SagtDerMeisterWerkstatt-Urteile– Startseite

Geöffnet.
Gemessen.
Ehrlich.

Prüfbericht  /  Haushalt

Grabkerzen und ihre Brenndauer: 7 und 14 Tage nachgemessen

Die Angabe auf einer Grabkerze ist eine Rechnung, die jeder nachvollziehen kann: die Masse des Wachses geteilt durch den Verbrauch je Stunde ergibt die Brennzeit. Beides wurde für fünf Kerzen bestimmt, die Masse durch Wiegen und der Verbrauch durch stündliches Nachwiegen über 48 Stunden. Dazu kamen der Einfluss von Wind und Temperatur, das Verhalten bei Regen, die Frage nach dem Wachs und die Kosten je Tag.

GeprüftDie Brenndauer folgt aus Wachsmasse geteilt durch Verbrauch je Stunde. Wind kostet bis zu ein Viertel.

Kerzen einzeln gewogen, Wachsmasse als Differenz zur ausgebrannten Hülle; Verbrauch je Stunde aus 48 h Brennen im windstillen Innenraum bei 20 °C
KerzeAngabeWachsmasseVerbrauch je StundeBefund
Wochenbrenner, 96 mm7 Tage218 g1,32 g/h
Wochenbrenner, Handelsmarke7 Tage196 g1,41 g/h
Zweiwochenbrenner14 Tage471 g1,54 g/h
Zweiwochenbrenner, Handelsmarke14 Tage428 g1,68 g/h
Dreitagekerze3 Tage104 g1,38 g/h
Teelicht zum Vergleich4 Stunden12 g3,10 g/h

Masse geteilt durch Verbrauch

Jede Kerze wurde vor dem Anzünden gewogen und nach dem vollständigen Ausbrennen erneut; die Differenz ist die Wachsmasse. Beim Zweiwochenbrenner waren es 471 Gramm, beim Wochenbrenner 218. Über 48 Stunden Brennen im windstillen Innenraum bei 20 Grad wurde der Verbrauch stündlich durch Nachwiegen bestimmt: 1,54 und 1,32 Gramm je Stunde.

Die Division ergibt 306 und 165 Stunden, also 12,7 und 6,9 Tage. Nachgeprüft im Dauerbrennen lagen die Werte bei 12,5 und 6,8 Tagen, die Rechnung stimmt also. Zwei der fünf Kerzen erreichten ihre Angabe damit im Innenraum, drei kamen auf 90 bis 97 Prozent. Ein Teelicht zum Vergleich verbraucht 3,10 Gramm je Stunde und damit doppelt so viel, weil sein Docht dicker und die Flamme größer ist.

Der Wind kostet ein Viertel

Dieselben Kerzen wurden im Freien geprüft, einmal in einer Laterne mit Deckel und einmal offen. In der Laterne bei 12 Grad hielt der Zweiwochenbrenner 11,9 Tage, offen bei Wind bis 3 Metern je Sekunde 9,6 Tage. Das sind 24 Prozent weniger.

Wind wirkt auf zwei Wegen: er trägt Wärme von der Flamme ab, wodurch sie flackert und mehr Wachs unverbrannt als Rauch abgibt, und er führt mehr Sauerstoff zu, wodurch die Flamme größer wird. Sichtbar war das am Rußrand: die offen gebrannten Kerzen hatten am oberen Rand des Behälters einen schwarzen Ring, die in der Laterne nicht. Wer die Angabe auf der Packung erreichen will, braucht daher eine geschlossene Laterne, und das ist die wirksamste Maßnahme überhaupt.

Kälte verlängert, Regen beendet

Bei minus 4 Grad brannte der Zweiwochenbrenner 11,2 Tage, also länger als bei Wind und kürzer als geschützt bei 12 Grad. Kaltes Wachs schmilzt langsamer nach, wodurch der Docht weniger Brennstoff erhält und die Flamme kleiner bleibt.

Regen dagegen beendete den Brand: bei zwei offen aufgestellten Kerzen sammelte sich Wasser im Wachsbecken, und beide erloschen innerhalb einer Stunde. Wieder anzünden gelang nicht, weil der Docht durchnässt war. Ein Deckel oder eine Laterne löst beides, und bei Grabkerzen mit einem Kunststoffdeckel im Lieferumfang ist genau das seine Aufgabe; von den fünf Prüfmustern hatten drei einen Deckel, zwei nicht.

Neun Cent am Tag

Bei Kaufpreisen von 1,35 bis 2,60 Euro für die Wochenbrenner und 1,10 bis 2,40 Euro für die Zweiwochenbrenner ergeben die geschützt erreichten Brenndauern Kosten von 0,21 Euro je Tag für den Wochenbrenner und 0,09 für den Zweiwochenbrenner.

Der Größere ist also die günstigere Lösung, und der Unterschied liegt nicht am Wachspreis, sondern an der Verpackung: der Behälter, der Deckel und der Handel kosten unabhängig von der Füllmenge. Nachgerechnet über die Wachsmasse: 471 Gramm für 2,40 Euro sind 5,1 Euro je Kilogramm, 218 Gramm für 2,60 Euro sind 11,9. Wer über ein Jahr durchgehend eine Kerze brennen lässt, zahlt mit Zweiwochenbrennern 33 Euro und mit Wochenbrennern 77.

Woraus das Wachs besteht

Auf den Verpackungen war bei drei von fünf Kerzen das Wachs benannt: zweimal Paraffin, einmal eine Mischung aus Paraffin und Stearin. Bei zwei Kerzen fehlte die Angabe.

Prüfbar ist der Unterschied über die Schmelztemperatur mit einem Thermometer im flüssigen Wachs: die Paraffinkerzen lagen bei 56 und 58 Grad, die Mischung bei 62. Höher schmelzendes Wachs bleibt bei Sonne fester und läuft an einem warmen Sommertag nicht aus dem Behälter; im Prüfaufbau an einem Tag mit 31 Grad und direkter Sonne war bei einer Paraffinkerze das Wachs bis zum oberen Rand flüssig, bei der Mischung nicht. Für Sommermonate ist das ein Auswahlkriterium, für Winter nicht.

Was am Docht zu sehen ist

Die Dochte wurden nach dem Ausbrennen freigelegt und vermessen: 2,1 bis 2,8 Millimeter Durchmesser, alle aus geflochtener Baumwolle mit einem Stützdraht. Der Draht hält den Docht in der Mitte des flüssigen Wachses aufrecht.

Bei der Kerze mit dem höchsten Verbrauch von 1,68 Gramm je Stunde war der Docht mit 2,8 Millimetern der dickste, und dieser Zusammenhang ist der wesentliche: ein dickerer Docht saugt mehr Wachs und brennt heller, aber kürzer. Wer eine Kerze mit langer Brenndauer sucht, sucht also keine mit besonders hellem Licht, und beide Eigenschaften lassen sich nicht gleichzeitig steigern. Angaben zur Lichtstärke fanden sich auf keiner der fünf Packungen; die Flammenhöhe lag zwischen 18 und 26 Millimetern.

Der Rest im Becher

Nach dem Erlöschen blieb in den Behältern ein Wachsrest zurück: 14 bis 38 Gramm, also 6 bis 8 Prozent der Füllung. Bei einer Kerze mit 471 Gramm sind 38 Gramm gut ein halber Tag Brennzeit, der nicht genutzt wird.

Ursache ist die Lage des Dochtfußes über dem Boden und der Rand, an dem Wachs anhaftet, ohne den Docht zu erreichen. Praktisch verwertbar ist dieser Rest mit einem Nachfülleinsatz, den es für 0,60 bis 0,90 Euro gibt und der in den ausgebrannten Behälter gestellt wird; nachgeprüft brannte ein Einsatz mit 118 Gramm Wachs 3,4 Tage. Bei den Kosten aus Abschnitt 04 ändert das wenig, beim Abfall dagegen deutlich: der Kunststoffbehälter wird dabei mehrfach genutzt.

Wie die Angaben zu lesen sind

Von den fünf Kerzen erreichten zwei ihre Angabe unter Laborbedingungen genau, drei kamen auf 90 bis 97 Prozent. Im Freien und offen aufgestellt erreichte keine ihre Angabe, mit Abständen von 15 bis 31 Prozent.

Eine geschützte Aufstellung brachte alle fünf auf 92 bis 94 Prozent. Damit ist die Angabe auf der Packung als Wert unter windstillen Bedingungen zu lesen, was bei einer Kerze für den Außengebrauch eine Einschränkung ist, die auf keiner der fünf Packungen stand. Wer eine Kerze für einen bestimmten Zeitraum braucht, etwa bis zum nächsten Besuch, rechnet daher mit einem Viertel Abzug für offene Aufstellung und wählt danach die Größe.

Was fünf Kerzen offenlassen

Fünf Kerzen über je einen Brennzyklus sagen über die Streuung innerhalb einer Charge nichts, und die kann bei einem Naturprodukt wie Baumwolldocht erheblich sein. Nachprüfbar waren Wachsmasse, Verbrauch je Stunde, die daraus folgende Brenndauer, der Einfluss von Wind, Kälte und Regen, Schmelztemperatur, Dochtstärke und Restmenge.

Belastbar über diese fünf hinaus ist die Rechnung selbst: Wachsmasse geteilt durch Verbrauch ergibt die Brennzeit, und der Verbrauch liegt bei Grabkerzen aller Größen zwischen 1,3 und 1,7 Gramm je Stunde. Mit einer Küchenwaage lässt sich damit jede Kerze im Laden einordnen, bevor sie brennt, und das ist die brauchbarste Auskunft dieses Vergleichs.

Brenndauer als Wachsmasse geteilt durch Verbrauch, danach im Freien nachgeprüft; Wind mit Anemometer am Standort, Temperatur aus der Wetteraufzeichnung
BedingungWochenbrennerZweiwochenbrennerBemerkungBefund
Rechnerisch, windstill6,9 Tage12,7 Tageaus Masse und Verbrauch
Innenraum nachgeprüft6,8 Tage12,5 Tage20 °C
Im Freien, geschützt, 12 °C6,4 Tage11,9 TageLaterne mit Deckel
Im Freien, offen, Wind bis 3 m/s5,2 Tage9,6 Tage24 Prozent kürzer
Im Freien, offen, Frost bei minus 4 °C6,1 Tage11,2 Tagekaltes Wachs
Nach Regen ohne DeckelerloschenerloschenWasser im Wachs
Kosten je Tag, geschützt0,21 €0,09 €Kaufpreis geteilt

Häufige Fragen

Wie lange brennt eine Grabkerze wirklich?

Im windstillen Innenraum 6,8 Tage beim Wochenbrenner und 12,5 beim Zweiwochenbrenner, gerechnet aus 218 und 471 Gramm Wachs bei 1,32 und 1,54 Gramm Verbrauch je Stunde. Im Freien und offen aufgestellt waren es 5,2 und 9,6 Tage.

Wie berechnet man die Brenndauer selbst?

Wachsmasse geteilt durch Verbrauch je Stunde. Der Verbrauch liegt bei Grabkerzen aller Größen zwischen 1,3 und 1,7 Gramm je Stunde, sodass eine Küchenwaage im Laden ausreicht: 471 Gramm bei 1,54 Gramm je Stunde ergeben 306 Stunden, also 12,7 Tage.

Wie stark verkürzt Wind die Brenndauer?

Um bis zu 24 Prozent. Offen bei Wind bis 3 Metern je Sekunde hielt der Zweiwochenbrenner 9,6 statt 11,9 Tage in einer Laterne mit Deckel. Erkennbar war es am schwarzen Rußring am oberen Rand des Behälters.

Was macht Frost mit der Kerze?

Er verlängert die Brenndauer leicht: bei minus 4 Grad hielt der Zweiwochenbrenner 11,2 Tage. Kaltes Wachs schmilzt langsamer nach, der Docht erhält weniger Brennstoff und die Flamme bleibt kleiner.

Was passiert bei Regen?

Die Kerze erlischt. Bei zwei offen aufgestellten Kerzen sammelte sich Wasser im Wachsbecken, beide erloschen innerhalb einer Stunde, und ein Wiederanzünden gelang nicht, weil der Docht durchnässt war. Ein Deckel oder eine Laterne verhindert das.

Welche Größe ist günstiger?

Die größere: 0,09 Euro je Tag beim Zweiwochenbrenner gegen 0,21 beim Wochenbrenner. Auf das Wachs gerechnet sind das 5,1 gegen 11,9 Euro je Kilogramm, weil Behälter, Deckel und Handel unabhängig von der Füllmenge kosten. Ein Jahr durchgehend kostet 33 gegen 77 Euro.

Spielt das Wachs eine Rolle?

Im Sommer ja. Paraffinkerzen schmolzen bei 56 und 58 Grad, eine Mischung aus Paraffin und Stearin bei 62. An einem Tag mit 31 Grad und direkter Sonne war bei einer Paraffinkerze das Wachs bis zum Rand flüssig, bei der Mischung nicht.

Warum bleibt Wachs im Becher zurück?

14 bis 38 Gramm oder 6 bis 8 Prozent, weil der Dochtfuß über dem Boden sitzt und Wachs am Rand anhaftet. Ein Nachfülleinsatz für 0,60 bis 0,90 Euro nutzt den Behälter erneut; ein Einsatz mit 118 Gramm brannte 3,4 Tage.

Geprüft im August 2026