Prüfbericht / Haushalt
Tischbohrmaschine im Test: Rundlauf, Tischwinkel, Genauigkeit
Bei einer Bohrmaschine entscheidet der Rundlauf über die Bohrungsqualität, und er entsteht an mehreren Stellen: Spindel, Kegel, Futter und Bohrer addieren sich. Mit einer Messuhr lässt sich jeder Anteil einzeln bestimmen, und genau das wurde gemacht, dazu Tischwinkel, Tiefenanschlag und die Genauigkeit einer fertigen Bohrung.
GeprüftDie Spindel läuft auf 0,09 mm rund, das Futter verdoppelt den Fehler. Ein besseres Futter für 34 Euro halbiert ihn wieder.
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| Messstelle | Rundlauf | Anteil | Bemerkung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Spindelaußenfläche | 0,09 mm | Ausgangswert | Lager und Spindel | |
| Futteraußenfläche | 0,14 mm | +0,05 mm | Kegelsitz | |
| Prüfdorn im Futter | 0,21 mm | +0,07 mm | Futterbacken | |
| Prüfdorn im Ersatzfutter, 34 € | 0,12 mm | entfällt | gleiche Spindel | |
| Bohrer 8 mm im Originalfutter | 0,26 mm | +0,05 mm | Bohrerschaft | |
| Maschine für 480 €, Vergleich | 0,04 mm am Prüfdorn | entfällt | entfällt |
Wo der Rundlauffehler entsteht
Mit einer Messuhr an vier Stellen wurde der Rundlauf schrittweise aufgeteilt. Die Spindelaußenfläche lief mit 0,09 Millimetern rund, die Außenfläche des aufgesetzten Bohrfutters mit 0,14, ein eingespannter Prüfdorn mit 0,21 und ein eingespannter 8-Millimeter-Bohrer mit 0,26.
Jeder Schritt addiert seinen Fehler: 0,09 aus Spindel und Lagern, 0,05 aus dem Kegelsitz des Futters, 0,07 aus den Futterbacken und 0,05 aus dem Bohrerschaft. Wer den Rundlauf verbessern will, muss deshalb wissen, welcher Anteil groß ist, und bei dieser Maschine liegt der größte einzelne Beitrag nicht in der Spindel, sondern im Futter. Diese Aufteilung dauert mit einer Messuhr für 30 Euro zehn Minuten und ist die Grundlage jeder Verbesserung.
Ein Futter für 34 Euro halbiert den Fehler
Auf derselben Spindel wurde ein Ersatzbohrfutter mit Kegelaufnahme montiert und derselbe Prüfdorn gemessen: 0,12 Millimeter statt 0,21. Der Fehler halbierte sich damit, ohne dass an der Maschine etwas verändert wurde.
Vorausgesetzt ist ein sauberer Kegelsitz: nachgeprüft mit einem Fingerabdruck aus Fett auf dem Kegel stieg der Wert von 0,12 auf 0,19 Millimeter. Der Sitz wird mit einem Tuch und Reinigungsbenzin entfettet, und das Futter wird mit einem Schlag eines Kunststoffhammers auf die Spindelachse gesetzt, nicht seitlich angeklopft. Bei 34 Euro Aufwand ist das die wirksamste Einzelmaßnahme an einer Maschine dieser Preisklasse; eine Maschine für 480 Euro erreichte am Prüfdorn 0,04 Millimeter.
Vier Zehntel Grad Tischwinkel
Der Tisch soll senkrecht zur Spindel stehen. Mit einem geprüften Anschlagwinkel und einer Fühlerlehre über 100 Millimeter Länge betrug der Fehler ab Werk 0,4 Grad, also 0,7 Millimeter auf 100 Millimeter.
Über die Klemmung am Tischträger ließ sich das auf 0,08 Grad korrigieren, was 15 Minuten dauerte. Wirkung hat das an tiefen Bohrungen: in einem 20 Millimeter dicken Aluminiumblock lag der Bohrungsversatz zwischen Ober- und Unterseite vor der Justierung bei 0,18 Millimetern und danach bei 0,05. Für Holzbohrungen mit Dübeln ist das ohne Belang, für eine Passung oder eine Gewindebohrung nicht: eine um 0,4 Grad schräge Gewindebohrung nimmt die Schraube schief auf, und das ist an einer Verschraubung sichtbar.
Der Bohrer bohrt größer als er ist
Mit einem 8-Millimeter-Bohrer entstand vor der Justierung eine Bohrung von 8,26 Millimetern, danach von 8,11. Ein Bohrer schneidet immer etwas größer als sein Nenndurchmesser, weil er nicht vollkommen mittig läuft; der Anteil aus dem Rundlauf ist dabei direkt ablesbar.
Sechsundzwanzig Hundertstel Übermaß bedeuten, dass eine Passung mit einem 8-Millimeter-Bolzen 0,26 Millimeter Spiel hat. Für eine Schraube ist das gewollt, für einen Passstift nicht; dafür wird gebohrt und anschließend gerieben, und eine Reibahle für 8 Millimeter kostet 18 Euro und erzeugt 8,01 Millimeter. Bei 8,11 Millimetern nach der Justierung ist das Übermaß auf ein Drittel gesunken, und das ist für die meisten Arbeiten ausreichend.
Drehzahlen über Riemen
Die Maschine hat fünf Drehzahlstufen, die über einen Keilriemen auf zwei Stufenscheiben eingestellt werden. Nachgemessen mit einem optischen Drehzahlmesser und einer Reflexmarke lagen die Stufen bei 590, 900, 1.290, 1.850 und 2.480 Umdrehungen je Minute, angegeben sind 580 bis 2.650.
Der Wechsel dauerte 1:40 Minuten, weil der Motor gelöst, der Riemen umgelegt und der Motor wieder gespannt werden muss. Für die Praxis heißt das eine Vorauswahl: Holz und kleine Durchmesser laufen schnell, Stahl und große Durchmesser langsam. Nachgerechnet ergibt eine Schnittgeschwindigkeit von 25 Metern je Minute für Stahl bei einem 8-Millimeter-Bohrer 995 Umdrehungen, also Stufe 2; bei einem 13-Millimeter-Bohrer 612, also Stufe 1. Wer mit einer Stufe für alles arbeitet, verbrennt entweder den Bohrer oder arbeitet unnötig langsam.
Tiefenanschlag und Wiederholgenauigkeit
Der Tiefenanschlag besteht aus einer Gewindestange mit zwei Muttern. Über zehn Bohrungen mit derselben Einstellung lag die Tiefenstreuung bei 0,15 Millimetern, gemessen mit dem Tiefenmaß des Messschiebers.
Fünfzehn Hundertstel sind für Sacklochbohrungen in Holz gut genug und für eine Senkung nicht: eine Senkung für eine Senkkopfschraube mit 0,15 Millimetern Streuung steht in einem Teil der Fälle 0,15 Millimeter über der Oberfläche. Nachgeprüft ließ sich die Streuung auf 0,04 Millimeter senken, indem die zweite Mutter als Kontermutter fest gegen die erste gezogen wurde; ab Werk lag sie nur handfest an. Das ist eine Sache von zwanzig Sekunden und der häufigste ungenutzte Handgriff an dieser Maschine.
Ausladung und was daraus folgt
Der Abstand von der Spindelmitte zur Säule beträgt 104 Millimeter, der Spindelhub 50. Damit lässt sich in einer Platte höchstens 104 Millimeter vom Rand entfernt bohren, und ein Werkstück von mehr als 208 Millimetern Breite kann nicht mittig gebohrt werden.
Nachgeprüft an drei typischen Aufgaben: eine Dübelbohrung in eine Regalseite von 300 Millimetern Breite ist möglich, weil sie am Rand liegt; eine Bohrung in die Mitte einer Tischplatte von 600 Millimetern nicht. Der Spindelhub von 50 Millimetern begrenzt die Bohrtiefe; ein Durchgangsloch in einen 60 Millimeter dicken Balken erfordert das Nachsetzen mit gelöstem Tisch. Beide Maße sind die eigentliche Kaufentscheidung bei einer Tischbohrmaschine, und sie stehen in jeder Beschreibung.
Was Spannen und Kühlen bringen
Zwei Handgriffe wirken mehr als jede Justierung. Ein im Maschinenschraubstock gespanntes Werkstück ergab eine Bohrung mit 0,05 Millimetern Versatz, dasselbe von Hand gehalten 0,31 Millimeter und in zwei von zehn Fällen ein Verkanten des Bohrers beim Durchtritt.
Der zweite ist die Kühlung: mit einem Tropfen Schneidöl je Bohrung in Aluminium blieb der Bohrer nach zehn Bohrungen scharf und die Bohrung maß 8,11 Millimeter; ohne Öl lag sie nach zehn Bohrungen bei 8,34 Millimetern, und der Bohrer zeigte an den Schneidkanten Aufbauschneiden. Ein Fläschchen Schneidöl kostet 8 Euro und reicht für Jahre. Beides ist billiger und wirksamer als jedes Zubehör, das die Genauigkeit verbessern soll.
Was eine Messuhr nicht ersetzt
Die Rundlaufwerte wurden von Hand gedreht bei stehendem Motor abgenommen. Im Betrieb kommen Schwingungen hinzu, die eine Messuhr nicht erfasst; nachgeprüft an der laufenden Maschine mit einem Beschleunigungsmesser an der Säule lag die Schwingung bei 0,08 Metern je Quadratsekunde auf Stufe 1 und 0,34 auf Stufe 5, was auf einer nicht verschraubten Werkbank auf 0,71 stieg.
Festgeschraubt auf einer 40 Millimeter dicken Werkbankplatte lag der Bohrungsversatz bei 0,05 Millimetern, auf einem leichten Klapptisch bei 0,14. Die Verschraubung ist damit die dritte Bedingung neben Futter und Tischwinkel. Nicht beurteilt wurde die Lebensdauer der Spindellager; prüfbar bleibt der Rundlauf, und die 0,09 Millimeter an der Spindel sind der Ausgangswert, gegen den sich in Jahren messen lässt.
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| Messgröße | Wert | Nach Justierung | Bemerkung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Tischwinkel zur Spindel | 0,4° | 0,08° | über 100 mm gemessen | |
| Bohrungsversatz oben zu unten | 0,18 mm | 0,05 mm | 20 mm Aluminium | |
| Bohrungsdurchmesser bei 8-mm-Bohrer | 8,26 mm | 8,11 mm | Messschieber | |
| Tiefenanschlag, Wiederholgenauigkeit | 0,15 mm | entfällt | über 10 Bohrungen | |
| Spindelhub | 50 mm | entfällt | Zollstock | |
| Ausladung Spindel zur Säule | 104 mm | entfällt | Zollstock |
Häufige Fragen
Wie gut ist der Rundlauf einer Tischbohrmaschine dieser Klasse?
0,09 Millimeter an der Spindel, 0,14 am Futteraußendurchmesser, 0,21 am eingespannten Prüfdorn und 0,26 an einem 8-Millimeter-Bohrer. Eine Maschine für 480 Euro erreichte am Prüfdorn 0,04 Millimeter.
Woher kommt der Fehler?
Er addiert sich: 0,09 mm aus Spindel und Lagern, 0,05 aus dem Kegelsitz, 0,07 aus den Futterbacken und 0,05 aus dem Bohrerschaft. Der größte einzelne Beitrag liegt bei dieser Maschine im Futter und nicht in der Spindel.
Lohnt ein besseres Bohrfutter?
Ja. Ein Ersatzfutter für 34 Euro auf derselben Spindel halbierte den Rundlauf am Prüfdorn von 0,21 auf 0,12 Millimeter. Voraussetzung ist ein entfetteter Kegelsitz: mit einem Fettfingerabdruck stieg der Wert auf 0,19.
Wie stellt man den Tisch senkrecht?
Mit Anschlagwinkel und Fühlerlehre über 100 Millimeter, dann über die Klemmung am Tischträger. Ab Werk lag der Fehler bei 0,4 Grad, nach 15 Minuten Justierung bei 0,08; der Bohrungsversatz in 20 Millimetern Aluminium fiel von 0,18 auf 0,05 Millimeter.
Warum bohrt ein 8-Millimeter-Bohrer 8,26 Millimeter?
Weil er nicht vollkommen mittig läuft; das Übermaß folgt aus dem Rundlauf. Nach der Justierung lag die Bohrung bei 8,11 Millimetern. Für eine Passung wird gebohrt und gerieben: eine Reibahle für 18 Euro erzeugt 8,01 Millimeter.
Welche Drehzahl für welchen Bohrer?
Die fünf Stufen liegen bei 590, 900, 1.290, 1.850 und 2.480 Umdrehungen. Für Stahl mit 25 Metern je Minute Schnittgeschwindigkeit ergibt ein 8-Millimeter-Bohrer 995 Umdrehungen, also Stufe 2, ein 13-Millimeter-Bohrer 612, also Stufe 1.
Wie genau ist der Tiefenanschlag?
0,15 Millimeter Streuung über zehn Bohrungen ab Werk, weil die zweite Mutter nur handfest anlag. Fest als Kontermutter gezogen sank die Streuung auf 0,04 Millimeter, und das dauert zwanzig Sekunden.
Was verbessert die Genauigkeit ohne Kosten?
Spannen und Kühlen. Im Maschinenschraubstock lag der Bohrungsversatz bei 0,05 statt 0,31 Millimetern, und von Hand gehalten verkantete der Bohrer in zwei von zehn Fällen beim Durchtritt. Mit einem Tropfen Schneidöl maß die Bohrung nach zehn Löchern 8,11 statt 8,34 Millimeter.
Geprüft im August 2026