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Prüfbericht  /  Haushalt

Siebträger-Espressomaschine im Test: Brühdruck, Temperatur, Drucksieb

Auf Siebträgermaschinen dieser Preisklasse stehen 15 bar, und diese Zahl beschreibt die Pumpe im Leerlauf. Was am Kaffeekuchen ankommt und bei welcher Temperatur, wurde mit einem Manometer im Siebträger und einem Thermoelement am Sieb gemessen.

Bedingt8,6 bar am Kaffee sind richtig. 88 Grad und ±2,8 Kelvin sind es nicht.

Vier Messpunkte am Gerät, Manometer im Siebträger, Thermoelement direkt unter dem Duschsieb
MesspunktWertSollbereichBewertungBefund
Pumpendruck ohne Sieb15,2 barAngabe des HerstellersLeerlaufwert
Druck am Kaffeekuchen8,6 bar8 bis 10 barrichtig
Brühtemperatur am Sieb88,4 °C90 bis 94 °Czu niedrig
Schwankung über 30 s±2,8 Kunter 1 Khoch

Fünfzehn bar sind ein Leerlaufwert

Die Zahl auf dem Gehäuse beschreibt den Maximaldruck der Vibrationspumpe ohne Gegendruck. Gemessen ohne eingesetztes Sieb erreichte die Pumpe 15,2 bar, was die Angabe bestätigt und über den Espresso nichts sagt. Relevant ist der Druck am Kaffeekuchen, und der wird durch das Überdruckventil begrenzt. Mit einem Manometer im Siebträger und einem gleichmäßig verdichteten Kaffeekuchen lagen 8,6 bar an, also im Bereich, der für Espresso üblich ist.

Die verbreitete Werbezahl ist damit entzaubert und die Maschine gleichzeitig entlastet: 15 bar sind kein Qualitätsmerkmal, 9 bar am Kaffee sind das Ziel, und dieses Ziel erreicht das Gerät. Eine Maschine mit angegebenen 20 bar wäre in dieser Hinsicht nicht besser.

88 Grad sind der eigentliche Befund

Mit einem Thermoelement unmittelbar unter dem Duschsieb lag die Brühtemperatur bei 88,4 °C. Für Espresso gilt ein Bereich von 90 bis 94 °C als richtig, und bei 88 Grad bleibt ein Teil der löslichen Substanz zurück.

Gravierender war die Schwankung. Über einen Bezug von 30 Sekunden bewegte sich die Temperatur um ±2,8 Kelvin, weil der Thermoblock nachheizt und der Regler mit einem einfachen Zweipunktverhalten arbeitet.

Die Folge ist im Becher als Ungleichmäßigkeit von Bezug zu Bezug spürbar, und sie erklärt, warum dieselbe Einstellung an einem Tag funktioniert und am nächsten nicht. Es ist die Bauartgrenze dieser Preisklasse, und Geräte mit Temperaturregelung über einen Fühler im Kreislauf liegen bei ±0,5 Kelvin.

Der Kaltstart und der Trick, der wirkt

Direkt nach dem Aufheizen lag die Temperatur bei 84,1 °C, also vier Grad unter dem späteren Wert. Der Thermoblock ist heiß, die Brühgruppe und der Siebträger sind es nicht.

Wirksam war ein Leerbezug: 100 Milliliter Wasser durch den eingespannten, leeren Siebträger laufen lassen und die Tasse damit vorwärmen. Danach lag die Brühtemperatur bei 88,4 °C, also auf dem stabilen Wert.

Das Vorwärmen des Siebträgers ist bei dieser Bauart kein Ritual, sondern der einzige Weg zu wiederholbaren Ergebnissen. Ein kalter Metallsiebträger nimmt beim Bezug messbar Wärme aus dem Wasser, und 58 Gramm Messing bei 20 °C kühlen 40 Gramm Wasser um mehrere Grad ab.

Das Drucksieb macht keinen Espresso

Mitgeliefert war ein Drucksieb, also ein Siebeinsatz mit einer einzelnen kleinen Öffnung hinter dem Siebboden. Es baut den Widerstand selbst auf, statt ihn vom Kaffeekuchen zu verlangen, und macht damit den Mahlgrad nahezu unerheblich.

Aus 7 Gramm Pulver entstand damit ein 40-Gramm-Getränk mit 4,0 Prozent gelöstem Anteil. Ein Einzelsieb mit 16 Gramm frisch gemahlenem Kaffee kam auf 8,8 Prozent, also mehr als das Doppelte an Konzentration bei gleicher Getränkemenge.

Die Ausbeute lag bei beiden ähnlich, nämlich bei 22,9 und 22,0 Prozent, und genau das ist der Punkt: das Drucksieb extrahiert nicht schlechter, es extrahiert aus zu wenig Kaffee. Was herauskommt, ist ein dünnes Getränk mit einer Schaumdecke, die aus dem Ventil und nicht aus dem Kaffee stammt.

Was ein Einzelsieb verlangt

Mit einem Einzelsieb wird der Mahlgrad zur entscheidenden Größe, und damit die Mühle. Supermarktpulver im Einzelsieb ergab 6,1 Prozent gelösten Anteil und eine Ausbeute von 15,3 Prozent, also deutlich unter dem brauchbaren Fenster von 18 bis 22.

Es liegt am Mahlgrad: vorgemahlener Kaffee ist für Filterzubereitung ausgelegt und im Siebträger zu grob. Das Wasser läuft zu schnell durch, und der Bezug war nach 14 statt 28 Sekunden beendet.

Daraus folgt die Kostenwahrheit dieser Geräteklasse. Eine Siebträgermaschine für 80 € plus eine Mühle mit Kegelmahlwerk für 100 bis 150 € ergibt ein funktionierendes Gespann; dieselbe Maschine mit vorgemahlenem Kaffee liefert ein Ergebnis, für das ein Vollautomat nicht nötig gewesen wäre.

Die Dampfdüse und ihr Zeitproblem

Die Maschine hat einen Thermoblock, der zwischen Brüh- und Dampftemperatur umschaltet. Gemessen dauerte der Wechsel von Brühen auf Dampf 42 Sekunden, der Rückweg von Dampf auf Brühen 3 Minuten 10.

Der Rückweg ist der längere, weil abgekühlt werden muss, und ohne Abkühlung ist das Brühwasser zu heiß. Praktisch heißt das: zuerst der Espresso, dann die Milch, und für den zweiten Espresso 3 Minuten Pause oder einen Leerbezug zum Abkühlen.

Die Dampfleistung selbst reichte für 150 Milliliter Milch in 38 Sekunden auf 65 °C. Für zwei Portionen hintereinander sank die Leistung, weil der Thermoblock nachheizen muss, und die zweite Portion brauchte 55 Sekunden.

Was an dieser Maschine tauschbar ist

Drei Teile bestimmen das Ergebnis und sind bei vielen Geräten dieser Bauart genormt. Der Siebträger mit 51 oder 58 Millimetern Durchmesser, der Siebeinsatz und die Duschsiebdichtung.

Ein Einzelsieb passend zum Durchmesser kostet wenige Euro und ist die wirksamste Aufwertung überhaupt, sofern eine Mühle vorhanden ist. Zu prüfen ist der Durchmesser mit dem Messschieber, weil die Angabe im Handbuch oft fehlt.

Die Dichtung ist das Verbrauchsteil: nach etwa einem Jahr härtet sie aus, und dann tritt beim Bezug seitlich Wasser aus. Der Tausch kostet wenige Euro und zehn Minuten, und ohne diesen Tausch wird die Maschine als defekt eingeschätzt, obwohl sie es nicht ist.

Für wen sich der Siebträger lohnt

Mit dem Drucksieb und vorgemahlenem Kaffee liefert das Gerät ein dünnes Getränk, und für diesen Fall ist eine Filtermaschine oder eine Kapselmaschine die passendere Wahl. Das ist keine Frage des Preises, sondern der Zubereitung.

Mit Einzelsieb und Mühle liefert es Espresso mit 8,8 Prozent gelöstem Anteil bei richtiger Ausbeute, und das ist ein Ergebnis, das mit deutlich teureren Maschinen vergleichbar ist. Was fehlt, ist die Wiederholbarkeit, weil ±2,8 Kelvin Temperaturschwankung bleiben.

Die Maschine ist damit ein Einstieg in die Zubereitungsart und kein Einstieg in bequemen Kaffee. Wer bereit ist, Mahlgrad und Vorwärmen zu lernen, bekommt viel für wenig Geld; wer morgens einen Knopf drücken will, ist hier am falschen Gerät.

Manometer im Siebträger, Thermoelement unter dem Sieb

Der Druck wurde mit einem Manometer gemessen, das anstelle des Siebeinsatzes in den Siebträger eingesetzt wird, sodass der Wert an der Stelle des Kaffeekuchens entsteht. Der Leerlaufwert lief ohne Sieb bei offenem Auslauf.

Die Temperatur nahm ein Thermoelement Typ K unmittelbar unter dem Duschsieb ab, aufgezeichnet im Sekundenraster über den vollständigen Bezug, drei Bezüge je Zustand. Der gelöste Anteil entstand am digitalen Refraktometer an der auf 20 °C abgekühlten Probe.

Nicht bewertet wurde der Geschmack, für den eine Verkostungsgruppe nötig wäre. Die Angaben zur Dichtung beruhen auf einem Gerät über ein Jahr, und über die Haltbarkeit von Pumpe und Thermoblock steht hier nichts.

Drucksieb gegen Einzelsieb – gelöster Anteil am Refraktometer, Ausbeute gerechnet
SiebPulverGetränkGelöster AnteilAusbeuteBefund
Drucksieb, Supermarktpulver7,0 g40 g4,0 %22,9 %
Drucksieb, frisch gemahlen7,0 g40 g4,3 %24,6 %
Einzelsieb, frisch gemahlen16,0 g40 g8,8 %22,0 %
Einzelsieb, Supermarktpulver16,0 g40 g6,1 %15,3 %

Häufige Fragen

Was bedeuten 15 bar auf der Maschine?

Den Maximaldruck der Pumpe ohne Gegendruck, gemessen 15,2 bar. Am Kaffeekuchen lagen 8,6 bar an, weil ein Überdruckventil begrenzt, und das ist der Bereich, der für Espresso richtig ist. Eine Angabe von 20 bar wäre nicht besser.

Wie heiß ist das Brühwasser?

88,4 °C am Sieb, während für Espresso 90 bis 94 °C als richtig gelten. Die Schwankung über einen Bezug lag bei ±2,8 Kelvin, weil der Regler mit einfachem Zweipunktverhalten arbeitet; Geräte mit Fühler im Kreislauf liegen bei ±0,5.

Warum ist der erste Espresso anders?

Weil die Brühgruppe kalt ist: direkt nach dem Aufheizen lagen 84,1 statt 88,4 °C. Ein Leerbezug von 100 Millilitern durch den eingespannten leeren Siebträger bringt das Gerät auf den stabilen Wert und wärmt die Tasse.

Was macht das Drucksieb?

Es baut den Widerstand selbst auf, statt ihn vom Kaffeekuchen zu verlangen. Aus 7 Gramm Pulver entstand ein 40-Gramm-Getränk mit 4,0 Prozent gelöstem Anteil, gegen 8,8 Prozent aus 16 Gramm im Einzelsieb. Die Schaumdecke stammt aus dem Ventil.

Funktioniert vorgemahlener Kaffee im Einzelsieb?

Nein. Er ergab 6,1 Prozent gelösten Anteil und eine Ausbeute von 15,3 Prozent, also unter dem Fenster von 18 bis 22, weil er zu grob ist: der Bezug war nach 14 statt 28 Sekunden beendet.

Wie lange dauert der Wechsel zwischen Brühen und Dampf?

42 Sekunden von Brühen auf Dampf und 3 Minuten 10 zurück, weil der Thermoblock abkühlen muss. Erst der Espresso, dann die Milch; für den zweiten Espresso hilft ein Leerbezug zum Abkühlen.

Welche Teile lassen sich tauschen?

Siebeinsatz, Siebträger und Duschsiebdichtung, meist genormt auf 51 oder 58 Millimeter. Ein Einzelsieb kostet wenige Euro und ist die wirksamste Aufwertung. Die Dichtung härtet nach etwa einem Jahr aus, dann tritt seitlich Wasser aus.

Für wen ist die Maschine geeignet?

Für den Einstieg in die Zubereitungsart, zusammen mit einer Mühle: dann liefert sie 8,8 Prozent gelösten Anteil bei richtiger Ausbeute. Mit Drucksieb und vorgemahlenem Kaffee ist eine Filter- oder Kapselmaschine die passendere Wahl.

Geprüft im August 2026