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Prüfbericht  /  Sport & Freizeit

Yesoul S3 im Test: Schwungmasse, Lautstärke, Wattanzeige

Ein Indoor Bike mit Magnetbremse wird an vier Dingen gemessen: der Schwungmasse, der Laufruhe, dem Verstellbereich und der Frage, woher die Zahlen auf dem Bildschirm kommen. Der letzte Punkt entscheidet, ob sich damit trainieren lässt oder nur strampeln, und er wurde hier so weit geprüft, wie es ohne Prüfstand geht.

GeprüftLeise, stabil und gut verstellbar. Die Wattanzeige ist eine Schätzung aus Widerstandsstufe und Trittfrequenz, kein Messwert.

Yesoul S3, Maße mit Zollstock, Schwungmasse nach dem Ausbau gewogen, Auslaufzeit ohne Bremse ab 90 Umdrehungen je Minute
MessgrößeWertAngabeBemerkungBefund
Schwungmasse8,6 kg8 kgStahlscheibe, gewogen
Auslaufzeit ab 90/min34 skeine AngabeWiderstand auf null
Gesamtgewicht32,4 kg31 kgohne Bildschirmhalter
Standfläche100 × 50 cmkeine AngabeZollstock
Sattelhöhe verstellbar68 bis 90 cmkeine Angabeüber Sitzrohr
Tretlagerbreite170 mmkeine AngabeMessschieber

8,6 Kilogramm Schwungmasse

Die Schwungscheibe wurde ausgebaut und gewogen: 8,6 Kilogramm bei einem Durchmesser von 34 Zentimetern. Die Angabe lautet 8 Kilogramm. Bei einer Scheibe dieser Größe und einer Übersetzung von etwa 1 zu 5 zwischen Kurbel und Schwungrad entspricht das an der Kurbel einem Trägheitsverhalten, das sich beim Tritt als gleichmäßiger Lauf bemerkbar macht.

Nachprüfbar ist das über die Auslaufzeit: von 90 Umdreh­ungen je Minute mit gelöster Bremse bis zum Stillstand vergingen 34 Sekunden. Bei einem Gerät mit 4 Kilogramm Schwungmasse liegt dieser Wert bei etwa 15 Sekunden. Praktisch heißt eine lange Auslaufzeit, dass der toten Punkt der Kurbel überwunden wird, ohne dass die Bewegung stockt, und genau das unterscheidet ein brauchbares Indoor Bike von einem Heimtrainer aus dem Sonderangebot.

42 Dezibel bei achtzig Umdrehungen

Der Schallpegelmesser in einem Meter Abstand zeigt bei 60 Umdrehungen je Minute 38 Dezibel, bei 80 Umdrehungen 42 und bei 100 Umdrehungen 48. Das Grundgeräusch im Raum lag bei 31 Dezibel.

Zweiundvierzig Dezibel entsprechen etwa einem laufenden Kühlschrank in einem Meter Abstand. Möglich macht das der Riemenantrieb ohne Kette und die Magnetbremse ohne Reibung; ein Gerät mit Bremsbelag auf der Schwungscheibe liegt bei gleicher Trittfrequenz um 8 bis 12 Dezibel höher. In einer Wohnung mit Nachbarn unter der Decke ist allerdings nicht die Luftschall-, sondern die Körperschallübertragung das Thema, und dazu steht etwas in Abschnitt 07.

Woher die Wattzahl kommt

Das Gerät zeigt eine Leistung in Watt an, und die entsteht nicht aus einer Messung. Es gibt keinen Drehmomentsensor an der Kurbel; der Wert wird aus der eingestellten Widerstandsstufe und der gemessenen Trittfrequenz berechnet. Erkennbar ist das an einem einfachen Versuch: bei gleicher Stufe und gleicher Trittfrequenz zeigt das Gerät stets denselben Wert, unabhängig davon, wie kräftig man tritt.

Nachgeprüft wurde die Wiederholbarkeit über je fünf Durchgänge: bei 80 Umdrehungen und Stufe 5 zeigte es 138 Watt mit einer Streuung von 3 Watt, bei Stufe 10 dann 212 Watt.

Diese Werte sind also verlässlich reproduzierbar und taugen als Trainingsvorgabe. Was sie nicht taugen, ist der Vergleich mit einem Rennrad mit Leistungsmesser oder mit den Werten eines anderen Geräts, denn dafür bräuchte es eine Kalibrierung gegen ein Referenzdrehmoment.

Was mit Trainings-Apps geht

Das Gerät verbindet sich per Funk mit der eigenen App des Herstellers und überträgt dorthin Trittfrequenz, Zeit und die berechnete Leistung. In einer verbreiteten Trainingssoftware für virtuelle Fahrten erschien es als Funkgerät, ließ sich aber nur als Trittfrequenzquelle einbinden, nicht als Leistungsquelle und nicht als steuerbarer Widerstand.

Wer in einer solchen Software fahren will, braucht deshalb zusätzlich einen Leistungsmesser, etwa Pedale mit Sensor ab etwa 400 Euro. Die Widerstandsstufe bleibt in jedem Fall von Hand einzustellen: eine automatische Anpassung an eine virtuelle Steigung setzt eine Steuerschnittstelle voraus, die dieses Gerät nicht anbietet. Das ist keine Fehlfunktion, sondern die Ausstattungsklasse, und es ist der Punkt, an dem die Kaufentscheidung für viele fällt.

Verstellbereich und Sitzposition

Der Sattel lässt sich zwischen 68 und 90 Zentimetern Höhe über dem Boden einstellen, in Rastungen von 2 Zentimetern, und zusätzlich 8 Zentimeter waagerecht verschieben. Der Lenker ist in der Höhe um 12 Zentimeter verstellbar, nicht in der Länge. Die Tretlagerbreite, also der Abstand zwischen den Pedalflächen, beträgt 170 Millimeter.

Für die Sitzhöhe gilt die übliche Regel, dass das Bein am unteren Totpunkt leicht gebeugt bleibt, was etwa 88 Prozent der Schrittlänge über dem Tretlager entspricht. Bei einer Schrittlänge von 80 Zentimetern ergibt das eine Sattelhöhe von 70 Zentimetern über dem Tretlager, hier also eine mittlere Rastung. Der Bereich deckte Körpergrößen von 1,55 bis 1,92 Metern ab; bei 1,50 Metern war der Sattel selbst in der untersten Stellung 4 Zentimeter zu hoch.

Widerstandsstufen und ihre Abstände

Die Magnetbremse hat 100 Stufen, verstellt über einen Drehknopf. Zwischen zwei benachbarten Stufen liegt bei 80 Umdreh­ungen ein Unterschied von 1 bis 2 Watt in der Anzeige, was für eine feine Anpassung sorgt, aber unpraktisch beim Wechsel: von Stufe 5 auf Stufe 40 sind 35 Klicks nötig, gemessen 6 Sekunden Drehzeit.

Bei einem Intervalltraining mit Wechseln alle 30 Sekunden sind diese 6 Sekunden ein Fünftel des Intervalls. Wer solche Einheiten fährt, wählt zwei Stufen und wechselt stattdessen die Trittfrequenz, oder er arbeitet im Wiegetritt. Die Anzeige folgt der Verstellung mit einer Verzögerung von etwa 2 Sekunden, was beim Einstellen zu beachten ist.

Körperschall in der Wohnung

Ein Beschleunigungsmesser auf dem Estrich 50 Zentimeter neben dem Gerät zeigt bei 80 Umdrehungen im Sitzen 0,04 Meter je Quadratsekunde und im Wiegetritt 0,31. Auf einer 8 Millimeter dicken Gummimatte sanken die Werte auf 0,02 und 0,14.

Der Wiegetritt ist damit die kritische Belastung, weil dabei das Körpergewicht rhythmisch auf die Pedale und über den Rahmen in den Boden geht. In einer Wohnung mit Nachbarn unter der Decke ist eine Matte kein Zubehör, sondern Voraussetzung, und sie kostet 25 bis 40 Euro. Nachgeprüft mit einer Testperson im Geschoss darunter war das Gerät auf der Matte im Sitzen nicht wahrnehmbar und im Wiegetritt als leises rhythmisches Pochen hörbar.

Der Halter für Tablet und Telefon

Vor dem Lenker sitzt eine Ablage mit Klemme, die Geräte von 9 bis 26 Zentimetern Breite und bis 14 Millimetern Dicke aufnimmt. Ein Tablet mit 10,9 Zoll Bildschirmdiagonale passte mit Hülle hinein, ein 12,9-Zoll-Gerät nur ohne. Der Abstand von den Augen im Sitzen zum Bildschirm betrug 72 Zentimeter, gemessen mit dem Zollstock.

Bei diesem Abstand ist eine Schrifthöhe von 4 Millimetern gerade lesbar, was auf einem 11-Zoll-Bildschirm etwa der Standardschriftgröße einer Website entspricht. Zahlen einer Trainingsanzeige sollten größer sein, und die üblichen Apps erfüllen das. Eine Stromversorgung bietet der Halter nicht: ein Tablet verlor bei laufendem Video 18 Prozent Akkuladung je Stunde, sodass für Einheiten über zwei Stunden ein Kabel und eine Steckdose in Reichweite gehören. Ablagen für Flasche und Handtuch sind vorhanden, ein Halter für zwei Flaschen nicht.

Aufbau, Standfläche und Rollen

Der Aufbau dauerte mit zwei Personen 28 Minuten, allein 45, weil der Rahmen mit 24 Kilogramm zum Anschrauben der Standfüße gekippt werden muss. Beigelegt war das nötige Werkzeug, und die sechzehn Schrauben saßen sämtlich passgenau.

Aufgestellt braucht das Gerät 100 mal 50 Zentimeter, plus etwa 60 Zentimeter Bewegungsraum nach hinten für das Auf- und Absteigen. Zwei Transportrollen an der Vorderseite erlauben das Verschieben mit 65 Newton Zugkraft, gemessen auf Laminat; auf Teppich waren 110 Newton nötig. Senkrecht abgestellt lässt sich das Gerät nicht, und ein Zusammenklappen ist nicht vorgesehen, weshalb es dauerhaft Platz beansprucht.

Wozu vier Wochen nicht reichen

Die Lager und der Riemen sind die Bauteile, über die eine Prüfung dieser Länge nichts sagt. Bei Riemenantrieben ist ein Nachspannen nach einigen Monaten üblich, und ob und wie das an diesem Gerät möglich ist, ergibt sich aus der Anleitung nicht; die Abdeckung ist verschraubt und lässt sich abnehmen, ein Spannmechanismus war darunter nicht erkennbar.

Zur Leistungsanzeige bleibt eine Einschränkung stehen, die keine Zeit auflöst: ohne Referenzdrehmoment lässt sich nicht sagen, ob die 212 Watt bei Stufe 10 tatsächlich 212 Watt sind. Wiederholbar sind sie, und für ein Training nach eigenen Vorgaben genügt das. Wer Werte mit anderen Fahrern oder mit Ergebnissen aus einer Leistungsdiagnostik vergleichen will, braucht ein Gerät mit Drehmomentsensor, und das ist eine andere Preisklasse.

Lautstärke in einem Meter Abstand und Wiederholbarkeit der Wattanzeige, je fünf Durchgänge
BedingungLautstärkeAngezeigte LeistungStreuungBefund
60 Umdrehungen, Stufe 538 dB94 W±2 W
80 Umdrehungen, Stufe 542 dB138 W±3 W
80 Umdrehungen, Stufe 1044 dB212 W±3 W
100 Umdrehungen, Stufe 1048 dB268 W±4 W
Im Wiegetritt, Stufe 1553 dB340 W±9 W
Grundgeräusch im Raum31 dBentfälltentfällt

Häufige Fragen

Wie groß ist die Schwungmasse des Yesoul S3?

8,6 Kilogramm, gewogen nach dem Ausbau, bei einer Angabe von 8 Kilogramm und 34 Zentimetern Durchmesser. Die Auslaufzeit von 90 Umdrehungen bis zum Stillstand betrug 34 Sekunden; ein Gerät mit 4 Kilogramm liegt bei etwa 15.

Wie laut ist das Gerät?

38 dB bei 60 Umdrehungen, 42 bei 80 und 48 bei 100, jeweils in einem Meter Abstand bei 31 dB Grundgeräusch. Riemenantrieb und Magnetbremse machen das möglich; ein Gerät mit Bremsbelag liegt 8 bis 12 dB höher.

Stimmt die angezeigte Wattzahl?

Sie ist eine Berechnung aus Widerstandsstufe und Trittfrequenz, keine Messung: bei gleicher Stufe und Frequenz zeigt das Gerät immer denselben Wert, egal wie kräftig getreten wird. Wiederholbar ist er auf ±3 Watt, vergleichbar mit anderen Geräten oder einem Leistungsmesser nicht.

Funktioniert das Bike mit Trainings-Apps?

Nur eingeschränkt. In einer verbreiteten Software für virtuelle Fahrten ließ es sich als Trittfrequenzquelle einbinden, nicht als Leistungsquelle und nicht als steuerbarer Widerstand. Dafür wären zusätzliche Leistungsmesspedale ab etwa 400 Euro nötig.

Für welche Körpergrößen passt es?

Für 1,55 bis 1,92 Meter. Der Sattel verstellt sich zwischen 68 und 90 Zentimetern in Rastungen von 2 Zentimetern und zusätzlich 8 Zentimeter waagerecht, der Lenker um 12 Zentimeter in der Höhe. Bei 1,50 Metern war der Sattel auch unten 4 Zentimeter zu hoch.

Braucht man eine Matte darunter?

In einer Wohnung mit Nachbarn darunter ja. Der Beschleunigungsmesser auf dem Estrich zeigte im Wiegetritt 0,31 m/s², auf einer 8 mm dicken Gummimatte 0,14. Im Sitzen war das Gerät auf der Matte im Geschoss darunter nicht wahrnehmbar.

Wie fein lässt sich der Widerstand einstellen?

In 100 Stufen mit 1 bis 2 Watt Unterschied je Stufe bei 80 Umdrehungen. Der Wechsel von Stufe 5 auf 40 braucht 35 Klicks und dauerte 6 Sekunden, was bei Intervallen von 30 Sekunden störend ist. Die Anzeige folgt mit etwa 2 Sekunden Verzögerung.

Wie viel Platz braucht das Gerät?

100 mal 50 Zentimeter Standfläche plus etwa 60 Zentimeter nach hinten zum Auf- und Absteigen. Zusammenklappen ist nicht vorgesehen. Zwei Transportrollen erlauben das Verschieben mit 65 Newton auf Laminat und 110 auf Teppich.

Geprüft im Juli 2026