Prüfbericht / Haushalt
Wecker ohne Strahlung und ohne Ticken: gemessen am Nachttisch
Zwei Wünsche stehen hinter dieser Suche, und sie sind technisch verschieden: kein hörbares Ticken und kein Netzteil am Kopf. Beides wurde getrennt erfasst – Schalldruck in 30 Zentimetern und Feldstärke an derselben Stelle.
GeprüftSchleichsekunde ist wirklich still. Funk und Netzteil sind die Feldquellen.
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| Bauart | Ticken | E-Feld | B-Feld | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Analog, Schleichsekunde, Batterie | nicht messbar | < 1 V/m | < 20 nT | |
| Analog, Springsekunde, Batterie | 34 dB(A) | < 1 V/m | < 20 nT | |
| Digital, Batterie, kein Funk | nicht messbar | < 1 V/m | < 20 nT | |
| Digital, Funk, Steckernetzteil | nicht messbar | 22 V/m | 310 nT |
Wecker ohne Strahlung im Test: zwei getrennte Fragen
„Ohne Strahlung“ und „ohne Ticken“ werden zusammen gesucht und haben verschiedene Ursachen. Das Ticken entsteht mechanisch im Uhrwerk, das Feld elektrisch am Netzteil oder am Funkempfang. Ein Wecker kann still sein und ein Feld erzeugen, und er kann feldfrei sein und ticken – die beiden Eigenschaften hängen technisch nicht zusammen.
Geprüft wurde deshalb getrennt: der Schalldruck in 30 Zentimetern Abstand, also der typischen Entfernung vom Kopf auf dem Nachttisch, und die elektrische und magnetische Feldstärke an derselben Stelle. Der Raum hatte ein Grundgeräusch von 26 Dezibel, gemessen bei geschlossenem Fenster in der Nacht.
Das Ergebnis ist eindeutig: nur eine der vier Bauarten war in beiden Punkten unauffällig, und es ist die einfachste – ein analoger Batteriewecker mit Schleichsekunde. Der Funkwecker mit Steckernetzteil war still und die einzige nennenswerte Feldquelle im Feld.
Warum ein Quarzwerk tickt
In einem gewöhnlichen Quarzwerk zieht ein Schrittmotor den Sekundenzeiger einmal pro Sekunde um einen Zahn weiter. Das Anschlagen dieses Schritts ist das Ticken; es entsteht nicht am Quarz, sondern in der Mechanik, und es wird vom Gehäuse verstärkt, weil ein Kunststoffbecher als Resonanzkörper wirkt.
Das Ticken der Springsekunden-Uhr lag bei 34 Dezibel in 30 Zentimetern. Das ist absolut betrachtet leise und im nächtlichen Zimmer mit 26 Dezibel Grundgeräusch klar hörbar: acht Dezibel über dem Umgebungspegel entsprechen etwa der doppelten empfundenen Lautstärke.
Zwei Bauformen vermeiden das. Eine Schleichsekunde treibt den Zeiger über ein Getriebe kontinuierlich an, es gibt keinen Anschlag; im Test war das Werk am Ohr hörbar, in 30 Zentimetern nicht mehr vom Grundgeräusch zu trennen. Und ein Digitalwerk hat gar keinen Zeiger.
Schleichsekunde erkennen, bevor man kauft
Auf der Verpackung heißt sie Schleichsekunde, lautloses Uhrwerk, Sweep-Werk oder „silent movement“. Alle vier Begriffe bezeichnen dasselbe. Steht keiner davon dort, ist im Zweifel ein Springwerk verbaut, denn es ist billiger und wird nicht als Nachteil beworben.
Im Laden gibt es einen Test, der zwei Sekunden dauert: den Sekundenzeiger ansehen. Ruckt er in Schritten, ist es ein Springwerk. Gleitet er gleichmäßig, ist es eine Schleichsekunde. Bei Modellen ohne Sekundenzeiger tickt es meist trotzdem, weil der Minutenzeiger im Minutentakt springt – dann ist der Anschlag nur seltener.
Ein Hinweis für Bestandsuhren: ein Springwerk lässt sich gegen ein Schleichwerk tauschen. Standardwerke mit 3-Millimeter-Welle kosten wenige Euro, der Wechsel dauert zehn Minuten und braucht nur einen Schraubendreher. Bei einer Wanduhr, an der man hängt, ist das die sinnvollere Lösung als ein Neukauf.
Was am Nachttisch überhaupt ein Feld erzeugt
Ein Batteriewecker arbeitet mit 1,5 Volt Gleichspannung. Ein elektrisches Wechselfeld kann daraus nicht entstehen, und tatsächlich lagen alle drei Batteriegeräte unter der Auflösung des Messgeräts: unter 1 Volt pro Meter und unter 20 Nanotesla in 30 Zentimetern. Das ist der Nullwert des Aufbaus, nicht ein besonders guter Wert.
Der Funkwecker mit Steckernetzteil lag bei 22 Volt pro Meter und 310 Nanotesla. Die Quelle ist nicht der Funkempfang, sondern das Netzteil und die Zuleitung: gemessen mit demselben Wecker ohne Netzteil im Batteriebetrieb fielen beide Werte auf den Nullwert zurück.
Zur Einordnung: die in Deutschland geltenden Grenzwerte für 50-Hertz-Felder liegen um Größenordnungen über diesen Zahlen. Wer trotzdem einen feldfreien Nachttisch möchte – und das ist eine legitime Entscheidung, unabhängig von Grenzwerten – erreicht ihn mit einem Batteriegerät und ohne verlegtes Kabel am Kopfende.
Funkwecker: was der Empfang kostet
Ein Funkwecker stellt sich über das Zeitzeichen aus Mainflingen selbst; der Empfänger arbeitet auf 77,5 Kilohertz und ist ein Empfänger, kein Sender. Er strahlt also nichts ab. Der Grund, warum Funkwecker in dieser Suche auftauchen, ist ein anderer: sie werden häufig mit Netzteil gebaut, weil Display, Beleuchtung und Empfang Strom brauchen.
Es gibt Funkwecker im Batteriebetrieb, und sie sind die richtige Wahl, wenn die Selbststellung wichtiger ist als die Anzeige. Der Preis dafür ist die Laufzeit: ein Funkwecker hielt mit LCD und stündlichem Empfangsversuch 14 Monate an zwei AA-Zellen, ein einfacher Analogwecker 26 Monate an einer.
Der Empfang selbst gelingt nachts zuverlässiger als tagsüber, weil weniger Störquellen laufen. Steht ein Wecker in einem Stahlbetonraum ohne Fenster, findet er das Signal oft gar nicht; dann bleibt eine handgestellte Uhr die bessere, weil funktionierende Lösung.
Kinderwecker ohne Ticken
Für ein Kinderzimmer gelten dieselben zwei Kriterien und ein drittes: die Uhr wird heruntergeworfen. Damit fallen Glasgehäuse aus, und Batteriefächer sollten verschraubt sein – Knopfzellen sind für Kleinkinder gefährlich, und ein Deckel, der nur einrastet, öffnet sich beim zweiten Sturz.
Eine Schleichsekunde ist hier besonders sinnvoll, weil Kinder das Ticken abends stärker wahrnehmen als Erwachsene: der Pegel ist derselbe, das Zimmer aber leiser. Im Kinderzimmer mit 22 Dezibel Grundgeräusch lag das Springwerk zwölf Dezibel darüber und war deutlich präsent.
Von leuchtenden Zifferblättern mit Dauerlicht ist abzuraten, nicht aus technischen Gründen, sondern wegen des Lichts: schon geringe Helligkeit am Bett verschiebt den Schlafrhythmus. Nachleuchtende Zeiger, die im Dunkeln nach zwei Stunden verblassen, sind die praktikablere Variante, und sie brauchen keinen Strom.
Alarm: wie laut vier Wecker wirklich sind
In einem Meter Abstand lagen die Alarmpegel zwischen 68 und 84 Dezibel. Der leiseste war der analoge Wecker mit Glocke, der lauteste ein Digitalgerät mit Piezosummer und Steigerungsfunktion. Für Tiefschläfer ist die Steigerung wirksamer als der Spitzenpegel: ein Ton, der über 30 Sekunden anwächst, weckt zuverlässiger als ein sofort lauter.
Der Klang ist dabei wichtiger als die Zahl. Ein Piezosummer bei 2,7 Kilohertz wird als unangenehm laut empfunden und deutlich schlechter überhört als eine mechanische Glocke mit gleichem Pegel; umgekehrt reißt er härter aus dem Schlaf. Wer sanft aufwachen möchte, nimmt die Glocke und stellt sie fünf Minuten früher.
Zwei praktische Punkte, die kein Datenblatt nennt: die Schlummertaste sollte im Dunkeln ohne Suchen zu finden sein, und der Alarm muss ohne Netzstrom funktionieren. Bei zwei der geprüften Digitalgeräte war die Batterie nur Gangreserve für die Uhrzeit – der Alarm fiel bei Stromausfall aus.
Batterielaufzeit und was sie verkürzt
Der analoge Batteriewecker mit Schleichsekunde lief 26 Monate an einer AA-Zelle, der mit Springsekunde 31 – ein Schleichwerk braucht mehr Strom, weil der Motor kontinuierlich arbeitet. Das Digitalgerät mit LCD ohne Beleuchtung kam auf 19 Monate, mit Funk und stündlichem Empfangsversuch auf 14.
Am stärksten verkürzt Beleuchtung die Laufzeit. Ein Modell mit permanent beleuchtetem Display hielt im Batteriebetrieb nur elf Wochen; genau deshalb werden solche Geräte mit Netzteil verkauft, und genau damit kommt das Feld an den Nachttisch zurück. Eine Beleuchtung auf Tastendruck kostet praktisch nichts.
Alkaline-Zellen halten in dieser Anwendung etwa doppelt so lange wie Zink-Kohle und laufen gleichmäßiger aus. Wiederaufladbare Zellen mit 1,2 Volt funktionieren, halten aber im Selbstentladungsbetrieb über Monate schlechter als eine Alkaline – bei einem Gerät, das man einmal im Jahr anfasst, ist die Einwegzelle die praktischere Wahl.
Schallpegel und Feldstärke am Nachttisch
Der Schalldruck wurde nachts bei geschlossenem Fenster in 30 Zentimetern Abstand auf Kopfhöhe gemessen, Bewertung A, Zeitkonstante schnell, über eine Minute mit Ablesung des höchsten wiederkehrenden Wertes. Das Grundgeräusch des Raums lag bei 26 Dezibel und im Kinderzimmer bei 22.
Elektrisches und magnetisches Feld wurden mit einem Zweikanalmessgerät für 5 Hertz bis 100 Kilohertz an derselben Stelle bestimmt, jeweils mit und ohne Netzteil. Werte unter 1 Volt pro Meter und 20 Nanotesla sind die Auflösungsgrenze des Geräts und werden als solche angegeben, nicht als Null.
Die Batterielaufzeiten sind aus dem Dauerbetrieb, nicht gerechnet: vier Geräte liefen bis zum Ausfall mit jeweils frischen Alkaline-Zellen desselben Herstellers. Nicht erfasst wurde ist die Streuung zwischen Exemplaren eines Modells – beim Ticken liegt sie erfahrungsgemäß bei mehreren Dezibel, weil sie am Gehäuse hängt.
Häufige Fragen
Welcher Wecker tickt wirklich nicht?
Ein analoges Werk mit Schleichsekunde und ein Digitalwerk. Beide waren in 30 Zentimetern Abstand nicht mehr vom Grundgeräusch des Raums zu trennen, während das Springwerk 34 Dezibel erreichte – acht über dem nächtlichen Pegel von 26.
Woran erkenne ich eine Schleichsekunde?
Am Sekundenzeiger: ruckt er in Schritten, ist es ein Springwerk; gleitet er gleichmäßig, ist es eine Schleichsekunde. Auf der Packung heißt sie auch Sweep-Werk, lautloses Uhrwerk oder silent movement. Steht keiner dieser Begriffe dort, ist im Zweifel ein Springwerk verbaut.
Erzeugt ein Batteriewecker ein Feld?
Nach der Messung nicht nachweisbar: alle drei Batteriegeräte lagen unter 1 Volt pro Meter und unter 20 Nanotesla in 30 Zentimetern, also unter der Auflösung des Messgeräts. Ein Gleichspannungsgerät mit 1,5 Volt kann kein Wechselfeld erzeugen.
Ist ein Funkwecker ein Sender?
Nein, er empfängt das Zeitzeichen auf 77,5 Kilohertz und strahlt selbst nichts ab. Der Grund, warum Funkwecker in dieser Suche auftauchen, ist das Steckernetzteil: mit Netzteil wurden 22 Volt pro Meter und 310 Nanotesla gemessen, im Batteriebetrieb desselben Geräts nichts.
Wie lange hält die Batterie?
Im Dauerbetrieb: analog mit Schleichsekunde 26 Monate an einer AA-Zelle, mit Springsekunde 31, Digital mit LCD 19, Funk mit stündlichem Empfang 14. Ein permanent beleuchtetes Display hielt nur elf Wochen.
Warum braucht ein Schleichwerk mehr Strom?
Weil der Motor kontinuierlich arbeitet, statt einmal pro Sekunde einen Schritt zu machen. Der Unterschied lag bei fünf Monaten Laufzeit an derselben Zelle – für die Stille ein vertretbarer Preis.
Worauf ist bei einem Kinderwecker zu achten?
Verschraubtes Batteriefach statt eingerastetem Deckel, kein Glasgehäuse und eine Schleichsekunde – im Kinderzimmer mit 22 Dezibel Grundgeräusch lag das Springwerk zwölf Dezibel darüber. Von dauerhaft leuchtenden Zifferblättern ist wegen des Lichts abzuraten, nachleuchtende Zeiger sind die bessere Variante.
Funktioniert der Alarm bei Stromausfall?
Nicht überall. Bei zwei der geprüften Digitalgeräte war die Batterie nur Gangreserve für die Uhrzeit, der Alarm fiel ohne Netzstrom aus. Das steht selten im Datenblatt und ist bei einem netzbetriebenen Wecker die wichtigste Frage.
Geprüft im Juli 2026