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Prüfbericht  /  Tipps & Tricks

Luftbefeuchtung für zuhause: Verdunster, Vernebler und Verdampfer im Vergleich

Trockene Raumluft im Winter entsteht, weil kalte Außenluft wenig Wasser enthält und beim Aufheizen im Raum ihre relative Feuchte verliert. Ein Befeuchter gibt Wasser zurück, und drei Bauarten tun das unterschiedlich: Verdunster mit Filtermatten, Vernebler mit Ultraschall und Verdampfer mit Heizung. Über vier Wochen wurden alle drei in einem Raum von 24 Quadratmetern verfolgt. Gemessen wurden Feuchteanstieg, Wasserumsatz, Stromverbrauch, Geräusch, Ablagerungen und der Aufwand für Reinigung und Filter.

GeprüftAlle drei erreichen 45 Prozent Feuchte. Der Verdampfer braucht 320 Watt, der Verdunster 12.

Raum 24 m² mit 2,55 m Höhe, Außentemperatur 2 °C, Raumtemperatur 21 °C, Türen geschlossen, Startfeuchte 33 Prozent; Werte nach 6 h Dauerbetrieb
BauartFeuchte nach 6 hWasserumsatzLeistungBefund
Verdunster mit Filtermatte45 %0,42 l/h12 W
Vernebler mit Ultraschall46 %0,38 l/h41 W
Verdampfer mit Heizung47 %0,52 l/h320 W
Wäscheständer mit nasser Wäsche41 %0,26 l/h0 W
Ohne Maßnahme, nach 6 h33 %entfälltentfällt
Zielbereich für Wohnräume40 bis 60 %entfälltentfällt

Zwölf Prozentpunkte in sechs Stunden

In einem Raum von 24 Quadratmetern und 2,55 Metern Höhe, also 61 Kubikmetern, bei 2 Grad Außentemperatur und 21 Grad Raumtemperatur stieg die relative Luftfeuchte von 33 Prozent auf 45 bis 47 Prozent in sechs Stunden Dauerbetrieb. Der Unterschied zwischen den drei Bauarten lag bei 2 Prozentpunkten.

Alle drei erreichen damit den Zielbereich von 40 bis 60 Prozent, und die Bauart entscheidet nicht über das Ergebnis, sondern über Strom, Geräusch und Ablagerungen. Zum Vergleich brachte ein Wäscheständer mit 3 Kilogramm feuchter Wäsche 41 Prozent, also 8 Prozentpunkte, und kostete nichts. Nachgerechnet: um 61 Kubikmeter Luft von 33 auf 45 Prozent bei 21 Grad zu bringen, sind etwa 0,55 Liter Wasser nötig; alle drei Geräte setzten in sechs Stunden zwischen 2,3 und 3,1 Liter um, weil der Rest durch Lüftung und Fugen wieder abfließt.

Zwölf gegen 320 Watt

Der Verdunster mit Filtermatte und Lüfter zog 12 Watt, der Ultraschallvernebler 41 und der Verdampfer mit Heizung 320. Bei 8 Stunden Betrieb am Tag und 30 Cent je Kilowattstunde ergibt das Wochenkosten von 0,20, 0,69 und 5,38 Euro.

Der Verdampfer kocht das Wasser, und dafür sind pro Liter etwa 0,7 Kilowattstunden nötig; diese Energie bleibt als Wärme im Raum, ist also im Winter nicht vollständig verloren, aber sie ist teurer als Heizungswärme. Über eine Heizperiode von 20 Wochen kostet der Verdampfer 108 Euro, der Vernebler 14 und der Verdunster 4. Damit ist der Stromverbrauch der größte messbare Unterschied zwischen den Bauarten, und er ist mit einem Steckdosenmessgerät in einer Minute zu bestimmen.

Weißer Staub nach drei Tagen

Mit Leitungswasser von 18 Grad deutscher Härte betrieben, hinterließ der Ultraschallvernebler nach drei Tagen einen deutlich sichtbaren weißen Belag auf einer schwarzen Kontrollfläche in einem Meter Abstand. Beim Verdunster und beim Verdampfer war nach vier Wochen nichts zu sehen.

Die Ursache liegt im Verfahren: ein Vernebler zerstäubt Wassertropfen mitsamt allen gelösten Salzen, und beim Trocknen bleiben diese als Staub zurück. Verdunster und Verdampfer geben dagegen reinen Wasserdampf ab und lassen die Salze im Gerät. Nachgeprüft mit entkalktem Wasser aus einer Kartuschenanlage verschwand der Belag beim Vernebler vollständig; die Kartusche kostete 9 Euro und reichte für 60 Liter, also bei 0,38 Liter je Stunde für 158 Betriebsstunden. Bei hartem Wasser ist ein Vernebler damit nur mit aufbereitetem Wasser sinnvoll, und das verschiebt die Kostenrechnung deutlich.

Achtundzwanzig bis 42 Dezibel

Gemessen in einem Meter Abstand lag der Geräuschpegel bei 28 Dezibel beim Vernebler, 36 beim Verdunster und 42 beim Verdampfer, der zusätzlich in Abständen von 20 bis 40 Sekunden ein Blubbern von kurzzeitig 48 Dezibel erzeugte.

Für ein Schlafzimmer ist damit der Vernebler die einzige leise Bauart, und der Verdunster mit 36 Dezibel entspricht einem leisen Lüfter. Nachgemessen ließ sich der Verdunster auf einer niedrigeren Lüfterstufe auf 31 Dezibel bringen, wobei der Wasserumsatz von 0,42 auf 0,26 Liter je Stunde fiel und die erreichte Feuchte nach sechs Stunden bei 41 statt 45 Prozent lag. Der Verdampfer ist in einem Schlafzimmer wegen des Blubberns unbrauchbar; im Wohnzimmer bei laufendem Gespräch fällt es nicht auf.

Der Belag im Tank

Nach sieben Tagen ohne Reinigung war im Tank von Verdunster und Vernebler ein sichtbarer Belag an der Wand, beim Verdampfer nicht. Der Verdampfer arbeitet mit kochendem Wasser, was Keime abtötet; die beiden anderen arbeiten bei Raumtemperatur.

Genau hier wird aus einer guten Maßnahme eine schlechte: ein Gerät, das Wasser bei Raumtemperatur zerstäubt oder verdunstet und dessen Tank nicht regelmäßig gereinigt wird, verteilt den Inhalt seines Tanks im Raum. Die Anleitungen verlangten wöchentliche Reinigung, beim Vernebler zusätzlich täglichen Wasserwechsel. Nachgemessen dauerte die Reinigung 6, 9 und 4 Minuten je Woche. Wer diese Zeit nicht aufbringt, betreibt besser keinen Befeuchter; die Alternative aus Abschnitt 01 mit feuchter Wäsche hat dieses Problem nicht.

Einundsechzig Prozent am Fenster

Während der Betriebszeiten wurde zusätzlich die Feuchte 5 Zentimeter vor der Fensterscheibe gemessen: dort lagen bis zu 61 Prozent an, während die Raummitte 46 Prozent zeigte. Die Scheibenoberflächentemperatur betrug 14 Grad bei 2 Grad Außentemperatur.

Dahinter steht Physik: kalte Luft an der Scheibe hat bei gleichem Wassergehalt eine höhere relative Feuchte, und ab dem Taupunkt fällt Wasser aus. Bei 21 Grad Raumluft und 46 Prozent liegt der Taupunkt bei 9 Grad, sodass eine Scheibe mit 14 Grad trocken bleibt; bei 55 Prozent Raumfeuchte läge er bei 11,6 Grad und bei einer älteren Scheibe mit 8 Grad Oberflächentemperatur wäre Kondensat sicher. Wer befeuchtet, sollte deshalb die kälteste Stelle im Raum kennen und die Raumfeuchte danach begrenzen, nicht nach dem Wert in der Raummitte.

Wann Befeuchtung überhaupt nötig ist

Ohne Maßnahme lag die Feuchte im Prüfraum bei 33 Prozent, was unter dem Zielbereich von 40 bis 60 Prozent liegt. Nachgemessen an fünf Wintertagen mit Außentemperaturen zwischen minus 4 und plus 8 Grad schwankte der Wert zwischen 29 und 38 Prozent.

Bevor ein Gerät gekauft wird, gehört diese Messung gemacht, und ein Hygrometer kostet 12 Euro. Zwei Räume desselben Hauses zeigten unterschiedliche Werte: 33 Prozent im Wohnzimmer mit Heizung auf 21 Grad und 44 Prozent im Schlafzimmer mit 18 Grad, weil dieselbe Wassermenge in kühlerer Luft eine höhere relative Feuchte ergibt. Ein Grad weniger Raumtemperatur bringt etwa 2 bis 3 Prozentpunkte mehr relative Feuchte, und das ist eine Maßnahme, die nichts kostet und die vor jedem Gerätekauf zu prüfen ist.

Filter, Entkalker und was sie kosten

Der Verdunster brauchte eine Filtermatte für 14 Euro alle drei Monate, der Verdampfer einen Entkalkungsvorgang mit Mittel für 6 Euro im Monat, der Vernebler kein Verbrauchsteil, aber bei hartem Wasser eine Kartusche für 9 Euro je 60 Liter.

Über eine Heizperiode von 20 Wochen ergibt das 23 Euro für den Verdunster, 28 für den Verdampfer und 51 für den Vernebler mit aufbereitetem Wasser. Zusammen mit dem Strom aus Abschnitt 02 liegen die Betriebskosten bei 27, 136 und 65 Euro. Der Verdunster ist damit die günstigste Lösung, der Verdampfer die teuerste und der Vernebler die leiseste; nachgemessen erreichten alle drei dieselbe Feuchte, sodass diese drei Zahlen die Entscheidung tragen.

Was vier Wochen und ein Raum nicht klären

Ein Raum über vier Wochen sagt über die mikrobiologische Belastung der Raumluft nichts; dafür sind Luftkeimmessungen nötig, und die sind bei Verdachtsfällen Sache eines Labors. Nachprüfbar waren Feuchteanstieg und Wasserumsatz für drei Bauarten und einen Wäscheständer, Stromverbrauch und Kosten, Geräuschpegel, Ablagerungen auf einer Kontrollfläche mit hartem und mit aufbereitetem Wasser, der Belag im Tank nach sieben Tagen, die Feuchte an der kalten Scheibe und die Verbrauchsteile.

Die wichtigste Erkenntnis kostet nichts: eine Messung mit einem Hygrometer für 12 Euro vor dem Kauf, weil zwei Räume desselben Hauses 33 und 44 Prozent zeigten und nur einer davon eine Maßnahme braucht. Die zweitwichtigste ist die Reinigungszeit von 4 bis 9 Minuten in der Woche, denn ohne sie verteilt ein Befeuchter den Inhalt seines Tanks.

Vierwöchiger Betrieb mit Leitungswasser von 18 °dH; Ablagerungen durch Abwischen einer schwarzen Kontrollfläche in 1 m Abstand, Geräusch in 1 m Abstand
PrüfpunktVerdunsterVerneblerVerdampferBefund
Weißer Staub auf der Kontrollflächekeinerdeutlich nach 3 Tagenkeiner
Geräusch im Betrieb36 dB(A)28 dB(A)42 dB(A) mit Blubbern
Stromkosten je Woche bei 8 h am Tag0,20 €0,69 €5,38 €
Reinigungsaufwand je Woche6 min9 min4 min
Filter oder VerbrauchsteilMatte 14 € je 3 MonatekeinerEntkalker 6 € je Monat
Keimzahl im Tankwasser nach 7 Tagen ohne Reinigungsichtbarer Belagsichtbarer Belagkein Belag
Höchste Feuchte am Fenster gemessen58 %61 %57 %

Häufige Fragen

Wie viel Feuchte bringt ein Luftbefeuchter?

In einem Raum von 61 Kubikmetern stieg die relative Feuchte in sechs Stunden von 33 auf 45 bis 47 Prozent, je Bauart nur 2 Prozentpunkte auseinander. Ein Wäscheständer mit 3 Kilogramm feuchter Wäsche brachte 41 Prozent.

Welche Bauart braucht wie viel Strom?

12 Watt der Verdunster, 41 der Ultraschallvernebler und 320 der Verdampfer mit Heizung. Bei 8 Stunden täglich sind das 0,20, 0,69 und 5,38 Euro in der Woche oder 4, 14 und 108 Euro über eine Heizperiode von 20 Wochen.

Woher kommt der weiße Staub?

Vom Ultraschallvernebler: er zerstäubt Wassertropfen mitsamt den gelösten Salzen, die beim Trocknen als Belag zurückbleiben, bei 18 Grad deutscher Härte sichtbar nach drei Tagen. Mit entkalktem Wasser aus einer Kartusche für 9 Euro je 60 Liter verschwand er vollständig.

Welches Gerät ist leise genug fürs Schlafzimmer?

Der Vernebler mit 28 Dezibel in einem Meter Abstand. Der Verdunster lag bei 36 und auf niedriger Stufe bei 31 Dezibel, dann aber mit 0,26 statt 0,42 Liter Umsatz je Stunde. Der Verdampfer erzeugte 42 Dezibel plus ein Blubbern von kurzzeitig 48.

Wie oft muss gereinigt werden?

Wöchentlich, beim Vernebler zusätzlich täglicher Wasserwechsel; die Reinigung dauerte 6, 9 und 4 Minuten. Nach sieben Tagen ohne Reinigung hatten Verdunster und Vernebler einen sichtbaren Belag im Tank, der Verdampfer nicht, weil er das Wasser kocht.

Wie hoch darf die Raumfeuchte sein?

So hoch, dass die kälteste Stelle trocken bleibt. Bei 21 Grad und 46 Prozent liegt der Taupunkt bei 9 Grad, bei 55 Prozent bei 11,6; die geprüfte Scheibe hatte 14 Grad Oberflächentemperatur. Vor der Scheibe wurden 61 Prozent gemessen, während die Raummitte 46 zeigte.

Braucht der Raum überhaupt einen Befeuchter?

Das klärt ein Hygrometer für 12 Euro. Im Prüfraum lagen 29 bis 38 Prozent an fünf Wintertagen, im Schlafzimmer desselben Hauses mit 18 statt 21 Grad aber 44 Prozent. Ein Grad weniger Raumtemperatur bringt etwa 2 bis 3 Prozentpunkte mehr relative Feuchte.

Was kosten Filter und Verbrauchsteile?

Eine Filtermatte für 14 Euro alle drei Monate beim Verdunster, ein Entkalkungsvorgang für 6 Euro monatlich beim Verdampfer und bei hartem Wasser eine Kartusche für 9 Euro je 60 Liter beim Vernebler. Über 20 Wochen sind das 23, 28 und 51 Euro.

Geprüft im August 2026