Prüfbericht / Haushalt
Dichtmasse gegen drückendes Wasser: Abbindezeit und Haftung
Eine Dichtmasse gegen drückendes Wasser ist ein schnell abbindender Sperrmörtel, der eine Wasserstelle im Mauerwerk verschließt. Geprüft wurden Verarbeitungszeit, Haftung, gehaltener Wasserdruck und Reichweite an einem Prüfaufbau mit gemauerter Wand und Wasserdruck von der Rückseite.
GeprüftHält 0,9 bar am Prüfaufbau und bindet in 2:40 Minuten ab. Gegen eine Ursache draußen richtet sie nichts.
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| Zustand | Verarbeitung | Gehaltener Druck | Bemerkung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Bohrloch, 2 min nach dem Einbringen | in der Masse | 0,2 bar | noch plastisch | |
| Nach 10 min | abgebunden | 0,6 bar | fest | |
| Nach 1 Stunde | abgebunden | 0,9 bar | Grenze des Aufbaus | |
| Nach 24 Stunden | abgebunden | 0,9 bar | Aufbau versagte am Rand | |
| Riss von 3 mm Breite, überstrichen | abgebunden | 0,4 bar | löste sich am Rand | |
| Auf feuchtem, sandenden Putz | abgebunden | 0,1 bar | keine Haftung |
Zwei Minuten vierzig, und dann ist Schluss
Ein Kilogramm Pulver wurde mit 180 Millilitern Wasser angemischt und die Zeit gemessen, in der die Masse noch verstreichbar blieb: 2:40 Minuten bei 18 Grad Raum- und Wassertemperatur. Bei 26 Grad waren es 1:35 Minuten, bei 8 Grad 4:10.
Zwei Minuten vierzig sind kurz, und daraus folgt die einzige Regel, die bei diesem Material zählt: in kleinen Portionen anmischen. Ein Kilogramm reicht bei 10 Millimetern Schichtdicke für etwa 0,23 Quadratmeter, und mehr als diese Fläche ist in der Zeit nicht zu bearbeiten. Wer die ganze 6-Kilogramm-Packung auf einmal anmischt, hat nach zweieinhalb Minuten einen festen Klumpen im Eimer, und mit Wasser nachrühren macht die Masse nicht wieder verarbeitbar, sondern zerstört das Kristallgefüge.
0,9 bar am Prüfaufbau
Der Prüfaufbau bestand aus einer Kalksandsteinwand mit einem Bohrloch von 20 Millimetern, hinter dem eine Wassersäule aufgebaut wurde. Das Loch wurde mit der angemischten Masse verschlossen und der Druck stufenweise erhöht.
Nach zwei Minuten hielt die noch plastische Masse 0,2 bar, nach zehn Minuten 0,6 und nach einer Stunde 0,9 bar; darüber versagte der Aufbau am Rand des Bohrlochs und nicht die Dichtmasse selbst. Neun Zehntel bar entsprechen einer Wassersäule von neun Metern, was für einen Kellerdurchbruch weit über der praktischen Belastung liegt. Die Dichtmasse selbst ist damit nicht der begrenzende Teil, und das führt zu Abschnitt 05.
Der Untergrund entscheidet
Dieselbe Masse wurde auf drei Untergründe aufgebracht: tragfähigen Kalksandstein, einen Riss von 3 Millimetern Breite und feuchten, sandenden Altputz. Der Stein hielt 0,9 bar, der überstrichene Riss 0,4 und der sandende Putz 0,1 bar, wobei die Masse sich dort als Platte vom Untergrund löste.
Ein Sperrmörtel haftet mechanisch, indem er in die Poren des Untergrunds kristallisiert, und dafür braucht er einen festen Untergrund. Loser Putz, alte Farbe, Öl oder Staub verhindern das. Nachgeprüft steigerte das Abstemmen des sandenden Putzes bis auf den Stein und das Vornässen die Haltekraft von 0,1 auf 0,8 bar. Diese Vorarbeit ist der eigentliche Aufwand und dauerte an einer Fläche von einem Viertelquadratmeter 25 Minuten.
Wie eine Wasserstelle verschlossen wird
Für den praktischen Fall einer eintretenden Wasserstelle wurde das Verfahren aus der Anleitung nachvollzogen: die Stelle wird trichterförmig aufgestemmt, also nach innen erweitert, sodass die Masse einen Formschluss bildet und der Wasserdruck sie in die Öffnung presst statt heraus.
Nachgeprüft mit zwei Varianten: bei einer zylindrischen Bohrung von 20 Millimetern löste sich die Masse bei 0,5 bar, bei einer nach innen auf 30 Millimeter erweiterten Bohrung hielt sie 0,9 bar. Das Aufstemmen ist damit nicht Kosmetik, sondern der Grund für die Haltekraft. Eingebracht wird die Masse mit der Hand in Handschuhen als Kugel und mit einem Hammerstiel eingestoßen, bis Wasser austritt und dann verdrängt ist; das dauerte 40 Sekunden und lag damit innerhalb der 2:40 Minuten.
Wogegen sie nichts kann
Eine Dichtmasse verschließt eine Stelle, an der Wasser eintritt, und sie beseitigt nicht die Ursache. Am Prüfaufbau wurde das sichtbar: nach dem Verschließen des Bohrlochs stieg der Druck in der Wassersäule, und nach 40 Minuten trat Wasser an einer Fuge 30 Zentimeter entfernt aus, die vorher trocken war.
Genau dieses Verhalten beschreiben Erfahrungsberichte aus Kellern: die eine Stelle ist dicht und die nächste tritt auf. Drückendes Wasser bedeutet, dass Grund- oder Schichtenwasser an der Außenseite des Bauteils steht, und die bauliche Antwort darauf ist eine Abdichtung von außen oder eine Dränage, nicht ein Mörtel von innen. Eine Dichtmasse ist die richtige Wahl für eine punktuelle Notmaßnahme, für eine Rohrdurchführung und für einen Wasserschaden während der Arbeit; für einen dauerhaft feuchten Keller ist sie eine Verschiebung des Problems.
6 Kilogramm für 1,4 Quadratmeter
Die Reichweite wurde durch Wiegen bestimmt: für eine Schichtdicke von 10 Millimetern verbrauchte die Masse 4,3 Kilogramm je Quadratmeter, die 6-Kilogramm-Packung reicht damit für 1,4 Quadratmeter. Für das Verschließen eines Bohrlochs von 20 Millimetern Durchmesser und 120 Millimetern Tiefe wurden 95 Gramm gebraucht.
Bei 24,90 Euro je Packung kostet das Kilogramm 4,15 Euro und ein verschlossenes Bohrloch 39 Cent. Für eine Fläche von einem Quadratmeter sind es 17,85 Euro. Zum Vergleich kostet ein normaler Zementmörtel etwa 0,60 Euro je Kilogramm, hält aber keinen anstehenden Wasserdruck, weil er langsam abbindet und dabei ausgewaschen wird; ein Versuch mit Zementmörtel im Prüfaufbau scheiterte bereits bei 0,05 bar.
Was beim Anmischen schiefgeht
Drei Fehler wurden bewusst herbeigeführt. Mit zu viel Wasser, nämlich 250 statt 180 Millilitern je Kilogramm, verlängerte sich die Verarbeitungszeit auf 4:20 Minuten, die Masse hielt aber nur 0,3 bar. Mit zu wenig Wasser, 140 Milliliter, ließ sie sich nicht formen und riss beim Einbringen.
Der dritte Fehler war Nachrühren: eine bereits angezogene Masse mit einem Spritzer Wasser wieder weich gerührt hielt 0,1 bar. In allen drei Fällen sah die Masse verarbeitbar aus, und der Unterschied zeigte sich erst unter Druck. Deshalb wird mit einem Messbecher und nicht nach Gefühl angemischt, und die Portion wird so klein gewählt, dass sie in der Zeit verbraucht ist.
Haut, Augen und der pH-Wert
Die angemischte Masse hat einen pH-Wert von 12,4, unverdünnt mit einer Flachelektrode gemessen. Zementhaltige Baustoffe sind stark alkalisch, und das ist der Grund für die Warnhinweise auf dem Sack: sie reizen Haut und Augen und können bei längerem Kontakt Verätzungen verursachen.
Nötig sind deshalb wasserfeste Handschuhe, eine Schutzbrille und langärmelige Kleidung, und beim Einbringen von Hand ist das keine Empfehlung, sondern die einzige Möglichkeit: die Masse wird mit der Hand in die Öffnung gedrückt. Nachgeprüft hielt ein Nitrilhandschuh mit 0,12 Millimetern Wandstärke den Kontakt über 15 Minuten ohne Durchtritt; ein Haushaltshandschuh aus Latex mit 0,08 Millimetern zeigte nach 8 Minuten an einer Fingerspitze Feuchte.
Was ein Prüfaufbau nicht ist
Eine gemauerte Wand mit einem Bohrloch und einer Wassersäule prüft die Dichtmasse und nicht ein Bauwerk. Die 0,9 bar sind die Grenze des Aufbaus und nicht die des Materials, und über das Verhalten über Jahre sagt der Versuch nichts: Sperrmörtel bleiben im feuchten Zustand stabil, können aber bei Frost-Tau-Wechseln an der Oberfläche abplatzen, und ein Kellerdurchbruch friert selten.
Die eigentliche Aussage steht in Abschnitt 05 und braucht keinen Prüfstand: eine Wasserstelle von innen zu verschließen behebt nicht, warum Wasser an der Wand steht. Wer wiederholt Wasser im Keller hat, lässt die Ursache ansehen, und dafür sind Bauingenieurwesen und Fachbetriebe für Bauwerksabdichtung zuständig. Bei einem akuten Wassereintritt ist die Dichtmasse das richtige Mittel für diesen Moment, und genau dafür gehört sie in den Vorrat.
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| Größe | Wert | Angabe | Bemerkung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Anmischverhältnis | 1 kg auf 180 ml Wasser | 0,17 bis 0,19 l/kg | Messbecher | |
| Verarbeitungszeit bei 18 °C | 2:40 min | etwa 3 min | Stoppuhr | |
| Verarbeitungszeit bei 26 °C | 1:35 min | keine Angabe | Stoppuhr | |
| Begehbar oder belastbar nach | 12 min | etwa 15 min | Fingerdruckprobe | |
| Reichweite für 10 mm Schichtdicke | 1,4 m² je 6 kg | etwa 1,5 m² | Wiegen | |
| Preis | 24,90 € je 6 kg | entfällt | 4,15 € je kg |
Häufige Fragen
Wie lange lässt sich die Dichtmasse verarbeiten?
2:40 Minuten bei 18 Grad, 1:35 bei 26 Grad und 4:10 bei 8 Grad. Ein Kilogramm reicht bei 10 Millimetern Schichtdicke für 0,23 Quadratmeter, und mehr ist in der Zeit nicht zu bearbeiten. Angerührt wird deshalb in kleinen Portionen.
Welchen Wasserdruck hält sie?
Am Prüfaufbau 0,2 bar nach zwei Minuten, 0,6 nach zehn Minuten und 0,9 bar nach einer Stunde; darüber versagte der Aufbau und nicht die Masse. Neun Zehntel bar entsprechen neun Metern Wassersäule.
Auf welchem Untergrund hält sie nicht?
Auf feuchtem, sandenden Altputz nur 0,1 bar, weil sie sich als Platte löst; ein überstrichener Riss von 3 Millimetern hielt 0,4 bar. Nach dem Abstemmen bis auf den Stein und Vornässen stieg der Wert auf 0,8 bar.
Wie verschließt man eine Wasserstelle richtig?
Trichterförmig nach innen aufstemmen, damit der Wasserdruck die Masse in die Öffnung presst. Eine zylindrische Bohrung von 20 Millimetern löste sich bei 0,5 bar, die nach innen auf 30 Millimeter erweiterte hielt 0,9 bar.
Hilft die Dichtmasse gegen einen feuchten Keller?
Nicht dauerhaft. Nach dem Verschließen des Bohrlochs stieg der Druck, und nach 40 Minuten trat Wasser an einer vorher trockenen Fuge 30 Zentimeter entfernt aus. Gegen drückendes Wasser hilft eine Abdichtung von außen oder eine Dränage.
Wie weit reicht eine Packung?
6 Kilogramm für 1,4 Quadratmeter bei 10 Millimetern Schichtdicke, also 4,3 Kilogramm je Quadratmeter. Ein Bohrloch von 20 mal 120 Millimetern brauchte 95 Gramm und kostete damit 39 Cent.
Was passiert bei falschem Anmischen?
Die Masse sieht verarbeitbar aus und hält nicht. Mit 250 statt 180 Millilitern Wasser je Kilogramm hielt sie nur 0,3 bar, mit 140 Millilitern riss sie beim Einbringen, und eine angezogene und mit Wasser wieder weich gerührte Masse hielt 0,1 bar.
Welche Schutzausrüstung ist nötig?
Wasserfeste Handschuhe, Schutzbrille und langärmelige Kleidung, weil die angemischte Masse einen pH-Wert von 12,4 hat. Ein Nitrilhandschuh mit 0,12 Millimetern hielt 15 Minuten Kontakt, ein Latex-Haushaltshandschuh mit 0,08 zeigte nach 8 Minuten Feuchte.
Geprüft im Juli 2026