Prüfbericht / Sport & Freizeit
LED-Scheinwerfer fürs Motorrad im Test: Lux, Hell-Dunkel-Grenze, Strom
Ein Scheinwerfer wird nach drei Größen beurteilt, die alle an einer Wand messbar sind: die Beleuchtungsstärke in einer definierten Entfernung, die Breite des ausgeleuchteten Bereichs und die Schärfe der Hell-Dunkel-Grenze. Dazu kommen bei einem Umbau von Halogen auf Leuchtdioden zwei technische Fragen: was die geringere Stromaufnahme für die Lichtmaschine bedeutet und wie die Wärme abgeführt wird. Geprüft wurden ein vollständiger LED-Scheinwerfer, ein LED-Zusatzscheinwerfer und ein Halogenscheinwerfer als Bezug.
Geprüft34 Lux in 10 Metern und 2,8 Ampere weniger Last. Die scharfe Grenze verlangt eine genaue Einstellung.
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| Scheinwerfer | Abblendlicht mittig | Fernlicht mittig | Ausgeleuchtete Breite | Befund |
|---|---|---|---|---|
| LED-Scheinwerfer, komplett | 34 lx | 78 lx | 9,8 m | |
| Halogen H4, 55/60 W | 21 lx | 52 lx | 8,4 m | |
| LED-Zusatzscheinwerfer, Paar | entfällt | 44 lx zusätzlich | 6,2 m | |
| LED komplett plus Zusatz | 34 lx | 122 lx | 11,4 m | |
| Mindestwert nach Prüfvorgabe | entfällt | entfällt | entfällt | |
| Reichweite bis 1 lx auf der Straße | 112 m | 76 m | entfällt |
Vierunddreißig gegen 21 Lux
Mit einem Luxmeter in 10 Metern Abstand auf Höhe der Scheinwerfermitte lieferte der LED-Scheinwerfer im Abblendlicht 34 Lux, der Halogenscheinwerfer 21. Im Fernlicht lagen die Werte bei 78 und 52 Lux, mit zusätzlichen LED-Scheinwerfern bei 122.
Zweiundsechzig Prozent mehr Beleuchtungsstärke sind deutlich, aber nicht das Entscheidende: die Reichweite bis zu einer Beleuchtungsstärke von 1 Lux auf der Straße lag bei 112 gegen 76 Metern, und das ist der Wert, der beim Fahren über die Sicht entscheidet. Bei 100 Kilometern je Stunde legt ein Motorrad in einer Sekunde 28 Meter zurück; 36 Meter mehr Reichweite entsprechen also gut einer Sekunde mehr Zeit zum Reagieren. Diese Rechnung ist der sachliche Kern der Umrüstung und beruht auf zwei Messungen, nicht auf einem Eindruck.
Vier Komma zwei Zentimeter Übergang
An der Hell-Dunkel-Grenze wurde der Abstand zwischen 80 und 20 Prozent der Beleuchtungsstärke bestimmt, an der Wand in 10 Metern Abstand: 4,2 Zentimeter beim LED-Scheinwerfer, 13,6 beim Halogenscheinwerfer.
Eine scharfe Grenze nutzt das Licht besser, weil weniger nach oben verloren geht, und blendet weniger: über der Grenze wurden 1,4 gegen 3,8 Lux aufgehellt. Sie hat aber eine Kehrseite, und die ist der wichtigste praktische Punkt dieses Berichts: bei einer Übergangsbreite von 4,2 Zentimetern führt eine Fehleinstellung von einem Grad zu 17 Zentimetern Verschiebung in 10 Metern, und damit liegt die Grenze entweder auf der Straße statt in der Ferne oder im Gesicht des Gegenverkehrs. Ein Halogenscheinwerfer verzeiht den Fehler durch seinen weichen Übergang, ein LED-Scheinwerfer nicht.
Einstellen mit einem Meter Wand
Die Einstellung wurde nach dem üblichen Verfahren geprüft: Motorrad senkrecht und belastet mit dem Fahrer 10 Meter vor einer Wand, Höhe der Scheinwerfermitte über dem Boden angerissen, und die Hell-Dunkel-Grenze auf einen Wert darunter gestellt, der sich aus dem vorgeschriebenen Neigungswinkel ergibt.
Bei einem Neigungswinkel von 1 Prozent liegt die Grenze in 10 Metern 10 Zentimeter unter der Scheinwerfermitte, bei 1,2 Prozent 12 Zentimeter. Der für das jeweilige Fahrzeug gültige Wert steht am Scheinwerfer oder in den Papieren. Nachgeprüft mit einer absichtlichen Verstellung um einen halben Grad nach oben stieg die Aufhellung über der Grenze von 1,4 auf 6,2 Lux, und die Reichweite auf der Straße nahm um 14 Meter ab, weil das Licht über die Straße hinausging. Beide Effekte treten gleichzeitig auf: falsch eingestellt blendet man und sieht weniger.
Zwei Komma acht Ampere frei
Im Abblendlicht zog der LED-Scheinwerfer 1,8 Ampere bei 13,8 Volt, der Halogenscheinwerfer 4,6. Das entspricht 25 gegen 63 Watt.
Bei einem älteren Motorrad mit einer Lichtmaschine von 200 Watt und einem Verbrauch von 63 Watt für das Abblendlicht, 21 Watt für Rücklicht und Instrumente sowie 30 Watt für die Zündung bleiben 86 Watt für die Batterie und Zubehör. Mit dem LED-Scheinwerfer sind es 124 Watt, also 44 Prozent mehr. Wer eine Heizweste mit 45 Watt oder Griffheizungen mit 30 Watt betreibt, gewinnt damit den Spielraum, der bisher fehlte. Nachgeprüft an einem Motorrad mit 200-Watt-Lichtmaschine stieg die Bordspannung bei Standgas mit LED von 12,9 auf 13,4 Volt, weil die Lichtmaschine bei niedriger Drehzahl weniger liefert als bei Fahrt.
Fünftausendsiebenhundert Kelvin und der Regen
Mit dem Kolorimeter lagen die Farbtemperaturen bei 5700 Kelvin für den LED-Scheinwerfer und 3200 Kelvin für den Halogenscheinwerfer. Tageslicht liegt bei 5500 bis 6500 Kelvin.
Kaltweißes Licht lässt Konturen und Schilder kontrastreicher erscheinen und ermüdet weniger. Bei Regen und Nebel kehrt sich der Vorteil teilweise um, weil kurzwelliges Licht an Tropfen stärker gestreut wird: nachgeprüft mit einem Sprühnebel zwischen Scheinwerfer und Messpunkt in 10 Metern fiel die Beleuchtungsstärke beim LED-Scheinwerfer um 34 Prozent, beim Halogenscheinwerfer um 26. Das ist der Grund, weshalb Nebelscheinwerfer traditionell gelb sind, und für ein Motorrad mit einem Scheinwerfer bleibt es ein Abwägen: bei Nässe etwas mehr Streuung gegen bei Trockenheit deutlich mehr Reichweite.
Zweiundsechzig Grad am Gehäuse
Nach 30 Minuten Betrieb im Stillstand ohne Fahrtwind zeigte das Infrarotthermometer am Gehäuse des LED-Scheinwerfers 62 Grad und am Halogenscheinwerfer 104. Der LED-Scheinwerfer hatte einen Kühlkörper mit 14 Rippen auf der Rückseite und keinen Lüfter.
Wärme ist bei Leuchtdioden der begrenzende Faktor: die Lichtleistung sinkt mit steigender Sperrschichttemperatur, und die Lebensdauer verkürzt sich. Nachgemessen fiel die Beleuchtungsstärke zwischen dem Einschalten und Minute 30 im Stillstand um 8 Prozent, bei Fahrt mit 50 Kilometern je Stunde nur um 2 Prozent, weil der Fahrtwind kühlt. Vor der Montage gehört daher geprüft, ob der Kühlkörper freisteht: bei einer Verkleidung mit engem Ausschnitt oder einem nachträglich eingebauten Steinschlagschutz wird die Kühlung wirkungslos, und das ist der häufigste Fehler bei einem solchen Umbau.
Die Kennzeichnung auf dem Glas
Am geprüften Komplettscheinwerfer waren auf dem Glas ein Genehmigungszeichen und die Angabe der Lichtfunktionen eingegossen, ebenso ein Pfeil, der die Ausrichtung angibt. Bei den Zusatzscheinwerfern war ebenfalls eine Kennzeichnung vorhanden.
Diese Zeichen sind die Grundlage für die Verwendung im öffentlichen Verkehr, und ohne sie ist ein Scheinwerfer für die Straße nicht verwendbar. Ebenfalls prüfbar ist der Umfang: eine Kennzeichnung gilt für den Scheinwerfer als Ganzes, nicht für eine einzelne eingesetzte Lampe. Wer Leuchtmittel in einem vorhandenen Reflektor tauscht, verlässt damit den Zustand, für den die Kennzeichnung erteilt wurde, und das betrifft die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs. Nachgesehen lagen dem Komplettscheinwerfer die Unterlagen mit der Genehmigungsnummer bei, was für die Vorführung bei einer Prüfstelle die relevante Beilage ist.
Zusatzscheinwerfer und die Grenzen der Montage
Die beiden Zusatzscheinwerfer lieferten 44 Lux zusätzlich in 10 Metern und verbreiterten den ausgeleuchteten Bereich von 9,8 auf 11,4 Meter. Ihre Stromaufnahme lag bei 1,4 Ampere je Stück.
Für die Montage gelten Vorgaben zur Höhe über dem Boden, zum Abstand vom Fahrzeugrand und zur Schaltung: Zusatzfernlicht darf nur gemeinsam mit dem Fernlicht leuchten, und dafür wurde ein Relais mit einem Steuerkabel an das Fernlicht gesetzt. Nachgeprüft schaltete die Kombination in beiden Richtungen ohne Verzögerung. Zwei praktische Punkte kamen hinzu: die Halter mussten mit Sicherungsscheiben gesetzt werden, weil sich zwei von vier Schrauben nach 400 Kilometern gelockert hatten, und die Kabelführung braucht Zugentlastung am Lenkkopf, weil der Lenkeinschlag 42 Grad beträgt und das Kabel bei jedem Einschlag bewegt wird.
Lichtstromrückgang und die Zahl, die zählt
Neunhundert Kilometer über vier Wochen sagen über Dichtungen, Feuchtigkeit im Gehäuse und den Lichtstromrückgang der Leuchtdioden über Jahre nichts, und der Rückgang ist die Größe, die bei Leuchtdioden die Lebensdauer definiert. Nachprüfbar waren Beleuchtungsstärke im Abblend- und Fernlicht, ausgeleuchtete Breite, Reichweite bis 1 Lux, Übergangsbreite der Hell-Dunkel-Grenze, Aufhellung darüber, Farbtemperatur, Verhalten im Sprühnebel, Stromaufnahme, Gehäusetemperatur mit und ohne Fahrtwind und die Wirkung einer Fehleinstellung.
Die brauchbarste Zahl ist dabei nicht der Gewinn an Lux, sondern der Verlust bei falscher Einstellung: ein halbes Grad zu hoch kostete 14 Meter Reichweite und vervierfachte die Aufhellung über der Grenze. Wer umrüstet, stellt danach mit der Wand ein oder lässt es in einer Werkstatt machen, und dieser Schritt ist bei einem scharf abgegrenzten Lichtbild kein Feinschliff, sondern die Bedingung dafür, dass die Messwerte auf der Straße ankommen.
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| Prüfpunkt | LED komplett | Halogen H4 | Bemerkung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Übergangsbreite der Grenze | 4,2 cm | 13,6 cm | auf 10 m Abstand | |
| Farbtemperatur | 5700 K | 3200 K | Kolorimeter | |
| Stromaufnahme Abblendlicht | 1,8 A | 4,6 A | bei 13,8 V | |
| Leistung Abblendlicht | 25 W | 63 W | gerechnet | |
| Gehäusetemperatur nach 30 min | 62 °C | 104 °C | Stillstand, ohne Fahrtwind | |
| Aufhellung über der Grenze | 1,4 lx | 3,8 lx | Blendung entgegenkommend | |
| Einschaltverzug bis volle Helligkeit | 0,1 s | 0,3 s | Stoppuhr aus Aufzeichnung |
Häufige Fragen
Wie viel heller ist ein LED-Scheinwerfer?
Im Abblendlicht 34 gegen 21 Lux in 10 Metern Abstand, im Fernlicht 78 gegen 52. Wichtiger ist die Reichweite bis 1 Lux auf der Straße: 112 gegen 76 Meter, was bei 100 Kilometern je Stunde gut einer Sekunde mehr Reaktionszeit entspricht.
Warum ist die Einstellung bei LED wichtiger?
Weil die Hell-Dunkel-Grenze schärfer ist: 4,2 Zentimeter Übergangsbreite gegen 13,6 beim Halogen. Ein Grad Fehleinstellung verschiebt die Grenze in 10 Metern um 17 Zentimeter. Ein halbes Grad zu hoch kostete 14 Meter Reichweite und hob die Aufhellung über der Grenze von 1,4 auf 6,2 Lux.
Wie wird der Scheinwerfer eingestellt?
Motorrad senkrecht und mit Fahrer belastet 10 Meter vor eine Wand, Höhe der Scheinwerfermitte anreißen und die Grenze um den vorgeschriebenen Neigungswert darunter legen: bei 1 Prozent sind das 10 Zentimeter, bei 1,2 Prozent 12. Der gültige Wert steht am Scheinwerfer oder in den Papieren.
Wie viel Strom spart die Umrüstung?
2,8 Ampere im Abblendlicht: 1,8 statt 4,6 Ampere bei 13,8 Volt, also 25 statt 63 Watt. Bei einer Lichtmaschine mit 200 Watt bleiben damit 124 statt 86 Watt für Batterie und Zubehör, was eine Heizweste mit 45 Watt möglich macht.
Ist kaltweißes Licht bei Regen schlechter?
Etwas. Im Sprühnebel fiel die Beleuchtungsstärke beim LED-Scheinwerfer mit 5700 Kelvin um 34 Prozent, beim Halogenscheinwerfer mit 3200 Kelvin um 26, weil kurzwelliges Licht an Tropfen stärker gestreut wird. Bei Trockenheit bleibt der Reichweitenvorteil deutlich größer.
Wie heiß wird ein LED-Scheinwerfer?
62 Grad am Gehäuse nach 30 Minuten im Stillstand, gegen 104 beim Halogenscheinwerfer. Die Lichtleistung fiel dabei um 8 Prozent, bei Fahrt mit 50 Kilometern je Stunde nur um 2. Der Kühlkörper muss freistehen; eine enge Verkleidung oder ein nachträglicher Steinschlagschutz macht die Kühlung wirkungslos.
Was bedeutet die Kennzeichnung auf dem Glas?
Sie gilt für den Scheinwerfer als Ganzes, nicht für eine einzelne eingesetzte Lampe. Wer nur das Leuchtmittel in einem vorhandenen Reflektor tauscht, verlässt den Zustand, für den die Kennzeichnung erteilt wurde, und das betrifft die Betriebserlaubnis. Dem geprüften Komplettscheinwerfer lagen die Unterlagen mit Genehmigungsnummer bei.
Was bringen Zusatzscheinwerfer?
44 Lux zusätzlich in 10 Metern und eine ausgeleuchtete Breite von 11,4 statt 9,8 Metern, bei 1,4 Ampere je Stück. Zusatzfernlicht darf nur gemeinsam mit dem Fernlicht leuchten, wofür ein Relais nötig ist; die Halter brauchen Sicherungsscheiben, weil sich zwei von vier Schrauben nach 400 Kilometern gelockert hatten.
Geprüft im Juli 2026