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Prüfbericht  /  Sport & Freizeit

Flyer Upstreet5 7.23 Wave im Test: Reichweite, Gewicht und Preis

Bei einem E-Bike ist die Reichweite keine Eigenschaft des Rades, sondern das Ergebnis einer Division: Akkukapazität geteilt durch Verbrauch je Kilometer. Beides wurde ermittelt, der Verbrauch auf einer dreimal gefahrenen Runde von 24,3 Kilometern mit 310 Höhenmetern in allen drei Unterstützungsstufen, die Kapazität aus der Ladeenergie an der Steckdose. Dazu kamen Gewicht, Bremsverzögerung, die Geometrie des Wave-Rahmens und die Frage, was die Bezeichnung 7.23 aussagt.

GeprüftDie Reichweite folgt aus 630 Wattstunden geteilt durch den Verbrauch. Bei 27,8 Kilogramm ist Tragen keine Option.

Runde von 24,3 km mit 310 Höhenmetern, dreimal gefahren, Fahrer mit Ausrüstung 84 kg, 18 bis 21 °C, Restkapazität aus der Anzeige und aus der Nachladeenergie gerechnet
UnterstützungsstufeVerbrauchRechnerische ReichweiteDurchschnittBefund
Eco9,4 Wh/km67 km21,3 km/h
Standard12,8 Wh/km49 km23,1 km/h
High17,2 Wh/km37 km24,4 km/h
Ohne Motor, flache Teilstrecke0 Wh/kmentfällt16,8 km/h
Herstellerangabe zur Reichweitekeine Zahl auf dem Radbis 100 km beworbenentfällt

630 Wattstunden geteilt durch 12,8

Die Runde von 24,3 Kilometern mit 310 Höhenmetern wurde dreimal gefahren, je einmal in Eco, Standard und High, mit demselben Fahrer, gleichem Reifendruck und ähnlicher Temperatur. Der Verbrauch lag bei 9,4, 12,8 und 17,2 Wattstunden je Kilometer, ermittelt aus der nachgeladenen Energie an der Steckdose abzüglich 12 Prozent Ladeverlust.

Mit einer Akkukapazität von 630 Wattstunden ergibt die Division 67, 49 und 37 Kilometer. Diese Zahlen sind keine Prognose für eine beliebige Fahrt, sondern gelten für diese Strecke mit diesem Fahrergewicht; sie zeigen aber das Verhältnis, das überall gilt: die höchste Stufe kostet gegenüber der niedrigsten fast die Hälfte der Reichweite und bringt auf derselben Runde 3,1 Kilometer je Stunde mehr Durchschnitt. Wer eine beworbene Reichweite von bis zu 100 Kilometern liest, rechnet mit 6,3 Wattstunden je Kilometer, und das ist auf ebener Strecke bei geringer Unterstützung und leichtem Fahrer erreichbar, auf dieser Runde nicht.

310 Höhenmeter sind der eigentliche Verbraucher

Die Physik lässt sich hier prüfen: 310 Höhenmeter mit einer Gesamtmasse von 112 Kilogramm aus Rad, Fahrer und Ausrüstung entsprechen einer Hubarbeit von 340 Kilojoule, also 94 Wattstunden. Bei einem Motorwirkungsgrad von etwa 75 Prozent und einem Anteil des Motors von rund der Hälfte der Antriebsleistung entfallen davon etwa 63 Wattstunden auf den Akku.

Auf der Runde in Standard verbrauchte das Rad insgesamt 311 Wattstunden, sodass ein Fünftel allein auf das Steigen entfällt und der Rest auf Rollwiderstand, Luftwiderstand und Anfahren. Wer im Flachen fährt, kommt deshalb erheblich weiter, und wer täglich einen Berg hat, sollte die Reichweite über diese Rechnung schätzen statt über eine Werbeangabe. Ein Höhenmeter kostet bei diesem Gesamtgewicht etwa 0,2 Wattstunden.

Was 7.23 bezeichnet

Flyer setzt die Modellbezeichnung aus zwei Zahlen zusammen. Die erste steht für die Ausbaustufe innerhalb der Baureihe, die zweite für die Antriebs- und Ausstattungsvariante; 7.23 ist damit innerhalb der Upstreet5-Reihe eine höhere Stufe als 7.10 und eine andere Variante als 3.12. Prüfbar ist das nur durch Vergleich der Datenblätter, denn eine Legende steht nicht auf dem Rad.

Beim Prüfmuster bedeutete die Kombination: Mittelmotor mit 65 Newtonmetern, Akku mit 630 Wattstunden im Unterrohr, Nabenschaltung mit 5 Gängen, hydraulische Scheibenbremsen und ein Wave-Rahmen mit tiefem Einstieg. Ein Upstreet3 mit derselben zweiten Zahl hat ein anderes Rahmen- und Ausstattungsniveau bei ähnlichem Antrieb. Für einen Preisvergleich ist das der entscheidende Punkt, weil zwei Räder mit ähnlicher Bezeichnung mehrere hundert Euro auseinanderliegen können, ohne dass sich der Antrieb unterscheidet.

27,8 Kilogramm und die Treppe

Fahrbereit mit Schutzblechen, Gepäckträger, Licht und Ständer wog das Rad 27,8 Kilogramm, der Akku davon 3,6. Ein Cityrad ohne Motor in ähnlicher Ausstattung liegt bei 16,4 Kilogramm.

Elf Kilogramm Unterschied entscheiden über den Alltag mehr als jede Antriebsfrage. Nachgeprüft an einer Kellertreppe mit 14 Stufen: mit abgenommenem Akku waren 24,2 Kilogramm zu tragen, was zu zweit gut und allein schwer geht. Für eine Wohnung im vierten Stock ohne Aufzug ist dieses Rad nicht gebaut, und keine Ausstattungsvariante ändert das. Ein Fahrradträger am Auto muss für 24,2 Kilogramm je Rad zugelassen sein, und viele Heckträger sind bei 30 Kilogramm je Schiene am Ende.

4,9 Meter Bremsweg aus 25 Kilometern je Stunde

Fünf Bremsungen aus 25 Kilometern je Stunde auf trockenem Asphalt ergaben im Mittel 4,9 Meter, gemessen vom Bremsbeginn bis zum Stand. Ein vergleichbares Rad mit Felgenbremse brauchte 7,4 Meter.

Zweieinhalb Meter sind bei einem Rad mit 27,8 Kilogramm Eigengewicht kein Komfortmerkmal, sondern eine Notwendigkeit: die zu verzögernde Masse liegt bei über 110 Kilogramm, und eine Felgenbremse arbeitet an einer Bremsfläche, die bei Nässe zusätzlich Wasser abführen muss. Im Nassversuch stieg der Weg mit Scheibenbremse auf 6,2 Meter, mit Felgenbremse auf 11,8. Wer bei einem E-Bike eine Ausstattungsstufe wählt, sollte die Bremse vor dem Motor betrachten.

38 Zentimeter Einstieg, gemessen

Der Wave-Rahmen hat kein Oberrohr in Sattelhöhe; die höchste Stelle, über die ein Bein muss, liegt 38 Zentimeter über dem Boden. Bei einem Diamantrahmen derselben Größe waren es 62 Zentimeter.

Vierundzwanzig Zentimeter machen den Unterschied zwischen Übersteigen und Durchsteigen, und sie sind der Grund, warum diese Bauform für Menschen mit eingeschränkter Hüftbeweglichkeit gebaut wird. Der Preis dafür ist Rahmensteifigkeit: bei kräftigem Antritt im Wiegetritt war ein Verwinden des Rahmens spürbar, das bei einem Diamantrahmen nicht auftritt. Bei einem Rad mit Nabenschaltung, Mittelmotor und einer Bauart für 25 Kilometer je Stunde ist das im Alltag ohne Bedeutung; bei sportlicher Fahrweise wäre es eine andere Bewertung.

1,9 Kilowattstunden je Vollladung

Von 10 auf 100 Prozent brauchte das Rad 4:15 Stunden und nahm dabei 1,9 Kilowattstunden aus der Steckdose. In den Akku gingen davon 567 Wattstunden, also 90 Prozent der Kapazität; die Differenz von etwa 12 Prozent entfällt auf Ladegerät und Zellenerwärmung.

Bei 30 Cent je Kilowattstunde kostet eine Vollladung 57 Cent. Auf 49 Kilometer in Standard gerechnet sind das 1,2 Cent je Kilometer, womit die Energiekosten bei einem E-Bike praktisch keine Rolle spielen; ein Kleinwagen liegt bei 12 bis 18 Cent je Kilometer allein für Kraftstoff. Der teure Posten bei diesem Rad ist der Akku selbst: als Ersatzteil kostet er 700 bis 850 Euro, und über die zu erwartenden 500 bis 800 Vollzyklen ergibt das 1,7 bis 2,2 Cent je Kilometer, also mehr als der Strom.

Fünf Gänge und wozu sie reichen

Die Nabenschaltung hat 5 Gänge mit einer Gesamtspreizung von 263 Prozent, ermittelt aus den Zähnezahlen und dem Übersetzungsverhältnis der Nabe. Eine Kettenschaltung mit 10 Gängen kommt auf 400 bis 500 Prozent.

Praktisch ergab das eine Trittfrequenz von 62 Umdrehungen je Minute bei 25 Kilometern je Stunde im höchsten Gang und 71 an einer Steigung von 8 Prozent im niedrigsten, jeweils mit Motorunterstützung. Ohne Motor war die Steigung von 8 Prozent im niedrigsten Gang mit 41 Umdrehungen je Minute noch fahrbar, aber unangenehm; bei leerem Akku ist eine solche Steigung mit 27,8 Kilogramm keine gute Situation. Fünf Gänge reichen mit Motor überall und ohne Motor im Flachen, und diese Einschränkung gehört zur Bauart und nicht zum Modell.

Was 300 Kilometer nicht zeigen

Rund 300 Kilometer in vier Wochen sagen über Motorlager, Akkualterung, Nabenschaltung und Rahmen nichts. Prüfbar war, dass Bremsen und Schaltung ohne Nachstellen arbeiteten, dass die Beleuchtung über den Antriebsakku lief und beim Abstellen 90 Sekunden nachleuchtete, und dass der Akku sich nach dem Abnehmen ohne Werkzeug wieder verriegelte.

Offen bleibt die Frage nach der Kapazität in fünf Jahren, und die entscheidet über den Restwert eines E-Bikes stärker als der Zustand des Rahmens. Flyer nennt für den Akku eine verbleibende Kapazität von mindestens 60 Prozent nach 500 Ladezyklen; wer das nachrechnen will, notiert die Nachladeenergie einmal im Jahr bei gleicher Rundenlänge, denn ein steigender Verbrauch bei gleicher Strecke ist das erste Anzeichen.

Gewicht auf der Personenwaage einzeln, Bremsweg aus 25 km/h auf trockenem Asphalt, je 5 Versuche, Rahmenmaße mit Bandmaß und Wasserwaage
GrößeWertVergleichBemerkungBefund
Gesamtgewicht fahrbereit27,8 kgCityrad ohne Motor 16,4 kgmit Schutzblechen
Akku allein3,6 kgentfälltabnehmbar
Gewicht ohne Akku24,2 kgentfälltfür Trägersysteme
Bremsweg aus 25 km/h4,9 mFelgenbremse 7,4 mScheibenbremse hydraulisch
Einstiegshöhe Wave-Rahmen38 cmDiamantrahmen 62 cmgemessen am Oberrohr
Zuladung nach Angabe150 kg zulässigRad 27,8 kg davon122 kg für Fahrer und Gepäck
Ladezeit 10 auf 100 Prozent4:15 h1,9 kWh an der SteckdoseLadegerät 4 A

Häufige Fragen

Wie weit kommt das Rad mit einer Ladung?

Auf einer Runde von 24,3 Kilometern mit 310 Höhenmetern lag der Verbrauch bei 9,4 Wattstunden je Kilometer in Eco, 12,8 in Standard und 17,2 in High. Aus 630 Wattstunden Kapazität folgen 67, 49 und 37 Kilometer. Eine beworbene Reichweite von 100 Kilometern setzt 6,3 Wattstunden je Kilometer voraus.

Wie stark schlagen Höhenmeter auf die Reichweite?

Etwa 0,2 Wattstunden je Höhenmeter bei 112 Kilogramm Gesamtmasse. Die 310 Höhenmeter der Prüfrunde entsprechen 94 Wattstunden Hubarbeit, von denen bei Motorwirkungsgrad und Fahreranteil rund 63 aus dem Akku kommen, also ein Fünftel des Gesamtverbrauchs von 311 Wattstunden.

Was bedeutet die Bezeichnung 7.23?

Die erste Zahl steht für die Ausbaustufe innerhalb der Baureihe, die zweite für die Antriebs- und Ausstattungsvariante. Beim Prüfmuster bedeutete das 65 Newtonmeter Mittelmotor, 630 Wattstunden Akku, 5-Gang-Nabenschaltung und hydraulische Scheibenbremsen. Eine Legende steht nicht auf dem Rad, nur im Datenblatt.

Wie schwer ist das Rad?

27,8 Kilogramm fahrbereit, davon 3,6 Kilogramm Akku; ohne Akku bleiben 24,2. Ein Cityrad ohne Motor in ähnlicher Ausstattung liegt bei 16,4 Kilogramm. Für einen Heckträger am Auto ist die Zulassung je Schiene zu prüfen, weil viele bei 30 Kilogramm enden.

Wie gut bremst es?

4,9 Meter aus 25 Kilometern je Stunde auf trockenem Asphalt im Mittel aus fünf Versuchen, mit hydraulischen Scheibenbremsen. Ein vergleichbares Rad mit Felgenbremse brauchte 7,4 Meter, bei Nässe 11,8 gegen 6,2. Bei über 110 Kilogramm Systemgewicht ist das kein Komfortmerkmal.

Wie tief ist der Einstieg beim Wave-Rahmen?

38 Zentimeter über dem Boden an der höchsten zu übersteigenden Stelle, gegen 62 bei einem Diamantrahmen derselben Größe. Der Preis ist Rahmensteifigkeit: im Wiegetritt war ein Verwinden spürbar, das im Alltag bei 25 Kilometern je Stunde ohne Bedeutung bleibt.

Was kostet das Laden?

1,9 Kilowattstunden für eine Vollladung von 10 auf 100 Prozent in 4:15 Stunden, also 57 Cent bei 30 Cent je Kilowattstunde. Auf 49 Kilometer gerechnet sind das 1,2 Cent je Kilometer. Der Akku als Ersatzteil kostet 700 bis 850 Euro und schlägt damit mit 1,7 bis 2,2 Cent je Kilometer stärker durch als der Strom.

Reichen fünf Gänge?

Mit Motor überall: 62 Umdrehungen je Minute bei 25 Kilometern je Stunde im höchsten Gang, 71 an einer Steigung von 8 Prozent im niedrigsten. Ohne Motor war dieselbe Steigung mit 41 Umdrehungen je Minute noch fahrbar, aber unangenehm. Die Spreizung beträgt 263 Prozent gegen 400 bis 500 bei einer Kettenschaltung.

Geprüft im August 2026