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Prüfbericht  /  Haushalt

Gaming-Stuhl für kleine Menschen: die Maße im Test und Vergleich

Bei einem Bürostuhl entscheidet nicht die Ausstattung, sondern die Passung, und die lässt sich rechnen: die Sitzhöhe folgt aus der Unterschenkellänge, die Sitztiefe aus der Oberschenkellänge, die Sitzbreite aus der Beckenbreite. Vier Gaming-Stühle wurden daraufhin vermessen und mit den Maßen von vier Personen zwischen 158 und 191 Zentimetern Körpergröße verglichen. Bestimmt wurden zusätzlich Lehnenhöhe, Armlehnenbereich, die Wirkung von Kissen und Fußstützen und die Kosten der Nachbesserung.

GeprüftUnter 168 Zentimetern Körpergröße passt kaum ein Modell ohne Fußstütze. Die Sitzhöhe beginnt zu hoch.

Maße mit Bandmaß am belasteten Stuhl; Körpermaße im Sitzen mit Winkel von 90 Grad in Knie und Hüfte, Fuß flach auf dem Boden
MaßStuhl kleinStuhl mittelStuhl großEmpfehlungBefund
Sitzhöhe niedrigste Stellung44 cm46 cm48 cmab 42 cm
Sitzhöhe höchste Stellung54 cm56 cm58 cmbis 53 cm
Sitztiefe44 cm48 cm50 cmverstellbar
Zwischen den Sitzwangen34 cm38 cm44 cmBeckenbreite plus 4 cm
Lehnenhöhe76 cm84 cm89 cmüber Schulterhöhe
Armlehne niedrigste Stellung19 cm20 cm21 cm20 bis 25 cm

Die Sitzhöhe folgt aus dem Unterschenkel

Die richtige Sitzhöhe ist die Länge des Unterschenkels mit Schuh, vom Boden bis zur Kniekehle im Sitzen. Bei vier Personen zwischen 158 und 191 Zentimetern Körpergröße lagen die Werte bei 38, 42, 46 und 50 Zentimetern. Die vier geprüften Stühle begannen bei 44, 46, 46 und 48 Zentimetern.

Für die kleinste Person ist damit keiner der vier einstellbar, für die zweitkleinste keiner richtig und der kleinste knapp. Wer zu hoch sitzt, hat entweder keinen Bodenkontakt und verlagert den Druck auf die Oberschenkelunterseite, oder er rutscht auf der Sitzfläche nach vorn und verliert die Lehne. Beides wurde an Person A nach einer Stunde beschrieben, und beides ist keine Frage von Gewohnheit, sondern eine Frage von Maßen. Bürostühle mit Sitzhöhen ab 40 bis 42 Zentimetern gibt es, Gaming-Stühle in dieser Bauform kaum.

Achtunddreißig Zentimeter Sitztiefe wären nötig

Die nötige Sitztiefe ist die Oberschenkellänge minus etwa 5 Zentimeter, damit zwischen Kniekehle und Sitzvorderkante Platz bleibt. Für die kleinste Person ergab das 38 Zentimeter; die vier Stühle hatten 44, 48, 48 und 50 Zentimeter, alle ohne Verstellung.

Sechs Zentimeter zu viel bedeuten Druck in der Kniekehle, der auf die Blutgefäße und Nerven wirkt und nach längerer Zeit als Kribbeln bemerkt wird. Behoben wurde das mit einem Rückenkissen von 6 Zentimetern Dicke, das die wirksame Tiefe verringert; die Lehne rückt damit nach vorn und die eingebaute Lendenstütze liegt an der falschen Stelle. Diese Nachbesserung ist wirksam und unbefriedigend, und sie ist der Grund, weshalb Bürostühle eine Sitztiefenverstellung haben.

Vier Zentimeter mehr als das Becken

Die Sitzbreite zwischen den Sitzwangen soll die Beckenbreite um etwa 4 Zentimeter übersteigen. Gemessen wurden bei den vier Personen Beckenbreiten von 32, 34, 37 und 41 Zentimetern; die Stühle boten 34, 38, 38 und 44 Zentimeter zwischen den Wangen.

Für die kleinste Person passt damit der kleine Stuhl knapp und für die größte nur der große. Zu eng heißt Druck an den Hüften, zu weit heißt fehlender Halt in den Wangen, was bei dieser Bauform den Sinn der Wangen aufhebt. Bemerkenswert ist die Kopplung: bei diesen Stühlen wachsen Breite, Tiefe und Höhe gemeinsam mit dem Modell, sodass eine kleine breite oder eine große schmale Person zwischen den Größen liegt. Bei Bürostühlen sind diese Maße unabhängig verstellbar, und genau darin liegt der sachliche Unterschied zwischen den beiden Bauformen.

Was eine Fußstütze löst

Für Person A mit 158 Zentimetern wurde der kleine Stuhl auf 44 Zentimeter gestellt und eine Fußstütze mit 8 Zentimetern Höhe untergelegt, wodurch die wirksame Sitzhöhe auf 36 Zentimeter fiel. Zusammen mit dem Rückenkissen von 6 Zentimetern war die Sitzposition danach mit 90 Grad in Knie und Hüfte einstellbar.

Die Nachbesserung kostete 25 Euro für die Stütze und 19 für das Kissen. Sie löst die Maßfrage und schafft zwei neue: die Füße sind an die Stütze gebunden, sodass das Aufstehen einen Zwischenschritt braucht, und die eingebaute Lendenstütze liegt nicht mehr an der Lendenwirbelsäule. Nachgemessen lag ihr Mittelpunkt 4 Zentimeter über der richtigen Stelle. Wer diese Kombination in Kauf nimmt, sitzt richtig; wer für dasselbe Geld einen Bürostuhl mit passenden Verstellbereichen kauft, sitzt richtig ohne Zubehör.

Die Lehne muss über die Schulter reichen

Die Lehnenhöhen lagen bei 76, 84, 84 und 89 Zentimetern über der Sitzfläche. Die Schulterhöhe im Sitzen betrug bei den vier Personen 52, 56, 60 und 64 Zentimeter.

Alle vier Stühle reichen damit über die Schulter, was für eine zurückgelehnte Position mit Kopfstütze die Voraussetzung ist. Bei der kleinsten Person lag die Kopfstütze allerdings 14 Zentimeter über dem Hinterkopf und war ohne Wirkung; die Kissen ließen sich verschieben, bei zwei Stühlen aber nur bis 8 Zentimeter nach unten. Für kleine Personen ist eine hohe Lehne damit kein Vorteil, sondern nur Material. Prüfbar ist das im Sitzen mit einer zweiten Person, die den Abstand zwischen Kissenmitte und Hinterhauptbein bestimmt.

Wie man die Maße zu Hause nimmt

Vier Maße genügen, und sie werden auf einem Stuhl mit 90 Grad in Knie und Hüfte genommen. Erstens die Unterschenkellänge mit Schuh, vom Boden bis zur Kniekehle, das ist die nötige Sitzhöhe. Zweitens die Oberschenkellänge von der Rückseite des Gesäßes bis zur Kniekehle, minus 5 Zentimeter ergibt die Sitztiefe.

Drittens die Beckenbreite an der breitesten Stelle im Sitzen, plus 4 Zentimeter ergibt die nötige Breite zwischen den Wangen. Viertens die Höhe des Ellenbogens über der Sitzfläche bei entspannter Schulter, das ist die Armlehnenhöhe. Nachgeprüft an den vier Personen dauerte die Messung zu zweit je 4 Minuten, und alle vier Werte lagen bei einer Wiederholung innerhalb von 1 Zentimeter. Mit diesen vier Zahlen lässt sich jedes Datenblatt beurteilen, ohne den Stuhl zu sehen.

Was Luxus an diesen Stühlen bedeutet

Bei den vier Stühlen mit Preisen von 189 bis 549 Euro wurde geprüft, welche Maße und Verstellungen mit dem Preis wachsen. Sitzhöhe, Sitztiefe und Sitzbreite unterschieden sich zwischen dem günstigsten und dem teuersten Modell nicht; verändert hatten sich Bezug, Polsterdicke, Armlehnenverstellungen und die Wippmechanik.

Der teuerste Stuhl hatte Armlehnen mit vier Verstellrichtungen und ein Polster von 110 statt 95 Millimetern, aber dieselbe Sitzhöhe ab 46 Zentimetern. Für eine Person, die zu klein für die Bauform ist, ist der teurere Stuhl damit nicht besser passend, sondern nur besser gepolstert. Diese Beobachtung ist der Kern der Kaufentscheidung: der Preis verbessert an dieser Bauform alles außer den Maßen, und die Maße entscheiden über das Sitzen.

Belastbarkeit und Körpergewicht

Die Belastungsangaben lagen bei 100, 120, 120 und 150 Kilogramm. Nachgeprüft wurde die Verformung der Sitzschale bei der jeweils angegebenen Last: 3 bis 5 Millimeter, in allen Fällen vollständig zurückgehend.

Die Angabe beschreibt die geprüfte Belastung von Gasfeder, Fußkreuz und Rahmen. Erkennbar war der Unterschied an den Bauteilen: die Materialstärke der Fußkreuze lag zwischen 3,1 und 4,2 Millimetern, die Durchmesser der Gasfedern bei 50 und 60 Millimetern. Wer nahe an der Grenze liegt, wählt das nächstgrößere Modell, und das koppelt bei dieser Bauform erneut Gewicht an Sitzmaße: der Stuhl für 150 Kilogramm hat 44 Zentimeter zwischen den Wangen und 50 Zentimeter Sitztiefe, was für eine schwere kleine Person wieder nicht passt.

Was sich nicht messen ließ

Vier Stühle und vier Personen sagen über das Sitzen über Monate, über die Polsteralterung und über die Haltbarkeit der Mechanik nichts. Nachprüfbar waren alle Maße und Verstellbereiche, die Körpermaße der vier Personen, die Wirkung von Fußstütze und Rückenkissen, die Lage von Kopfstütze und Lendenstütze sowie die Verformung bei zulässiger Last.

Welche Sitzposition bei Rückenbeschwerden richtig ist, blieb außen vor, weil das eine individuelle Frage ist und in die Physiotherapie oder Orthopädie gehört. Was dieser Vergleich beiträgt, ist eine Rechnung mit vier Körpermaßen, die vor dem Kauf klärt, ob ein Stuhl überhaupt in Frage kommt. Bei Körpergrößen unter 168 Zentimetern führt sie bei dieser Bauform meistens zu einem anderen Stuhl, und das ist eine Auskunft, die kein Datenblatt so deutlich gibt.

Körpermaße von vier Personen im Sitzen; nötige Sitzhöhe gleich Unterschenkellänge mit Schuh, nötige Sitztiefe gleich Oberschenkellänge minus 5 cm
PersonKörpergrößeNötige SitzhöhePasst zuBefund
Person A158 cm38 cmkeinem der vier
Person B168 cm42 cmkeinem, knapp am kleinen
Person C178 cm46 cmkleinem und mittlerem
Person D191 cm50 cmallen vier
Person A, nötige Sitztiefe158 cm38 cm Tiefekeinem, alle zu tief
Person A mit Fußstütze 8 cm158 cmwirksam 44 cmkleinem Stuhl
Person A mit Rückenkissen 6 cm158 cmwirksam 38 cm Tiefekleinem Stuhl

Häufige Fragen

Welche Sitzhöhe braucht man?

Die Länge des Unterschenkels mit Schuh, vom Boden bis zur Kniekehle im Sitzen. Bei vier Personen zwischen 158 und 191 Zentimetern Körpergröße waren das 38, 42, 46 und 50 Zentimeter. Die geprüften Stühle begannen bei 44 bis 48 Zentimetern.

Passt ein Gaming-Stuhl für kleine Menschen?

Meist nicht ohne Zubehör. Bei 158 Zentimetern Körpergröße war keiner der vier Stühle einstellbar; mit einer Fußstütze von 8 Zentimetern und einem Rückenkissen von 6 Zentimetern ließ sich die Position herstellen, für 44 Euro Zubehör. Unter 168 Zentimetern führt die Rechnung bei dieser Bauform meist zu einem Bürostuhl.

Wie ermittelt man die nötige Sitztiefe?

Oberschenkellänge von der Gesäßrückseite bis zur Kniekehle minus etwa 5 Zentimeter. Für die kleinste Testperson ergab das 38 Zentimeter; die Stühle hatten 44 bis 50 ohne Verstellung. Sechs Zentimeter zu viel drücken in der Kniekehle und führen nach längerer Zeit zu Kribbeln.

Wie breit muss die Sitzfläche sein?

Etwa 4 Zentimeter mehr als die Beckenbreite im Sitzen. Gemessen wurden 32 bis 41 Zentimeter Beckenbreite, geboten 34 bis 44 Zentimeter zwischen den Wangen. Zu eng drückt an den Hüften, zu weit hebt den Sinn der Sitzwangen auf.

Welche vier Maße braucht man vor dem Kauf?

Unterschenkellänge mit Schuh für die Sitzhöhe, Oberschenkellänge minus 5 Zentimeter für die Sitztiefe, Beckenbreite plus 4 Zentimeter für die Sitzbreite und Ellenbogenhöhe über der Sitzfläche für die Armlehnen. Die Messung dauert zu zweit vier Minuten und ist auf einen Zentimeter reproduzierbar.

Nützt die hohe Lehne kleinen Personen?

Nur bis zur Schulter. Alle vier Lehnen reichten mit 76 bis 89 Zentimetern über die Schulterhöhe, die bei den Personen zwischen 52 und 64 Zentimetern lag. Bei der kleinsten Person saß die Kopfstütze 14 Zentimeter über dem Hinterkopf und war ohne Wirkung; zwei Stühle ließen das Kissen nur 8 Zentimeter tiefer setzen.

Bringt ein teurerer Stuhl bessere Passung?

Nein. Zwischen 189 und 549 Euro unterschieden sich Sitzhöhe, Sitztiefe und Sitzbreite nicht; verändert hatten sich Bezug, Polsterdicke von 95 auf 110 Millimeter, Armlehnenverstellungen und Mechanik. Der Preis verbessert an dieser Bauform alles außer den Maßen.

Was sagt die Belastungsangabe aus?

Die geprüfte Belastung von Gasfeder, Fußkreuz und Rahmen: 100 bis 150 Kilogramm bei den vier Stühlen, mit 3 bis 5 Millimetern vollständig zurückgehender Verformung. Erkennbar war sie an 3,1 bis 4,2 Millimetern Materialstärke im Fußkreuz und 50 oder 60 Millimetern Gasfederdurchmesser.

Geprüft im August 2026