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Prüfbericht  /  Haushalt

Nierenfutter für Katzen im Test: Phosphor, Energie und Kosten je Tag

Bei einer Nierendiät für Katzen ist Phosphor die Größe, auf die es ankommt, und sie steht auf der Dose in einer Einheit, die den Vergleich verhindert: Prozent des Futters. Ein Nassfutter mit 80 Prozent Wasser und ein Trockenfutter lassen sich so nicht gegenüberstellen. Für fünf Produkte wurde der Gehalt daher auf 100 Kilokalorien umgerechnet, weil die Katze Energie frisst und nicht Gramm. Dazu kamen Energiedichte, Proteingehalt, Wasseraufnahme, die Tagesration einer 4 Kilogramm schweren Katze, die tatsächlich gefressene Menge über fünf Tage und die Kosten.

GeprüftPhosphor gehört je 100 Kilokalorien gerechnet, nicht je 100 Gramm. Dann kehrt sich die Reihenfolge um.

Angaben von den Verpackungen der Prüfmuster; Phosphor je 100 kcal aus Prozentangabe und Energiedichte gerechnet, Trockensubstanz aus dem Feuchtegehalt
ProduktEnergie je 100 gPhosphor auf dem EtikettPhosphor je 100 kcalBefund
Nassfutter A, Schale78 kcal0,09 %115 mg
Nassfutter B, Dose92 kcal0,09 %98 mg
Nassfutter C, Dose84 kcal0,14 %167 mg
Trockenfutter D398 kcal0,52 %131 mg
Trockenfutter E412 kcal0,77 %186 mg
Normales Nassfutter zum Vergleich88 kcal0,26 %295 mg

Warum 0,52 Prozent weniger sind als 0,14

Auf den Verpackungen steht Phosphor als Anteil des Futters. Ein Nassfutter mit 0,14 Prozent und ein Trockenfutter mit 0,52 Prozent sehen damit weit auseinander aus, obwohl das Trockenfutter dreimal so viel Wasser weniger enthält. Umgerechnet auf 100 Kilokalorien, also auf die Menge, die die Katze wirklich aufnimmt, liegen das Nassfutter bei 167 und das Trockenfutter bei 131 Milligramm.

Die Rechnung dahinter ist eine Division: Prozentangabe mal 1000 ergibt Milligramm je 100 Gramm, geteilt durch die Energiedichte je 100 Gramm und mal 100 ergibt Milligramm je 100 Kilokalorien. Beim Nassfutter mit 0,14 Prozent und 84 Kilokalorien je 100 Gramm: 140 geteilt durch 84 mal 100 gleich 167. Mit dieser einen Rechnung kehrt sich die Reihenfolge von zwei der fünf Produkte um, und sie ist der einzige Weg, Nass- und Trockenfutter zu vergleichen.

98 bis 186 Milligramm über die fünf Produkte

Nach der Umrechnung lagen die fünf Nierendiäten zwischen 98 und 186 Milligramm Phosphor je 100 Kilokalorien. Ein normales Nassfutter zum Vergleich kam auf 295.

Die Spanne innerhalb der Diätfutter ist damit fast so groß wie der Abstand zum normalen Futter, und das ist der wichtigste Befund dieses Vergleichs: die Bezeichnung als Nierendiät sagt nicht, wie weit der Phosphor gesenkt ist. In der Fachliteratur werden für Katzen mit fortgeschrittener Nierenerkrankung Werte unter etwa 120 bis 140 Milligramm je 100 Kilokalorien genannt; zwei der fünf Produkte liegen darüber. Welcher Wert im Einzelfall gilt, hängt vom Stadium ab, und das Stadium bestimmt die tierärztliche Praxis anhand von Blut- und Urinwerten.

210 Kilokalorien am Tag und was das an Futter ist

Der Energiebedarf einer erwachsenen Katze mit ruhigem Lebensstil wird mit etwa 50 bis 60 Kilokalorien je Kilogramm Körpergewicht angesetzt, bei 4 Kilogramm also 200 bis 240 Kilokalorien am Tag; gerechnet wurde mit 210.

Beim Nassfutter mit 92 Kilokalorien je 100 Gramm entspricht das 228 Gramm, also knapp drei Schalen; beim Trockenfutter mit 398 Kilokalorien 53 Gramm, also ein knapper Messbecher. Diese Rechnung ist bei einer Nierendiät nicht nur eine Mengenfrage: eine Katze, die abnimmt, ist bei Nierenerkrankung ein Problem, und wenn sie das Diätfutter nur zur Hälfte frisst, nimmt sie halb so viel Energie und halb so viel Phosphor auf. Deshalb steht Akzeptanz gleichrangig neben dem Phosphorgehalt, und ein Futter mit 98 Milligramm, das nicht gefressen wird, ist schlechter als eines mit 131, das gefressen wird.

Nassfutter bringt 182 Milliliter Wasser mit

Aus dem Feuchtegehalt der Verpackung wurde das mit dem Futter aufgenommene Wasser gerechnet: 182 Milliliter bei der Nassfutterration, 5 Milliliter beim Trockenfutter. Über fünf Tage wurde zusätzlich der Trinknapf vor und nach jedem Tag gewogen: 58 Milliliter bei Nassfutter, 196 bei Trockenfutter.

In der Summe lagen beide Fütterungen bei 240 und 201 Millilitern, der Unterschied betrug also 39 Milliliter oder 16 Prozent. Bei einer Nierenerkrankung ist die Wasseraufnahme ein Behandlungsziel, weil die Konzentrierfähigkeit der Nieren nachlässt und mehr Harn ausgeschieden wird. Nassfutter hat hier einen Vorteil, aber er ist kleiner als erwartet, weil Katzen bei Trockenfutter tatsächlich mehr trinken. Beobachtbar war zudem, dass ein zweiter Napf an anderer Stelle die Trinkmenge über fünf Tage um 34 Milliliter erhöhte, was mehr ist als der Unterschied zwischen den Futterarten.

Protein in der Trockensubstanz gerechnet

Auch der Proteingehalt lässt sich zwischen Nass- und Trockenfutter nur nach Umrechnung vergleichen. Bezogen auf die Trockensubstanz lagen die fünf Produkte zwischen 24 und 33 Prozent, ein normales Katzenfutter bei 38 bis 45.

Eine Nierendiät senkt Protein, weil beim Abbau Stoffwechselprodukte entstehen, die die Nieren ausscheiden müssen; sie senkt es aber nicht beliebig, weil Katzen als Fleischfresser einen hohen Bedarf haben und Muskelabbau bei Nierenerkrankung ein eigenes Problem ist. Die Spanne von 24 bis 33 Prozent spiegelt diesen Zielkonflikt, und die Auflösung ist keine Frage des Etiketts, sondern des Befunds. Aussagekräftig für den Halter ist die Beobachtung: Gewicht einmal wöchentlich auf einer Küchenwaage mit Transportbox, weil ein Verlust von 200 Gramm bei 4 Kilogramm bereits 5 Prozent sind.

0,84 gegen 3,10 Euro am Tag

Bei Packungspreisen von 1,29 Euro je 85-Gramm-Schale bis 22,90 Euro je 1,5-Kilogramm-Beutel kostete die Tagesration zwischen 0,84 und 3,10 Euro. Auf ein Jahr gerechnet sind das 307 bis 1.132 Euro.

Der Abstand kommt fast vollständig aus der Bauform: Nassfutter in kleinen Schalen ist die teuerste Darreichung, Trockenfutter im großen Beutel die billigste, und der Phosphorgehalt je 100 Kilokalorien folgt diesem Preis nicht. Das billigste Produkt im Vergleich lag bei 131 Milligramm, das teuerste bei 115, und das mit dem niedrigsten Wert von 98 lag preislich in der Mitte. Wer eine Nierendiät über Jahre füttert, sollte diese Rechnung einmal aufstellen, weil sie bei gleichem Nutzen 800 Euro im Jahr betreffen kann.

94 Prozent gefressen, aber nicht von jeder Katze

Über fünf Tage wurde die Ration gewogen und der Rest zurückgewogen. Zwei Katzen fraßen im Mittel 94 Prozent des Nassfutters und 100 Prozent des Trockenfutters; bei einer der beiden lag der Wert für eines der Nassfutter bei 71 Prozent.

Nierendiäten gelten als weniger schmackhaft, weil weniger Protein und weniger Phosphat auch weniger Geschmacksträger bedeuten. Bewährt hat sich bei einer der beiden Katzen das Anwärmen auf 35 Grad, was die Aufnahme von 71 auf 88 Prozent hob; ein Umstellen über zehn Tage mit steigendem Anteil war bei beiden nötig, weil ein abrupter Wechsel an zwei Tagen zu vollständiger Verweigerung führte. Zwei Katzen sind keine Stichprobe, aber die Reihenfolge ist ein Hinweis darauf, dass die Akzeptanz einzeln zu prüfen ist und der Handel dafür Einzeldosen anbietet.

Was hochkalorisches Futter dabei leistet

Für Katzen, die zu wenig fressen, gibt es Futter mit hoher Energiedichte. Zwei solche Produkte wurden mitgerechnet: 132 und 154 Kilokalorien je 100 Gramm bei Nassfutter, gegen 78 bis 92 bei den Nierendiäten. Die Tagesration sinkt damit von 228 auf 136 Gramm.

Der Phosphorgehalt dieser beiden lag bei 198 und 241 Milligramm je 100 Kilokalorien, also über allen fünf Nierendiäten. Damit ist die Abwägung benannt, die in solchen Fällen tatsächlich getroffen wird: Energie gegen Phosphor. Diese Abwägung gehört in die Praxis und nicht in eine Produktübersicht, weil sie von Stadium, Gewichtsverlauf und Blutwerten abhängt. Was ein Halter beitragen kann, sind die Zahlen: Energiedichte, Phosphor je 100 Kilokalorien und die tatsächlich gefressene Menge, alle drei mit Waage und Etikett zu bestimmen.

Warum diese Übersicht keine Empfehlung ist

Eine Nierendiät ist in Deutschland als Diätfuttermittel gekennzeichnet und setzt eine Diagnose voraus; auf allen fünf Verpackungen stand die Empfehlung, vor der Fütterung und vor einer Verlängerung über den genannten Zeitraum hinaus tierärztlichen Rat einzuholen. Die Nierenerkrankung wird in Stadien eingeteilt, und Phosphorziel, Proteinmenge und weitere Maßnahmen richten sich danach.

Was hier nachgerechnet wurde, sind Etikettangaben, Rationen, Wasseraufnahme, Kosten und die gefressene Menge bei zwei Katzen. Was hier nicht beurteilt werden kann, ist die Wirkung auf den Krankheitsverlauf, denn dazu gibt es Studien mit Kontrollgruppen über Monate, und keine Küchenwaage ersetzt sie. Der Nutzen dieser Zahlen liegt im Gespräch: mit 98 gegen 186 Milligramm je 100 Kilokalorien und 0,84 gegen 3,10 Euro am Tag lässt sich in der Praxis eine konkrete Frage stellen.

Tagesration für eine Katze mit 4 kg und ruhigem Lebensstil, gerechnet mit 210 kcal Tagesbedarf; gefressene Menge über 5 Tage bei zwei Katzen, Rest zurückgewogen
PrüfpunktNassfutter BTrockenfutter DBemerkungBefund
Tagesration nach Rechnung228 g53 g210 kcal
Wasser mit dem Futter182 ml5 mlaus dem Feuchtegehalt
Zusätzlich getrunken58 ml196 mlNapf gewogen
Wasser insgesamt240 ml201 mlje Tag
Gefressen von der Ration94 %100 %Mittel zwei Katzen
Preis je Tag3,10 €0,84 €Prüftag
Protein in der Trockensubstanz31 %26 %gerechnet

Häufige Fragen

Wie vergleicht man den Phosphorgehalt zweier Futter?

Je 100 Kilokalorien, nicht je 100 Gramm: Prozentangabe mal 1000 ergibt Milligramm je 100 Gramm, geteilt durch die Energiedichte je 100 Gramm und mal 100 ergibt den Wert. Ein Nassfutter mit 0,14 Prozent und 84 Kilokalorien kommt so auf 167 Milligramm, ein Trockenfutter mit 0,52 Prozent und 398 Kilokalorien auf 131.

Wie stark unterscheiden sich Nierendiäten untereinander?

Zwischen 98 und 186 Milligramm Phosphor je 100 Kilokalorien bei den fünf geprüften Produkten; ein normales Nassfutter lag bei 295. Die Bezeichnung als Nierendiät sagt also nicht, wie weit der Phosphor gesenkt ist.

Wie viel Futter braucht eine Katze mit 4 Kilogramm?

Etwa 210 Kilokalorien am Tag, gerechnet mit 50 bis 60 Kilokalorien je Kilogramm bei ruhigem Lebensstil. Das sind 228 Gramm Nassfutter mit 92 Kilokalorien je 100 Gramm oder 53 Gramm Trockenfutter mit 398.

Ist Nassfutter für die Wasseraufnahme wichtig?

Es hilft, aber weniger als erwartet. Mit dem Futter kamen 182 gegen 5 Milliliter, getrunken wurden 58 gegen 196, in der Summe 240 gegen 201 Milliliter, also 16 Prozent Unterschied. Ein zweiter Napf an anderer Stelle erhöhte die Trinkmenge über fünf Tage um 34 Milliliter.

Warum ist der Proteingehalt gesenkt?

Beim Proteinabbau entstehen Stoffwechselprodukte, die die Nieren ausscheiden müssen. Bezogen auf die Trockensubstanz lagen die fünf Produkte bei 24 bis 33 Prozent, normales Katzenfutter bei 38 bis 45. Zu weit gesenkt droht Muskelabbau, weshalb der Zielwert vom Befund abhängt.

Was kostet die Fütterung?

0,84 bis 3,10 Euro am Tag, also 307 bis 1.132 Euro im Jahr. Der Abstand kommt aus der Darreichung und nicht aus der Qualität: das billigste Produkt lag bei 131 Milligramm Phosphor je 100 Kilokalorien, das teuerste bei 115 und das niedrigste mit 98 preislich in der Mitte.

Was tun, wenn die Katze das Futter nicht frisst?

Umstellen über zehn Tage mit steigendem Anteil, weil ein abrupter Wechsel bei beiden Prüftieren zu Verweigerung führte, und Anwärmen auf etwa 35 Grad, was die Aufnahme bei einer Katze von 71 auf 88 Prozent hob. Ein Futter mit niedrigem Phosphor, das nicht gefressen wird, ist schlechter als eines mit etwas mehr, das gefressen wird.

Ist hochkalorisches Futter eine Alternative?

Nur als Abwägung. Zwei solche Nassfutter lagen bei 132 und 154 Kilokalorien je 100 Gramm, was die Tagesration von 228 auf 136 Gramm senkt, aber bei 198 und 241 Milligramm Phosphor je 100 Kilokalorien und damit über allen fünf Nierendiäten. Diese Abwägung gehört in die tierärztliche Praxis.

Kann man Nierenfutter ohne Diagnose füttern?

Nein. Es ist als Diätfuttermittel gekennzeichnet und setzt eine Diagnose voraus; alle fünf Verpackungen empfehlen tierärztlichen Rat vor der Fütterung und vor einer Verlängerung über den genannten Zeitraum. Phosphorziel und Proteinmenge richten sich nach dem Stadium, das über Blut- und Urinwerte bestimmt wird.

Geprüft im Juli 2026