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Prüfbericht  /  Sport & Freizeit

Rennrad-Pedale ohne Klick im Test: Grip, Auflage, Gewicht

Wer am Rennrad ohne Klickbindung fahren will, hat drei Möglichkeiten: ein einfaches Plattformpedal, ein Pedal mit Pins oder eine Kombination aus Klickseite und Plattform. Verglichen wurden vier Pedale an Auflagefläche, Rutschsicherheit und Gewicht, dazu die Frage, wie viel Kraft eine fehlende Bindung tatsächlich kostet.

GeprüftEin Plattformpedal mit Pins hält den Schuh bis 38 Newton. Der Kraftverlust gegenüber Klick liegt unter fünf Prozent.

Vier Pedale am selben Rennrad, Auflagefläche aus der Trittfläche gerechnet, Rutschkraft waagerecht mit Federwaage am Schuh
PedalAuflageflächeRutschkraft mit TurnschuhGewicht je PaarBefund
Kunststoffplattform, 14 €68 cm²21 N312 g
Aluplattform mit 8 Pins, 39 €96 cm²38 N348 g
Aluplattform breit, 12 Pins, 59 €112 cm²44 N486 g
Kombipedal Klick und Plattform, 49 €54 cm²26 N398 g
Klickpedal zum Vergleichentfälltüber 300 N214 g

68 gegen 112 Quadratzentimeter

Die Auflagefläche wurde aus der tatsächlichen Trittfläche gerechnet, also der Länge mal Breite abzüglich der Aussparungen: 68 Quadratzentimeter beim einfachen Kunststoffpedal, 96 bei der Aluplattform mit acht Pins und 112 bei der breiten Version mit zwölf.

Die Fläche entscheidet über den Flächendruck unter dem Fuß. Bei 400 Newton Pedalkraft, wie sie bei kräftigem Antritt anliegen, verteilen sich diese auf 68 Quadratzentimeter mit 59 Kilopascal und auf 112 mit 36. In einem weichen Turnschuh war das im Selbstversuch nach 40 Kilometern als Druckstelle im Ballen spürbar, in einem Schuh mit steifer Sohle nicht. Die Sohle ist damit für den Komfort wichtiger als die Pedalfläche, und beides zusammen ergibt das Ergebnis.

Achtunddreißig Newton, dann rutscht der Schuh

Für diese Messung wurde der Schuh auf das Pedal gestellt, mit 300 Newton senkrecht belastet und mit einer Federwaage waagerecht nach hinten gezogen, bis er verrutschte. Das Kunststoffpedal hielt 21 Newton, die Aluplattform mit Pins 38 und die breite Version 44. Ein eingeklickter Rennradschuh löste sich bis 300 Newton nicht.

Achtunddreißig Newton sind rund 4 Kilogramm, und diese Kraft tritt beim Rundtritt in der Zugphase auf, also wenn der Fuß nach oben und hinten zieht. Ohne Bindung geht diese Phase verloren, weil der Fuß dann vom Pedal abheben würde. Praktisch bedeutet das: mit Pins bleibt der Fuß in der Druckphase sicher, die Zugphase entfällt, und darüber wie viel das kostet gibt Abschnitt 04 die gemessene Antwort.

Nasse Pins und der Unterschied

Dieselbe Messung wurde mit nassem Schuh und nassem Pedal wiederholt. Beim Kunststoffpedal fiel die Rutschkraft von 21 auf 9 Newton, also um 57 Prozent, bei der Aluplattform mit Pins von 38 auf 31 und damit nur um 18 Prozent.

Die Pins greifen in die Gummisohle und arbeiten mechanisch, während eine glatte Kunststofffläche allein von der Haftreibung lebt und bei Wasser ihre Griffigkeit verliert. Für Fahrten bei Regen ist der Unterschied damit größer als bei Trockenheit, und genau dort ist ein wegrutschender Fuß am gefährlichsten. Nach 800 Kilometern waren die Pins um 0,4 Millimeter abgetragen und die Rutschkraft lag bei 34 statt 38 Newton; einzeln schraubbare Pins kosten im Satz 8 Euro.

Was die fehlende Bindung kostet

Dieselbe Steigung von 6 Prozent über 800 Meter wurde je dreimal gefahren, mit einer Herzfrequenz von 155 Schlägen je Minute als Vorgabe. Mit Klickpedal und Rennradschuh dauerte es 3:04 Minuten, mit Plattform und Pins in Turnschuhen 3:11.

Das sind 3,8 Prozent mehr Zeit bei gleicher Herzfrequenz. Ein Teil davon entfällt auf die weiche Sohle und nicht auf die fehlende Bindung: mit einem Wanderschuh mit steifer Sohle auf demselben Pedal waren es 3:09 Minuten, also 2,7 Prozent. Der reine Bindungsanteil liegt damit bei etwa drei Prozent, was auf einer Tagestour von vier Stunden sieben Minuten bedeutet. Für Wettkämpfe zählt das, für Alltagsfahrten praktisch nicht.

Die Sohle ist der größere Hebel

Die Steifigkeit der Sohle wurde gemessen, indem der Schuh in eine Vorrichtung eingespannt und der Vorfuß mit 200 Newton belastet wurde: der Turnschuh bog sich um 11 Millimeter durch, der Wanderschuh um 4 und der Rennradschuh um 0,6.

Diese Durchbiegung ist verlorene Bewegung, und sie erklärt den größeren Teil der 3,8 Prozent aus dem Fahrversuch. Wer ohne Klick fahren will und die Kraft nicht verschenken möchte, kauft deshalb keine anderen Pedale, sondern einen Schuh mit steifer Sohle. Feste Freizeitschuhe mit einer eingelegten Kunststoffplatte in der Sohle liegen bei 3 bis 5 Millimetern Durchbiegung und kosten 60 bis 90 Euro, was den Nutzen jedes Pedalwechsels übersteigt.

Das Kombipedal und seine Kompromisse

Das Kombipedal hat auf einer Seite eine Klickmechanik und auf der anderen eine Plattform, die mit 54 Quadratzentimetern die kleinste im Feld ist. Die Rutschkraft mit Turnschuh lag bei 26 Newton, weil die Fläche schmal ist und keine Pins hat.

Nachgemessen wurde außerdem, wie oft die Plattform beim Einsteigen nach unten hängt: bei zwanzig Anfahrten musste das Pedal in 11 Fällen mit dem Fuß gedreht werden, weil die schwerere Klickseite unten stand. Für ein Rad, das im Wechsel mit Rennradschuhen und mit Straßenschuhen gefahren wird, ist das Pedal dennoch die sinnvollste Lösung; für reinen Straßenschuhbetrieb ist eine Plattform mit Pins in jeder gemessenen Hinsicht besser.

Gewicht und Lagerspiel

Die Pedale wiegen zwischen 214 Gramm je Paar beim Klickpedal und 486 beim breiten Plattformpedal. Der Unterschied von 272 Gramm entspricht bei einem Rennrad von 8,5 Kilogramm gut drei Prozent des Radgewichts und ist an rotierender Masse an der Kurbel bemerkbar, aber nicht messbar in Fahrzeiten.

Wichtiger ist das Lagerspiel. Am Umfang der Trittfläche mit dem Messschieber abgenommen lag es neu zwischen 0,1 und 0,3 Millimetern. Nach 800 Kilometern zeigte das günstigste Pedal 0,8 Millimeter, die anderen unverändert. Spürbar wird Spiel ab etwa 1 Millimeter als Klacken im Tritt, und die beiden Aluplattformen haben nachstellbare Lager mit Konus und Kontermutter, das Kunststoffpedal nicht.

Gewinde, Montage und die vertauschte Seite

Pedalgewinde sind seitenabhängig: das rechte hat Rechtsgewinde, das linke Linksgewinde, damit sich die Pedale im Fahrbetrieb nicht lösen. Beide sind mit R und L gekennzeichnet, bei zwei der vier geprüften Pedale nur auf der Achse und erst nach dem Abwischen des Fetts lesbar.

Angezogen werden sie mit 35 bis 40 Newtonmetern; mit dem Drehmomentschlüssel geprüft lagen zwei ab Werk vormontierte Pedale bei 22 und 26. Ein zu locker sitzendes Pedal arbeitet sich in das Aluminiumgewinde der Kurbel ein, und ein ausgerissenes Kurbelgewinde kostet die Kurbel. Ein Tropfen Montagepaste auf dem Gewinde verhindert das Festfressen zwischen Stahlachse und Aluminiumkurbel; ohne Paste ließ sich ein nach 800 Kilometern eingebautes Pedal nur mit 74 Newtonmetern lösen, also mit fast dem Doppelten des Anzugsmoments.

Was ohne Bindung sicherer ist

Ein Punkt spricht klar für Plattformpedale, und er lässt sich zählen: in Stadtverkehr mit häufigem Anhalten stand der Fuß nach dem Bremsen sofort auf dem Boden. Über eine Woche Pendelfahrten mit 42 Ampeln kam es mit Klickpedalen zu drei Situationen, in denen der Fuß beim Anhalten nicht aus der Bindung kam, mit Plattform zu keiner.

Auch das Anfahren am Berg ist ohne Bindung einfacher, weil das Pedal nicht getroffen werden muss. Wer ein Rennrad überwiegend zum Pendeln nutzt, gewinnt damit mehr als die drei Prozent aus Abschnitt 04. Aus derselben Rechnung folgt die Grenze: bei Fahrten über 100 Kilometer und bei Steigungen ist eine Bindung im Vorteil, weil dort der Rundtritt und die feste Fußposition über Stunden wirken.

Wozu 800 Kilometer nicht reichen

Über die Lagerlebensdauer sagen 800 Kilometer wenig, und über die Haltbarkeit der Achse noch weniger. Prüfbar bleibt das Spiel, gemessen am Umfang der Trittfläche, und ab einem Millimeter gehört ein Lager nachgestellt oder das Pedal getauscht.

Nicht Teil dieser Prüfung war die Verwendung von Riemen oder Körbchen, die eine teilweise Bindung ohne Klickmechanik herstellen. Sie ändern die Rutschkraft grundlegend und bringen eine eigene Frage mit, nämlich wie schnell der Fuß im Notfall herauskommt. Wer diesen Weg erwägt, findet in den 38 Newton aus Abschnitt 02 den Vergleichswert, gegen den sich jede solche Lösung messen lässt.

Kraftübertragung und Trittgefühl, dieselbe Steigung von 6 Prozent über 800 m, je drei Fahrten mit gleicher Herzfrequenz
KombinationZeitTrittfrequenzBemerkungBefund
Klickpedal, Rennradschuh3:04 min82/minBezugswert
Plattform mit Pins, Turnschuh3:11 min79/min3,8 % langsamer
Plattform mit Pins, Wanderschuh3:09 min80/minsteifere Sohle
Kunststoffplattform, Turnschuh3:18 min76/minFuß wanderte
Kombipedal, Klickseite, Rennradschuh3:05 min82/minwie Klickpedal

Häufige Fragen

Wie viel Kraft kostet der Verzicht auf Klickpedale?

Etwa drei Prozent. Auf einer Steigung von 6 Prozent über 800 Meter bei gleicher Herzfrequenz dauerte es mit Klickpedal 3:04 Minuten, mit Plattform und Pins in Turnschuhen 3:11 und mit steifer Wanderschuhsohle 3:09. Der Rest entfällt auf die Sohle.

Wie gut halten Plattformpedale den Fuß?

Eine Aluplattform mit acht Pins hielt 38 Newton waagerechte Zugkraft, die breite Version mit zwölf Pins 44 und ein einfaches Kunststoffpedal nur 21. Ein eingeklickter Rennradschuh löste sich bis 300 Newton nicht.

Was passiert bei Regen?

Beim Kunststoffpedal fiel die Rutschkraft von 21 auf 9 Newton, also um 57 Prozent, bei der Aluplattform mit Pins nur von 38 auf 31. Die Pins greifen mechanisch in die Sohle, eine glatte Fläche lebt allein von der Haftreibung.

Welcher Schuh gehört auf ein Plattformpedal?

Einer mit steifer Sohle. Unter 200 Newton Vorfußlast bog sich ein Turnschuh um 11 Millimeter durch, ein Wanderschuh um 4 und ein Rennradschuh um 0,6. Diese Durchbiegung ist verlorene Bewegung und wirkt stärker als die Wahl des Pedals.

Lohnt sich ein Kombipedal mit Klick- und Plattformseite?

Für den Wechselbetrieb ja. Die Plattformseite ist mit 54 Quadratzentimetern die kleinste im Feld und hielt nur 26 Newton, und bei zwanzig Anfahrten musste das Pedal elfmal gedreht werden, weil die schwerere Klickseite unten stand.

Wie viel wiegen Plattformpedale mehr?

272 Gramm je Paar mehr als ein Klickpedal, das mit 214 Gramm das leichteste ist. Bei einem Rennrad von 8,5 Kilogramm sind das gut drei Prozent des Radgewichts.

Nutzen sich die Pins ab?

Ja, aber langsam. Nach 800 Kilometern waren sie um 0,4 Millimeter abgetragen und die Rutschkraft lag bei 34 statt 38 Newton. Einzeln schraubbare Ersatzpins kosten im Satz 8 Euro.

Wann sind Plattformpedale die bessere Wahl?

Im Stadtverkehr. Über eine Woche Pendelfahrten mit 42 Ampeln gab es mit Klickpedalen drei Situationen, in denen der Fuß beim Anhalten nicht aus der Bindung kam, mit Plattform keine. Bei Fahrten über 100 Kilometer und im Gebirge ist eine Bindung im Vorteil.

Geprüft im Juli 2026