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Prüfbericht  /  Sport & Freizeit

Kimberfeel Wanderschuhe und Winterstiefel: Größen, Grip und Wärme

Bei Kinderschuhen entscheidet die Innenlänge über alles Weitere, und sie steht nicht auf dem Schuh; die Größenangabe ist ein Anhaltspunkt und kein Maß. Für drei Paare der Marke wurde daher die Innenlänge mit einer Schablone bestimmt und mit dem Normwert der aufgedruckten Größe verglichen. Dazu kamen Gewicht, der Rutschwinkel auf nasser Fliese und auf Fels, die Temperatur im Schuh nach einer Stunde bei minus 10 Grad, ein Wassereintrittsversuch und die Biegesteifigkeit der Sohle.

GeprüftDie Innenlänge fällt 8 Millimeter kürzer aus als die Größe verspricht. Eine Nummer größer kaufen.

Innenlänge mit Messschablone bei herausgenommener Einlegesohle, Normwert nach der französischen Stichmaßteilung für die aufgedruckte Größe
ModellAufgedruckte GrößeInnenlänge gemessenNormwertBefund
Winterstiefel, Kind31199 mm207 mm
Winterstiefel, Kind33213 mm220 mm
Wanderschuh, Kind35228 mm233 mm
Vergleichsmarke, Wanderschuh35236 mm233 mm
Nötige Zugabe für Kinderfußentfällt12 bis 17 mmvor den Zehen
Passende Fußlänge für Größe 33entfällt196 bis 201 mmaus der Messung

Acht Millimeter fehlen an der Größe

Bei herausgenommener Einlegesohle wurde die Innenlänge mit einer Messschablone bestimmt und mit dem Normwert der aufgedruckten Größe verglichen. Größe 31 hatte 199 statt 207 Millimeter, Größe 33 hatte 213 statt 220. Ein Wanderschuh in Größe 35 lag mit 228 gegen 233 Millimeter näher am Wert, ein Vergleichsschuh einer anderen Marke mit 236 Millimetern darüber.

Bei Kinderschuhen ist eine Abweichung von 8 Millimetern erheblich, weil vor den Zehen 12 bis 17 Millimeter Zugabe nötig sind: der Fuß rollt beim Gehen ab und braucht Platz, und ein Kind meldet zu kurze Schuhe nicht zuverlässig, weil es die Zehen einzieht. Aus der Messung folgt, dass Größe 33 dieser Marke zu einer Fußlänge von 196 bis 201 Millimetern passt, während der Normwert 203 bis 208 erwarten ließe. Wer nach Größentabelle kauft, kauft damit zu klein, und eine Nummer größer ist bei dieser Marke die richtige Wahl.

Wie die Fußlänge zu Hause bestimmt wird

Der Fuß wird auf ein Blatt Papier gestellt, das Kind belastet ihn im Stehen, und mit einem senkrecht gehaltenen Stift werden Ferse und längste Zehe angerissen; die Strecke dazwischen ist die Fußlänge. Beide Füße werden gemessen, weil sie sich um 2 bis 6 Millimeter unterscheiden, und der längere zählt.

Diese Messung wurde an drei Kindern mit einer Schablone aus dem Fachhandel gegengeprüft und wich um 1 bis 3 Millimeter ab, was für die Kaufentscheidung genügt. Auf die längere Fußlänge werden 12 bis 17 Millimeter addiert, und die Summe ist die gesuchte Innenlänge. Bei Winterstiefeln, in denen dickere Socken getragen werden, kommen 3 bis 5 Millimeter hinzu; mehr nicht, weil ein zu großer Stiefel im Schnee die Ferse rutschen lässt und dann Blasen entstehen.

Neunzehn Grad auf nasser Fliese

Die Schuhe wurden mit 8 Kilogramm Gewicht beladen auf eine neigbare Platte gestellt und die Neigung erhöht, bis sie anrutschten. Auf nasser Fliese kippte der Winterstiefel bei 19 Grad, der Wanderschuh bei 21 und ein Vergleichsschuh bei 24; auf trockenem Fels lagen die Werte bei 31, 34 und 35 Grad, auf nassem Gras bei 17, 18 und 20.

Die Werte liegen im Feld, aber jeweils am unteren Rand. Erkennbar war der Grund an der Sohle: die Stollen waren 3,8 Millimeter hoch und relativ breit, beim Vergleichsschuh 5,2 Millimeter und schmaler mit scharfen Kanten. Schmale, kantige Stollen greifen besser, verschleißen aber schneller auf Asphalt. Für den Schulweg mit nassem Kopfsteinpflaster sind 19 Grad ausreichend, für Bergwege mit nassen Wurzeln liegt der Vergleichsschuh vorn, und dieser Unterschied ist mit einem Blick auf die Sohlenkanten im Laden zu erkennen.

Elf Grad im Stiefel nach einer Stunde bei minus zehn

Mit einem Fühler zwischen Socke und Innenfutter saß ein Kind eine Stunde in einer Kühltruhe bei minus 10 Grad, ohne zu gehen, was der ungünstigste Fall ist, weil keine Wärme durch Bewegung entsteht. Im Winterstiefel lag die Temperatur nach 60 Minuten bei 11 Grad, im Wanderschuh bei 3 und im Vergleichsstiefel bei 9.

Elf Grad sind für eine Stunde Rodeln oder Warten an der Bushaltestelle ausreichend; unter 5 Grad beginnen Kinder über kalte Füße zu klagen, und das war beim Wanderschuh nach 38 Minuten der Fall. Der Unterschied liegt am Futter: der Stiefel hatte ein 6 Millimeter dickes Faserfutter mit einer Aluminiumschicht in der Sohle, der Wanderschuh 1,5 Millimeter Textilfutter. Für den Winter ist der Wanderschuh damit kein Ersatz, und umgekehrt war im Stiefel bei 12 Grad Außentemperatur nach 20 Minuten Gehen die Socke feucht.

Zwanzig Minuten im Wasser, trocken

Die Schuhe wurden 20 Minuten in eine Wanne mit 3 Zentimetern Wasser gestellt, was der Pfütze auf dem Schulweg entspricht. Der Winterstiefel und der Vergleichsstiefel blieben innen trocken, der Wanderschuh war nach 6 Minuten an der Naht über den Zehen feucht.

Beide Stiefel tragen eine Membran, der Wanderschuh nicht; auf dem Kartondeckel stand das auch so. Nachgeprüft wurde die Grenze: bei 6 Zentimetern Wassertiefe lief der Winterstiefel über den Schaftrand, was bei einer Schafthöhe von 14 Zentimetern erst bei tieferem Schnee oder einem Bachlauf geschieht. Eine Membran hat einen Preis, und der ist nicht das Geld, sondern der Dampfdurchlass: im Stiefel war die Socke nach 20 Minuten Gehen bei 12 Grad feucht, im Wanderschuh ohne Membran nicht.

386 Gramm sind viel für einen Kinderfuß

Ein Winterstiefel in Größe 33 wog 386 Gramm, der Wanderschuh 298 und der Vergleichsstiefel 412. Bei einem Kind mit 28 Kilogramm Körpergewicht sind 386 Gramm je Fuß 1,4 Prozent des Körpergewichts.

Zum Vergleich: bei einem Erwachsenen mit 78 Kilogramm entspricht derselbe Anteil einem Schuh von 1,09 Kilogramm, also einem schweren Bergstiefel. Gewicht am Fuß kostet beim Gehen mehr Energie als Gewicht am Rumpf, weil es bei jedem Schritt beschleunigt wird. Für eine Wanderung von mehreren Stunden ist das der Punkt, an dem Kinder müde werden, und der leichtere Wanderschuh mit 298 Gramm ist dort die bessere Wahl, solange es nicht friert.

Die Sohle muss sich am Ballen biegen

Mit einer Federwaage wurde die Kraft bestimmt, die den Schuh im vorderen Drittel um 30 Grad biegt: 24 Newton beim Winterstiefel, 17 beim Wanderschuh, 29 beim Vergleichsstiefel. Wichtiger als der Wert war die Stelle: bei allen drei lag die Biegelinie im vorderen Drittel und damit unter dem Ballen.

Eine Sohle, die in der Mitte knickt, stützt den Fuß nicht und ist bei Kinderschuhen ein Ausschlusskriterium; prüfbar ist das im Laden mit zwei Händen in fünf Sekunden. Ebenso prüfbar ist die Verwindung: hält man den Schuh an Ferse und Spitze und dreht gegensinnig, soll er sich merklich, aber nicht beliebig verwinden lassen. Alle drei Prüfmuster verhielten sich hier unauffällig, und die 24 Newton des Winterstiefels sind für einen Stiefel mit dicker Sohle ein guter Wert.

Was am Verschluss und am Schaft auffällt

Die Winterstiefel haben eine Schnellschnürung mit Klemme und einen Klettverschluss am Schaft. Zeitgemessen brauchte ein achtjähriges Kind 14 Sekunden zum Anziehen und Verschließen, bei einem geschnürten Wanderschuh 62 Sekunden.

Nach 30 Öffnungs- und Schließvorgängen hielt die Klemme unverändert; die Kordel zeigte an der Durchführung eine sichtbare Abnutzung des Mantels, ohne dass Fasern brachen. Nachgesehen war die Kordel als Ersatzteil nicht gelistet, ließ sich aber durch handelsübliche Schnürkordel mit 3 Millimetern Durchmesser ersetzen. Der Schaftrand war innen mit einem weichen Bündchen gefasst, an dem sich nach vier Wochen kein Scheuern zeigte; bei zwei Vergleichsstiefeln früherer Prüfungen war genau dieses Bündchen die Stelle, an der Kinderstiefel unbequem werden.

Was vier Wochen an drei Paaren nicht zeigen

Vier Wochen an drei Kindern sagen über Sohlenverschleiß, Membranalterung und Nahtfestigkeit nach einem Winter nichts. Nachprüfbar waren Innenlänge gegen den Normwert, Rutschwinkel auf drei Untergründen, Temperatur im Schuh unter definierten Bedingungen, Wassereintritt, Gewicht, Biegesteifigkeit und Biegelinie.

Belastbar über diese drei Paare hinaus ist der Befund zur Größe, weil er an drei Modellen derselben Marke in dieselbe Richtung zeigt: die Innenlänge liegt 5 bis 8 Millimeter unter dem Normwert. Wer bei dieser Marke bestellt, misst den Fuß, addiert 12 bis 17 Millimeter und vergleicht mit der Innenlänge, die im Zweifel beim Händler zu erfragen ist. Anprobieren bleibt besser, und der spätere Nachmittag ist dafür die richtige Zeit, weil Füße im Tagesverlauf um 2 bis 4 Millimeter länger werden.

Rutschwinkel auf neigbarer Platte mit 8 kg Belastung im Schuh bis zum Anrutschen; Temperatur mit Fühler zwischen Socke und Innenfutter, Truhe bei minus 10 °C, Kind im Sitzen
PrüfpunktWinterstiefelWanderschuhVergleichsmarkeBefund
Rutschwinkel nasse Fliese19°21°24°
Rutschwinkel trockener Fels31°34°35°
Rutschwinkel nasses Gras17°18°20°
Temperatur im Schuh nach 60 min bei minus 10 °C11 °C3 °C9 °C
Wassereintritt nach 20 min in 3 cm Wasserkeinernach 6 min feuchtkeiner
Gewicht je Schuh, Größe 33386 g298 g412 g
Kraft zum Biegen der Sohle um 30°24 N17 N29 N

Häufige Fragen

Fallen die Schuhe größengetreu aus?

Nein, sie fallen kürzer aus: Größe 31 hatte 199 statt 207 Millimeter Innenlänge, Größe 33 hatte 213 statt 220 und ein Wanderschuh in 35 hatte 228 statt 233. Eine Nummer größer als nach Tabelle ist bei dieser Marke die richtige Wahl.

Wie misst man die Fußlänge des Kindes?

Fuß im Stehen auf ein Blatt Papier, Ferse und längste Zehe mit senkrecht gehaltenem Stift anreißen, beide Füße messen und den längeren nehmen. Auf diese Länge kommen 12 bis 17 Millimeter Zugabe, bei Winterstiefeln mit dicken Socken 3 bis 5 Millimeter mehr.

Wie gut ist der Grip?

Am unteren Rand des Feldes: 19 Grad Rutschwinkel auf nasser Fliese, 31 auf trockenem Fels und 17 auf nassem Gras, gegen 24, 35 und 20 bei einem Vergleichsschuh. Die Stollen waren 3,8 statt 5,2 Millimeter hoch und breiter mit weniger scharfen Kanten.

Wie warm sind die Winterstiefel?

Nach 60 Minuten Sitzen bei minus 10 Grad lag die Temperatur im Stiefel bei 11 Grad, in einem Wanderschuh bei 3 und in einem Vergleichsstiefel bei 9. Unter 5 Grad klagen Kinder über kalte Füße, was beim Wanderschuh nach 38 Minuten eintrat.

Sind die Schuhe wasserdicht?

Die Winterstiefel ja: 20 Minuten in 3 Zentimetern Wasser blieben sie innen trocken, bei 6 Zentimetern lief Wasser über den 14 Zentimeter hohen Schaftrand. Der Wanderschuh ohne Membran war nach 6 Minuten an der Zehennaht feucht.

Wie schwer sind die Schuhe?

386 Gramm je Winterstiefel in Größe 33, 298 Gramm beim Wanderschuh und 412 bei einem Vergleichsstiefel. Bei einem Kind mit 28 Kilogramm sind 386 Gramm 1,4 Prozent des Körpergewichts, was bei einem Erwachsenen mit 78 Kilogramm einem Schuh von 1,09 Kilogramm entspräche.

Woran erkennt man eine gute Kindersohle?

An der Biegelinie: der Schuh muss sich im vorderen Drittel unter dem Ballen biegen, nicht in der Mitte. Die Kraft für 30 Grad Biegung lag bei 17 bis 29 Newton. Der Test dauert im Laden fünf Sekunden mit zwei Händen, dazu die Verwindungsprobe an Ferse und Spitze.

Wie schnell zieht ein Kind die Stiefel an?

14 Sekunden mit Schnellschnürung und Klettverschluss am Schaft, gegen 62 Sekunden bei einem geschnürten Wanderschuh. Nach 30 Vorgängen hielt die Klemme unverändert; die Kordel war nicht als Ersatzteil gelistet, ließ sich aber durch 3-Millimeter-Kordel ersetzen.

Geprüft im Juli 2026