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Prüfbericht  /  Haushalt

Aufhellendes Shampoo im Test: Helligkeit vorher und nachher

Ein aufhellendes Shampoo verspricht mit jeder Wäsche etwas hellere Haare. Das ist eine messbare Behauptung: drei Produkte wurden an Echthaarsträhnen zehnmal angewendet und die Helligkeit vorher und nachher mit einem Farbmessgerät bestimmt, zusammen mit dem pH-Wert und einer Prüfung auf Wasserstoffperoxid.

GrenzenZehn Wäschen bringen 3,8 Punkte Helligkeit, also weniger als eine halbe Nuance. Auf gelbstichigem Blond wirkt ein Silbershampoo deutlicher.

Echthaarsträhnen naturblond, je 5 g, zehn Wäschen mit 2 ml Produkt und 3 Minuten Einwirkzeit, Messung nach dem Trocknen
ProduktHelligkeit vorherNach 10 WäschenZunahmeBefund
Shampoo A, Kamille und Zitrone42,145,9+3,8
Shampoo B, Honig und Ginseng42,344,6+2,3
Shampoo C, mit Peroxidreaktion42,048,4+6,4
Normales Shampoo, Kontrolle42,242,6+0,4
Blondierung, eine Anwendung42,160,2+18,1

3,8 Punkte Helligkeit nach zehn Wäschen

Für die Messreihe wurden fünf gleiche Echthaarsträhnen von je 5 Gramm verwendet, naturblond mit einer Ausgangshelligkeit von 42 auf der Skala von 0 bis 100. Jede Strähne wurde zehnmal mit 2 Millilitern Produkt gewaschen, drei Minuten einwirken gelassen, ausgespült und getrocknet, danach an fünf Punkten gemessen.

Die beiden Produkte ohne Peroxidreaktion erreichten 3,8 und 2,3 Punkte Zunahme, die Kontrollsträhne mit gewöhnlichem Shampoo 0,4. Zum Vergleich hebt eine handelsübliche Blondierung in einer einzigen Anwendung dieselbe Strähne um 18,1 Punkte. Eine Nuance im Friseurhandwerk entspricht etwa 5 bis 8 Punkten dieser Skala; zehn Wäschen bringen also weniger als eine halbe Nuance.

Was vorher und nachher wirklich zeigt

Ein Unterschied von 3,8 Punkten ist auf zwei Strähnen nebeneinander erkennbar und an einem Kopf ohne Vergleichssträhne nicht. Genau das erklärt die weit auseinandergehenden Erfahrungsberichte: wer eine Bildaufnahme vorher und nachher macht, hat mit Weißabgleich, Tageslicht und Blickwinkel drei Größen im Bild, die jede für sich mehr als 4 Punkte Helligkeitsunterschied erzeugen.

Nachgeprüft wurde das mit derselben Strähne, zweimal fotografiert bei Fensterlicht und bei Deckenlampe: gemessen am Bild ergab sich ein Unterschied von 7,2 Punkten, obwohl die Strähne unverändert war. Wer eine Wirkung beurteilen will, legt die behandelte Strähne neben eine unbehandelte und fotografiert beide in einem Bild.

Das dritte Produkt arbeitet anders

Ein Peroxid-Teststreifen, wie er zur Prüfung von Wasserstoffperoxid in Lösungen verwendet wird, zeigte bei zwei Produkten keine und beim dritten eine deutliche Reaktion. Dieses dritte Shampoo erreichte 6,4 Punkte Zunahme und hat einen pH-Wert von 6,8 gegenüber 5,4 und 5,6 bei den anderen.

Damit gehört es in eine andere Produktklasse: es hellt nicht durch Pflegestoffe, sondern durch eine geringe oxidative Wirkung, und genau daran hängt sein besseres Ergebnis. Die Kehrseite zeigte sich an der Strähne: nach zehn Wäschen war sie mit dem Kamm messbar schwerer zu durchziehen, die Zugkraft am Kamm stieg von 1,1 auf 1,8 Newton, während sie bei den beiden anderen unverändert blieb.

Auf blondiertem Haar passiert etwas anderes

Zwei zusätzliche Strähnen aus vorher blondiertem Haar mit einer Helligkeit von 71 wurden ebenfalls zehnmal gewaschen. Die Helligkeit änderte sich um 0,6 und 0,9 Punkte, also praktisch nicht. Verändert hat sich der Gelbanteil: er stieg von 12,4 auf 14,1, das Haar wirkte also gelblicher.

Zum Vergleich wurde ein Silbershampoo mit violettem Pigment auf einer dritten blondierten Strähne angewendet: dort sank der Gelbanteil nach drei Wäschen von 12,4 auf 9,2. Für gelbstichiges Blond ist das die wirksame Produktklasse, und die Verwechslung der beiden ist der häufigste Grund für Enttäuschung. Ein aufhellendes Shampoo arbeitet am Pigment, ein Silbershampoo legt ein Gegenpigment darüber.

Warum Sonne im Spiel ist

Zwei Strähnen wurden nach der Wäsche unterschiedlich behandelt: eine trocknete im Dunkeln, die andere sechs Stunden auf einer Fensterbank in direkter Sonne. Die Sonnensträhne kam auf 5,1 Punkte Zunahme, die dunkle auf 3,8, bei identischer Anwendung desselben Produkts.

Verantwortlich dafür sind die Inhaltsstoffe: Zitronensäure und ähnliche Fruchtsäuren senken den pH-Wert an der Haaroberfläche, und die Aufhellung durch ultraviolettes Licht läuft in diesem Milieu schneller. Das erklärt gleichzeitig, warum solche Produkte im Sommerurlaub deutlich stärker wirken als im November, und warum ein Erfahrungsbericht aus dem Juli mit einem aus dem Januar nicht vergleichbar ist.

Einwirkzeit und Menge verändern das Ergebnis

Zwei zusätzliche Strähnen liefen mit demselben Produkt, aber verändertem Vorgehen: eine mit 30 Sekunden statt drei Minuten Einwirkzeit, eine mit 4 statt 2 Millilitern. Die kurze Einwirkzeit ergab nach zehn Wäschen 1,6 statt 3,8 Punkte, die doppelte Menge 4,1 Punkte.

Die Einwirkzeit ist damit die wirksamere der beiden Größen, und sie kostet nichts. Wer das Produkt wie ein gewöhnliches Shampoo einmassiert und sofort ausspült, erreicht weniger als die Hälfte des möglichen Ergebnisses und schreibt es anschließend dem Produkt zu.

Mehr Menge bringt dagegen kaum etwas, weil die Wirkstoffe schon bei 2 Millilitern im Überschuss an der Haaroberfläche vorliegen und nur die Kontaktzeit begrenzt, wie viel davon ankommt.

Vier Cent je Wäsche, 80 Euro beim Friseur

Die drei Produkte kosten 4,45 bis 9,90 € je 250 Milliliter. Bei 2 Millilitern je Wäsche, wie sie für eine kurze bis mittellange Frisur ausreichen, kostet eine Anwendung 3,6 bis 7,9 Cent, zehn Wäschen also unter einem Euro. Bei langen Haaren mit 5 Millilitern je Wäsche verdoppelt bis verdreifacht sich das.

Der Vergleich mit dem Friseur fällt eindeutig aus, allerdings in der anderen Richtung als erwartet: eine Strähnentechnik kostet 60 bis 120 €, hebt die Helligkeit aber um 15 bis 25 Punkte und damit um den Faktor fünf gegenüber zehn Wäschen. Ein aufhellendes Shampoo ist kein günstiger Ersatz, sondern ein anderes Produkt mit einem anderen Ergebnis.

Was mit den Haarspitzen passiert

Die Zugkraft am Kamm wurde als Maß für die Kämmbarkeit verwendet: eine Federwaage zog den Kamm mit gleichmäßigem Weg durch die trockene Strähne. Bei den beiden Produkten mit pH 5,4 und 5,6 blieb der Wert nach zehn Wäschen bei 1,1 Newton, beim dritten stieg er auf 1,8. Unter dem Mikroskop zeigten die Haare der dritten Strähne an den Enden aufgestellte Schuppenschichten, die beiden anderen nicht. Ein pH-Wert im Bereich der Haaroberfläche, also zwischen 4,5 und 5,5, hält die Schuppenschicht geschlossen; darüber öffnet sie sich, das Haar fühlt sich raut an und verliert Feuchtigkeit schneller. Wer ein solches Produkt regelmäßig verwendet, braucht deshalb eine saure Nachbehandlung, und genau dafür sind Spülungen mit pH 3,5 bis 4,5 gedacht.

Wer besser die Finger davon lässt

Bei chemisch behandeltem Haar, also nach Dauerwelle, Glättung oder frischer Coloration, ist die Schuppenschicht schon geöffnet, und ein Produkt mit erhöhtem pH-Wert verstärkt das. Auf gefärbtem Haar wirkt es außerdem in eine unerwünschte Richtung: eine dunkelbraun gefärbte Strähne verlor nach zehn Wäschen 2,9 Punkte an Farbtiefe und wirkte fleckig, weil die künstlichen Pigmente ungleichmäßig ausgewaschen werden.

Wie jedes Kosmetikprodukt können auch diese Shampoos Kontaktallergien auslösen; alle drei tragen deklarationspflichtige Duftstoffe auf der Packung. Bei Kopfhauterkrankungen, Haarausfall oder wenn eine Aufhellung um mehrere Nuancen das Ziel ist, gehört die Frage in einen Friseurbetrieb oder eine dermatologische Praxis und nicht zu einem Produkt aus dem Drogerieregal.

Wo die Strähnenprüfung endet

Eine Strähne ist kein Kopf. Sie hat keine Kopfhaut, keinen Talg und keine Wurzel, und sie liegt beim Waschen gleichmäßig in der Schale, während am Kopf Ansatz und Spitzen unterschiedlich lange Kontakt haben. Die gemessenen Zahlen gelten deshalb für die Wirkung des Produkts auf Haar, nicht für das Ergebnis einer Anwendung im Bad.

Nicht beurteilt wurde außerdem der Verlauf über mehr als zehn Wäschen. Die Zunahme war zwischen der ersten und fünften Wäsche größer als zwischen der fünften und zehnten, im Mittel 2,4 gegen 1,4 Punkte, was auf eine Sättigung hindeutet. Ob die Kurve nach dreißig Wäschen weiter flach verläuft oder wieder steigt, lässt sich aus zehn Datenpunkten nicht ableiten.

Weitere Messwerte an denselben Produkten, pH unverdünnt mit kalibrierter Flachelektrode
MessgrößeShampoo AShampoo BShampoo CBefund
pH-Wert5,45,66,8
Peroxid-Teststreifenkeine Reaktionkeine ReaktionReaktion
Gelbanteil b* nach 10 Wäschen+1,9+1,4+3,1
Preis je 250 ml6,95 €4,45 €9,90 €
Kosten für zehn Wäschen0,56 €0,36 €0,79 €

Häufige Fragen

Wie stark hellt ein aufhellendes Shampoo wirklich auf?

An Echthaarsträhnen brachten zehn Wäschen 2,3 bis 3,8 Punkte Helligkeit, ein Produkt mit Peroxidreaktion 6,4. Eine Nuance entspricht etwa 5 bis 8 Punkten, zehn Wäschen also weniger als eine halbe Nuance. Eine Blondierung hebt in einer Anwendung um 18 Punkte.

Warum sehen Vorher-Nachher-Bilder so überzeugend aus?

Weil Licht mehr verändert als das Produkt. Dieselbe unbehandelte Strähne ergab bei Fensterlicht und bei Deckenlampe fotografiert einen gemessenen Unterschied von 7,2 Punkten. Verlässlich ist nur eine behandelte neben einer unbehandelten Strähne in einem Bild.

Hellt es auch blondiertes Haar auf?

Nein. Zwei blondierte Strähnen änderten ihre Helligkeit um 0,6 und 0,9 Punkte, der Gelbanteil stieg dabei von 12,4 auf 14,1. Für gelbstichiges Blond wirkt ein Silbershampoo: dort sank der Gelbanteil nach drei Wäschen auf 9,2.

Enthalten solche Shampoos Wasserstoffperoxid?

Eines der drei geprüften Produkte zeigte auf dem Teststreifen eine Reaktion, die beiden anderen nicht. Dieses Produkt hellte am stärksten auf, hat aber einen pH-Wert von 6,8 und erhöhte die Kämmkraft von 1,1 auf 1,8 Newton.

Warum wirkt es im Sommer besser?

Weil Licht mitarbeitet. Eine Strähne, die nach der Wäsche sechs Stunden in der Sonne trocknete, erreichte 5,1 statt 3,8 Punkte. Die Fruchtsäuren senken den pH-Wert an der Haaroberfläche, und in diesem Milieu läuft die Aufhellung durch ultraviolettes Licht schneller.

Was kostet eine Anwendung?

3,6 bis 7,9 Cent bei 2 Millilitern je Wäsche und Preisen von 4,45 bis 9,90 € je 250 Milliliter. Bei langen Haaren mit 5 Millilitern verdoppelt bis verdreifacht sich das. Zehn Wäschen bleiben unter einem Euro.

Schadet das Shampoo dem Haar?

Die beiden Produkte mit pH 5,4 und 5,6 ließen die Kämmkraft unverändert bei 1,1 Newton. Beim Produkt mit pH 6,8 stieg sie auf 1,8, und unter dem Mikroskop standen die Schuppenschichten an den Enden ab. Eine saure Spülung mit pH 3,5 bis 4,5 danach wirkt dem entgegen.

Kann man es auf gefärbtem Haar verwenden?

Besser nicht. Eine dunkelbraun gefärbte Strähne verlor nach zehn Wäschen 2,9 Punkte Farbtiefe und wirkte fleckig, weil künstliche Pigmente ungleichmäßig auswaschen. Bei Dauerwelle, Glättung oder frischer Coloration ist die Schuppenschicht ohnehin geöffnet.

Geprüft im Juli 2026