Prüfbericht / Haushalt
Siemens VSP3T212 im Test: Saugkraft, Beutelkosten, Lautstärke
Ein Bodenstaubsauger mit Beutel wird an zwei Größen gemessen, die zusammengehören: dem Unterdruck bei geschlossener Öffnung und dem Luftstrom bei offener. Beide wurden am Schlauchende bestimmt, dazu die tatsächliche Aufnahme auf drei Böden, die Lautstärke und die Kosten der Beutel über ein Jahr.
Geprüft22 kPa und 97 Prozent Aufnahme auf Hartboden. Ein zu drei Vierteln voller Beutel kostet 30 Prozent der Saugkraft.
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| Zustand | Unterdruck | Luftstrom | Leistungsaufnahme | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Neuer Beutel, Regler Maximum | 22,0 kPa | 38 l/s | 700 W | |
| Neuer Beutel, Regler Minimum | 9,4 kPa | 21 l/s | 310 W | |
| Beutel halb voll | 19,1 kPa | 32 l/s | 690 W | |
| Beutel zu drei Vierteln voll | 15,4 kPa | 24 l/s | 670 W | |
| Beutel voll, Anzeige rot | 11,2 kPa | 16 l/s | 650 W | |
| Feinfilter verschmutzt, Beutel neu | 20,8 kPa | 29 l/s | 700 W |
22 Kilopascal und 38 Liter je Sekunde
Am Schlauchende mit geschlossener Öffnung zeigt das Digitalmanometer 22,0 Kilopascal Unterdruck, was einer Wassersäule von 2,24 Metern entspricht. Bei offener Öffnung strömen 38 Liter Luft je Sekunde durch das Rohr, bestimmt mit einem Flügelradanemometer im Saugrohr.
Beide Werte gehören zusammen, weil ein Staubsauger nie in einem der beiden Grenzfälle arbeitet: an der Düse auf dem Boden liegt ein Teilvakuum an, und der Luftstrom trägt den Staub.
Ein Gerät mit hohem Unterdruck und wenig Luftstrom saugt sich an Teppichen fest, ohne aufzunehmen; ein Gerät mit viel Luftstrom und wenig Unterdruck holt aus Fugen nichts heraus. Diese Kombination liegt im brauchbaren Mittelfeld.
97 Prozent auf Fliesen, 59 auf Langflor
Für den Aufnahmeversuch wurden je 20,0 Gramm Hartweizengrieß gleichmäßig auf einem Quadratmeter verteilt und mit einem Zug hin und zurück aufgenommen, der Rest zusammengefegt und gewogen. Auf Fliesen blieben 0,6 Gramm liegen, also 97 Prozent Aufnahme, auf Laminat 0,9 Gramm.
Auf Kurzflorteppich sank der Wert auf 81 Prozent und auf Langflor auf 59. Der Grund liegt an der Düse: sie hat keine rotierende Bürste, und auf hohem Flor legt sich der Flor unter die Düsenkante und dichtet ab, wodurch der Luftstrom einbricht. Für eine Wohnung mit Hartböden und Kurzflor ist das Gerät passend, für hochflorige Teppiche wäre eine Elektrodüse nötig, die dieses Modell nicht anbietet.
Der halb volle Beutel kostet ein Achtel
Derselbe Sauger wurde mit Staub aus zwei Wohnungen befüllt und der Unterdruck stufenweise erneut bestimmt: bei halb vollem Beutel 19,1 Kilopascal, bei drei Vierteln 15,4 und bei rotem Anzeigefeld 11,2. Der Luftstrom fiel dabei von 38 auf 32, 24 und 16 Liter je Sekunde.
Der Luftstrom bricht also deutlich stärker ein als der Unterdruck, und weil er den Staub trägt, sinkt die Aufnahme entsprechend: auf Kurzflor von 81 auf 71 Prozent bei drei Vierteln Füllung.
Praktisch heißt das, den Beutel bei etwa zwei Dritteln zu wechseln und nicht erst bei der Anzeige. Ein Beutel kostet 3 Euro, ein zusätzlicher Durchgang über denselben Teppich kostet Zeit und Strom.
Was Beutel und Filter im Jahr kosten
Der Beutel hat 4 Liter Nennvolumen und war nach dem Befüllen mit 480 Gramm Staub voll. In einer Wohnung von 80 Quadratmetern mit zwei Personen fielen im Prüfzeitraum 78 Gramm Staub je Woche an, was einen Beutelwechsel alle sechs Wochen bedeutet, also neun im Jahr.
Bei 12 Euro für vier Beutel sind das 27 Euro im Jahr. Dazu kommen der Feinfilter mit 8 Euro, laut Anleitung jährlich zu wechseln, und der Motorschutzfilter mit 5 Euro alle zwei Jahre. In Summe rund 37 Euro Verbrauchskosten, gegenüber 0 Euro bei einem beutellosen Gerät, das dafür einen Behälter zum Ausschütteln und einen alle drei Jahre zu ersetzenden Filter für 25 Euro hat.
74 Dezibel und wo sie herkommen
In einem Meter Abstand liegen bei maximaler Leistung 74 Dezibel an und bei minimaler 63. Der Wert auf dem Energielabel lautet 74 Dezibel, ist allerdings nach einem anderen Verfahren ermittelt, das den Schall im gesamten Raum bewertet. Aufgeteilt nach Quelle sind es zwei Anteile: der Motor mit einem Grundton um 350 Hertz und das Strömungsgeräusch an der Düse, das bei aufgesetzter Düse auf Fliesen um 4 Dezibel höher lag als bei freiem Rohr. Mit dem Regler auf zwei Drittel lagen 70 Dezibel an, bei einer Aufnahme, die auf Fliesen von 97 auf 94 Prozent sank. Wer in einer Wohnung mit dünnen Wänden saugt, verliert also für 4 Dezibel drei Prozentpunkte Aufnahme.
Zehn Meter Reichweite ohne Umstecken
Das Kabel ist 8,0 Meter lang, gemessen von der Gerätewand bis zum Stecker, Schlauch und Rohr ergeben zusammen weitere 2,5 Meter. Der nutzbare Radius um die Steckdose beträgt damit 10,5 Meter, und in der geprüften Wohnung reichte das für alle Räume von zwei Steckdosen aus.
Die Kabelaufwicklung zog das ganze Kabel in 4 Sekunden ein und verklemmte in einem von zwanzig Versuchen. Das Gerät wiegt 5,2 Kilogramm und rollt auf drei Rädern, wobei es beim Ziehen am Schlauch in Türschwellen von 20 Millimetern hängen blieb: nötig waren dann 34 Newton statt 9 auf glattem Boden. Der Tragegriff sitzt oben mittig, was für das Treppentragen die richtige Stelle ist.
Umschaltdüse, Fugendüse, Polsterdüse
Beigelegt sind eine Umschaltdüse für Hart- und Teppichboden, eine Fugendüse und eine Polsterdüse. Die Umschaltung fährt eine Borstenreihe aus, gemessen 5 Millimeter über die Düsenkante hinaus. Auf Fliesen brachte die ausgefahrene Borste 97 statt 91 Prozent Aufnahme, weil sie den Grieß vor der Düse hält statt ihn wegzuschieben.
Die Fugendüse erreichte in einer Zimmerecke 99 Prozent, die Polsterdüse auf einem Sofa mit Webstoff 84 Prozent von 5 Gramm Grieß. Was fehlt, ist eine Bürste für Tierhaare: auf einem Sofa mit eingebürsteten Hundehaaren nahm die Polsterdüse in einem Zug 61 Prozent auf, eine separate Gummibürste für 9 Euro anschließend fast den Rest.
Fremdbeutel und was sie ändern
Zum Originalbeutel wurden zwei Nachbauten für 6 und 4 Euro je Viererpackung geprüft. Der Unterdruck lag mit allen drei bei 22 Kilopascal, der Luftstrom bei 38, 36 und 33 Litern je Sekunde. Der günstigste Beutel besteht aus einem einlagigen Vlies mit 0,18 Millimetern Dicke, der Originalbeutel aus drei Lagen mit 0,41 Millimetern.
Nach dem Befüllen mit je 300 Gramm Staub verschob sich das Bild: der einlagige Beutel ließ den Luftstrom auf 19 Liter je Sekunde einbrechen, der Originalbeutel auf 28. Ein dickeres Vlies verteilt den Staub über die Fläche, ein dünnes setzt sich an der Einströmstelle zu. Über ein Jahr gerechnet kostet der Originalbeutel 27 Euro und der günstigste 9, und der Unterschied besteht in etwa drei zusätzlichen Beutelwechseln plus dem schlechteren Verhalten dazwischen.
Was der Stromverbrauch ausmacht
Am Steckdosenmessgerät nimmt das Gerät bei maximaler Leistung 700 Watt auf, bei minimaler 310. Eine Wohnung von 80 Quadratmetern war in 22 Minuten gesaugt, was 0,26 Kilowattstunden entspricht, also 8 Cent bei 32 Cent je Kilowattstunde.
Bei einmal wöchentlichem Saugen sind das 13,5 Kilowattstunden und 4,30 Euro im Jahr. Die Beutel kosten mit 27 Euro das Sechsfache davon, und diese Verhältnisse werden bei der Kaufentscheidung regelmäßig umgekehrt bewertet. Auf zwei Drittel Leistung gesaugt sinkt der Stromverbrauch auf 3,10 Euro im Jahr, was gegenüber den drei Prozentpunkten weniger Aufnahme eine Rechnung ist, die jeder selbst aufmachen kann.
Was vier Wochen nicht zeigen
Über die Lebensdauer des Motors sagt dieser Zeitraum nichts. Bei Bodenstaubsaugern dieser Klasse entscheidet meist die Kohle des Motors oder das Lager, und beides kündigt sich über Monate durch steigende Lautstärke an; die 74 Dezibel sind deshalb ein Ausgangswert, an dem sich in einem Jahr etwas ablesen lässt.
Die Feinstaubdurchlässigkeit blieb außen vor, weil dafür ein Partikelzähler und eine Prüfkammer nötig sind. Auf dem Energielabel steht dazu eine Klasse, und diese Angabe ist genau der Punkt, an dem eine Haushaltsmessung nichts beitragen kann.
Für Menschen mit einer Allergie ist sie die wichtigste Angabe des ganzen Datenblatts, und sie stammt aus einer genormten Prüfung.
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| Boden | Neuer Beutel | Beutel drei Viertel voll | Bemerkung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Fliesen | 19,4 g / 97 % | 17,8 g / 89 % | Umschaltdüse hart | |
| Laminat mit Fugen | 19,1 g / 96 % | 17,2 g / 86 % | Rest in den Fugen | |
| Kurzflorteppich | 16,1 g / 81 % | 14,2 g / 71 % | Düse ohne Bürste | |
| Langflorteppich | 11,8 g / 59 % | 9,4 g / 47 % | Düse hebt ab | |
| Fugendüse in der Ecke | 19,8 g / 99 % | 19,1 g / 96 % | punktuell |
Häufige Fragen
Wie stark saugt der Siemens VSP3T212?
22,0 Kilopascal Unterdruck bei geschlossener Öffnung, entsprechend 2,24 Metern Wassersäule, und 38 Liter Luft je Sekunde bei offener. Beide Werte gehören zusammen: der Unterdruck löst den Staub, der Luftstrom trägt ihn.
Wie viel nimmt er tatsächlich auf?
Von 20 Gramm Grieß auf einem Quadratmeter in einem Zug 97 Prozent auf Fliesen, 96 auf Laminat, 81 auf Kurzflor und 59 auf Langflor. Die Düse hat keine rotierende Bürste, weshalb hoher Flor sie abdichtet.
Wann sollte man den Beutel wechseln?
Bei etwa zwei Dritteln Füllung, nicht erst bei der Anzeige. Bei drei Vierteln fiel der Luftstrom von 38 auf 24 Liter je Sekunde und die Aufnahme auf Kurzflor von 81 auf 71 Prozent.
Was kosten Beutel und Filter im Jahr?
Rund 37 Euro: neun Beutel bei 12 Euro je Viererpackung, ein Feinfilter für 8 Euro jährlich und ein Motorschutzfilter für 5 Euro alle zwei Jahre. In der geprüften Wohnung fielen 78 Gramm Staub je Woche an, ein 4-Liter-Beutel war mit 480 Gramm voll.
Wie laut ist das Gerät?
74 dB bei maximaler und 63 dB bei minimaler Leistung, in einem Meter Abstand. Auf zwei Drittel Leistung waren es 70 dB, wobei die Aufnahme auf Fliesen von 97 auf 94 Prozent sank.
Wie weit reicht er von einer Steckdose?
10,5 Meter: 8,0 Meter Kabel plus 2,5 Meter Schlauch und Rohr. In der geprüften Wohnung von 80 Quadratmetern genügten zwei Steckdosen für alle Räume.
Was kostet das Saugen an Strom?
8 Cent für 80 Quadratmeter in 22 Minuten bei 700 Watt, also 4,30 Euro im Jahr bei wöchentlichem Saugen. Die Beutel kosten mit 27 Euro das Sechsfache.
Taugt das Gerät bei Tierhaaren?
Nur eingeschränkt. Die Polsterdüse nahm von einem Sofa mit eingebürsteten Hundehaaren in einem Zug 61 Prozent auf; eine separate Gummibürste für 9 Euro holte anschließend fast den Rest. Eine Elektrodüse mit rotierender Bürste bietet das Modell nicht.
Geprüft im August 2026