Prüfbericht / Elektronik
Lymphdrainage-Gerät im Test: Druck je Kammer und Grenzen
Ein Gerät mit aufblasbaren Manschetten für die Beine arbeitet mit Druck, und Druck ist messbar. Zwei Geräte wurden mit einem Manometer in der Manschette geprüft, dazu Zyklusdauer, Kammerzahl und Passform. Was eine manuelle Lymphdrainage ist und wofür ein solches Gerät nicht in Frage kommt, steht in den Abschnitten 07 und 08.
GrenzenDer Druck ist einstellbar und messbar, die Anwendung nicht harmlos. Bei Thrombose, Herzschwäche oder Infektion ist sie ausgeschlossen.
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| Einstellung | Gerät A, 4 Kammern | Gerät B, 6 Kammern | Angabe | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Stufe 1 | 28 mmHg | 31 mmHg | keine Angabe | |
| Stufe 2 | 44 mmHg | 48 mmHg | keine Angabe | |
| Stufe 3 | 61 mmHg | 66 mmHg | keine Angabe | |
| Stufe 4, höchste | 88 mmHg | 96 mmHg | bis 120 mmHg | |
| Druckabfall über 60 s Haltezeit | 6 mmHg | 3 mmHg | entfällt | |
| Unterschied Fußkammer zu Oberschenkel | 9 mmHg | 4 mmHg | entfällt |
Achtundzwanzig bis sechsundneunzig
Der Druck wurde über ein T-Stück im Luftschlauch mit einem Digitalmanometer gemessen, jeweils in der oberen Kammer bei angelegter Manschette. Die vier Stufen ergaben 28, 44, 61 und 88 Millimeter Quecksilbersäule beim ersten Gerät und 31, 48, 66 und 96 beim zweiten.
Diese Größenordnung ist der Vergleich zu Kompressionsstrümpfen: die Kompressionsklasse 1 arbeitet mit 18 bis 21 Millimeter Quecksilbersäule am Fesselbereich, Klasse 2 mit 23 bis 32 und Klasse 3 mit 34 bis 46. Die höchste Gerätestufe liegt also deutlich über einem Kompressionsstrumpf der Klasse 3, wirkt dafür nur zeitweise. Wer ein solches Gerät benutzt, sollte den eingestellten Druck kennen, und die Stufenangabe allein liefert ihn nicht.
Von unten nach oben
Beide Geräte füllen die Kammern von der Fußkammer aufwärts, damit die Welle in Richtung Körper läuft. Gemessen wurde die Reihenfolge über die Manometeranzeige in zwei Kammern gleichzeitig: die Fußkammer erreichte ihren Druck 3,5 Sekunden vor der nächsten, und alle Kammern blieben bis zum Ende des Zyklus gefüllt.
Der Druck war dabei nicht gleich: beim Vier-Kammer-Gerät lag die Fußkammer 9 Millimeter Quecksilbersäule über der Oberschenkelkammer, beim Sechs-Kammer-Gerät 4. Ein von unten nach oben abnehmender Druck ist gewollt und entspricht dem Aufbau eines Kompressionsstrumpfes. Das Gerät mit sechs Kammern verteilte den Verlauf feiner, was sich im Tragen als gleichmäßigere Welle anfühlte, und das ist der wesentliche Unterschied für den Aufpreis von 160 Euro.
Zweiundzwanzig Sekunden je Zyklus
Ein vollständiger Zyklus aus Aufbau, Haltezeit und Ablassen dauerte beim ersten Gerät 22 Sekunden und beim zweiten 34. Über eine Anwendung von 30 Minuten sind das 82 beziehungsweise 53 Zyklen.
Während der Haltezeit fiel der Druck beim ersten Gerät um 6 und beim zweiten um 3 Millimeter Quecksilbersäule, was auf die Dichtheit der Manschetten und Ventile zurückgeht. Beide Werte sind unkritisch. Was auffiel, ist die Lautstärke der Pumpe: 54 und 48 Dezibel in einem Meter Abstand, also im Bereich eines Kühlschranks; bei einer Anwendung im Wohnzimmer neben dem Fernseher war das erste Gerät hörbar störend.
Passform und der Umfang
Die Manschetten schließen mit einem Reißverschluss und decken Umfänge bis 68 beziehungsweise 74 Zentimeter am Oberschenkel ab. Nachgemessen an drei Personen mit Oberschenkelumfängen von 51, 58 und 71 Zentimetern passte das erste Gerät bei zwei von drei, das zweite bei allen.
Entscheidend ist nicht nur der Maximalumfang, sondern auch der Minimalumfang: bei einem schlanken Bein mit 44 Zentimetern Oberschenkelumfang blieb die Manschette bei geschlossenem Reißverschluss zu weit, und der gemessene Druck erreichte nur 62 statt 88 Millimeter Quecksilbersäule, weil sich das Volumen im Leerraum verteilte. Ein Klettband oder eine Zwischenlage aus Handtuch löste das; im Verkauf steht diese untere Grenze meist nicht.
Anlegen und Zeitaufwand
Beide Beinmanschetten allein anzulegen dauerte 3:20 beziehungsweise 4:10 Minuten, weil beide Reißverschlüsse im Liegen geschlossen werden müssen und der zweite mit angelegter erster Manschette schwerer erreichbar ist. Mit einer Hilfsperson waren es 1:40 Minuten.
Zusammen mit einer Anwendung von 30 Minuten und dem Ablegen ergibt das gut 40 Minuten je Sitzung. Über sechs Wochen bei fünf Sitzungen in der Woche sind das 20 Stunden. Wer die Zeit nicht einplant, benutzt das Gerät nach zwei Wochen nicht mehr, und diese Beobachtung ist bei Heimtherapiegeräten die Regel. Eine Sitzung im Liegen mit angelegten Manschetten war ohne Hilfe nicht abbrechbar, weil der Reißverschluss unter Druck klemmt; beide Geräte haben dafür eine Notablasstaste am Schlauch.
Was sich zu Hause beobachten lässt
Beobachtbar ist der Beinumfang. Mit einem Maßband an drei markierten Stellen gemessen sank er nach einer Anwendung von 30 Minuten auf Stufe 2 an der Fessel um 0,8 Zentimeter, an der Wade um 1,1 und am Oberschenkel um 0,4, jeweils bei einer Person mit abendlicher Schwellung nach einem Tag im Stehen. Nach zwei Stunden lagen die Werte wieder bei 0,3, 0,4 und 0,1 Zentimeter unter dem Ausgangswert.
Diese Zahlen beschreiben eine kurzfristige Volumenverschiebung und keinen Behandlungserfolg. Wer eine solche Messung nutzen will, macht sie immer zur gleichen Tageszeit und an markierten Stellen, weil der Umfang über den Tag um mehr schwankt als jede Anwendung bewirkt: bei derselben Person lag der Wadenumfang morgens 1,6 Zentimeter unter dem Abendwert.
Manuelle Lymphdrainage ist etwas anderes
Die manuelle Lymphdrainage ist eine physiotherapeutische Behandlung, die ärztlich verordnet wird und aus einer bestimmten Grifftechnik besteht; sie arbeitet mit sehr geringem Druck und einer festgelegten Reihenfolge, die an den Lymphabflusswegen orientiert ist. Ein Gerät führt stattdessen eine apparative intermittierende Kompression durch, und das ist ein anderes Verfahren mit eigener Indikationsstellung.
Beides wird in der Behandlung eines Lymphödems oder eines Lipödems kombiniert eingesetzt, zusammen mit Kompressionsversorgung, Bewegung und Hautpflege. Die Auswahl, die Reihenfolge und der Druck werden dabei ärztlich festgelegt, weil sie vom Befund abhängen. Ein Gerät aus dem Handel ersetzt diese Festlegung nicht, und die Stufenangabe auf seinem Bedienfeld ist keine Verordnung.
Wann ein solches Gerät nicht benutzt wird
Die Gebrauchsanweisungen beider Geräte nennen Gegenanzeigen, und sie sind der wichtigste Teil der Packung. Dazu gehören eine bestehende oder vermutete Thrombose, eine akute Entzündung oder Infektion des Beins, eine dekompensierte Herzschwäche, eine schwere arterielle Verschlusskrankheit, offene Wunden im Anwendungsbereich und ein unbehandeltes Erysipel.
Dahinter steht in jedem Fall dasselbe: Kompression verschiebt Flüssigkeit in Richtung Körper, und das ist bei einem geschwächten Herzen eine zusätzliche Belastung, bei einer Thrombose ein Risiko und bei einer Infektion eine Verteilung von Erregern. Wer geschwollene Beine hat, klärt die Ursache deshalb vor dem Kauf, und zwar in einer hausärztlichen oder gefäßmedizinischen Praxis; eine Schwellung an nur einem Bein mit Schmerz und Wärme ist ein Notfall und kein Anwendungsfall.
Was ein Manometer nicht misst
Druck, Zyklusdauer und Passform sind bestimmbar, und diese Werte fehlen in den Beschreibungen, weshalb sie hier stehen. Alles, was die Wirkung betrifft, ist es nicht: dafür braucht es kontrollierte Studien mit Volumenmessung, Kontrollgruppe und einer definierten Diagnose, und die Ergebnisse solcher Studien hängen stark davon ab, welches Krankheitsbild behandelt wird.
Für gesunde Beine nach einem langen Arbeitstag lässt sich aus diesen Messungen nur die kurzfristige Umfangsänderung ableiten, und die war nach zwei Stunden zu drei Vierteln zurück. Wer ein Gerät wegen eines Befunds erwägt, bespricht das mit der behandelnden Praxis; bei entsprechender Indikation kann eine Verordnung und eine Kostenübernahme in Betracht kommen, und dann wird auch der Druck festgelegt, den die Stufenanzeige verschweigt.
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| Messgröße | Gerät A | Gerät B | Bemerkung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Zyklusdauer | 22 s | 34 s | Aufbau, Halten, Ablassen | |
| Aufbauzeit je Kammer | 3,5 s | 2,8 s | Stoppuhr | |
| Manschettenumfang Oberschenkel | bis 68 cm | bis 74 cm | Reißverschluss | |
| Lautstärke der Pumpe | 54 dB | 48 dB | in 1 m Abstand | |
| Anlegezeit allein | 3:20 min | 4:10 min | beide Beine | |
| Preis | 189 € | 349 € | entfällt |
Häufige Fragen
Mit welchem Druck arbeiten Lymphdrainage-Geräte?
Die vier Stufen ergaben 28, 44, 61 und 88 Millimeter Quecksilbersäule beim einen und 31, 48, 66 und 96 beim anderen Gerät. Zum Vergleich: Kompressionsstrümpfe der Klasse 2 arbeiten mit 23 bis 32 und der Klasse 3 mit 34 bis 46 Millimeter Quecksilbersäule.
Was bringen mehr Kammern?
Einen feineren Druckverlauf. Beim Vier-Kammer-Gerät lag die Fußkammer 9 Millimeter Quecksilbersäule über der Oberschenkelkammer, beim Sechs-Kammer-Gerät 4. Im Tragen fühlte sich die Welle gleichmäßiger an; der Aufpreis betrug 160 Euro.
Wie lange dauert eine Anwendung?
Mit Anlegen, 30 Minuten Behandlung und Ablegen gut 40 Minuten. Das Anlegen beider Manschetten allein dauerte 3:20 bis 4:10 Minuten, mit Hilfsperson 1:40. Ein Zyklus dauert 22 beziehungsweise 34 Sekunden.
Passen die Manschetten an jedes Bein?
Nicht an jedes. Abgedeckt sind Oberschenkelumfänge bis 68 beziehungsweise 74 Zentimeter. Bei einem schlanken Bein mit 44 Zentimetern war die Manschette zu weit und erreichte nur 62 statt 88 Millimeter Quecksilbersäule; eine Zwischenlage aus Handtuch behob das.
Wie stark verändert eine Anwendung den Beinumfang?
Nach 30 Minuten auf Stufe 2 sank er an der Fessel um 0,8, an der Wade um 1,1 und am Oberschenkel um 0,4 Zentimeter. Nach zwei Stunden waren noch 0,3, 0,4 und 0,1 Zentimeter übrig. Über den Tag schwankt der Wadenumfang um 1,6 Zentimeter.
Ist das dasselbe wie eine manuelle Lymphdrainage?
Nein. Die manuelle Lymphdrainage ist eine ärztlich verordnete physiotherapeutische Behandlung mit sehr geringem Druck und festgelegter Grifftechnik. Ein Gerät führt eine apparative intermittierende Kompression durch, ein eigenes Verfahren mit eigener Indikationsstellung.
Wann darf man ein solches Gerät nicht benutzen?
Bei bestehender oder vermuteter Thrombose, akuter Entzündung oder Infektion des Beins, dekompensierter Herzschwäche, schwerer arterieller Verschlusskrankheit, offenen Wunden im Anwendungsbereich und unbehandeltem Erysipel. Kompression verschiebt Flüssigkeit in Richtung Körper, und das ist in diesen Fällen ein Risiko.
Was ist bei geschwollenen Beinen der erste Schritt?
Die Ursache klären, in einer hausärztlichen oder gefäßmedizinischen Praxis. Eine Schwellung an nur einem Bein mit Schmerz und Wärme ist ein Notfall. Bei entsprechender Indikation kommt eine Verordnung in Betracht, und dann wird auch der Druck festgelegt, den die Stufenanzeige nicht nennt.
Geprüft im Juli 2026