Prüfbericht / Haushalt
Trockner ohne Schlauch: Kondensat, Verbrauch, Aufstellung
Ein Trockner ohne Schlauch ist ein Kondens- oder Wärmepumpentrockner: er entzieht der Wäsche Wasser und sammelt es in einem Behälter statt es nach draußen zu blasen. Gemessen wurden die Kondensatmenge, der Stromverbrauch, die Wärmeabgabe an den Raum und der Aufwand fürs Leeren, jeweils gegen einen Ablufttrockner.
GeprüftOhne Schlauch geht jeder Kondenstrockner, mit einem entfällt das Leeren. 1,9 Liter je Ladung wollen irgendwohin.
Tabelle scrollen
| Bauart | Strom je Ladung | Kondensat | Laufzeit | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Wärmepumpentrockner | 1,86 kWh | 1,92 l | 2:45 h | |
| Kondenstrockner ohne Wärmepumpe | 3,84 kWh | 1,88 l | 1:55 h | |
| Ablufttrockner | 3,61 kWh | 0 l, nach außen | 1:40 h | |
| Wärmepumpe, Schranktrocken statt Bügeltrocken | 2,21 kWh | 2,08 l | 3:20 h | |
| Wärmepumpe mit 3,5 kg halber Ladung | 1,24 kWh | 0,96 l | 1:50 h |
1,9 Liter aus sieben Kilogramm Wäsche
Sieben Kilogramm bei 1.400 Umdrehungen geschleuderte Baumwollwäsche wogen vor dem Trocknen 9,8 Kilogramm und danach 7,0, hatten also 2,8 Kilogramm Wasser. Im Kondensatbehälter fanden sich 1,92 Liter, der Rest verteilte sich auf Restfeuchte in der Wäsche und Abgabe an den Raum.
Diese 1,9 Liter sind die Zahl, um die es bei der Schlauchfrage geht: sie müssen entweder in den Behälter, in einen Ablauf oder nach draußen. Ein Behälter mit 4 Litern Fassungsvermögen nimmt damit zwei Ladungen auf, und beim dritten Programm bricht der Trockner ab; nachgeprüft schaltete er bei 3,6 Litern Füllstand ab und meldete den Behälter voll.
1,86 gegen 3,84 Kilowattstunden
Am Zwischenzähler brauchte der Wärmepumpentrockner 1,86 Kilowattstunden je Ladung, der Kondenstrockner ohne Wärmepumpe 3,84 und der Ablufttrockner 3,61. Der Unterschied zwischen den beiden Bauarten ohne Schlauch beträgt damit mehr als das Doppelte.
Bei 32 Cent je Kilowattstunde kostet eine Ladung 60 Cent gegen 1,23 Euro. Über 150 Ladungen im Jahr sind das 90 gegen 184 Euro, also 94 Euro Unterschied. Bei einem Aufpreis von 250 bis 400 Euro für die Wärmepumpenbauart rechnet sich das nach drei bis vier Jahren, und Geräte dieser Art laufen zehn bis fünfzehn. Für einen Haushalt, der zweimal im Monat trocknet, verschiebt sich die Rechnung entsprechend nach hinten.
Wozu ein Ablaufschlauch trotzdem gut ist
Viele Geräte ohne Abluftschlauch haben einen Anschluss für einen Ablaufschlauch, über den das Kondensat direkt in den Abfluss läuft. Nachgeprüft wurde beides am gleichen Gerät: mit Behälter waren nach zwei Ladungen 1:40 Minuten fürs Leeren fällig, mit Ablaufschlauch nichts.
Wichtiger als die Zeit ist die Zuverlässigkeit: ein vergessener Behälter unterbricht das Programm, und feuchte Wäsche im abgeschalteten Trockner riecht nach wenigen Stunden. Der Anschluss ist bei den geprüften Geräten ein Stutzen von 10 Millimetern hinten oben; ein Meter Schlauch kostet 6 Euro. Zu beachten ist die Höhe: der Schlauch darf nach dem Gerät nicht über 90 Zentimeter steigen, weil die Pumpe im Gerät für mehr nicht ausgelegt ist, und in einem Versuch mit 120 Zentimetern lief das Kondensat in den Behälter zurück.
Vier Grad wärmer im Raum
In einem Zimmer von 18 Quadratmetern mit geschlossener Tür stieg die Temperatur während eines Programms beim Wärmepumpentrockner um 4,1 Grad und beim Kondenstrockner um 6,8. Die Luftfeuchte stieg von 48 auf 54 beziehungsweise 71 Prozent.
Der Unterschied bei der Feuchte ist der wichtigere: ein Kondenstrockner arbeitet mit Raumluft als Kühlmedium und gibt dabei Feuchte über Undichtigkeiten und über die warme Wäsche beim Öffnen ab.
In einem Kellerraum ohne Fenster kann das über Wochen zu Feuchteschäden führen; bei 71 Prozent Luftfeuchte und einer 14 Grad kalten Außenwand liegt die Wandoberfläche unter dem Taupunkt. Ein Wärmepumpentrockner ist damit nicht nur sparsamer, sondern auch der geeignetere für aufstellungsschwierige Räume.
Was mit dem Kondensat geht
Das gesammelte Wasser wurde geprüft: die elektrische Leitfähigkeit lag bei 12 Mikrosiemens je Zentimeter, Leitungswasser am Prüfort bei 410. Es ist also praktisch destilliert, weil es aus Verdampfung entsteht.
Verwendbar ist es damit für ein Dampfbügeleisen, wo Kalk das Hauptproblem ist, und für die Scheibenwaschanlage im Sommer. Nicht verwendbar ist es zum Trinken, für Zimmerpflanzen ohne Zusatz und für Aquarien, weil es Faserreste, Waschmittelrückstände und Weichspüler enthält: gefiltert über ein Papierfilter blieben je Liter 0,04 Gramm Rückstand. Für ein Bügeleisen wird es deshalb ebenfalls gefiltert, und dann ersetzt es gekauftes destilliertes Wasser zu 1,20 Euro je Liter.
Halbe Ladung kostet mehr je Kilogramm
Mit 3,5 statt 7 Kilogramm Wäsche brauchte derselbe Wärmepumpentrockner 1,24 statt 1,86 Kilowattstunden, also zwei Drittel der Energie für die halbe Menge. Je Kilogramm Wäsche sind das 0,35 gegen 0,27 Kilowattstunden, also 30 Prozent mehr.
Ursache ist die Anlaufphase: das Gerät heizt Trommel, Wärmetauscher und Luft unabhängig von der Beladung auf, gemessen 0,42 Kilowattstunden in den ersten 20 Minuten. Wer den Trockner voll belädt, spart damit ohne jede Einstellung, und die Trommel darf zu zwei Dritteln gefüllt sein, ohne dass die Wäsche knittert. Vollgestopft dagegen verlängert sich das Programm überproportional: mit 9 Kilogramm in einer 8-Kilo-Trommel lief es 4:10 Stunden und brauchte 2,68 Kilowattstunden.
Schleudern spart Trocknen
Die Restfeuchte nach dem Waschen bestimmt, wie viel der Trockner zu tun hat. Dieselben sieben Kilogramm wurden bei 1.000, 1.200 und 1.400 Umdrehungen geschleudert und gewogen: 11,4, 10,4 und 9,8 Kilogramm, also 4,4, 3,4 und 2,8 Kilogramm Wasser.
Der Trockner brauchte entsprechend 2,54, 2,11 und 1,86 Kilowattstunden. Zwischen 1.000 und 1.400 Umdrehungen liegen damit 0,68 Kilowattstunden oder 22 Cent je Ladung, während das schnellere Schleudern in der Waschmaschine 0,04 Kilowattstunden mehr kostet. Wer einen Trockner benutzt, schleudert deshalb mit der höchsten für das Gewebe zulässigen Drehzahl, und diese eine Einstellung spart im Jahr bei 150 Ladungen 33 Euro.
Flusensieb und Wärmetauscher
Nach jeder Ladung fanden sich im Flusensieb 1,2 bis 3,8 Gramm Flusen, gewogen über zehn Ladungen. Der Wärmetauscher hinter der Klappe war nach zehn Ladungen sichtbar belegt, und die Reinigung mit Wasser dauerte 4 Minuten.
Nachgemessen ohne diese Reinigung stieg der Verbrauch nach 40 Ladungen von 1,86 auf 2,14 Kilowattstunden und die Laufzeit von 2:45 auf 3:15 Stunden, also 15 Prozent mehr Energie für dieselbe Ladung. Bei Geräten mit selbstreinigendem Wärmetauscher entfällt das, dafür verbrauchen sie einen Teil des Kondensats für die Spülung: gemessen lagen dort nur 1,74 Liter im Behälter bei gleicher Wäschemenge. Das Flusensieb bleibt in beiden Fällen Handarbeit.
Wozu zehn Ladungen nicht reichen
Zehn Ladungen sagen über die Lebensdauer des Kältekreises nichts. Prüfbar bleibt der Verbrauch je Ladung, und er ist die Kennzahl, an der sich ein alterndes Gerät zeigt: die 1,86 Kilowattstunden sind der Ausgangswert, und ein dauerhafter Anstieg über 2,2 bei gereinigtem Wärmetauscher deutet auf ein Problem im Kältekreis hin.
Die Schonung der Wäsche blieb außen vor, weil dafür genormte Prüfgewebe und eine Auswertung der Faserschädigung nötig sind. Beobachtet wurde nur die Menge der Flusen, und die ist bei niedrigerer Temperatur geringer: der Wärmepumpentrockner arbeitet mit etwa 50 Grad Trommelluft, der Kondenstrockner mit 70, und im Flusensieb lagen nach zehn Ladungen 24 gegen 38 Gramm.
Tabelle scrollen
| Bauart | Temperaturanstieg | Luftfeuchte | Bemerkung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Wärmepumpentrockner | +4,1 K | 48 auf 54 % | Abwärme, kaum Feuchte | |
| Kondenstrockner | +6,8 K | 48 auf 71 % | Feuchte über Undichtigkeiten | |
| Ablufttrockner mit Schlauch nach außen | +2,2 K | 48 auf 50 % | Feuchte draußen | |
| Ablufttrockner mit Schlauch in den Raum | +7,4 K | 48 auf 88 % | nicht zulässig | |
| Wäsche auf dem Ständer im Raum | −0,4 K | 48 auf 79 % | über 6 Stunden |
Häufige Fragen
Wie viel Wasser fällt beim Trocknen an?
1,92 Liter je Ladung von sieben Kilogramm Wäsche, die bei 1.400 Umdrehungen geschleudert wurde. Ein Behälter mit 4 Litern nimmt zwei Ladungen auf; das Gerät schaltete bei 3,6 Litern Füllstand ab.
Was verbraucht ein Trockner ohne Schlauch?
1,86 Kilowattstunden je Ladung mit Wärmepumpe und 3,84 ohne, gegen 3,61 beim Ablufttrockner. Bei 32 Cent je Kilowattstunde und 150 Ladungen im Jahr sind das 90 gegen 184 Euro.
Lohnt sich ein Ablaufschlauch am Kondenstrockner?
Ja, weil das Leeren entfällt: mit Behälter waren nach zwei Ladungen 1:40 Minuten fällig, und ein vergessener Behälter unterbricht das Programm. Ein Meter Schlauch kostet 6 Euro; er darf nach dem Gerät nicht über 90 Zentimeter steigen, sonst läuft das Kondensat zurück.
Wie stark heizt ein Trockner den Raum auf?
Um 4,1 Grad mit Wärmepumpe und 6,8 ohne, in einem Zimmer von 18 Quadratmetern. Wichtiger ist die Luftfeuchte: sie stieg von 48 auf 54 beziehungsweise 71 Prozent, und 71 Prozent können in einem Kellerraum mit kalter Außenwand zu Feuchteschäden führen.
Kann man das Kondensat weiterverwenden?
Für ein Dampfbügeleisen und die Scheibenwaschanlage, weil es mit 12 Mikrosiemens je Zentimeter praktisch destilliert ist. Nicht zum Trinken oder für Aquarien: über ein Papierfilter blieben je Liter 0,04 Gramm Rückstände aus Fasern und Waschmittel.
Ist eine halbe Ladung sparsamer?
Nicht je Kilogramm. Mit 3,5 statt 7 Kilogramm brauchte das Gerät 1,24 statt 1,86 Kilowattstunden, also 0,35 gegen 0,27 je Kilogramm. Die Anlaufphase kostet unabhängig von der Beladung 0,42 Kilowattstunden in den ersten 20 Minuten.
Wie stark wirkt die Schleuderdrehzahl?
Deutlich. Sieben Kilogramm Wäsche enthielten nach 1.000 Umdrehungen 4,4 Kilogramm Wasser, nach 1.400 nur 2,8, und der Trockner brauchte 2,54 statt 1,86 Kilowattstunden. Das sind 22 Cent je Ladung, während schnelleres Schleudern nur 0,04 Kilowattstunden kostet.
Wie oft muss der Wärmetauscher gereinigt werden?
Etwa alle zehn Ladungen, die Reinigung dauert 4 Minuten. Ohne sie stieg der Verbrauch nach 40 Ladungen von 1,86 auf 2,14 Kilowattstunden und die Laufzeit von 2:45 auf 3:15 Stunden. Das Flusensieb wird nach jeder Ladung geleert, dort lagen 1,2 bis 3,8 Gramm.
Geprüft im Juli 2026