SagtDerMeisterWerkstatt-Urteile– Startseite

Geöffnet.
Gemessen.
Ehrlich.

Prüfbericht  /  Haushalt

Fusselbälle für die Waschmaschine im Test: gewogen, was sie zurückhalten

Fusselbälle sollen lose Fasern in der Trommel einsammeln, bevor sie sich auf dunkler Wäsche festsetzen. Die Wirkung lässt sich wiegen: die Fusseln auf der Wäsche wurden mit einer Rolle abgenommen und auf einer Feinwaage bestimmt.

BedingtEin Viertel weniger Fusseln. Ein Filterbeutel schafft mehr als das Doppelte.

Fusselmenge auf der Wäsche – 4 kg dunkle Ladung mit zwei Frotteehandtüchern, abgerollt und gewogen
WaschgangFusseln auf der WäscheBezugBewertungBefund
ohne Hilfsmittel0,42 g100 %Ausgangswert
mit drei Fusselbällen0,31 g74 %wirkt, begrenzt
mit Fusselfilterbeutel0,18 g43 %deutlich besser
ohne Frottee in der Ladung0,09 g21 %die eigentliche Lösung

Ein Viertel weniger, gewogen

Dieselbe Ladung aus 4 Kilogramm dunkler Wäsche mit zwei Frotteehandtüchern viermal durch, mit unterschiedlichen Hilfsmitteln. Die Fusseln auf den dunklen Teilen wurden anschließend mit einer Fusselrolle abgenommen und gewogen.

Ohne Hilfsmittel lagen 0,42 Gramm auf der Wäsche, mit drei Fusselbällen 0,31 und mit einem Fusselfilterbeutel 0,18. Die Bälle nahmen damit ein Viertel ab, der Beutel mehr als die Hälfte.

Die vierte Zeile ist die aufschlussreichste: ohne Frottee in derselben Ladung blieben 0,09 Gramm übrig, also ein Fünftel. Die Fasern kommen nicht aus der dunklen Wäsche, sondern aus den Handtüchern, und sie sortiert kein Hilfsmittel so gut aus wie der Wäschekorb.

Neunzehn Zehntelgramm an drei Bällen

Nach zehn Waschgängen wurden die Fasern von drei Bällen von Hand abgezogen und gewogen: 1,9 Gramm. Das ist eine sichtbare Menge und der Beweis, dass die Bälle tatsächlich sammeln.

Rechnerisch sind 1,9 Gramm auf zehn Waschgänge 0,19 Gramm je Waschgang, und die Differenz auf der Wäsche betrug 0,11 Gramm. Die Bälle halten also mehr Fasern als auf der Wäsche fehlen, was plausibel ist: ein Teil der gesammelten Fasern wäre ohnehin mit dem Wasser abgeflossen.

Genau darin liegt die Grenze der Bauart. Fusseln verlassen die Maschine überwiegend mit dem Spülwasser, und was ein Ball einsammelt, ist ein Anteil dessen, was zufällig an ihm vorbeikommt. Ein Beutel mit Netzgewebe filtert dagegen das Wasser.

Die Waschmaschine hat kein Flusensieb

Ein verbreitetes Missverständnis betrifft das Sieb unten an der Frontlader-Waschmaschine. Es sitzt vor der Ablaufpumpe und hält Münzen, Knöpfe und Haarnadeln zurück, nicht aber Textilfasern. Nachgewogen fanden sich darin nach zehn Waschgängen 0,2 Gramm Fasern. Die übrigen gingen mit dem Abwasser weg, und das ist bauartbedingt: eine Waschmaschine hat anders als ein Trockner keinen Flusenfilter im Luft- oder Wasserweg.

Über die Wäsche hinaus hat das eine zweite Folge. Textilfasern aus Kunstfasern gelangen über das Abwasser in die Umwelt, und ein Fusselfilterbeutel oder ein nachrüstbarer Filter am Ablaufschlauch ist derzeit die einzige Möglichkeit im Haushalt, einen Teil davon zurückzuhalten.

Sortieren schlägt jedes Hilfsmittel

Frottee, Fleece, neue Handtücher und Strickware aus kurzstapeliger Baumwolle geben Fasern ab; Hemden, Bettwäsche und Jeans nehmen sie auf. Wer diese beiden Gruppen trennt, löst das Problem an der Quelle.

Belegt ist das mit dem Messwert von 0,09 Gramm gegen 0,42, also einem Rückgang um 79 Prozent, ohne jedes Zubehör. Keines der geprüften Hilfsmittel kam in diese Nähe.

Praktikabel ist eine Dreiteilung des Wäschekorbs statt einer Zweiteilung: hell, dunkel und Handtücher. Der zusätzliche Waschgang lohnt bei einer Familie ohnehin und entfällt bei einem Haushalt, in dem Handtücher zusammen mit Bettwäsche laufen.

Schaden die Bälle der Wäsche?

Die geprüften Bälle bestanden aus weichem Kunststoff mit noppenartiger Oberfläche. Über 30 Waschgänge lief eine Strickjacke aus Baumwolle einmal mit und einmal ohne Bälle, danach wurde die Pillingbildung an derselben Stelle verglichen.

Ein Unterschied war nicht feststellbar. Das ist plausibel, weil die Bälle leicht sind und keine harten Kanten haben; die mechanische Belastung in der Trommel entsteht durch die Wäsche selbst und durch die Trommelrippen.

Anders verhält es sich bei harten Kunststoffkugeln oder bei Bällen mit steifen Borsten, die für andere Zwecke verkauft werden. Bei Seide, Wolle und Feinwäsche gehört ohnehin kein Hilfsmittel in die Trommel, und dort ist ein Wäschenetz die richtige Antwort.

Was ein Trockner ändert

Ein Trockner hat einen echten Flusenfilter, und der arbeitet wirksam. Nach demselben Wäschegang wog der Filterinhalt eines Ablufttrockners 1,4 Gramm, bei einem Wärmepumpentrockner 1,1.

Ein Trocknergang nach der Wäsche entfernt damit mehr Fasern von der Wäsche als jedes Hilfsmittel in der Trommel. Wer einen Trockner benutzt, braucht in der Waschmaschine kein Zubehör gegen Fusseln.

Ohne Trockner bleibt die Fusselrolle das wirksamste Mittel, und zwar nach dem Trocknen auf der Leine. Abgerollt wurden in der Reihe 0,42 Gramm in unter einer Minute, was jedes Zubehör in Wirkung und Zeitaufwand schlägt.

Waschmittel, Temperatur und Schleuderdrehzahl

Drei Einstellungen beeinflussen die Fusselmenge, und alle drei sind ohne Zubehör verstellbar. Eine höhere Schleuderdrehzahl presst Fasern stärker in das Gewebe: bei 1400 statt 800 Umdrehungen lagen 0,42 statt 0,34 Gramm auf der Wäsche.

Ein Waschmittel mit Weichspüleranteil verstärkte die Anhaftung, weil die Faseroberfläche glatter und elektrostatisch geladener wird: 0,49 gegen 0,42 Gramm. Ein zusätzlicher Spülgang senkte den Wert auf 0,37.

Die Temperatur wirkte kaum: 30 und 60 Grad unterschieden sich um 0,02 Gramm und damit innerhalb der Messstreuung. Wer Fusseln vermeiden will, dreht deshalb an der Schleuderdrehzahl und am Weichspüler, nicht an der Temperatur.

Was sich rechnet

Drei Bälle kosteten 9,90 € und sind wiederverwendbar; Filterbeutel 6,50 € für drei Stück, die je etwa 25 Waschgänge halten, also 8,7 Cent je Waschgang. Eine Fusselrolle mit 60 Blatt kostet 3 € und reicht für rund 30 Anwendungen.

Nach der Wirkung je Euro liegt das getrennte Waschen vorn, weil es nichts kostet und 79 Prozent bringt. Danach kommt der Filterbeutel mit 57 Prozent für 8,7 Cent je Waschgang, dann die Bälle mit 26 Prozent einmalig.

Sinnvoll sind die Bälle damit in einem Haushalt, der nicht trennen kann oder will, etwa bei kleinen Maschinen und wenig Wäsche. Als Ersatz für getrenntes Waschen taugen sie nach diesen Zahlen nicht.

Fusselrolle, Feinwaage, viermal dieselbe Ladung

Die Wäscheladung bestand aus 4,0 Kilogramm dunkler Baumwollwäsche und zwei Frotteehandtüchern und war über alle Durchläufe dieselbe. Gewaschen wurde bei 40 °C mit derselben Waschmittelmenge und 1400 Umdrehungen, sofern nicht anders angegeben.

Nach dem Trocknen auf der Leine wurden die Fusseln von drei markierten Flächen mit je 400 Quadratzentimetern mit einer Fusselrolle abgenommen; die Blätter wurden vor und nach dem Abrollen auf 0,001 Gramm gewogen. Zwei Durchläufe je Zustand.

Die Pillingbeurteilung ist ein Vergleich zweier Kleidungsstücke durch zwei Personen und keine Messung nach einem genormten Verfahren. Über Haltbarkeit der Bälle über Jahre steht hier nichts.

Was an den Bällen hängen bleibt und was sie kosten – über zehn Waschgänge verfolgt
PrüfpunktWertBemerkungBefund
Fasern an drei Bällen nach 10 Waschgängen1,9 gvon Hand abgezogen
Fasern im Flusensieb der Pumpe0,2 gsammelt kaum Fasern
Pilling auf Strickware nach 30 Waschgängenkein Unterschiedmit und ohne Bälle
Preis, drei Bälle9,90 €wiederverwendbar
Preis, Filterbeutel6,50 € für 3 Stückje 25 Waschgänge

Häufige Fragen

Wirken Fusselbälle überhaupt?

Messbar, aber begrenzt: 0,31 statt 0,42 Gramm Fusseln auf der Wäsche, also ein Viertel weniger. Ein Fusselfilterbeutel kam auf 0,18 Gramm und damit auf mehr als die Hälfte Rückgang.

Sammeln die Bälle wirklich Fasern?

Ja, 1,9 Gramm an drei Bällen über zehn Waschgänge. Das ist mehr, als auf der Wäsche fehlt, weil ein Teil dieser Fasern ohnehin mit dem Spülwasser abgeflossen wäre.

Filtert die Waschmaschine keine Fasern?

Nein. Das Sieb vor der Ablaufpumpe hält Münzen und Knöpfe zurück; nach zehn Waschgängen fanden sich darin 0,2 Gramm Fasern. Der Rest geht mit dem Abwasser weg, weil eine Waschmaschine anders als ein Trockner keinen Flusenfilter hat.

Was hilft am meisten gegen Fusseln?

Sortieren. Ohne Frottee in derselben Ladung blieben 0,09 statt 0,42 Gramm übrig, also 79 Prozent weniger, ohne jedes Zubehör. Sinnvoll ist eine Dreiteilung: hell, dunkel und Handtücher.

Beschädigen Fusselbälle die Wäsche?

Bei den geprüften weichen Bällen mit Noppenoberfläche war nach 30 Waschgängen kein Unterschied in der Pillingbildung feststellbar. Bei Seide, Wolle und Feinwäsche gehört ohnehin kein Hilfsmittel in die Trommel, dort hilft ein Wäschenetz.

Ändert ein Trockner etwas?

Ja, er hat einen echten Flusenfilter: dessen Inhalt wog nach demselben Wäschegang 1,4 Gramm beim Ablufttrockner und 1,1 beim Wärmepumpentrockner. Wer einen Trockner nutzt, braucht kein Zubehör in der Waschmaschine.

Welche Einstellungen wirken?

Schleuderdrehzahl und Weichspüler. Bei 800 statt 1400 Umdrehungen lagen 0,34 statt 0,42 Gramm auf der Wäsche, mit Weichspüleranteil 0,49. Die Temperatur wirkte kaum: 30 und 60 Grad lagen 0,02 Gramm auseinander.

Was ist die günstigste Lösung?

Getrenntes Waschen, weil es nichts kostet und 79 Prozent bringt. Danach der Filterbeutel mit 57 Prozent für 8,7 Cent je Waschgang, dann die Bälle mit 26 Prozent für einmalig 9,90 €.

Geprüft im August 2026