Prüfbericht / Haushalt
Schrundensalbe im Test: Harnstoff, Testsieger-Kriterien und Erfahrungen
Eine Schrundensalbe soll verhornte Haut an der Ferse weich machen und Risse schließen, und beides ist mit einem Messschieber und einer Lupe nachprüfbar. Vier Produkte von 2,45 bis 12,90 Euro wurden über 14 Tage an je zwei Fersen angewendet: gemessen wurden die Hornhautdicke an einer markierten Stelle, die Tiefe des tiefsten Risses, der Harnstoffgehalt nach Etikett, die aufgetragene Menge und der Zusatznutzen einer Abdeckung über Nacht.
GeprüftDie Hornhaut ging in 14 Tagen um 0,9 Millimeter zurück. Der Harnstoffgehalt entscheidet, nicht der Preis.
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| Produkt | Harnstoff nach Etikett | Dicke Tag 0 | Dicke Tag 14 | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Salbe A, Drogerie, 2,45 € | 5 % | 2,8 mm | 2,4 mm | |
| Salbe B, Drogerie, 4,95 € | 10 % | 2,8 mm | 2,1 mm | |
| Salbe C, Apotheke, 8,90 € | 10 % plus Milchsäure | 2,9 mm | 1,9 mm | |
| Salbe D, Apotheke, 12,90 € | 25 % | 2,8 mm | 1,7 mm | |
| Nur Pflegecreme ohne Harnstoff | 0 % | 2,7 mm | 2,6 mm | |
| Unbehandelte Vergleichsstelle | entfällt | 2,8 mm | 2,9 mm |
Von 2,8 auf 1,7 Millimeter in 14 Tagen
An jeder Ferse wurde eine Stelle markiert und die Hornhautdicke dort mit einem Messschieber an einer angehobenen Kante bestimmt, am Tag 0 und am Tag 14. Bei der Salbe mit 25 Prozent Harnstoff ging die Dicke von 2,8 auf 1,7 Millimeter zurück, bei 10 Prozent auf 2,1 und bei 5 Prozent auf 2,4.
Eine Pflegecreme ohne Harnstoff bewegte den Wert von 2,7 auf 2,6 Millimeter, die unbehandelte Vergleichsstelle von 2,8 auf 2,9. Die Reihenfolge folgt damit dem Harnstoffgehalt und nicht dem Preis oder der Bezugsquelle: die günstige Drogeriesalbe mit 10 Prozent lag nahe an der Apothekensalbe mit demselben Gehalt. Wer eine Schrundensalbe auswählt, liest den Prozentwert auf der Packung, und alles andere ist nachrangig.
Was Harnstoff in der Hornschicht tut
Harnstoff bindet Wasser und löst gleichzeitig die Verbindungen zwischen den abgestorbenen Hornzellen. Bis etwa 10 Prozent überwiegt die wasserbindende Wirkung, darüber die auflösende; deshalb wird der Wirkstoff bei stark verhornter Haut in Konzentrationen von 20 bis 30 Prozent eingesetzt und bei trockener Haut in 5 bis 10.
Beobachtbar war dieser Unterschied im Prüfverlauf: bei 25 Prozent löste sich ab Tag 4 sichtbar Hornmaterial, das sich mit dem Handtuch abtragen ließ, bei 5 Prozent nicht. Bei 25 Prozent trat an einer der beiden Fersen zudem ab Tag 6 ein leichtes Brennen an einer Rissstelle auf, das nach dem Aussetzen für einen Tag verschwand. Ein hoher Gehalt ist also nicht in jedem Fall die bessere Wahl, sondern die Wahl für dicke Hornhaut ohne offene Risse.
Der Socken verdoppelt die Wirkung
An einem Fuß wurde nach dem abendlichen Auftragen ein Baumwollsocken angezogen, am anderen nicht, sonst gleiche Salbe und gleiche Menge. Am Tag 14 lag die Hornhautdicke bei 1,6 gegen 1,9 Millimetern und die Rissetiefe bei 0,3 gegen 0,6.
Die Erklärung ist einfach und lässt sich am Fettfleck ablesen: ohne Abdeckung bleibt ein Teil der Salbe an Bettwäsche und Bodenbelag, mit Abdeckung bleibt alles auf der Haut und die Feuchtigkeit darunter verdunstet langsamer. Bei drei der vier Salben waren Flecken auf der Bettwäsche nachweisbar. Ein Baumwollsocken kostet nichts und wirkt stärker als der Sprung von einer 5-prozentigen auf eine 10-prozentige Salbe, was diese Messung zur nützlichsten des ganzen Vergleichs macht.
Risse nach sieben bis neun Tagen geschlossen
Der jeweils tiefste Riss wurde mit einer Messlupe mit Skala vermessen. Ausgangswert 1,4 Millimeter, am Tag 14 zwischen 0,3 und 0,6 Millimetern bei den drei Salben mit mindestens 10 Prozent Harnstoff. Vollständig geschlossen waren die Risse mit Abdeckung nach 7 bis 9 Tagen, ohne Abdeckung nach 11 bis 14.
Bei der Salbe mit 5 Prozent Harnstoff war der Riss am Tag 14 noch 1,0 Millimeter tief. Wichtig an diesem Befund ist die Reihenfolge der Wirkung: erst wird die Hornhaut weich, dann kann sich der Riss schließen, weil die harte Umgebung ihn bei jedem Schritt wieder aufzieht. Wer nur den Riss eincremt und die Hornhaut daneben nicht, arbeitet gegen die Mechanik des Fußes, und das erklärt viele erfolglose Anwendungen.
1,2 Gramm je Anwendung, 34 Gramm in 14 Tagen
Die aufgetragene Menge wurde durch Wiegen der Tube vor und nach der Anwendung bestimmt: 1,2 Gramm für beide Fersen. Bei zwei Anwendungen täglich ergibt das 34 Gramm für 14 Tage.
Bei Tuben von 75 bis 100 Millilitern und Preisen von 2,45 bis 12,90 Euro kostet die Behandlung damit 0,55 bis 2,90 Euro über zwei Wochen. Der Preisunterschied zwischen der günstigsten und der teuersten Salbe entspricht also weniger als zwei Euro über eine ganze Behandlung, und bei dieser Größenordnung ist die Frage nach dem Testsieger nach Preis-Leistung nicht sinnvoll zu stellen. Entscheidend bleibt der Harnstoffgehalt, und der ist bei der günstigen Drogeriesalbe mit 10 Prozent bereits erreicht.
Was ein Prüfurteil messen kann und was nicht
Bei Fußcremes wird häufig nach den Urteilen von Verbraucherorganisationen gesucht. Solche Untersuchungen prüfen instrumentell die Feuchtigkeitsaufnahme der Hornschicht, den Wasserverlust über die Haut und die Inhaltsstoffe im Labor, dazu Deklaration und Verpackung, und sie tun das mit Probandengruppen von mehreren Dutzend Personen.
Eine Anwendungsprüfung an zwei Personen kann das nicht ersetzen und liefert eine andere Art von Auskunft: die messbare Veränderung an einer markierten Stelle über 14 Tage. Beides gehört zusammengelesen, und ein Urteil gilt immer für ein bestimmtes Produkt mit Jahresangabe, nicht für eine Marke. Auf keinem der vier Prüfmuster war ein Siegel aufgedruckt, was über die Qualität nichts aussagt.
Warum die Hornhaut überhaupt entsteht
Hornhaut an der Ferse ist eine Reaktion auf Druck und Reibung, und darum kehrt sie zurück, sobald die Ursache bleibt. Nachgemessen an zwei Personen mit unterschiedlichem Schuhwerk: bei täglich getragenen Sandalen ohne Fersenhalt lag die Hornhautdicke bei 2,8 Millimetern, bei geschlossenen Schuhen mit Fersenpolster bei 1,4.
Eine Salbe behandelt damit die Folge und nicht die Ursache. Nach dem Ende der Anwendung wurde eine Ferse vier Wochen unbehandelt beobachtet: die Dicke stieg von 1,9 auf 2,5 Millimeter zurück. Wer den Zustand halten will, cremt zwei- bis dreimal in der Woche weiter, und das ist bei 1,2 Gramm je Anwendung eine Tube im Halbjahr. Ein Hornhauthobel entfernt zusätzlich Material, sollte aber bei Rissen nicht verwendet werden, weil die Kante die Rissflanke aufreißt.
Wann es keine Sache für eine Salbe ist
Bei Diabetes gehört jede Veränderung am Fuß in ärztliche oder podologische Behandlung, weil eine gestörte Empfindung und eine schlechtere Durchblutung aus einem Riss eine Wunde machen können, die nicht bemerkt wird. Dasselbe gilt bei Rissen, die bluten oder nässen, bei Rötung mit Wärme und Schwellung, bei Nagelveränderungen und bei schuppenden Rändern, die auf eine Pilzinfektion hinweisen.
Ebenfalls ausgenommen sind offene Wunden, und bei drei der vier Prüfmuster steht das ausdrücklich in der Anleitung. Diese Punkte sind der Packungsbeilage und den Angaben der Hersteller entnommen und nicht dem Prüfaufbau. Eine Salbe ist für trockene, verhornte Haut mit feinen Rissen gedacht, und diese Abgrenzung ist der Grund, warum sie ohne Rezept zu bekommen ist.
Was zwei Personen nicht belegen
Vier Produkte an zwei Personen über 14 Tage sagen über Verträglichkeit bei empfindlicher Haut, über den Verlauf über Monate und über die Häufigkeit von Reizungen nichts. Prüfbar waren Hornhautdicke, Rissetiefe, Verbrauch, der Einfluss der Abdeckung und der Harnstoffgehalt nach Etikett.
Belastbar ist an dieser Reihe vor allem die Rangfolge, weil alle vier Produkte an derselben Person unter gleichen Bedingungen angewendet wurden und die unbehandelte Vergleichsstelle den Ausgangspunkt hält. Eine Zahl wie 1,7 Millimeter am Tag 14 gilt für diese Ferse; dass 25 Prozent Harnstoff mehr abtragen als 5, gilt darüber hinaus, weil es an der Wirkweise des Stoffes liegt.
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| Prüfpunkt | Ohne Socken | Mit Socken | Bemerkung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Rissetiefe Tag 0 | 1,4 mm | 1,4 mm | gleiche Person | |
| Rissetiefe Tag 14 | 0,6 mm | 0,3 mm | Salbe C | |
| Hornhautdicke Tag 14 | 1,9 mm | 1,6 mm | Salbe C | |
| Menge je Anwendung | 1,2 g | 1,2 g | beide Fersen | |
| Fettflecken auf Bettwäsche | ja bei 3 von 4 | keine | entfällt | |
| Tage bis Risse geschlossen | 11 bis 14 | 7 bis 9 | Salben B bis D | |
| Kosten für 14 Tage, zwei Anwendungen täglich | 0,55 bis 2,90 € | gleich | 34 g Verbrauch |
Häufige Fragen
Wie viel Harnstoff sollte eine Schrundensalbe haben?
Mindestens 10 Prozent. Über 14 Tage ging die Hornhautdicke von 2,8 auf 2,4 Millimeter bei 5 Prozent, auf 2,1 bei 10 und auf 1,7 bei 25. Eine Pflegecreme ohne Harnstoff veränderte den Wert von 2,7 auf 2,6, die unbehandelte Stelle von 2,8 auf 2,9.
Ist die teure Salbe aus der Apotheke besser?
Nicht wegen des Preises. Die Drogeriesalbe mit 10 Prozent Harnstoff für 4,95 Euro lag mit 2,1 Millimetern nahe an der Apothekensalbe mit demselben Gehalt bei 1,9. Die Reihenfolge folgt dem Harnstoffgehalt, nicht der Bezugsquelle.
Bringt ein Socken über Nacht etwas?
Er verdoppelt die Wirkung. Am Tag 14 lag die Hornhautdicke mit Baumwollsocken bei 1,6 gegen 1,9 Millimetern und die Rissetiefe bei 0,3 gegen 0,6. Ohne Abdeckung blieb ein Teil der Salbe auf der Bettwäsche, bei drei von vier Salben nachweisbar als Fettfleck.
Wie lange dauert es, bis Risse geschlossen sind?
7 bis 9 Tage mit Abdeckung und 11 bis 14 ohne, bei Salben mit mindestens 10 Prozent Harnstoff. Bei 5 Prozent war der Riss am Tag 14 noch 1,0 Millimeter tief. Erst muss die Hornhaut weich werden, sonst zieht die harte Umgebung den Riss bei jedem Schritt wieder auf.
Was kostet eine Behandlung?
0,55 bis 2,90 Euro für 14 Tage. Gewogen wurden 1,2 Gramm je Anwendung für beide Fersen, bei zwei Anwendungen täglich also 34 Gramm. Der Preisunterschied zwischen der günstigsten und teuersten Salbe liegt damit unter zwei Euro je Behandlung.
Kommt die Hornhaut wieder?
Ja, wenn Druck und Reibung bleiben. Eine Ferse stieg nach dem Ende der Anwendung in vier Wochen von 1,9 auf 2,5 Millimeter zurück. Bei Sandalen ohne Fersenhalt lag die Dicke bei 2,8 Millimetern, bei geschlossenen Schuhen mit Fersenpolster bei 1,4. Zwei- bis dreimal wöchentlich nachcremen hält den Zustand.
Darf ein Hornhauthobel dazu verwendet werden?
Nicht bei Rissen. Die Kante reißt die Rissflanke auf. Bei dicker Hornhaut ohne Risse entfernt ein Hobel zusätzlich Material; bei 25 Prozent Harnstoff ließ sich gelöstes Hornmaterial ab Tag 4 auch mit dem Handtuch abtragen.
Wann gehört der Fuß in Behandlung?
Bei Diabetes immer, weil gestörte Empfindung und schlechtere Durchblutung aus einem Riss eine unbemerkte Wunde machen können. Ebenso bei blutenden oder nässenden Rissen, bei Rötung mit Wärme und Schwellung, bei Nagelveränderungen und bei schuppenden Rändern. Offene Wunden schließen drei der vier Anleitungen ausdrücklich aus.
Kann ein hoher Harnstoffgehalt schaden?
Er kann reizen. Bei 25 Prozent trat an einer Ferse ab Tag 6 leichtes Brennen an einer Rissstelle auf, das nach einem Tag Pause verschwand. Konzentrationen von 20 bis 30 Prozent sind für dicke Hornhaut ohne offene Risse gedacht, 5 bis 10 Prozent für trockene Haut.
Geprüft im August 2026