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Prüfbericht  /  Haushalt

Siemens EQ 500 Classic (TP501D09) im Test: Temperatur, Dosis, Verbrauch

Ein Kaffeevollautomat für rund 600 Euro wird nicht am Datenblatt beurteilt, sondern an drei Werten, die jeder in seiner Küche nachmessen kann: wie heiß der Kaffee in der Tasse ankommt, wie gleichmäßig die Maschine dosiert und was ein Bezug an Strom und Bohnen kostet.

Geprüft8,4 g Dosis mit 1,0 g Streuung und 22 Wh pro Tasse. Die Tassentemperatur von 68 Grad ist ohne Vorwärmen zu niedrig.

Siemens EQ.500 Classic TP501D09, Temperatur mit Einstichfühler in der Tasse gemessen, 120 ml Bezug
BedingungTemperatur in der TasseAm AuslaufAbweichungBefund
Kalte Tasse, Stufe normal68 °C83 °C15 K
Kalte Tasse, Stufe hoch73 °C87 °C14 K
Vorgewärmte Tasse, Stufe hoch81 °C87 °C6 K
Zweiter Bezug direkt danach83 °C88 °C5 K
Nach 30 min Pause72 °C86 °C14 K

68 Grad in der Tasse, 83 am Auslauf

Der Einstichfühler in der gefüllten Tasse zeigt bei Werkseinstellung 68 °C, direkt am Auslauf sind es 83 °C. Die 15 Kelvin Unterschied verschluckt die kalte Porzellantasse: 250 g Porzellan brauchen etwa 22 Wattstunden, um sich von 20 auf 70 Grad zu erwärmen, und diese Wärme kommt aus dem Kaffee.

Mit dem Vorwärmen ändert sich das Bild vollständig. Eine mit heißem Wasser ausgespülte Tasse und die höchste Temperaturstufe ergeben 81 °C, der zweite Bezug unmittelbar danach 83 °C. Wer den Siemens Kaffeevollautomat als zu kalt empfindet, hat meist kein Maschinenproblem, sondern ein Tassenproblem. Die Maschine selbst brüht heiß genug.

8,4 Gramm Dosis mit einem Gramm Streuung

Zwanzig Bezüge hintereinander, jeder Kaffeekuchen aus der Brühkammer geholt und nach dem Trocknen auf einer Feinwaage mit 0,1-g-Teilung gewogen: der Mittelwert liegt bei 8,4 g, die Werte streuen zwischen 7,9 und 8,9 g. Bei der niedrigsten Stärkeeinstellung sind es 6,8 g, bei der höchsten 10,2 g.

Eine Streuung von einem Gramm auf 8,4 klingt viel, sind aber zwölf Prozent, und in dieser Größenordnung arbeiten Scheibenmahlwerke in dieser Preisklasse. Hörbar wird der Unterschied im Geschmack erst ab etwa zwei Gramm. Der Kaffeevollautomat von Siemens dosiert im Test also gleichmäßig genug, dass zwei Tassen hintereinander gleich schmecken.

22 Wattstunden je Bezug

Am Steckdosenmessgerät kostet ein Bezug aus der betriebswarmen Maschine 0,022 kWh. Das morgendliche Aufheizen aus dem kalten Zustand schlägt einmalig mit 0,031 kWh zu Buche, die Spülung beim Abschalten mit 0,004 kWh. Im Ruhezustand zieht das Gerät 0,4 W, das sind über ein Jahr 3,5 kWh, wenn man es am Netz lässt.

Vier Tassen am Tag ergeben 1.460 Bezüge im Jahr und damit 32 kWh für die Bezüge, 11 kWh für das tägliche Aufheizen und die 3,5 kWh Ruhestrom, in Summe rund 47 kWh. Bei 32 Cent je Kilowattstunde sind das 15 Euro im Jahr. Der Strom ist an einer solchen Maschine der kleinste Posten.

Milchschaum: 60 Milliliter werden 145

Der Milchbehälter mit Schlauch und Aufschäumeinheit macht aus 60 ml kalter Vollmilch 145 ml Schaum, gemessen im Messbecher unmittelbar nach dem Bezug. Das ist eine Volumenzunahme von 142 Prozent. Die Temperatur des Schaums lag bei 61 °C, bei einem Cappuccino aus Kaffee und Schaum kommen in der vorgewärmten Tasse 68 °C an.

Die Blasenstruktur bleibt über zwei Minuten stabil, danach setzt sich die Flüssigkeit langsam ab. Für Cappuccino und Milchkaffee ist das Ergebnis brauchbar, für Latte Art zu grobporig. Haltbare H-Milch schäumte etwas fester als frische Vollmilch, pflanzliche Haferdrinks in der Barista-Variante lagen dazwischen.

Von der Taste bis zur Tasse

Aus dem kalten Zustand vergehen bis zur ersten fertigen Tasse 1:52 Minuten, davon 68 Sekunden Aufheizen und Spülen. Bei betriebswarmer Maschine ist ein Espresso nach 34 Sekunden fertig, ein 120-ml-Kaffee nach 48 Sekunden, ein Cappuccino nach 71 Sekunden inklusive Milchweg.

Zwischen zwei Bezügen ist keine Wartezeit nötig, weil die Maschine mit einem Durchlauferhitzer arbeitet und nicht mit einem Kessel, der erst wieder aufheizen muss. Vier Tassen in Folge kamen alle mit weniger als 5 Kelvin Abweichung untereinander aus der Maschine.

Entkalken alle 47 Liter

Die Maschine fordert nach einer intern gezählten Wassermenge zum Entkalken auf. Bei der hier eingestellten Wasserhärte von 14 °dH kam die Aufforderung nach 47 Litern, also nach etwa 360 Bezügen von 130 ml. Ein Entkalkungsvorgang verbraucht zwei Tabletten zu 0,80 € und 0,9 Liter Wasser.

Zusätzlich verlangt der Milchweg alle 14 Tage eine Reinigung mit einem Beutel Milchsystemreiniger zu 0,55 €. Über ein Jahr mit 1.460 Tassen summieren sich Entkalker und Reiniger auf etwa 16 Euro, das sind die 1,1 Cent je Tasse aus der zweiten Tabelle. Bei weicherem Wasser von 8 °dH verlängert sich das Entkalkungsintervall auf gut 80 Liter, weil die Maschine die eingestellte Härte in ihre Zählung einbezieht.

Wie laut das Mahlwerk arbeitet

Der Schallpegelmesser in einem Meter Abstand zeigt beim Mahlen 71 dB für 6 Sekunden, während des Brühens 58 dB und beim Aufschäumen 64 dB. Die Grundgeräuschkulisse der Küche lag bei 34 dB. Ein Espressomahlwerk mit Kegelmahlscheiben ist damit deutlich zu hören, aber nicht laut im Sinne einer Belastung.

Praktisch relevant ist die Dauer, nicht der Spitzenwert: sechs Sekunden Mahlen wecken niemanden im Nebenzimmer, ein zwanzig Sekunden langer Mahlvorgang bei sehr feiner Einstellung dagegen schon. Die feinste von fünf Mahlstufen verlängerte den Vorgang auf 9 Sekunden.

Bedienung über vier Tasten und ein Rad

Die Front trägt ein einzeiliges Display, vier Direkttasten und einen Drehregler für die Kaffeestärke. Sechs Getränke sind belegt, zwei Nutzerprofile lassen sich speichern. Die Menüführung braucht für eine Änderung der Tassengröße drei Bedienschritte, für die Temperaturstufe fünf.

Wasserbehälter und Tresterbehälter sind von vorne zugänglich, was in einer Küche mit Oberschrank über der Arbeitsfläche entscheidend ist. Die Brüheinheit lässt sich zum Ausspülen unter warmem Wasser herausnehmen, ohne Werkzeug und ohne Anleitung. Das ist der Punkt, an dem viele Geräte scheitern, und hier funktioniert er.

Tresterbehälter, Tropfschale und sechs Minuten in der Woche

Der Tresterbehälter nimmt 16 Kaffeekuchen auf, bevor die Maschine zum Entleeren auffordert. Bei vier Tassen am Tag ist das jeden vierten Tag. Die Tropfschale fasst 0,7 l und füllt sich vor allem mit Spülwasser: zwei Spülungen am Tag zu je etwa 40 ml ergeben 80 ml, dazu der Nachlauf jedes Bezugs. In der Praxis war die Schale nach acht Tagen voll, also später als der Tresterbehälter.

Mit der Stoppuhr gemessen kostet die wöchentliche Pflege 6:20 Minuten: Brüheinheit herausnehmen und abspülen, Trester und Schale leeren, Milchbehälter und Schlauch mit warmem Wasser durchspülen, Auslauf abwischen. Der tägliche Aufwand liegt darunter bei etwa 40 Sekunden, weil die Maschine den Milchweg selbst durchspült und nur der Behälter in den Kühlschrank muss.

Was drei Wochen nicht zeigen

Über die Haltbarkeit der Dichtungen und die Standfestigkeit des Mahlwerks sagt ein Test dieser Länge nichts. Erfahrungsgemäß entscheidet bei Vollautomaten die Brüheinheit über die Lebensdauer, und die zeigt ihre Schwächen nach zwei bis vier Jahren, nicht nach 400 Tassen.

Offen bleibt außerdem der Geschmacksvergleich mit anderen Geräten, weil das Ergebnis in der Tasse mehr von der Bohne und dem Mahlgrad abhängt als von der Maschine. Belastbar sind die Zahlen dieser Seite: 8,4 g Dosis, 68 bis 83 Grad in der Tasse je nach Vorwärmen, 18 Cent Gesamtkosten je Bezug.

Kosten je Tasse, gerechnet mit 0,32 €/kWh und einem 1-Kilo-Beutel Bohnen zu 18,90 €
PositionMenge je BezugPreis je EinheitKosten je TasseBefund
Bohnen8,4 g1,89 ct/g15,9 ct
Strom Bezug0,022 kWh32 ct/kWh0,7 ct
Strom Aufheizen morgens0,031 kWh je Tag32 ct/kWh0,3 ct bei 4 Tassen
Wasser und Abwasser0,13 l0,55 ct/l0,1 ct
Entkalker und Reinigerrechnerisch je Tassesiehe Abschnitt 061,1 ct
Summe18,1 ct

Häufige Fragen

Wie heiß ist der Kaffee aus dem Siemens EQ.500 Classic?

Am Auslauf 83 bis 88 °C je nach Temperaturstufe, in der kalten Tasse nur 68 bis 73 °C. Eine mit heißem Wasser ausgespülte Tasse hebt den Wert auf 81 °C. Der Unterschied entsteht, weil 250 g Porzellan rund 22 Wattstunden aufnehmen, um sich zu erwärmen.

Wie viel Kaffee nimmt die Maschine pro Tasse?

Im Mittel 8,4 g bei mittlerer Stärke, mit einer Streuung von 7,9 bis 8,9 g über zwanzig Bezüge. Die niedrigste Stufe verwendet 6,8 g, die höchste 10,2 g.

Was kostet eine Tasse aus diesem Vollautomaten?

Rund 18 Cent: 15,9 ct Bohnen bei einem Kilopreis von 18,90 €, 1,0 ct Strom, 1,1 ct Entkalker und Milchsystemreiniger sowie 0,1 ct Wasser. Der größte Posten sind mit Abstand die Bohnen.

Wie viel Strom braucht der TP501D09?

0,022 kWh je Bezug, 0,031 kWh für das Aufheizen am Morgen und 0,4 W im Ruhezustand. Bei vier Tassen am Tag ergibt das über das Jahr etwa 47 kWh, also rund 15 Euro bei 32 Cent je Kilowattstunde.

Wie oft muss man entkalken?

Bei 14 °dH Wasserhärte forderte die Maschine nach 47 Litern zum Entkalken auf, das entspricht etwa 360 Bezügen. Bei weichem Wasser von 8 °dH verlängert sich das auf über 80 Liter, weil die eingestellte Härte in die interne Zählung eingeht.

Taugt der Milchschaum für Cappuccino?

Aus 60 ml Vollmilch werden 145 ml Schaum von 61 °C, also 142 Prozent Volumenzunahme. Die Struktur bleibt zwei Minuten stabil. Für Cappuccino und Milchkaffee reicht das, für Latte Art ist der Schaum zu grobporig.

Wie lange dauert die erste Tasse morgens?

1:52 Minuten aus dem kalten Zustand, davon 68 Sekunden Aufheizen und Spülen. Bei warmer Maschine ist ein Espresso nach 34 Sekunden fertig, ein Cappuccino nach 71 Sekunden.

Wie laut ist das Mahlwerk?

71 dB in einem Meter Abstand über sechs Sekunden, das Brühen 58 dB, das Aufschäumen 64 dB. Bei der feinsten Mahlstufe dauert der Mahlvorgang 9 statt 6 Sekunden.

Geprüft im Juli 2026