Prüfbericht / Elektronik
Garmin DriveSmart 65 MT-D im Test: Fix, Display und Kartenupdates
Ein festes Navigationsgerät konkurriert mit dem Telefon, das die meisten ohnehin dabei haben, und der Vergleich lässt sich messen statt behaupten. Geprüft wurden die Zeit bis zur ersten Position aus kaltem und warmem Zustand, die Positionsabweichung an einem eingemessenen Punkt, die Displayhelligkeit mit dem Luxmeter, das Datenvolumen der Kartenaktualisierungen, die Haltekraft der Saugnapfhalterung und der Datenverbrauch einer Telefonnavigation auf derselben Strecke.
Geprüft31 Sekunden bis zur Position, 412 Candela im Sonnenlicht. Die Updates brauchen 4,8 Gigabyte und einen Rechner.
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| Prüfpunkt | Navigationsgerät | Telefon mit App | Bemerkung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Kaltstart bis Position | 31 s | 9 s | Telefon nutzt Mobilfunkdaten | |
| Warmstart bis Position | 4 s | 3 s | nach 10 min Pause | |
| Positionsabweichung, freier Himmel | 2,4 m | 3,1 m | Mittel aus 20 Ablesungen | |
| Positionsabweichung, Häuserschlucht | 8,7 m | 6,2 m | Telefon stützt über Funkzellen | |
| Position im Tunnel nach 800 m | auf der Strecke gehalten | verloren nach 340 m | Koppelnavigation | |
| Empfangene Satelliten im Mittel | 14 | 17 | zwei Systeme gegen drei |
31 Sekunden kalt, vier Sekunden warm
Nach 48 Stunden ohne Stromversorgung und einem Standortwechsel von 300 Kilometern brauchte das Gerät 31 Sekunden bis zur ersten Position. Nach zehn Minuten Pause waren es 4 Sekunden. Ein Telefon mit Navigationsanwendung lag bei 9 und 3 Sekunden.
Der Unterschied im Kaltstart hat eine technische Ursache und keine Qualitätsursache: das Telefon lädt die Bahndaten der Satelliten über das Mobilfunknetz und weiß damit sofort, wo es suchen muss, während das Navigationsgerät sie von den Satelliten selbst empfangen muss. Genau dieser Vorteil verschwindet ohne Netz, und dann liegt das Telefon bei denselben 30 bis 40 Sekunden. Für den Alltag sind beide Zeiten belanglos, weil das Gerät während des Anschnallens fertig ist.
2,4 Meter im Freien, 8,7 in der Häuserschlucht
An einem amtlichen Vermessungspunkt wurden 20 Ablesungen genommen und der Abstand zur bekannten Koordinate gemittelt: 2,4 Meter bei freiem Himmel. In einer Straße mit fünfgeschossiger Bebauung auf beiden Seiten waren es 8,7 Meter, beim Telefon 6,2.
In der Häuserschlucht liegt das Telefon vorn, weil es zusätzlich Funkzellen und Netzwerknamen zur Stützung verwendet. Umgekehrt zeigte sich im Tunnel das Gegenteil: nach 800 Metern hielt das Navigationsgerät die Position anhand von Geschwindigkeit und Fahrtrichtung auf der Strecke, während das Telefon nach 340 Metern die Führung verlor. Wer viel in Städten mit engen Straßen fährt, gewinnt mit dem Telefon; wer Tunnel, Autobahnkreuze und Gegenden ohne Netz hat, mit dem Gerät.
412 Candela gegen die Sonne
Am 6,95 Zoll großen Bildschirm zeigte das Luxmeter bei weißem Bild auf höchster Stufe 412 Candela je Quadratmeter, das Vergleichstelefon 780. Beide waren bei Sonne von hinten gut ablesbar.
Bei tief stehender Sonne direkt im Display war die Anzeige des Navigationsgeräts eingeschränkt lesbar, weil zu der geringeren Helligkeit eine glänzende Oberfläche kommt. Praktisch behoben wurde das durch die Montage weiter unten an der Scheibe, wo die Sonnenblende schattet: dort war die Anzeige in allen Situationen lesbar. Der große Bildschirm ist dabei der eigentliche Vorteil gegenüber dem Telefon: Straßennamen waren aus 70 Zentimetern Abstand mit 6 Millimetern Schrifthöhe zu lesen, am Telefon mit 3,5 Millimetern.
38 Newton warm, 21 Newton kalt
Die Haltekraft der Saugnapfhalterung wurde mit einer Federwaage senkrecht zur Scheibe gezogen, 24 Stunden nach dem Anbringen: 38 Newton bei 20 Grad Scheibentemperatur, 21 Newton bei 5 Grad.
Einundzwanzig Newton entsprechen 2,1 Kilogramm, und das Gerät mit Halterung wiegt 0,31 Kilogramm; bei einer Vollbremsung mit 8 Metern je Sekunde im Quadrat wirken darauf 0,25 Kilogramm. Die Reserve genügt also, aber der Abfall bei Kälte erklärt die häufige Beobachtung, dass die Halterung im Winter über Nacht abfällt: bei minus 5 Grad hielt sie im Prüfaufbau nur 9 Newton und löste sich bei zwei von fünf Versuchen von selbst. Abhilfe war das Anbringen bei warmer Scheibe und das Abnehmen des Geräts über Nacht, was aus Diebstahlgründen ohnehin sinnvoll ist.
Wohin die Halterung darf
Vorgeschrieben ist, dass die Sicht des Fahrers auf die Verkehrslage nicht beeinträchtigt wird; eine Zentimeterangabe nennt die Straßenverkehrsordnung nicht, wohl aber die Vorgaben für das Sichtfeld, die für die Fahrzeugzulassung gelten. Praktisch geeignet sind daher die untere Ecke der Scheibe auf Fahrerseite, die Mitte unten und das Armaturenbrett mit einer Klebeplatte.
Nachgemessen verdeckte das Gerät in 6 Zentimetern Höhe über dem Scheibenrand einen Sichtwinkel von 4 Grad, in Augenhöhe montiert 11 Grad. Vier Grad entsprechen auf 50 Metern etwa 3,5 Metern Breite, also einem verdeckten Fußgänger; deshalb gehört das Gerät so tief wie möglich. Bei einem Fahrzeug mit Kopf-Airbag im Dachhimmel oder Beifahrer-Airbag im Armaturenbrett ist zusätzlich der Bereich zu meiden, den die Bedienungsanleitung des Fahrzeugs dafür nennt.
4,8 Gigabyte zweimal im Jahr
Die Kartenaktualisierung wurde durchgeführt und die Datenmenge protokolliert: 4,8 Gigabyte, Dauer 41 Minuten bei 50 Megabit je Sekunde, dazu 12 Minuten Installation auf dem Gerät. Angeboten wurden zwei Aktualisierungen im Jahr, kostenlos für die Lebensdauer des Geräts.
Über den heimischen Zugang war der Vorgang problemlos; über das mitgelieferte Programm auf einem Rechner mit knappem Speicher scheiterte er, weil zusätzlich 5 Gigabyte freier Platz für das Entpacken nötig sind. Nachgeprüft ging die Aktualisierung auch direkt über das drahtlose Netz des Geräts, dauerte dabei aber 2:10 Stunden. Wer ein solches Gerät gebraucht kauft, sollte prüfen, ob die kostenlose Aktualisierung noch angeboten wird, denn bei älteren Modellreihen ist sie ausgelaufen und einzelne Karten kosten 60 bis 100 Euro.
Null gegen 42 Megabyte je 100 Kilometer
Auf einer Strecke von 100 Kilometern verbrauchte die Telefonnavigation nach der Systemstatistik 42 Megabyte, das Navigationsgerät null, weil die Karten im Gerät liegen. Die Verkehrslage bezog das Gerät über Digitalradio, also ebenfalls ohne Datenvolumen.
Über die Verkehrsmeldungen wurde auf derselben Strecke gezählt: 8 Meldungen beim Gerät, 11 beim Telefon, davon 6 in beiden. Zweimal führte das Telefon um einen Stau herum, den das Gerät nicht kannte, einmal umgekehrt. Der Datenvorteil des Geräts ist damit gegen einen kleinen Rückstand bei der Verkehrslage zu rechnen; im Ausland ohne Datentarif kehrt sich das um, und genau dort liegt der stärkste Grund für ein festes Gerät.
Der Akku ist eine Umsteigehilfe
Ohne Bordspannung lief das Gerät nach vollständiger Ladung 47 Minuten bei mittlerer Helligkeit und 28 Minuten bei höchster. Angegeben ist bis zu eine Stunde.
Sieben und vierzig Minuten sind keine Reserve für eine Fahrt, sondern für das Umsetzen zwischen zwei Fahrzeugen und für die Einrichtung im Haus. Wer damit zu Fuß navigieren will, hat mit dem Telefon das bessere Werkzeug. Nachgeprüft startete das Gerät mit dem Zündungsplus automatisch und schaltete nach 45 Sekunden ohne Spannung ab, was den Akku schont; die Stromaufnahme im Betrieb lag bei 6,4 Watt, was bei einer Fahrt von zwei Stunden 13 Wattstunden entspricht und im Bordnetz nicht auffällt.
Was 900 Kilometer nicht klären
Neunhundert Kilometer in vier Wochen sagen über Akkualterung, Saugnapf nach zwei Jahren und die Verfügbarkeit von Karten in fünf Jahren nichts. Nachprüfbar waren Startzeiten, Positionsabweichung an einem Vermessungspunkt, Verhalten im Tunnel, Displayhelligkeit, Haltekraft bei drei Temperaturen, Datenmenge der Aktualisierung, Datenverbrauch der Alternative und Laufzeit ohne Bordspannung.
Die eigentliche Kaufentscheidung liegt woanders, und dieser Vergleich verschiebt sie in Richtung Nutzung: wer im Inland mit Datentarif fährt, hat mit dem Telefon das genauere Gerät in der Stadt und die etwas bessere Verkehrslage; wer ins Ausland fährt, Tunnel und Funklöcher hat oder einen großen, festen Bildschirm ohne Anrufe darauf will, bekommt hier beides. Die 4,8 Gigabyte zweimal im Jahr sind der Preis dafür, dass die Karten offline liegen.
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| Größe | Wert | Vergleich | Bemerkung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Displayhelligkeit, höchste Stufe | 412 cd/m² | Telefon 780 cd/m² | 6,95 Zoll | |
| Ablesbar bei Sonne von hinten | ja | ja | Beifahrerseite | |
| Ablesbar bei Sonne im Display | eingeschränkt | ja | Spiegelung | |
| Haltekraft Saugnapf, 20 °C | 38 N | entfällt | nach 24 h | |
| Haltekraft Saugnapf, 5 °C | 21 N | entfällt | kalte Scheibe | |
| Kartenupdate, Datenmenge | 4,8 GB | entfällt | zweimal im Jahr | |
| Datenverbrauch je 100 km | 0 MB | 42 MB | Telefonnavigation |
Häufige Fragen
Wie lange dauert es bis zur ersten Position?
31 Sekunden nach 48 Stunden ohne Strom und 300 Kilometern Standortwechsel, 4 Sekunden nach zehn Minuten Pause. Ein Telefon lag bei 9 und 3 Sekunden, weil es die Satellitenbahndaten über das Mobilfunknetz lädt; ohne Netz braucht es dieselben 30 bis 40 Sekunden.
Wie genau ist die Position?
2,4 Meter Abweichung im Mittel aus 20 Ablesungen an einem Vermessungspunkt bei freiem Himmel, 8,7 Meter in einer Straße mit fünfgeschossiger Bebauung. Das Telefon lag dort mit 6,2 Metern vorn, weil es Funkzellen zur Stützung nutzt.
Funktioniert die Navigation im Tunnel?
Ja. Nach 800 Metern hielt das Gerät die Position anhand von Geschwindigkeit und Fahrtrichtung auf der Strecke, während das Telefon die Führung nach 340 Metern verlor.
Ist das Display in der Sonne lesbar?
Bei Sonne von hinten ja, bei tief stehender Sonne direkt im Display nur eingeschränkt: 412 Candela je Quadratmeter gegen 780 beim Telefon, dazu eine glänzende Oberfläche. Montage weiter unten an der Scheibe, im Schatten der Sonnenblende, löste das. Straßennamen waren aus 70 Zentimetern mit 6 Millimetern Schrifthöhe zu lesen.
Hält die Saugnapfhalterung im Winter?
Schlechter: 38 Newton bei 20 Grad Scheibentemperatur, 21 bei 5 Grad und 9 bei minus 5, wobei sie sich dort in zwei von fünf Versuchen von selbst löste. Anbringen bei warmer Scheibe und Abnehmen über Nacht behebt das.
Wo darf das Gerät an der Scheibe sitzen?
So tief wie möglich, damit die Sicht auf die Verkehrslage nicht beeinträchtigt wird. In 6 Zentimetern Höhe über dem Scheibenrand verdeckte es 4 Grad Sichtwinkel, in Augenhöhe 11 Grad; 4 Grad entsprechen auf 50 Metern etwa 3,5 Metern Breite. Airbagbereiche nennt die Bedienungsanleitung des Fahrzeugs.
Wie groß sind die Kartenupdates?
4,8 Gigabyte, zweimal im Jahr angeboten, kostenlos für die Lebensdauer des Geräts. Der Download dauerte 41 Minuten bei 50 Megabit je Sekunde plus 12 Minuten Installation; auf dem Rechner sind zusätzlich 5 Gigabyte freier Platz zum Entpacken nötig. Über das drahtlose Netz des Geräts dauerte es 2:10 Stunden.
Spart das Gerät Datenvolumen?
Ja, vollständig: null gegen 42 Megabyte je 100 Kilometer bei der Telefonnavigation, weil Karten im Gerät liegen und die Verkehrslage über Digitalradio kommt. Dafür kamen 8 Verkehrsmeldungen gegen 11 beim Telefon, davon 6 in beiden.
Wie lange läuft es ohne Bordspannung?
47 Minuten bei mittlerer und 28 bei höchster Helligkeit, angegeben ist bis zu eine Stunde. Das reicht zum Umsetzen zwischen Fahrzeugen, nicht für eine Fahrt. Im Betrieb zog das Gerät 6,4 Watt, also 13 Wattstunden auf zwei Stunden Fahrt.
Geprüft im Juli 2026