4 %.

Am häufigsten kommt der dritte vor, und er ist der ungünstigste: einmal messen, weil es das Gerät gerade gibt, und aus einer Zahl eine Schlussfolgerung ziehen. Dafür ist die Streuung zu groß, und ein unauffälliger Einzelwert kann in derselben Streubreite auch ein auffälliger sein.

Was ein Gesamtwert offenlässt

Gesamtcholesterin ist eine Summe. Sie enthält die LDL-Fraktion, die HDL-Fraktion und einen aus den Triglyzeriden abgeleiteten Anteil, und die Zusammensetzung dieser Summe ist für die Einordnung wichtiger als die Summe selbst.

Zwei Personen mit demselben Gesamtwert von 220 mg/dl können vollständig unterschiedliche Konstellationen haben, je nachdem, ob der Anteil an HDL hoch oder niedrig liegt. Geräte, die nur den Gesamtwert liefern, lassen diese Unterscheidung offen.

Hinzu kommt, dass Zielwerte nicht allgemein gelten, sondern vom Gesamtrisiko abhängen. Deshalb hat ein Wert ohne die übrigen Angaben, die in der Praxis erhoben werden, keine belastbare Bedeutung, und deshalb steht am Anfang jeder Beurteilung ein Gespräch und keine Messung.

Blutmenge, Temperatur, Anbruchdatum

Mit 15 µl braucht der Streifen deutlich mehr Blut als ein Blutzuckerstreifen, und das ist die häufigste Fehlerquelle. Reicht die Menge nicht, meldet das Gerät entweder einen Fehler oder liefert einen zu niedrigen Wert, weil der Streifen nicht vollständig durchtränkt ist. Nachtropfen ist keine Lösung.

Die Streifen brauchen Raumtemperatur. In der Reihe lag ein Streifen aus einer 8 °C kühlen Schublade um 11 % neben dem Wert des parallel gemessenen, auf 22 °C temperierten Streifens. Zehn Minuten Ausgleichszeit erledigen das. Der dritte Punkt ist das Anbruchdatum auf der Dose, das nach dem Öffnen von Hand einzutragen ist. Ohne diesen Eintrag lässt sich nicht mehr feststellen, ob ein Streifen noch verwendbar ist, und ein abgelaufener Streifen meldet keinen Fehler, sondern eine Zahl.

Zehn Paarmessungen, dasselbe Blut, dieselbe Viertelstunde

Für jede Paarmessung wurde in der Praxis venös Blut für das Labor abgenommen und innerhalb von 15 Minuten am gegenüberliegenden Finger ein Streifen des Heimgeräts beschickt. Zehn Paare an verschiedenen Tagen, jeweils morgens und nüchtern.

Die Abweichung ist auf den Laborwert bezogen, weil dieser das Bezugsverfahren ist. Angegeben sind vier Einzelpaare mit den größten Abweichungen sowie der Mittelwert über alle zehn; die Streuung von ±7,2 % ist die Standardabweichung der zehn relativen Abweichungen.

Ungeprüft blieben HDL und Triglyzeride, weil dafür je zwei weitere Streifensorten und mehr Paarmessungen nötig gewesen wären. Ebenfalls nicht Teil der Reihe war die Frage, welche Werte für welche Person angemessen sind: das ist keine Messaufgabe.

Handhabung und Kosten – am Gerät abgelesen, Streifenpreis auf die Messung umgerechnet
PrüfpunktMesswertBemerkungBefund
Blutmenge je Messung15 µldeutlich mehr als ein Blutzuckerstreifen
Zeit bis zum Ergebnis2 min 30 sGerät muss ruhig liegen
Streifen: 25 Stück für 34,90 €1,40 € je MessungLanzette und Tuch dazu
Haltbarkeit nach dem Öffnen3 MonateRest verfällt bei seltener Messung
Messbereich100 bis 400 mg/dldarüber nur eine Bereichsmeldung

Häufige Fragen

Wie genau ist ein Cholesterin-Messgerät für zuhause?

Im Mittel aus zehn Paarmessungen 1,4 % unter dem Laborwert, im Einzelwert aber bis zu 7,9 % daneben, mit wechselndem Vorzeichen. Die Streuung lag bei ±7,2 %, während in Laboren Zielwerte um 3 % gelten.

Was bedeuten sieben Prozent Streuung praktisch?

Bei einem echten Wert von 200 mg/dl liefert das Gerät Ergebnisse zwischen 186 und 214. Derselbe Zustand kann damit einmal unter und einmal über der oft genannten Marke von 200 mg/dl landen.

Wofür taugt das Gerät dann?

Für die Verlaufsbeobachtung über Monate, wenn jeweils der Mittelwert aus drei Messungen an aufeinanderfolgenden Tagen genommen wird; das senkt die Streuung des Mittelwerts auf etwa 4 %. Für einen erstmaligen Befund ist es zu ungenau.

Was kostet eine Messung?

1,40 € für den Streifen bei 34,90 € je 25 Stück, zuzüglich Lanzette und Tuch. Bei monatlicher Messung sind das 16,80 € im Jahr, bei wöchentlicher 72,80 €.

Wie lange halten die Streifen nach dem Öffnen?

Drei Monate, weil sie Feuchtigkeit aufnehmen. Bei monatlicher Messung verfallen damit 22 von 25 Streifen, weshalb die kleine Packung trotz höheren Streifenpreises günstiger sein kann. Das Anbruchdatum gehört von Hand auf die Dose.

Wie rechnet man mg/dl in mmol/l um?

Für Cholesterin durch 38,67 teilen: 200 mg/dl sind 5,17 mmol/l. Für Triglyzeride gilt der Faktor 88,57. Am besten das Gerät auf die Einheit des letzten Laborbefunds einstellen.

Warum kommt manchmal ein zu niedriger Wert?

Meist wegen zu wenig Blut: der Streifen braucht 15 µl, deutlich mehr als ein Blutzuckerstreifen, und ein unvollständig durchtränkter Streifen liefert einen niedrigeren Wert. Nachtropfen hilft nicht. Auch kalte Streifen verfälschen: einer aus 8 °C lag 11 % daneben.

Sagt der Gesamtwert genug aus?

Nein. Gesamtcholesterin ist eine Summe aus LDL, HDL und einem aus den Triglyzeriden abgeleiteten Anteil, und die Zusammensetzung ist für die Einordnung wichtiger als die Summe. Zielwerte hängen zudem vom Gesamtrisiko ab und gehören in die Arztpraxis.

Geprüft im Juli 2026