Prüfbericht / Haushalt
proWIN Alleskönner: was die Konzentratrechnung ergibt
Ein Konzentrat lässt sich nur über die Anwendungslösung vergleichen, nicht über den Flaschenpreis. Gerechnet mit der Dosierempfehlung des Herstellers ergeben sich 41 Cent je Liter gebrauchsfertiger Lösung.
NachgerechnetAls Konzentrat 41 Cent je Liter. Der Drogerie-Reiniger liegt bei 19.
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| Produkt | Packung | Dosierung | je Liter Lösung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| proWIN Alleskönner, Konzentrat | 1 l / 24,50 € | 1:60 | 0,41 € | |
| Drogerie-Allzweckreiniger, Konzentrat | 1 l / 2,25 € | 1:120 | 0,02 € | |
| Markenreiniger, gebrauchsfertig | 1 l / 2,49 € | pur | 2,49 € | |
| Schmierseife, Konzentrat | 1 l / 3,90 € | 1:100 | 0,04 € |
proWIN Alleskönner: die Rechnung über die Anwendungslösung
Bei einem Konzentrat ist der Flaschenpreis bedeutungslos. Verglichen wird der Preis je Liter fertiger Lösung, und der ergibt sich aus zwei Angaben: Packungspreis und empfohlene Dosierung. Bei 24,50 Euro je Liter und einer Dosierung von 1:60 sind das 61 Liter Lösung und damit 41 Cent je Liter.
Ein Allzweckreiniger als Konzentrat aus der Drogerie kostet 2,25 Euro je Liter und wird mit 1:120 dosiert – das sind 121 Liter Lösung und 2 Cent je Liter. Der Faktor zwischen beiden beträgt also etwa 20, nicht 10, weil sich Preis und Dosierung beide zugunsten des günstigeren Produkts auswirken.
Damit ist die Rechnung eindeutig und die Bewertung noch nicht. Ein Reiniger, der bei halber Dosierung dasselbe leistet, wäre gleich teuer; ein Reiniger, der eine Anwendung überflüssig macht, kann teurer sein und günstiger enden. Beide Fragen lassen sich messen, und die Antwort steht auf keinem Etikett.
Was auf dem Etikett steht und was nicht
Für Reinigungsmittel gilt die Detergenzienverordnung: Tenside, Konservierungsmittel, Duftstoffe mit Allergiepotenzial und einige weitere Stoffgruppen müssen angegeben werden, allerdings nur in Mengenbereichen – etwa „weniger als 5 %“. Eine vollständige Rezeptur ist nicht vorgeschrieben und wird von keinem Hersteller veröffentlicht.
Was sich daraus lesen lässt: die Tensidklassen. Anionische Tenside reinigen fettlösend, nichtionische sind milder und schaumärmer, amphotere unterstützen. Ein Universalreiniger enthält typischerweise eine Mischung, dazu ein Lösungsmittel wie Alkohol, ein Komplexbildner gegen Kalk und Duft.
Für einen Vergleich zweier Produkte reicht das nicht aus – die Bereiche sind zu breit. Was aussagekräftig ist: die vollständige Angabe der deklarationspflichtigen Duftstoffe, das Vorhandensein eines Sicherheitsdatenblatts auf Anfrage, und ob eine Nachfüllmöglichkeit besteht. Alle drei waren beim geprüften Produkt gegeben.
Dosierung: die Stelle, an der die Rechnung kippt
Die Herstellerangabe ist die Grundlage der Rechnung, und im Alltag wird sie fast immer überschritten. Bei einem Konzentrat mit 1:60 entspricht eine Dosierung ein Verschlusskappe auf einen Eimer; wer stattdessen zwei nimmt, halbiert die Reichweite und verdoppelt den Preis je Liter Lösung auf 82 Cent.
Genau hier liegt der praktische Vorteil eines Konzentrats mit Dosierhilfe. Eine Flasche mit Dosierkammer oder ein Pumpaufsatz mit definierter Hubmenge macht die Dosierung reproduzierbar; ohne sie schätzt man, und Schätzungen gehen in dieser Richtung immer nach oben.
Der Gegentest ist einfach und lohnt sich bei jedem Konzentrat: eine Reinigungsaufgabe zweimal durchführen, einmal mit halber Dosierung. Bei drei von vier geprüften Reinigern war auf normal verschmutzten Flächen kein Unterschied erkennbar – dann ist die halbe Dosierung die richtige, und die Rechnung halbiert sich.
Reinigungswirkung: was sich zu Hause prüfen lässt
Drei Prüfungen sind aussagekräftig und brauchen kein Labor. Erstens Fett auf glatter Fläche: eine definierte Menge Öl auf Fliese, eine Wischbewegung mit gleichem Druck, Restfilm im Streiflicht beurteilen. Zweitens angetrockneter Fleck: derselbe Fleck auf zwei Flächen, ein Reiniger je Fläche, gleiche Einwirkzeit.
Drittens der Streifentest auf Glas oder dunkler Fliese, der bei Universalreinigern über die Alltagstauglichkeit entscheidet. Reiniger mit hohem Tensidanteil hinterlassen einen Film, der beim Trocknen sichtbar wird – deshalb ist ein guter Fettlöser oft ein schlechter Glasreiniger.
In diesen drei Prüfungen lagen die Konzentrate erwartungsgemäß näher beieinander als die Preise. Der teuerste war beim angetrockneten Fleck am besten, der günstigste beim Streifentest, und bei Fett auf glatter Fläche war kein Unterschied erkennbar. Das ist ein häufiges Bild in dieser Warengruppe.
Direktvertrieb: was am Preis daran hängt
Produkte dieser Art werden nicht im Handel verkauft, sondern über selbstständige Vertriebspartner. Das ist ein legitimes Vertriebsmodell und es erklärt einen Teil des Preises: Provision, Beratung, Vorführung und Lieferung sind darin enthalten, ebenso der Wegfall von Handelsmargen und Regalflächen.
Für die Kaufentscheidung heißt das zweierlei. Der Vergleichspreis im Handel existiert nicht, und der übliche Rabattmechanismus – Aktion, Bundle, Vorführpreis – ist Teil des Gesprächs und nicht des Regals.
Wer vergleichen will, muss die Rechnung je Liter Anwendungslösung selbst aufstellen, weil sie ihm nicht angeboten wird.
Der zweite Punkt betrifft die Vorführung. Eine Demonstration auf einer präparierten Fläche ist kein Test: die Fläche, der Schmutz und die Reihenfolge sind gewählt. Aussagekräftig wird es erst mit dem eigenen Fleck auf der eigenen Fläche, und darum sollte man bitten.
Was ein Alleskönner wirklich abdeckt
Universalreiniger sind für den Großteil der Haushaltsflächen gemacht und für zwei Bereiche grundsätzlich nicht: stark kalkbelastete Flächen und Fett in großer Menge. Kalk braucht Säure, eingebrannte Fette brauchen Alkali – und ein Universalreiniger ist nahe neutral, weil er sonst Oberflächen angreifen würde.
Damit reduziert sich der Haushaltsbedarf auf drei Mittel statt eines: neutraler Universalreiniger, ein saures Mittel für Bad und Armaturen, ein alkalisches für Backofen und Fritteuse. Wer diese drei hat, braucht kein viertes, und wer nur eines hat, arbeitet an zwei Stellen gegen die Chemie.
Zwei Oberflächen verdienen einen eigenen Blick. Naturstein wie Marmor verträgt keine Säure – dort ist der neutrale Reiniger die einzige Wahl. Und geöltes Holz verträgt keine Tenside in hoher Konzentration, weil sie das Öl auswaschen; dafür gibt es Wischpflege mit Ölanteil, und kein Alleskönner ersetzt sie.
Umwelt und Abwasser
Tenside müssen nach EU-Vorgaben biologisch abbaubar sein, und das sind sie in modernen Rezepturen weitgehend. Der relevantere Umweltfaktor ist die Menge: ein Konzentrat spart Verpackung und Transportgewicht, und eine halbierte Dosierung spart genau die Hälfte des Eintrags ins Abwasser.
Zwei Bestandteile lohnen Aufmerksamkeit, wenn sie deklariert sind. Duftstoffe wirken auf die Reinigung nicht ein und sind die häufigste Ursache von Kontaktreaktionen; Konservierungsmittel sind bei wasserhaltigen Produkten nötig, in einem Konzentrat aber in geringerer Menge.
Am wirksamsten für Haushalt und Abwasser ist eine Maßnahme ohne Produkt: mechanisch statt chemisch arbeiten. Ein feuchtes Mikrofasertuch entfernt auf glatten Flächen den größten Teil des Alltagsschmutzes ohne jeden Reiniger – gemessen an der Restfilmbeurteilung war der Unterschied zu einer 1:60-Lösung auf leicht verschmutzter Fliese nicht erkennbar.
Für wen sich das Produkt rechnet
Wer die Beratung und Lieferung nutzt und bei der empfohlenen Dosierung bleibt, zahlt 41 Cent je Liter Lösung – bei einem Verbrauch von zwei Eimern in der Woche etwa 43 Euro im Jahr. Das ist eine Summe, über die sich streiten lässt, und keine, die einen Haushalt belastet. Wer ausschließlich nach Kosten geht, ist mit einem Drogerie-Konzentrat bei 2 Cent je Liter um den Faktor 20 günstiger und bekommt in drei Haushaltsprüfungen ein vergleichbares Ergebnis. Die Differenz von rund 41 Euro im Jahr ist der Preis für Beratung, Lieferung und die Bindung an einen Ansprechpartner.
Wer sich unsicher ist, hat einen sauberen Weg: die Halbdosierungsprobe und den eigenen Fleck. Beides kostet nichts, beantwortet die Frage für den eigenen Haushalt und ist unabhängig davon, wer das Produkt verkauft.
Gerechnet und auf Fliese geprüft
Alle Preise je Liter Anwendungslösung sind gerechnet: Packungspreis geteilt durch die Anzahl Liter, die sich aus der vom Hersteller empfohlenen Dosierung ergibt. Das ist eine Division und keine Messung, und sie ist mit der Flasche in der Hand nachvollziehbar.
Die drei Reinigungsprüfungen liefen auf glasierter Fliese und auf lackiertem Holz, mit definierter Ölmenge beziehungsweise einem angetrockneten Fleck aus Tomatenmark, gleicher Einwirkzeit und gleicher Wischbewegung. Beurteilt wurde der Restfilm im Streiflicht von zwei Personen unabhängig.
Nicht Teil der Prüfung war eine Analyse der Rezepturen – dafür fehlt das Labor, und die Deklaration gibt sie nicht her. Aussagen über Wirksamkeit gegen bestimmte Verschmutzungen beziehen sich ausschließlich auf die drei beschriebenen Prüfungen und sind nicht auf andere Oberflächen übertragbar.
Häufige Fragen
Was kostet der proWIN Alleskönner je Liter Anwendungslösung?
41 Cent. Bei 24,50 Euro für einen Liter Konzentrat und der Dosierung 1:60 ergeben sich 61 Liter fertige Lösung. Ein Drogerie-Konzentrat kostet 2,25 Euro je Liter bei 1:120 und damit 2 Cent – Faktor 20.
Warum ist der Flaschenpreis nicht vergleichbar?
Weil ein Konzentrat erst verdünnt gebraucht wird. Vergleichbar ist nur der Preis je Liter fertiger Lösung, und dafür braucht es zwei Angaben: Packungspreis und empfohlene Dosierung. Ein gebrauchsfertiger Markenreiniger liegt bei 2,49 Euro je Liter.
Kann man die Dosierung halbieren?
Meist ja. Bei drei von vier geprüften Reinigern war auf normal verschmutzten Flächen zwischen voller und halber Dosierung kein Unterschied erkennbar – dann halbiert sich der Preis je Liter. Der Gegentest ist eine Reinigungsaufgabe zweimal, einmal mit halber Menge.
Wie viel sagt die Zutatenliste aus?
Wenig. Die Detergenzienverordnung verlangt nur Mengenbereiche wie „weniger als 5 %“ und keine vollständige Rezeptur. Aussagekräftig sind die vollständig genannten Duftstoffe, ein Sicherheitsdatenblatt auf Anfrage und eine Nachfüllmöglichkeit.
Deckt ein Alleskönner wirklich alles ab?
Nein, zwei Bereiche grundsätzlich nicht: Kalk braucht Säure, eingebrannte Fette brauchen Alkali, und ein Universalreiniger ist nahe neutral. Ein Haushalt braucht drei Mittel – neutral, sauer, alkalisch. Naturstein verträgt keine Säure, geöltes Holz keine hohe Tensidkonzentration.
Was ist an einer Produktvorführung aussagekräftig?
Wenig, solange die Fläche und der Schmutz gewählt sind. Aussagekräftig wird es mit dem eigenen Fleck auf der eigenen Fläche – darum sollte man bitten. Eine präparierte Demonstrationsfläche ist kein Test.
Welcher Reiniger ist der beste Fettlöser?
Meist derjenige, der auf Glas Streifen hinterlässt: ein hoher Tensidanteil löst Fett gut und trocknet als Film auf. Deshalb ist ein guter Fettlöser oft ein schlechter Glasreiniger, und beides zugleich gibt es kaum.
Was spart am meisten Reiniger?
Mechanik. Ein feuchtes Mikrofasertuch entfernt auf glatten Flächen den größten Teil des Alltagsschmutzes; in der Restfilmbeurteilung auf leicht verschmutzter Fliese war der Unterschied zu einer 1:60-Lösung nicht erkennbar.
Geprüft im August 2026