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Prüfbericht  /  Haushalt

Shampoo im Test: Dosis, Preis je Wäsche und die Einwirkzeit bei Schuppen

Ein Shampoo lässt sich an drei Größen messen, und keine davon steht auf der Packung: der tatsächlichen Dosis je Wäsche, dem pH-Wert und der Einwirkzeit, die ein Wirkstoff braucht. Alle drei entscheiden mehr als die Aufschrift für Männer oder für Frauen.

GeprüftDrei Minuten Einwirkzeit halbieren die Schuppen. 30 Sekunden tun nichts.

Dosis und Preis je Wäsche – Flasche vor und nach der Wäsche gewogen, zehn Wäschen gemittelt
HaarlängeDosis je Wäsche500-ml-Flasche reichtPreis je WäscheBefund
Kurz, unter 3 cm6,2 g81 Wäschen0,04 €
Mittel, bis 10 cm8,9 g56 Wäschen0,05 €
Lang, über 25 cm11,4 g44 Wäschen0,07 €
Nach Gefühl dosiert, kurz14,8 g34 Wäschen0,09 €

Vier Cent je Wäsche

Gewogen über zehn Wäschen brauchte kurzes Haar 6,2 Gramm Shampoo, mittleres 8,9 und langes 11,4. Eine 500-Milliliter-Flasche reicht damit für 81, 56 oder 44 Wäschen.

Bei einem Flaschenpreis von 3,20 € kostet eine Wäsche zwischen 4 und 7 Cent. Selbst ein Produkt zum dreifachen Preis liegt damit bei 12 bis 21 Cent, und über ein Jahr mit 150 Wäschen sind das 6 gegen 25 €.

Die vierte Tabellenzeile ist die interessantere: nach Gefühl aus der Hand dosiert gingen bei kurzem Haar 14,8 Gramm weg, also mehr als das Doppelte des Nötigen. Die Dosierung entscheidet damit stärker über die Kosten als der Preis.

Männerhaut, Frauenhaut, Messwert

Der Unterschied zwischen Shampoos für Männer und für Frauen liegt in Duft, Farbe und Aufmachung. Physiologisch unterscheiden sich die Kopfhäute in einem Punkt messbar: die Talgproduktion ist bei Männern im Mittel höher.

Für die Rezeptur folgt daraus wenig. Beide Kopfhäute reagieren auf dieselben Tenside, und ein Produkt für fettige Kopfhaut ist genau das, unabhängig davon, welches Geschlecht auf der Flasche steht.

Zwei geprüfte Produkte derselben Marke, eines für Männer und eines für Frauen, hatten eine bis auf Duftstoff und Farbstoff nahezu gleiche Zutatenliste und lagen im pH-Wert bei 5,4 und 5,5. Der Kaufgrund ist damit der Duft, und das ist ein legitimer Grund.

pH zwischen 5 und 6

Der pH-Wert der geprüften Shampoos lag zwischen 5,1 und 6,8. Die Kopfhaut selbst liegt bei etwa 4,7 bis 5,7, und ein Produkt in diesem Bereich verändert die Bedingungen an der Oberfläche kaum.

Über 6,5 wird es ungünstiger, weil die Schuppenschicht des Haares im alkalischen Bereich aufquillt und leichter absteht. Das ist der Grund, warum Haar nach einer Wäsche mit Seife strohig wirkt: Kernseife liegt bei pH 9 bis 10.

Die Angabe pH-neutral auf einer Flasche ist deshalb kein Gütezeichen, sondern eine irreführende Bezeichnung: neutral wären 7,0, also höher als die Haut. Prüfbar ist der Wert mit Teststreifen für wenige Euro an einer Verdünnung von zehn Prozent.

Drei Minuten gegen dreißig Sekunden

Die Wirkstoffe gegen Schuppen wirken gegen einen Hefepilz auf der Kopfhaut, und dafür brauchen sie Kontaktzeit. Über vier Wochen wurde die abgekämmte Schuppenmenge je Woche gewogen.

Ohne Wirkstoff lagen 0,22 Gramm je Woche vor. Mit Wirkstoff und sofortigem Ausspülen nach 30 Sekunden waren es 0,20 Gramm, also 9 Prozent weniger und damit im Bereich der Streuung. Mit drei Minuten Einwirkzeit fiel der Wert auf 0,11 Gramm.

Damit ist die Anwendung wichtiger als das Produkt. Ein Antischuppenshampoo, das wie ein normales Shampoo benutzt wird, ist ein teures normales Shampoo, und diese Einwirkzeit steht auf der Packung, wird aber selten eingehalten.

Welcher Wirkstoff und wie oft

Verbreitet sind drei Wirkstoffe: Zinkpyrithion, Climbazol und Selendisulfid, jeweils in Konzentrationen, die für kosmetische Mittel begrenzt sind. Ein vierter, Ketoconazol, ist in Deutschland apothekenpflichtig und damit ein Arzneimittel.

Zweimal wöchentlich angewendet mit drei Minuten Einwirkzeit kam der Rückgang auf 41 Prozent, gegen 50 bei jeder Wäsche. Der Unterschied ist klein, und für die Kopfhaut ist die seltenere Anwendung schonender.

Bleibt der Erfolg nach vier Wochen konsequenter Anwendung aus, ist die Ursache vermutlich eine andere. Schuppen entstehen auch durch Schuppenflechte, ein seborrhoisches Ekzem oder eine Kontaktallergie, und das sind drei verschiedene Behandlungen, die eine Diagnose voraussetzen.

Sulfatfrei: eine Frage der Reinigungskraft

Die häufigsten Tenside in Shampoos sind Sulfate, meist Natriumlaurethsulfat. Sie reinigen wirksam und entfetten dabei stark, was bei fettiger Kopfhaut gewünscht und bei trockener nicht ist.

Sulfatfreie Rezepturen benutzen mildere Tenside und schäumen weniger. Gemessen brauchte ein sulfatfreies Produkt für dieselbe Reinigungswirkung an fettigem Haar zwei Anwendungen statt einer, also 12,4 statt 6,2 Gramm.

Wirtschaftlich hebt das den Preisunterschied noch an, weil sulfatfreie Produkte meist teurer sind. Sinnvoll sind sie bei trockener oder gereizter Kopfhaut und bei coloriertem Haar; bei fettiger Kopfhaut arbeiten sie gegen den Zweck.

Wie oft waschen

Die Talgproduktion der Kopfhaut folgt nicht der Waschhäufigkeit, sondern hormonellen und genetischen Faktoren. Die verbreitete Annahme, häufiges Waschen führe zu mehr Talg, ist in Untersuchungen nicht bestätigt worden.

Was sich messbar ändert, ist die Faseroberfläche. Bei täglicher Wäsche mit einem stark entfettenden Produkt stieg die Wasseraufnahme der Haare als Maß für eine geöffnete Schuppenschicht nach vier Wochen um 18 Prozent, mit einem milden Produkt um 6.

Praktikabel ist deshalb die Kombination aus häufig und mild statt selten und scharf. Wer täglich duscht, kann täglich waschen, sollte dann aber ein mildes Produkt nehmen und die Kopfhaut und nicht die Längen einschäumen.

Was ein Testsieger-Titel bei Shampoo trägt

Ein Vergleich von Shampoos kann vier Dinge bewerten: Zusammensetzung, Reinigungswirkung, Kämmbarkeit nach der Wäsche und Preis je Anwendung. Alle vier sind messbar, und alle vier gelten für ein bestimmtes Haar.

Genau darin liegt die Einschränkung. Dasselbe Produkt liefert auf feinem, fettigem Haar und auf dickem, trockenem Haar unterschiedliche Ergebnisse, und eine Rangfolge über beide Haartypen mittelt diesen Unterschied weg.

Nützlicher als eine Platzierung ist deshalb die Zuordnung: fettige Kopfhaut braucht ein sulfathaltiges Produkt, trockene ein mildes, Schuppen einen Wirkstoff mit Einwirkzeit, coloriertes Haar ein sulfatfreies. Diese vier Fälle deckt jede Drogerie für unter 4 € ab.

Waage an der Flasche, Teststreifen, vier Wochen Kamm

Die Dosis entstand aus zehn Wiegungen der geschlossenen Flasche auf 0,1 Gramm vor und nach jeder Wäsche, an drei Personen mit unterschiedlicher Haarlänge. Die Streuung lag unter 1,2 Gramm. Der pH-Wert wurde an einer zehnprozentigen Verdünnung mit einem kalibrierten Messgerät bestimmt, drei Messungen je Produkt bei 22 °C. Die Schuppenmenge stammt aus einmal wöchentlichem Auskämmen über einem Papier mit demselben Kamm, gewogen auf 0,001 Gramm.

Über Verträglichkeit und über Ursachen von Kopfhautbeschwerden steht hier nichts: das verlangt eine dermatologische Beurteilung. Die Vierwochenreihe lief an einer Person je Anwendungsschema und ist als Größenordnung zu lesen.

Antischuppenwirkstoff und Einwirkzeit – Schuppenmenge nach vier Wochen, abgekämmt und gewogen
AnwendungEinwirkzeitSchuppen nach 4 WochenRückgangBefund
ohne Wirkstoff–0,22 g je Woche–
mit Wirkstoff, sofort ausspülen30 s0,20 g je Woche9 %
mit Wirkstoff, einwirken lassen3 min0,11 g je Woche50 %
mit Wirkstoff, zweimal wöchentlich, 3 min3 min0,13 g je Woche41 %

Häufige Fragen

Wie viel Shampoo braucht eine Wäsche?

6,2 Gramm bei kurzem Haar, 8,9 bei mittlerem und 11,4 bei langem. Aus der Hand nach Gefühl dosiert gingen bei kurzem Haar 14,8 Gramm weg, also mehr als das Doppelte des Nötigen.

Was kostet eine Haarwäsche?

4 bis 7 Cent bei einer 500-Milliliter-Flasche für 3,20 €. Ein Produkt zum dreifachen Preis liegt bei 12 bis 21 Cent, über ein Jahr mit 150 Wäschen also 6 gegen 25 €.

Braucht man ein Shampoo für Männer?

Physiologisch nur insofern, als die Talgproduktion bei Männern im Mittel höher ist; dafür ist ein Produkt für fettige Kopfhaut gemacht. Zwei geprüfte Varianten derselben Marke unterschieden sich bis auf Duft und Farbe kaum, im pH-Wert 5,4 gegen 5,5.

Welcher pH-Wert ist richtig?

5 bis 6, weil die Kopfhaut bei etwa 4,7 bis 5,7 liegt. Über 6,5 quillt die Schuppenschicht des Haares auf. Die Angabe pH-neutral ist irreführend: neutral wären 7,0 und damit höher als die Haut.

Warum wirkt mein Antischuppenshampoo nicht?

Meist wegen fehlender Einwirkzeit. Sofort ausgespült sank die Schuppenmenge um 9 Prozent und damit im Bereich der Streuung, mit drei Minuten Einwirkzeit um 50 Prozent.

Wie oft sollte man ein Antischuppenshampoo anwenden?

Zweimal wöchentlich mit drei Minuten Einwirkzeit brachte 41 Prozent Rückgang, bei jeder Wäsche 50. Der Unterschied ist klein, die seltenere Anwendung schonender. Bleibt der Erfolg nach vier Wochen aus, gehört die Ursache abgeklärt.

Ist sulfatfrei besser?

Bei trockener Kopfhaut und coloriertem Haar ja, bei fettiger nicht. Für dieselbe Reinigungswirkung an fettigem Haar brauchte ein sulfatfreies Produkt zwei Anwendungen, also 12,4 statt 6,2 Gramm.

Führt häufiges Waschen zu fettigerem Haar?

Nein, das ist in Untersuchungen nicht bestätigt. Messbar ändert sich die Faseroberfläche: bei täglicher Wäsche mit einem stark entfettenden Produkt stieg die Wasseraufnahme nach vier Wochen um 18 Prozent, mit einem milden um 6.

Geprüft im August 2026