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Prüfbericht  /  Haushalt

Nivona CafeRomatica 795 im Test: Brühtemperatur, Ausbeute, Verbrauch

Ein Vollautomat liefert in dreißig Sekunden ein Getränk, über dessen Qualität drei Zahlen entscheiden: Temperatur in der Tasse, gelöster Anteil und Ausbeute. Alle drei wurden für vier Getränke gemessen, dazu Verbrauch und Entkalkungsintervall.

Geprüft68 Grad in der Tasse, 21 Prozent Ausbeute. Vorwärmen bringt fünf Grad.

Vier Getränke gemessen – Temperatur in der Tasse, gelöster Anteil am Refraktometer, Ausbeute gerechnet
GetränkPulverGetränkTemperaturAusbeuteBefund
Espresso11,0 g40 g68,4 °C21,1 %
Espresso, Tasse vorgewärmt11,0 g40 g73,2 °C21,0 %
Café Crema9,5 g120 g71,6 °C20,4 %
Kaffee, große Tasse12,0 g180 g72,8 °C19,2 %

68 Grad in der Tasse und woher der Verlust kommt

Am Brühkopf arbeitet die Maschine mit rund 92 °C, in der kalten Tasse standen 68,4 °C. Der Verlust entsteht in zwei Schritten: an der kurzen Strecke durch den Auslauf und an der Tassenwand, die Wärme aufnimmt, statt sie zu behalten.

Die Rechnung dazu ist überschaubar. Eine Porzellantasse von 180 Gramm hat eine spezifische Wärmekapazität von etwa 0,8 kJ je Kilogramm und Kelvin. Um 40 Gramm Kaffee von 92 auf 68 °C abzukühlen, muss sie 24 Kelvin abnehmen, und genau das leistet ein kaltes Gefäß dieser Masse.

Vorgewärmt lag derselbe Espresso bei 73,2 °C, also 4,8 Kelvin höher. Das ist der größte Einzelgewinn, der sich an dieser Maschine ohne jede Einstellung erzielen lässt, und er kostet 20 Sekunden Heißwasser in die Tasse.

21 Prozent Ausbeute: die Maschine trifft das Fenster

Der gelöste Anteil im Espresso lag bei 5,8 %. Aus 40 Gramm Getränk und 11,0 Gramm Pulver folgt eine Extraktionsausbeute von 21,1 %, also innerhalb des brauchbaren Fensters von 18 bis 22 %.

Bei Café Crema mit 9,5 Gramm auf 120 Gramm Getränk kam die Ausbeute auf 20,4 %, bei der großen Tasse mit 12 Gramm auf 180 Gramm fiel sie auf 19,2 %. Die Reihenfolge ist logisch: je mehr Wasser über eine begrenzte Pulvermenge läuft, desto weiter sinkt der lösliche Rest.

Kritisch wird es erst bei der größten Menge. 180 Gramm aus 12 Gramm Pulver liegen am unteren Rand des Fensters, und wer regelmäßig große Tassen bezieht, sollte die Pulvermenge am Gerät um eine Stufe erhöhen statt an der Mahlstufe zu drehen.

Der Mahlgrad und das Fenster darunter

Das Mahlwerk ließ sich in fünf Stufen verstellen. Von der mittleren Stufe zwei Schritte feiner stieg der gelöste Anteil im Espresso von 5,8 auf 6,9 % und die Ausbeute auf 25,1 %, was sich als deutlich bitterer Nachgeschmack zeigte.

Zwei Schritte gröber fiel er auf 4,6 % und die Ausbeute auf 16,7 %, also unter das Fenster. Die Durchlaufzeit lag dabei bei 19 Sekunden gegen 31 in der Mitte.

Für die Praxis heißt das, dass die Werkseinstellung in der Mitte der fünf Stufen den brauchbaren Bereich schon trifft und Korrekturen einen Schritt betragen sollten. Verstellt wird außerdem nur bei laufendem Mahlwerk, sonst drückt sich das Bohnenmaterial im Werk fest.

1,3 Cent Strom je Tasse

Am Zwischenzähler brauchte ein Espresso 0,038 kWh, also 1,3 Cent bei 35 Cent je Kilowattstunde. Das Aufheizen aus dem kalten Zustand kostete 0,041 kWh und dauerte 24 Sekunden bis zum Startsignal.

In der Bereitschaft zog das Gerät 0,4 W. Dauerhaft am Netz sind das 3,5 kWh im Jahr oder 1,20 €, was gegenüber dem Kaffee selbst nicht ins Gewicht fällt und die Frage nach dem Ausschalten beantwortet: es lohnt sich energetisch nicht.

Es lohnt sich aber wasserseitig. Jeder Start- und Abschaltvorgang spülte 0,19 Liter durch das System.

Bei vier Einschaltvorgängen am Tag sind das 0,8 Liter, die als Spülwasser im Behälter landen, und ein durchgehend eingeschaltetes Gerät spart genau diese Menge.

Entkalken: das Intervall folgt aus der Wasserhärte

Bei 16 Grad deutscher Härte, gemessen mit einem Teststreifen aus der Leitung, forderte die Maschine nach rund 100 Litern Wasserdurchsatz eine Entkalkung. Bei 0,12 Liter je Espresso entspricht das etwa 830 Tassen.

Rechnerisch bedeutet das eine Kalkmenge von 100 Litern mal 16 Grad Härte, was ungefähr 29 Gramm Calciumcarbonat entspricht. Diese Menge im System ist der Grund für das Intervall, und sie halbiert sich mit einem Filter im Wassertank oder mit weichem Wasser.

Zwei Wege sind praktikabel. Ein Filterpatronensystem verlängert das Intervall, kostet aber je Patrone ungefähr so viel wie zwei Entkalkungsdurchgänge. Wer kein Filter nutzen will, sollte die Aufforderung nicht aufschieben: die Programme sind auf einen bestimmten Kalkzustand ausgelegt und lösen mehr Ablagerung nicht besser, sondern schlechter.

Das Milchsystem und der einzige Punkt, an dem täglich gearbeitet wird

Das Spülprogramm für den Milchweg verbrauchte 0,25 Liter Wasser und lief in 40 Sekunden. Es entfernt Milchreste aus Schlauch und Auslauf, nicht aber den Fettfilm im Aufschäumer, und genau dieser Film ist die Ursache für den Geruch nach wenigen Tagen.

In der Reihe genügte dafür das Zerlegen des Aufschäumers einmal wöchentlich und eine Reinigung mit warmem Wasser. Nach vier Wochen ohne diesen Schritt war der Schaum messbar schlechter: die Schaumhöhe fiel bei gleicher Milch von 42 auf 27 Millimetern im Glas.

Der Milchschlauch selbst ist ein Verbrauchsteil. Nach etwa einem halben Jahr war er innen matt und ließ sich nicht mehr vollständig reinigen, und ein Ersatzschlauch kostet wenige Euro. Wer den Geruch dem Gerät zuschreibt, tauscht meist an der falschen Stelle.

Geräusch: sechs Sekunden sind das Thema

Beim Mahlen lag der Schalldruck in einem Meter Abstand bei 68 dB(A) über 6 Sekunden, während des Brühvorgangs bei 54 dB(A). Der Spitzenwert ist damit hoch, aber kurz. In einer offenen Wohnung neben einem Schlafzimmer ist der Mahlvorgang der Punkt, der weckt. Wirksam war weniger die Aufstellung als der Untergrund: auf einer Silikonmatte statt direkt auf der Arbeitsplatte fielen 3 dB(A) weg, weil ein Teil des Schalls über die Platte abgestrahlt wird.

Wer regelmäßig sehr früh Kaffee macht, kann außerdem auf gemahlenes Pulver ausweichen, für das die Maschine einen eigenen Einwurf hat. Der Mahlvorgang entfällt dann vollständig, und das Ergebnis unterschied sich in der Ausbeute nicht messbar, solange das Pulver frisch war.

Was die Maschine nicht ausgleicht

Zwei Größen liegen außerhalb des Geräts und wiegen schwerer als jede Einstellung. Die erste ist die Bohne: eine dunkle, ölige Röstung setzte in der Reihe das Mahlwerk sichtbar zu und führte zu unregelmäßigem Durchlauf, unabhängig von der Mahlstufe.

Die zweite ist die Frische. Vier Wochen offen gelagerte Bohnen ergaben bei identischer Einstellung eine Ausbeute von 18,4 statt 21,1 %, weil ein Teil der löslichen Substanz schon abgebaut war. Am Gerät ließ sich das nicht zurückholen.

Daraus folgt eine unbequeme Reihenfolge für jeden, der mit dem Ergebnis unzufrieden ist. Erst die Bohne und ihr Röstdatum, dann die Pulvermenge, dann die Mahlstufe, und erst danach die Frage, ob das Gerät die Ursache ist.

Thermoelement in der Tasse, Refraktometer, Zwischenzähler

Die Temperatur wurde mit einem Thermoelement Typ K in der Tassenmitte unmittelbar nach Bezugsende abgenommen, jeweils fünf Bezüge je Getränk, gemittelt. Die kalte Tasse hatte Raumtemperatur, die vorgewärmte wurde 20 Sekunden mit Heißwasser aus derselben Maschine gefüllt.

Der gelöste Anteil entstand am digitalen Refraktometer an der auf 20 °C abgekühlten Probe, drei Messungen je Bezug. Die Pulvermenge wurde ermittelt, indem der Bezug ohne Wasser ausgelöst und der Kuchen aus der Brühkammer gewogen wurde.

Der Geschmack ist in dieser Reihe nicht bewertet, und die Aussagen zum Milchsystem beruhen auf einem Gerät über acht Wochen. Für eine Haltbarkeitsaussage über Jahre wäre eine andere Laufzeit nötig, weshalb hier keine steht.

Verbrauch und Wartung – Strom am Zwischenzähler, Entkalkungsintervall aus 16 °dH gerechnet
PrüfpunktMesswertUmrechnungBefund
Strom je Espresso0,038 kWh1,3 ct
Aufheizen aus dem Kalten0,041 kWh24 s bis zum Startsignal
Bereitschaft, eine Stunde0,4 W3,5 kWh im Jahr bei Daueranschluss
Spülwasser je Ein- und Ausschalten0,19 lbei 4 Startvorgängen 0,8 l am Tag
Entkalkung bei 16 °dHnach ca. 100 lrund 830 Tassen Espresso

Häufige Fragen

Wie heiß ist der Kaffee in der Tasse?

68,4 °C beim Espresso in einer kalten Tasse, 73,2 °C in einer vorgewärmten. Am Brühkopf arbeitet die Maschine mit rund 92 °C; der Verlust entsteht am Auslauf und an der Tassenwand, die die Wärme aufnimmt.

Lohnt das Vorwärmen der Tasse?

Ja, es sind 4,8 Kelvin und damit der größte Einzelgewinn ohne jede Einstellung. Zwanzig Sekunden Heißwasser aus derselben Maschine reichen; eine 180-Gramm-Porzellantasse nimmt sonst genau diese Wärme aus dem Kaffee.

Trifft die Maschine die richtige Extraktion?

Ja. Beim Espresso 21,1 % Ausbeute, bei Café Crema 20,4 %, beide im Fenster von 18 bis 22 %. Bei einer großen Tasse mit 180 g aus 12 g Pulver fiel sie auf 19,2 % und damit an den unteren Rand.

Was kostet eine Tasse Strom?

0,038 kWh je Espresso, also 1,3 Cent. Das Aufheizen aus dem Kalten kostet 0,041 kWh, die Bereitschaft 0,4 W oder 3,5 kWh im Jahr. Ausschalten spart energetisch nichts.

Warum lohnt es dann, das Gerät eingeschaltet zu lassen?

Wegen des Wassers. Jeder Start- und Abschaltvorgang spülte 0,19 Liter durch das System, bei vier Einschaltvorgängen am Tag also 0,8 Liter, die als Spülwasser anfallen.

Wie oft muss entkalkt werden?

Bei 16 Grad deutscher Härte nach etwa 100 Litern Durchsatz, das sind rund 830 Espresso. Das entspricht ungefähr 29 Gramm Kalk im System. Ein Filter im Tank oder weiches Wasser verdoppelt das Intervall.

Warum riecht das Milchsystem nach wenigen Tagen?

Weil das Spülprogramm den Schlauch, nicht aber den Fettfilm im Aufschäumer erfasst. Einmal wöchentlich zerlegen und mit warmem Wasser reinigen; ohne diesen Schritt fiel die Schaumhöhe nach vier Wochen von 42 auf 27 Millimeter.

Woran liegt es, wenn der Kaffee dünn schmeckt?

Meist an der Bohne, nicht am Gerät. Vier Wochen offen gelagerte Bohnen ergaben bei identischer Einstellung 18,4 statt 21,1 % Ausbeute. Prüfreihenfolge: Röstdatum, dann Pulvermenge, dann Mahlstufe.

Geprüft im September 2026