Prüfbericht / Elektronik
Speedport Smart 4 im Test: Durchsatz je Entfernung, Verbrauch, Alternativen
Ein Router wird nach der Anschlussgeschwindigkeit gekauft und über das Funknetz benutzt. Was am Endgerät ankommt, hängt an der Entfernung und an den Wänden dazwischen, und beides wurde an vier Positionen in derselben Wohnung gemessen.
GeprüftDurch zwei Wände bleiben 78 von 640 Megabit. Dagegen hilft kein Router.
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| Position | 5 GHz | 2,4 GHz | Bemerkung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| 1 m, freie Sicht | 640 Mbit/s | 148 Mbit/s | Höchstwert | |
| 5 m, freie Sicht | 512 Mbit/s | 121 Mbit/s | unauffällig | |
| 8 m, eine Wand | 214 Mbit/s | 96 Mbit/s | brauchbar | |
| 14 m, zwei Wände | 78 Mbit/s | 54 Mbit/s | Grenzbereich |
Zwei Wände kosten 88 Prozent
In einem Meter Abstand mit freier Sicht kamen über das 5-Gigahertz-Band 640 Megabit je Sekunde an. Bei fünf Metern waren es 512, hinter einer Wand in acht Metern 214 und hinter zwei Wänden in vierzehn Metern 78.
Der Verlauf zeigt, wo die Grenze liegt, und sie liegt nicht am Router. Das 5-Gigahertz-Band trägt hohe Datenraten und wird von Wänden stark gedämpft; jede massive Wand kostet nach dieser Messung mehr als die Hälfte.
Das 2,4-Gigahertz-Band verhält sich umgekehrt: es startet mit 148 Megabit deutlich niedriger und verliert langsamer, nämlich auf 54 hinter zwei Wänden. Deshalb ist es für entfernte Räume das nützlichere Band, obwohl es das langsamere ist.
Welches Band wofür
Ein Endgerät wählt das Band selbst, wenn beide denselben Netznamen tragen, und trifft dabei nicht immer die richtige Wahl. Gemessen blieb ein Gerät im hinteren Zimmer auf 5 Gigahertz mit 78 Megabit, obwohl 2,4 Gigahertz dort 54 stabil geliefert hätte.
Für eine Videokonferenz ist der zweite Wert der bessere, weil er nicht schwankt: der 5-Gigahertz-Wert brach in der Messreihe dreimal auf unter 20 Megabit ein, wenn eine Tür geschlossen wurde.
Praktikabel ist deshalb, beiden Bändern eigene Netznamen zu geben, wenn die Wohnung groß ist. Feste Geräte in entfernten Räumen kommen ins 2,4-Gigahertz-Netz, Geräte in Routernähe ins 5-Gigahertz-Netz, und die Zuordnung bleibt stabil.
Wozu Wi-Fi 6 tatsächlich gut ist
Die Bezeichnung Wi-Fi 6 wird als Geschwindigkeitsmerkmal beworben, und für ein einzelnes Gerät ändert sie wenig: der Höchstwert von 640 Megabit lag mit einem älteren Endgerät bei 570, also 12 Prozent niedriger.
Ihr eigentlicher Beitrag liegt bei vielen Geräten gleichzeitig. Mit zwölf gleichzeitig aktiven Geräten fiel der Durchsatz auf einem Testgerät bei Wi-Fi 5 auf 34 Prozent des Einzelwerts, bei Wi-Fi 6 auf 61.
Für einen Haushalt mit drei Geräten ist das ohne Bedeutung, für einen mit fünfzehn nicht. Die Frage vor dem Kauf ist deshalb nicht die Höchstgeschwindigkeit, sondern die Zahl der gleichzeitig aktiven Geräte.
Neun Watt rund um die Uhr
Im Leerlauf mit aktivem Funknetz zog das Gerät 9,8 Watt. Dauerhaft am Netz sind das 86 Kilowattstunden im Jahr oder rund 30 € bei 35 Cent je Kilowattstunde, und unter Dauerlast 124 Kilowattstunden.
Damit ist ein Router einer der teuersten Dauerverbraucher im Haushalt, gemessen an seiner Größe. Ein Kühlschrank braucht 226 Kilowattstunden im Jahr und ein Router 86, obwohl er in eine Hand passt.
Wirksam war eine Zeitschaltung des Funknetzes: nachts abgeschaltet fiel die Aufnahme auf 7,1 Watt, was 8 Kilowattstunden im Jahr spart. Das sind 2,80 €, also kein Sparargument, aber ein Nebeneffekt einer Einstellung, die aus anderen Gründen sinnvoll sein kann.
Vier Anschlüsse mit einem Gigabit
Die Netzwerkanschlüsse liefern je ein Gigabit je Sekunde. Bei einem Anschluss mit 250 Megabit ist das reichlich; bei einem Glasfaseranschluss mit 1.000 Megabit ist es genau die Grenze, und dann bleibt am Kabel nichts über.
Ein Anschluss mit 2,5 Gigabit war nicht vorhanden. Für einen Anschluss über 1.000 Megabit ist das die Stelle, an der ein anderes Gerät oder ein zusätzlicher Switch nötig wird, und dieser Punkt entscheidet sich nicht am Funknetz.
Praktisch trifft das wenige Haushalte, weil die Verteilung im Haus meist über Funk läuft. Wo es trifft, ist es eindeutig: ein verkabelter Schreibtischrechner und ein Netzwerkspeicher am selben Router teilen sich dann ein Gigabit.
Der Variantenbuchstabe entscheidet über den Anschluss
Router dieser Reihe erscheinen in Varianten, die sich äußerlich kaum unterscheiden und verschiedene Anschlussarten bedienen: Kupferleitung, Kabelanschluss oder Glasfaser. Der Buchstabe hinter der Modellbezeichnung steht auf dem Aufkleber an der Unterseite.
Vor dem Kauf eines gebrauchten Geräts ist das die erste Prüfung, weil eine Variante für Kupferleitung an einem Glasfaseranschluss nicht arbeitet. Auf dem Aufkleber stehen daneben die Zugangsdaten und die Seriennummer.
Bei Glasfaser kommt eine zweite Frage dazu: ob der Router den Glasfaserabschluss selbst enthält oder ein separates Gerät davor sitzt. Beides existiert, und die Antwort steht in der Anschlussbestätigung des Anbieters, nicht auf dem Router.
Ein eigener Router ist erlaubt
In Deutschland darf der Router am Anschluss frei gewählt werden. Der Anbieter muss die Zugangsdaten herausgeben, und ein eigenes Gerät ist zulässig, ohne dass der Anschluss dadurch eingeschränkt wird.
Wirtschaftlich lohnt das in zwei Fällen. Erstens bei einem Mietgerät, das monatlich abgerechnet wird: bei 5 € im Monat sind das 60 € im Jahr, und ein eigenes Gerät ist nach zwei bis drei Jahren bezahlt. Zweitens bei Funktionen, die das Anbietergerät nicht hat, etwa ein 2,5-Gigabit-Anschluss oder ein Netzwerkspeicher.
Was verloren geht, ist die Unterstützung durch den Anbieter bei Störungen, und bei Telefonie über den Anschluss kann die Einrichtung Handarbeit bedeuten. Wer beides nicht braucht, ist mit einem eigenen Gerät oft besser bedient; wer im Störungsfall eine Nummer anrufen will, bleibt beim Anbietergerät.
Repeater oder Kabel
Für das hintere Zimmer mit 78 Megabit wurden drei Lösungen verglichen. Ein Funkrepeater auf halbem Weg brachte 168 Megabit, ein Zusatzgerät über die Stromleitung 94 und ein Netzwerkkabel 940.
Der Repeater halbiert grundsätzlich den Durchsatz, weil er auf derselben Frequenz empfängt und sendet; dass er trotzdem mehr als das Doppelte liefert, liegt an der besseren Signalqualität auf beiden Teilstrecken.
Das Zusatzgerät über die Stromleitung schwankte in der Messreihe stark, zwischen 41 und 94 Megabit, abhängig davon, welche Geräte gleichzeitig liefen. Ein Netzwerkkabel liefert 940 Megabit stabil und ist die einzige Lösung, die nicht vom Haus abhängt, kostet aber die Verlegung.
Vier Positionen, 60 Sekunden je Messung
Der Durchsatz entstand aus einer Datenübertragung von einem kabelgebundenen Rechner am Router zu einem Endgerät im Funknetz, jeweils 60 Sekunden, drei Wiederholungen je Position und Band, angegeben ist der Mittelwert.
Die vier Positionen lagen in derselben Wohnung mit massiven Innenwänden: freie Sicht in einem und fünf Metern, eine Wand in acht und zwei Wände in vierzehn Metern. Nachbarnetze waren vorhanden und wurden nicht ausgeschaltet, weil sie zur Realität gehören.
Der Verbrauch lief über einen Zwischenzähler am Netzteil über je 24 Stunden. Nicht geprüft wurden Stabilität über Monate und die Telefoniefunktionen; die Angaben zu Varianten und Routerwahl beruhen auf öffentlichen Regelungen und Herstellerangaben.
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| Prüfpunkt | Wert | Umrechnung | Befund |
|---|---|---|---|
| Leistungsaufnahme, Leerlauf | 9,8 W | 86 kWh im Jahr, 30 € | |
| Leistungsaufnahme unter Last | 14,2 W | bei Dauerlast 124 kWh, 44 € | |
| Funk nachts abgeschaltet | 7,1 W | spart 8 kWh im Jahr, 2,80 € | |
| Netzwerkanschlüsse | 4 × 1 Gbit/s | kein 2,5-Gbit-Anschluss | |
| Schnurlostelefone | bis 5 gleichzeitig | über DECT |
Häufige Fragen
Wie viel Durchsatz kommt hinten in der Wohnung an?
78 Megabit je Sekunde über 5 Gigahertz hinter zwei Wänden, gegen 640 in einem Meter mit freier Sicht. Über 2,4 Gigahertz waren es dort 54 gegen 148, das Band verliert also langsamer.
Welches Band soll man nehmen?
In Routernähe 5 Gigahertz, in entfernten Räumen 2,4. Ein Gerät blieb im hinteren Zimmer auf 5 Gigahertz mit schwankenden 78 Megabit, während 2,4 dort stabile 54 geliefert hätte. Getrennte Netznamen machen die Zuordnung dauerhaft.
Was bringt Wi-Fi 6?
Für ein einzelnes Gerät 12 Prozent. Bei zwölf gleichzeitig aktiven Geräten fiel der Durchsatz mit Wi-Fi 5 auf 34 Prozent des Einzelwerts, mit Wi-Fi 6 auf 61. Entscheidend ist die Zahl gleichzeitig aktiver Geräte, nicht der Höchstwert.
Was kostet der Router an Strom?
9,8 Watt im Leerlauf, also 86 Kilowattstunden und rund 30 € im Jahr. Nachts abgeschaltetes Funknetz senkt die Aufnahme auf 7,1 Watt und spart 2,80 € im Jahr.
Reichen die Netzwerkanschlüsse?
Für Anschlüsse bis 1.000 Megabit ja, darüber nicht: ein 2,5-Gigabit-Anschluss war nicht vorhanden. Ein verkabelter Schreibtischrechner und ein Netzwerkspeicher teilen sich dann ein Gigabit.
Woran erkennt man die richtige Variante?
Am Buchstaben hinter der Modellbezeichnung auf dem Aufkleber an der Unterseite; die Varianten bedienen Kupferleitung, Kabelanschluss oder Glasfaser und sehen äußerlich gleich aus. Bei Glasfaser zusätzlich klären, ob ein separates Abschlussgerät davor sitzt.
Darf man einen eigenen Router anschließen?
Ja, in Deutschland ist die Routerwahl frei, und der Anbieter muss die Zugangsdaten herausgeben. Lohnend bei einem Mietgerät für 5 € im Monat, also 60 € im Jahr, und bei fehlenden Funktionen wie einem 2,5-Gigabit-Anschluss.
Repeater, Stromleitung oder Kabel?
Im hinteren Zimmer brachte ein Repeater 168 Megabit, ein Gerät über die Stromleitung 41 bis 94 je nach Last und ein Netzwerkkabel stabile 940. Nur das Kabel ist unabhängig vom Haus, kostet aber die Verlegung.
Geprüft im August 2026