Prüfbericht / Sport & Freizeit
Fahrradcomputer für Kinder im Test: Radumfang, Abstand, Ablesen
Ein Fahrradtacho zählt Radumdrehungen und rechnet sie mit einer einzigen eingestellten Zahl in Weg und Geschwindigkeit um. Diese Zahl ist der Radumfang, und sie ist an einem Kinderrad häufiger falsch als richtig. Geprüft wurden vier Geräte zwischen 9 und 34 Euro an einem 20-Zoll-Rad, mit Maßband, Messschieber und einem Vergleich gegen eine Satellitenaufzeichnung.
GeprüftSelbst abgerollt stimmt die Anzeige auf 0,4 km/h. Aus der Tabelle übernommen fehlen auf 10 Kilometern 110 Meter.
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| Ermittlung | Umfang | Abweichung | Fehler auf 10 km | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Abgerollt, Reifendruck 2,5 bar | 1.462 mm | Bezugswert | keiner | |
| Tabellenwert 20 × 1,75 | 1.479 mm | +1,2 % | 116 m zu viel | |
| Rechnung aus Zollangabe | 1.596 mm | +9,2 % | 916 m zu viel | |
| Abgerollt, Reifendruck 1,5 bar | 1.451 mm | −0,8 % | 75 m zu wenig | |
| Abgerollt ohne Belastung | 1.471 mm | +0,6 % | 62 m zu viel |
1.462 Millimeter, selbst abgerollt
Der Radumfang wurde bestimmt, indem das Kind auf dem Rad saß, das Ventil unten stand, eine Markierung auf den Boden gesetzt wurde und nach drei vollen Umdrehungen wieder. Die Strecke betrug 4.386 Millimeter, geteilt durch drei ergibt das 1.462 Millimeter.
Die üblichen Tabellen nennen für einen Reifen 20 mal 1,75 Zoll den Wert 1.479.
Der Unterschied von 17 Millimetern klingt nach nichts und ist 1,2 Prozent. Auf einer Fahrt von 10 Kilometern zeigt der Tacho damit 116 Meter zu viel an, und bei einer angezeigten Geschwindigkeit von 20 km/h fährt das Kind tatsächlich 19,8. Wer den Wert nicht aus der Tabelle, sondern aus der Zollangabe rechnet, landet bei 1.596 Millimetern und damit 9 Prozent daneben, weil die Zollangabe die Felgengröße meint und nicht den Abrollumfang.
Reifendruck verschiebt den Umfang
Dieselbe Messung wurde bei 1,5 und bei 2,5 bar wiederholt. Der Umfang lag bei 1.451 und 1.462 Millimetern, ein Unterschied von 11 Millimetern oder 0,8 Prozent. Ohne Kind auf dem Sattel waren es 1.471 Millimeter.
Damit ist die Reihenfolge klar: erst aufpumpen, dann aufsitzen, dann abrollen. Ein Kinderreifen verliert innerhalb von zwei Monaten spürbar Druck, und wer im Frühjahr kalibriert und im Sommer mit 1,5 bar fährt, hat einen Fehler von einem Prozent in der anderen Richtung. In dieser Größenordnung bleibt der Tacho für den Zweck brauchbar, für den er am Kinderrad hängt: die eigene Strecke sehen und stolz darauf sein.
Drei Millimeter Magnetabstand
Der Sensor am Gabelholm reagiert auf einen Magneten an einer Speiche. Der maximale Abstand, bei dem noch jede Umdrehung gezählt wurde, lag mit dem Messschieber bestimmt bei 2,5 bis 3,5 Millimetern je Gerät. Bei 4 Millimetern fehlten je nach Gerät zwischen 8 und 60 von 200 Umdrehungen, und die Anzeige sprang unregelmäßig.
Diese wenige Millimeter sind die häufigste Ursache für einen Tacho, der zeitweise nichts anzeigt. Prüfen lässt sich der Abstand mit einem Blatt Papier: zweimal gefaltet ergibt es etwa 0,4 Millimeter, sieben Lagen also knapp 3. Wichtig ist außerdem die Höhe: die Markierung am Sensor muss auf einer Linie mit dem Magneten liegen, und eine seitliche Verschiebung von 5 Millimetern kostete bei zwei Geräten die Hälfte der Zählungen.
Funk oder Kabel am Kinderrad
Die beiden kabelgebundenen Geräte zählten über 200 Umdrehungen fehlerfrei, die Funkgeräte verloren eine und drei. Kritisch wurde es beim Abstand zwischen Sensor und Anzeige: mit dem Sensor 40 Zentimeter vom Lenker entfernt, wie es bei einer tief montierten Federgabel vorkommt, fehlten 37 von 200 Umdrehungen.
Am Kinderrad spricht trotzdem einiges für Funk, und zwar das Kabel selbst: es läuft am Gabelholm entlang und wird beim Umkippen des Rads regelmäßig abgerissen. Bei drei von vier Stürzen im Prüfzeitraum riss die Zugentlastung am Kabeltacho, und einmal war das Kabel danach unbrauchbar. Wer sich für Kabel entscheidet, legt es in einer Schlaufe hinter den Bremszug und fixiert es mit drei Kabelbindern statt mit dem beiliegenden Klebeband.
Was ein Kind ablesen kann
Die Ziffernhöhe der Geschwindigkeitsanzeige liegt zwischen 6,5 und 9,5 Millimetern, gemessen am Display. Aus der Sitzposition eines achtjährigen Kindes beträgt der Abstand zum Lenker etwa 55 Zentimeter, und bei dieser Entfernung war die 6,5-Millimeter-Anzeige während der Fahrt nicht sicher lesbar, die 9,5-Millimeter-Anzeige dagegen mühelos.
Wichtiger als jede Zusatzfunktion ist die Zahl der Anzeigen: die beiden günstigen Geräte zeigen Geschwindigkeit und eine wählbare zweite Größe, die teureren fünf Zeilen gleichzeitig. Im Gebrauch schaute das Kind auf genau zwei Werte, die aktuelle Geschwindigkeit und die Tageskilometer, und suchte bei den fünfzeiligen Geräten regelmäßig danach. Ein einfaches Display ist hier das bessere.
Regen, Sturz und Halterung
Alle vier Geräte tragen eine Angabe zur Spritzwasserfestigkeit. Nach vier Fahrten im Regen und einer Nacht auf dem Balkon zeigte eines der Funkgeräte Feuchtigkeit unter der Anzeigefolie, die nach zwei Tagen in der Wohnung verschwand; die Funktion blieb erhalten. Ein bewusster Test mit dem Gartenschlauch war nicht Teil der Prüfung, weil kein Gerät eine entsprechende Angabe trägt.
Die Halterungen klemmen mit Kabelbindern oder Gummiringen auf Lenkerdurchmesser von 22 bis 32 Millimetern. Ein Kinderlenker hat 22,2 Millimeter, und bei zwei Halterungen musste ein Stück Gummi unterlegt werden, damit der Tacho nicht wandert. Nach zwölf Fahrten saß bei einem Gerät die Klemmung locker, was sich mit einem zweiten Kabelbinder dauerhaft lösen ließ.
Batterien und Laufzeit
Alle vier Geräte arbeiten mit Knopfzellen des Typs CR2032, die Funkgeräte mit einer zweiten Zelle im Sensor. Die Stromaufnahme der Anzeige wurde zu 12 Mikroampere im Ruhezustand und 45 Mikroampere bei aktiver Anzeige gemessen; bei einer Zellenkapazität von etwa 210 Milliamperestunden und einer Stunde Fahrt am Tag ergibt das rechnerisch rund 14 Monate.
Beim Wechsel verlieren drei der vier Geräte die eingestellte Gesamtkilometerzahl, und für ein Kind ist genau diese Zahl der Grund, warum der Tacho am Rad hängt. Vor dem Wechsel gehört sie deshalb abgeschrieben; zwei Geräte erlauben es, den Wert danach wieder einzutippen, zwei nicht. Der Radumfang muss in allen vier Fällen neu gesetzt werden, weshalb die abgerollte Zahl aus Abschnitt 01 in die Bedienungsanleitung notiert wird.
Was der Vergleich gegen Satellitendaten ergab
Auf einer abgemessenen Runde von 4,20 Kilometern wurden Tachoanzeige und eine Satellitenaufzeichnung verglichen. Mit dem abgerollten Umfang zeigte der Tacho 4,21 Kilometer, mit dem Tabellenwert 4,26. Die Geschwindigkeitsanzeige wich bei gleichmäßiger Fahrt um 0,4 km/h ab, wobei nicht klar zuzuordnen ist, welches der beiden Geräte den besseren Wert liefert. Bei Kurven und häufigem Anhalten war die Satellitenaufzeichnung erkennbar schlechter, weil sie Positionen glättet und kurze Strecken verschluckt: auf einer engen Runde im Hof zeigte der Tacho 810 Meter, die Aufzeichnung 730. Ein Radsensor zählt Umdrehungen und irrt sich nur um den eingestellten Umfang, und genau das macht ihn am Kinderrad zum genaueren Gerät.
Wo diese Prüfung endet
Vier Geräte an einem Rad und einem Kind sind keine Marktübersicht. Die gemessenen Größen, also Magnetabstand, Ziffernhöhe und der Einfluss des Radumfangs, gelten allerdings unabhängig vom Gerät, weil sie aus der Bauart folgen und nicht aus der Ausführung.
Nicht geprüft wurde die Haltbarkeit über eine Saison, und gerade sie entscheidet bei einem Kinderrad, das im Winter im Schuppen steht. Bekannt schwach sind die Kontakte im Batteriefach, die bei Feuchte korrodieren; sichtbar wurde davon in zwölf Wochen nichts. Ebenso offen bleibt, wie lange ein Kind sich für die Zahlen interessiert, und diese Frage entscheidet über den Nutzen mehr als jede Messung.
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| Gerät | Ziffernhöhe | Größter Magnetabstand | Fehlende Umdrehungen | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Kabelgebunden, 9 € | 6,5 mm | 3,0 mm | 0 von 200 | |
| Kabelgebunden, 14 € | 8,0 mm | 3,5 mm | 0 von 200 | |
| Funk, 22 € | 8,0 mm | 2,5 mm | 3 von 200 | |
| Funk, 34 € | 9,5 mm | 2,5 mm | 1 von 200 | |
| Funk, 22 €, Sensor 40 cm entfernt | 8,0 mm | 2,5 mm | 37 von 200 |
Häufige Fragen
Wie ermittelt man den Radumfang richtig?
Mit dem Kind auf dem Rad, Ventil unten, eine Markierung auf den Boden, nach drei vollen Umdrehungen wieder markieren und die Strecke durch drei teilen. Am 20-Zoll-Rad ergab das 1.462 mm gegenüber 1.479 mm aus der Tabelle, also 1,2 Prozent Unterschied.
Wie stark wirkt ein falscher Radumfang?
Direkt proportional. Der Tabellenwert zeigte auf 10 km 116 Meter zu viel an; wer den Umfang aus der Zollangabe rechnet, liegt mit 1.596 mm um 9 Prozent und damit über 900 Meter daneben, weil die Zollangabe die Felgengröße meint.
Wie groß darf der Abstand zwischen Magnet und Sensor sein?
2,5 bis 3,5 mm je Gerät. Bei 4 mm fehlten zwischen 8 und 60 von 200 Umdrehungen. Prüfen lässt sich das mit sieben Lagen Papier, die etwa 3 mm ergeben; auch die Höhe muss stimmen, 5 mm seitlicher Versatz kostete die halbe Zählung.
Funk oder Kabel für ein Kinderrad?
Beides geht. Die Kabelgeräte zählten fehlerfrei, die Funkgeräte verloren eine bis drei von 200 Umdrehungen und bei 40 cm Sensorabstand 37. Dafür riss bei drei von vier Stürzen die Zugentlastung am Kabel: wer Kabel nimmt, legt es in einer Schlaufe und fixiert es mit Kabelbindern.
Welche Ziffernhöhe braucht ein Kind?
Mindestens 8 mm, besser 9,5. Aus der Sitzposition eines achtjährigen Kindes beträgt der Abstand zum Lenker etwa 55 cm, und bei 6,5 mm Ziffernhöhe war die Anzeige während der Fahrt nicht sicher lesbar.
Wie lange hält die Batterie?
Rechnerisch rund 14 Monate bei einer Stunde Fahrt am Tag. Die Anzeige zieht 12 Mikroampere im Ruhezustand und 45 im Betrieb, die Zelle CR2032 liefert etwa 210 Milliamperestunden. Funkgeräte brauchen eine zweite Zelle im Sensor.
Bleiben die Gesamtkilometer beim Batteriewechsel erhalten?
Bei drei von vier Geräten nicht. Der Wert gehört vor dem Wechsel abgeschrieben, zwei Geräte erlauben das Wiedereintippen. Der Radumfang muss in allen Fällen neu eingestellt werden, weshalb die abgerollte Zahl in die Anleitung notiert wird.
Ist ein Tacho genauer als eine Satellitenaufzeichnung?
Auf kurzen und kurvigen Strecken ja. Auf einer Runde von 4,20 km zeigte der Tacho mit abgerolltem Umfang 4,21 km, auf einer engen Hofrunde 810 gegenüber 730 Metern der Aufzeichnung, die kurze Strecken glättet und verschluckt.
Geprüft im Juli 2026