Prüfbericht / Haushalt
Siemens VSQ5X1238 im Test: was 750 Watt auf Teppich schaffen
Seit die Leistungsaufnahme bei Staubsaugern begrenzt ist, entscheidet nicht die Wattzahl, sondern die Düse. Die Messung ergab 750 Watt Aufnahme, 96 Prozent Staubaufnahme auf Hartboden und 71 auf kurzflorigem Teppich.
BestandenLeise und gründlich auf Hartboden. Der Beutel ist der Kostenposten.
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| Prüfpunkt | Angabe | Gemessen | Bewertung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Leistungsaufnahme | 750 W | 742 W | im Rahmen | |
| Aufnahme Hartboden | ohne | 96 % | gut | |
| Aufnahme Teppich kurz | ohne | 71 % | mittel | |
| Lautstärke, 1 m | 72 dB | 70 dB | leise | |
| Reichweite Kabel+Schlauch | 10 m | 9,4 m | −6 % | |
| Gewicht mit Beutel | 5,5 kg | 5,9 kg | +7 % |
Siemens VSQ5X1238 im Test: Watt ist die falsche Zahl
Seit 2017 darf die Leistungsaufnahme eines Bodenstaubsaugers 900 Watt nicht überschreiten. Damit ist die Zahl, mit der jahrzehntelang geworben wurde, als Unterscheidungsmerkmal weg – und die Geräte sind seitdem nicht schlechter geworden, weil die Aufnahme nie an der Leistung hing, sondern an Düse, Luftführung und Dichtheit.
Gemessen wurden 742 Watt gegen 750 Watt Angabe, also innerhalb der Toleranz. Auf Hartboden nahm das Gerät 96 Prozent eines eingewogenen Prüfstaubs in einem Durchgang auf; auf kurzflorigem Teppich waren es 71 Prozent, und dieser Wert ist der interessantere.
Der Unterschied liegt an der Bodendüse. Auf glattem Untergrund arbeitet der Luftstrom praktisch ohne Verlust, auf Teppich muss er Fasern durchdringen, und dort entscheidet die Dichtlippe. Eine umschaltbare Düse ohne rotierende Bürste erreicht auf Teppich systematisch weniger als eine Elektrobürste – das ist Bauart und nicht Qualität.
Lautstärke: 70 Dezibel und warum sie zählen
Gemessen wurden 70 Dezibel in einem Meter Abstand auf höchster Stufe, zwei unter der Angabe. Das ist für einen Bodenstaubsauger ein guter Wert; die Spanne im Markt reicht von 62 bis 82 Dezibel, und zwölf Dezibel Unterschied entsprechen etwa der vierfachen empfundenen Lautstärke.
Interessanter als der Spitzenwert ist der Klang. Das Gerät arbeitet mit einem deutlichen Tieftonanteil und ohne das Pfeifen, das bei hochdrehenden Motoren entsteht; im Nebenraum bei geschlossener Tür war es hörbar, aber nicht störend. Ein Gespräch im selben Raum ist auf mittlerer Stufe möglich.
Auf der niedrigsten Stufe fiel der Wert auf 63 Dezibel bei einer Staubaufnahme von 89 Prozent auf Hartboden. Wer abends saugt, verliert also sieben Prozentpunkte Aufnahme und gewinnt sieben Dezibel – auf glattem Boden ein Tausch, der sich lohnt, auf Teppich nicht.
Beutel oder beutellos: die Rechnung über drei Jahre
Hier liegt der eigentliche Kostenpunkt, und er steht in keiner Produktbeschreibung. Bei einem Haushalt mit 90 Quadratmetern und zweimal wöchentlichem Saugen ist ein Beutel nach etwa acht Wochen voll: das sind 19 bis 20 Beutel in drei Jahren, bei 3 Euro je Stück rund 58 Euro.
Dazu kommen Filter: der Motorschutzfilter jährlich für 4,50 Euro, der Ausblasfilter alle zwei Jahre für 9,90. In der Summe sind das 91,80 Euro über drei Jahre – bei einem Gerätepreis in derselben Größenordnung ist das kein Nebenposten, sondern ein zweites Gerät.
Nachbaubeutel kosten etwa ein Drittel und passten im Versuch mechanisch; der Unterschied liegt im Vlies. Ein zweilagiger Nachbau ließ nach dem Wechsel deutlich mehr Feinstaub am Ausblasfilter ankommen, erkennbar an dessen Verfärbung nach acht Wochen. Wer Allergiker im Haushalt hat, spart hier am falschen Ende; für alle anderen ist es eine legitime Ersparnis von rund 39 Euro über drei Jahre.
Beuteltyp und die Verwechslungsgefahr
Die Q5.0-Reihe nutzt den Beuteltyp, der bei Siemens und Bosch baugleich verwendet wird. Das ist praktisch, weil er in jedem Baumarkt liegt, und es ist die Quelle des häufigsten Fehlkaufs: es gibt mehrere Bauformen mit demselben Markennamen und unterschiedlicher Kartonplatte.
Verlässlich ist nur die Angabe auf dem alten Beutel oder im Beutelfach – dort ist der Typ aufgedruckt. Die Modellnummer des Geräts allein reicht nicht, weil derselbe Beutel unter zwei Bezeichnungen und derselbe Gerätename mit zwei Beuteln verkauft wird.
Ein Beutel mit falscher Platte lässt sich mit Kraft einsetzen und dichtet dann nicht. Das Gerät saugt weiter, aber der Staub geht am Beutel vorbei in das Gehäuse und von dort auf den Motorschutzfilter – erkennbar daran, dass sich Staub im Beutelfach absetzt. Wer das feststellt, hat nicht ein defektes Gerät, sondern den falschen Beutel.
Reichweite: 9,4 statt 10 Meter
Angegeben ist ein Aktionsradius von 10 Metern, gemessen wurden 9,4 – die Differenz entsteht, weil das Kabel am Gerät nicht mittig austritt und der Schlauch im Bogen liegt.
Für eine durchschnittliche Wohnung heißt das: eine Steckdose je Zimmerpaar, im Flur eine. Das Kabel zieht sich mit einem Tastendruck ein und stoppt nicht in Zwischenpositionen. Wer wenig Kabel braucht, muss es also einziehen und wieder herausziehen; ein Stopp beim Einholen wäre die nützlichere Lösung und fehlt in dieser Klasse fast durchgängig.
Der Schlauch ist mit 1,7 Metern lang genug, um von der Steckdose bis unter das Sofa zu kommen, und die beiden Verlängerungsrohre lassen sich auf 105 Zentimeter Gesamtlänge kombinieren. Für eine Person über 1,85 Meter ist das kurz: der Rücken arbeitet mit, und daran ändert kein Zubehör etwas.
Düsen und was fehlt
Mitgeliefert sind eine umschaltbare Bodendüse, eine Fugendüse und eine Polsterdüse. Die Bodendüse schaltet mit dem Fuß zwischen Hartboden mit ausgefahrenem Borstenkranz und Teppich ohne – die Umschaltung funktionierte über 200 Betätigungen ohne Verschleiß.
Was fehlt, ist eine Parkettdüse mit Naturborsten und eine Turbodüse mit luftgetriebener Bürste. Die Parkettdüse ist auf Massivholz sinnvoll, weil der Borstenkranz der Standarddüse hart ist und auf geöltem Holz Spuren hinterlassen kann.
Die Turbodüse ist die einzige Möglichkeit, auf Teppich über 71 Prozent zu kommen – gemessen mit einer nachgekauften Turbodüse waren es 83 Prozent.
Beide sind als Zubehör erhältlich und kosten zusammen etwa ein Viertel des Gerätepreises. Wer überwiegend Teppich hat, sollte diesen Betrag von Anfang an mitrechnen oder ein Gerät mit Elektrobürste kaufen.
Reinigung und was nach zwei Jahren nachlässt
Der Punkt, an dem die Saugleistung im Alltag verloren geht, ist nicht der Motor, sondern der Weg dahin. In dieser Reihenfolge zu prüfen: Beutel, Motorschutzfilter, Ausblasfilter, Schlauchinneres, Düsenöffnung. In vier von fünf Fällen mit dem Symptom „saugt nicht mehr“ liegt die Ursache bei den ersten drei.
Nach zwei Jahren zeigte sich zusätzlich ein Effekt an der Bodendüse: die Dichtlippe war an den Ecken verschlissen, und dort strömt Nebenluft ein. Die Aufnahme auf Hartboden fiel von 96 auf 91 Prozent, allein durch die Düse – ein Ersatzteil, das wenige Euro kostet und selten gewechselt wird.
Der Schlauch ist die zweite Stelle. Haare und Fasern lagern sich innen an den Wellenkämmen an und bilden nach Monaten eine Manschette, die den Querschnitt verengt. Sichtbar wird das mit einer Taschenlampe von beiden Enden; entfernen lässt es sich mit einem Flaschenbürstchen an einem Draht.
Für wen das Gerät passt
Für eine Wohnung mit überwiegend Hartboden, in der leise gesaugt werden soll, ist es die richtige Wahl: 96 Prozent Aufnahme, 70 Dezibel, unkomplizierte Bedienung, Beutel überall erhältlich. Der Beutel ist dabei ein Vorteil, weil das Entsorgen staubfrei ist – für Allergiker der entscheidende Punkt gegenüber beutellosen Geräten.
Gegen das Gerät sprechen zwei Fälle. Erstens viel Teppich: 71 Prozent ohne Turbodüse sind zu wenig, und mit Turbodüse steigt der Preis in den Bereich eines Geräts mit Elektrobürste. Zweitens Treppen und Auto, wo ein Bodenstaubsauger mit 5,9 Kilogramm unpraktisch ist.
Und ein Hinweis zur Erwartung: das Gerät wiegt 5,9 statt der angegebenen 5,5 Kilogramm, weil die Angabe ohne Beutel und Zubehör gilt. Getragen wird es an einem Griff auf der Oberseite, und das ist über eine Treppenstufe unproblematisch und über zwei Etagen nicht.
Prüfstaub auf Fliese und Teppich
Die Staubaufnahme wurde mit einer eingewogenen Menge Prüfstaub bestimmt, gleichmäßig auf einem Quadratmeter verteilt, ein Durchgang in beide Richtungen, danach Rückwaage des nicht aufgenommenen Anteils. Untergrund war Fliese für Hartboden und ein kurzflorige Teppichfliese mit 6 Millimetern Florhöhe.
Leistungsaufnahme mit einem Energiemessgerät am Stecker im eingeschwungenen Zustand, Lautstärke mit einem Schallpegelmesser in einem Meter Abstand auf Düsenhöhe bei einem Grundgeräusch von 28 Dezibel. Reichweite als Abstand von der Steckdose bis zur Düsenspitze bei gestrecktem Schlauch.
Die Beutel- und Filterkosten sind gerechnet und nicht gemessen: Herstellerintervalle, Listenpreise vom August 2026, ein Haushalt mit 90 Quadratmetern und zweimal wöchentlichem Saugen. Die Aussage zum Nachbaubeutel beruht auf der Verfärbung des Ausblasfilters nach acht Wochen und ist eine Beobachtung, keine Feinstaubmessung.
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| Verbrauchsteil | Intervall | Stückpreis | 3 Jahre | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Staubbeutel | alle 8 Wochen | 3,00 € | 58,50 € | |
| Motorschutzfilter | jährlich | 4,50 € | 13,50 € | |
| Ausblasfilter | alle 2 Jahre | 9,90 € | 19,80 € | |
| Summe | – | – | 91,80 € |
Häufige Fragen
Reichen 750 Watt zum Saugen?
Ja. Seit 2017 sind bei Bodenstaubsaugern maximal 900 Watt erlaubt; die Aufnahme hing nie an der Leistung, sondern an Düse, Luftführung und Dichtheit. 96 Prozent auf Hartboden bei 742 Watt Aufnahme.
Wie gut ist das Gerät auf Teppich?
71 Prozent auf kurzem Flor – mittel. Der Grund ist die umschaltbare Düse ohne rotierende Bürste. Mit einer nachgekauften Turbodüse waren es 83 Prozent; wer überwiegend Teppich hat, sollte diesen Betrag von Anfang an mitrechnen.
Wie laut ist der Siemens Q5.0?
70 Dezibel in einem Meter auf höchster Stufe, zwei unter der Angabe. Auf der niedrigsten Stufe 63 Dezibel bei 89 Prozent Aufnahme auf Hartboden – auf glattem Boden ein guter Tausch.
Was kosten Beutel und Filter?
Über drei Jahre 91,80 Euro bei 90 Quadratmetern und zweimal wöchentlichem Saugen: rund 58 Euro Beutel (alle acht Wochen, 3 Euro), 13,50 Motorschutzfilter und 19,80 Ausblasfilter.
Taugen Nachbaubeutel?
Mechanisch ja und sie kosten ein Drittel. Ein zweilagiger Nachbau ließ aber deutlich mehr Feinstaub am Ausblasfilter ankommen, erkennbar an dessen Verfärbung nach acht Wochen. Für Allergiker der falsche Sparposten, sonst rund 39 Euro Ersparnis über drei Jahre.
Welchen Beuteltyp brauche ich?
Den, der auf dem alten Beutel oder im Beutelfach aufgedruckt ist. Die Modellnummer allein reicht nicht, weil derselbe Beutel unter zwei Bezeichnungen und derselbe Gerätename mit zwei Beuteln verkauft wird. Ein Beutel mit falscher Platte dichtet nicht, und dann setzt sich Staub im Beutelfach ab.
Warum saugt mein Staubsauger plötzlich schlechter?
In dieser Reihenfolge prüfen: Beutel, Motorschutzfilter, Ausblasfilter, Schlauchinneres, Düsenöffnung. In vier von fünf Fällen liegt es an den ersten drei. Nach zwei Jahren kommt die verschlissene Dichtlippe der Bodendüse dazu – sie kostete fünf Prozentpunkte Aufnahme.
Wie weit reicht das Gerät von einer Steckdose?
9,4 Meter statt der angegebenen 10, weil das Kabel nicht mittig austritt und der Schlauch im Bogen liegt. Praktisch heißt das eine Steckdose je Zimmerpaar. Die Rohre ergeben 105 Zentimeter Gesamtlänge – für Personen über 1,85 Meter kurz.
Geprüft im August 2026